Hamburg (Galerie)

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    • Denkmal aus der NS-Zeit

      Da wir gerade beim Denkmal für Kaiser Wilhelm I. waren, möchte ich noch ein weiteres mir vorher unbekanntes Denkmal kurz vorstellen, das ich zufällig am Dammtor entdeckt und kurz per Handy photographiert hatte. Diesen Bereich der Stadt hatte ich übrigens ansonsten leider nicht photographisch festgehalten, weil es zu sehr geregnet hatte.





      Das Denkmal ist bereits auf den ersten Blick als Kriegerdenkmal aus der NS Zeit zu erkennen, neben dem Skulpturenschmuck ist insbesondere die Inschrift “Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“ zeittypisch.

      Habe dann gleich mal nachgelesen, was es mit dem Denkmal auf sich hat und warum es überraschenderweise heute noch da steht.

      Bauherr des Denkmals waren die Traditionsvereine des Infanterieregiments 76. Die Errichtung dieses Denkmals war bereits vor der Machtübergabe an die Nationalsozialisten von den Initiatoren gefordert worden, es sollte als Gegendenkmal zu dem 1931 eingeweihten Hamburger Ehrenmal (Barlach-Stele) von Ernst Barlach am Rathausmarkt fungieren, das von nationalen Kreisen abgelehnt wurde. Die Einweihung fand am 15. März 1936 statt.

      Nach Ende des Zweiten Weltkrieges gab es Bestrebungen der britischen Besatzungsbehörden, das Denkmal zu sprengen. Der Hamburger Denkmalrat verhinderte dies mit einer Verfügung aus dem Jahr 1946, nach der lediglich die Reliefs und Inschriften entfernt werden sollten. Diese Verfügung wurde jedoch nicht umgesetzt.


      Weitere Infos: de.wikipedia.org/wiki/Dammtor#…rdenkmal_und_Gegendenkmal
      fredriks.de/Kuoehl/kriegerdenkmal.htm
    • Gegenüberliegend zum Brahms-Kontor...



      … steht man vom Verkehrslärm umgeben vor dem schönen Konzerthaus, der Laeiszhalle von 1904-08






      Von dort aus am Brahms Kontor vorbei verläuft in südlicher Richtung der Hamburger Neustadt der Pilatuspool, mit einigen dieser historistischen Wohnblocks der
      Abraham-Philipp-Schuldt-Stiftung , die Ende des 19. Jahrhunderts das Ziel hatte , möglichst preisgünstigen Wohnraum für „respektable und unbescholtene“ Mieter mit kleinem Einkommen zur Verfügung stellen.



      Hier der Stiftungsgründer:

    • Peterstraße, Neanderstraße

      Nun kommen wir zum „Hamburger Disneyland“, meinen die einen, nun kommen wir zu einem der großartigsten Hamburger Bauprojekte der Nachkriegszeit, meine ich :-)

      In diesem ehemaligen „Arme-Leute-Viertel“ im Westen der Neustadt sah es früher so aus


      gemeinfrei

      Nach umfangreichen Kriegszerstörungen war in dieser Gegend kaum mehr historische Bausubstanz vorhanden und auch die letzten Reste, wie das im folgenden Bild von 1944 zu sehende barocke Beyling Stift in der Peterstraße von 1751 in einem so heruntergekommen Zustand, dass in den 1960er Jahre bereits der Abriss beschlossen war



      Quelle: bildindex.de

      In dieser Situation rettete und restaurierte die Stiftung des Hamburger Kaufmanns Carl Toepfer sowohl das Beyling-Stift, als auch die daneben bzw. dahinter gelegenen Fachwerkhäuser. Darüber hinaus erwarb die Stiftung weitere Grundstücke in der Peterstraße/Neanderstraße/Hütten. Zwischen 1966 und 1982 entstand dort ein Häuserensemble mit Rekonstruktionen Althamburger Bürger- und Kaufmannshäuser, deren historische Fassaden aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert stammen. Diese Häuser, die sich einst an verschiedenen Stellen der Altstadt befunden hatten, wurden zu einem harmonischen Gesamtbild zusammengefügt, wobei vor Ort der frühere Standort eines jeden Gebäudes auf einer Bronzetafel kenntlich gemacht ist.

      Ausführliche Informationen gibt es hier

      Die Dogmatiker (auch in diesem Forum) rümpfen die Nase im Anbetracht der Tatsache, dass diese Traditionsinsel in dieser Form an diesem Ort nie bestanden hat.

      Mir ist das vollkommen gleichgültig, sondern ich bewundere den Mut (und die Finanzkraft) des Stifters, in den denkmalfeindlichen 1960er Jahren diese meist authentisch rekonstruierten Fassaden nicht als Solitäre, sondern transloziert zu einem so harmonischen Ensemble zusammengefügt zu haben. Das Problem von Hamburg ist nicht, dass es zu viele, sondern zu wenige dieser traditionellen Hamburger Häuser gibt.
    • Vielen Dank für eure interessierten Reaktionen!

      Weiter geht es in südlicher Richtung zum Michel, dem historischen Wahrzeichen Hamburgs. Wie man erahnen kann, ist in dieser Gegend ansonsten nicht mehr viel alte Architektur verblieben. Allerdings finde ich zumindest die von mir abgebildeten neuen Gebäude durchaus akzeptabel.







      Hier ein Teil der ohne Rücksicht auf die historische Stadtstruktur in der Nachkriegszeit durch die gesamte Innenstadt geführte Ost-West-Schneise.

    • Direkt an dieser neuen Hauptverkehrsstraße liegt als einer von wenigen historischen Bauten der Michel, die St. Michaeliskirche,...



      ... dem Haupteingang der Michaeliskirche direkt gegenüberliegend:



      Zum Vergleich einige historische Ansichten der umgebenden Bebauung.

      1949:

      gemeinfrei

      um 1930:

      gemeinfrei

      1878:

      gemeinfrei

      Heute:
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    • St. Michaelis

      Die Kirche St. Michaelis ist der einzige Sakralbau Hamburgs von überregionaler Bedeutung und gilt als schönste Barockkirche Norddeutschlands. Der Kirchenbau wurde 1751-86 errichtet, wobei das heutige Erscheinungsbild im wesentlichen auf eine damals durchaus umstrittene Rekonstruktion von Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgeht, weil die Kirche 1906 bis auf die Grundmauern abgebrannt war. Wie man auf vorstehender Ansicht von 1949 gesehen hat, wurde die Kirche im letzten Krieg kaum zerstört, im Gegensatz zur fast vollständig zerstörten Umgebung.

      Zuerst Impressionen des Außenbaus









    • Erneut vielen Dank, Frank.
      Sehr gute Bilder aus dem Michel und natürlich auch die interessanten Ausblicke vom selbigen.

      Diese Teherani-Knicktürme in St. Pauli wollen mir überhaupt nicht gefallen - vor allem sind sie viel zu hoch.

      Zum in seiner Geschichte oft geschundenen Michel habe ich noch zwei interessante Bilder aus dem Jahr 1906 beizutragen (habe extra auf deine diesbezügl. Beiträge gewartet. :zwinkern: )



      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)