Melsungen (Galerie)

  • Melsungen ist eine kleine Stadt an der Fulda ca. 20km südlich von Kassel. Dort bin ich einige Jahre zur Berufsschule gegangen, in einem sehr hässlichen 70er Jahre Bau, der sich glückerlicherweise weit außerhalb der Altstadt befindet. Die Altstadt selbst ist sehr gut erhalten und besteht praktisch ausschließlich aus Fachwerkhäusern. Als ich dort war fand gerade ein Fest statt normalerweise ist die Stadt nicht so belebt.


    Ich fange mit der Vorstadt auf der rechten Seite der Fulda an.




    Dann geht es über die Bartenwetzerbrücke in die Altstadt.



    An der Brücke befindet sich eine ausführliche Bauinschrift: "Anno 1595 den 2. Julius ist der erste Stein an dieser Brucken in Gottes Namen auf Befehl unsers G F V Herrn Herrn Moritz L Z H geleget und ist Anno 1596 den 16. Octobz. verfertiget."



    Brückenstraße






    Bei dem Haus mit den sehr dunklen Balken ist das Fachwerk nur vorgeblendet.






    Und noch die Seitengassen der Brückenstraße.


    Obere Steingasse



    Untere Steingasse



    Häuser am Bitzen





    Fortsetzung folgt.

  • Danke für die Bilder. Allerdings muss ich sagen, daß mich dieses grelle Weiß an den Fassaden etwas stört oder liegt das an der Belichtung. Dadurch wirken die Fassaden etwas wie Disneyland.

  • Solche vergleichsweise unverfälschten Fachwerkstädte mit geringem Verschandelungsgrad sind eine ausgesprochene Wohltat nicht nur fürs Auge. Das Rathaus-Cafe quillt gerade über mit "Zickzackfriesen", ansonsten sind die beschnitzten Eckständer auch immer wieder wunderbar anzusehen. Die EG-Zone vom Rathaus wurde wohl in den letzten Jahrzehnten mal rekonstruiert, oder? Das sieht aus wie beim Eckgebäude Klosterstr./ Burgstr. in Spangenberg http://www.spangenstein.de/ste…lken/Klosterstrasse_2.htm
    Im übrigen ist für mich Melsungen das Hessische "Unter Uncton", bei den bisherigen Besuchen scheinte 1x von M bis Bad Hersfeld die Sonne und in Melsungen war Hochnebel, beim 2x war es +/- genauso. Entsprechend habe ich auch nur v.a. abendliche Aufnahmen mit Stativ von Melsungen.

  • In Nordhessen ging man im Allgemeinen recht pfleglich mit den Fachwerkstädten um. Ich kenne eigentlich überhaupt keine größeren Bausünden weder in Fritzlar, Homberg, Melsungen oder Eschwege. Nur Bad Hersfeld ist das krasse Gegenteil dazu.


    Das Melsunger Rathaus war bis 1928 verputzt, bei der Freilegung wurde das Erdgeschoss rekonstruiert. Beim LAGIS Hessen habe ich eine alte Aufnahme gefunden: Rathaus Melsungen vor 1928 . Der Dachreiter gefiel mir früher etwas besser.


    Oliver: Der Tag an dem ich dort fotografierte war sehr sonnig und die Bilder sind meistens überbelichtet, da ich auch nicht sehr versiert im Fotografieren bin.


    Weiter geht es mit den Straßen um den Marktplatz.


    Mühlenstraße




    Blick in die Flämmergasse





    Nun in die Kasseler Straße, die vom Marktplatz zum Schloss führt.



    Einige Häuser sind noch verschindelt, was wie ich finde auch so bleiben sollte, aber natürlich nicht mit Eternit. Sehr positiv in Melsungen finde ich die alten Straßenlampen, wie hier rechts an dem Eckhaus.



    Es gibt auch noch einige spätmittelalterliche Fachwerkbauten, die den Brand von 1554 überstanden.








    Am Ende der Kasseler Straße steht ein Einkaufszentrum und die Sparkasse, die ich nicht fotografiert habe.


    Nun zum Schloss das 1550-57 als Jagdschloss der Landgrafen von Hessen gebaut wurde, heute befindet sich darin ein Gericht und das Finanzamt.





    Fortsetzung folgt.

  • Michael: herrliche Stadt, war dort leider noch nie. Besten Dank für deine Photos, auch wenn sie zum Teil überbelichtet sein mögen. Deshalb kann ich allein durch Betrachten deiner Bilder keine Antwort auf Olivers Frage finden. Strahlen die Häuser auch in echt so perfekt und etwas überrestauriert erscheinend weiß oder täuscht der Eindruck?

  • @Frank: Ich würde nicht sagen dass die Häuser überrestauriert sind, das wirkt nur auf den Bildern so. Das hätte mich sonst auch gestört und wäre mir aufgefallen.


    Weiter in der Fritzlarer Straße



    Hier steht einer von wenigen Neubauten in der Altstadt, dieser hier ist der hässlichste. Das Erdgeschoss des Fachwerkhauses im Vordergrund sieht auch etwas seltsam aus.





    Viele Häuser sind für die recht kleine Stadt sehr hoch.



    DIe Türumrahmung wurde eigentlich 1953 rekonstruiert und 2010 wahrscheinlich nur renoviert.



    Die Kirche aus den Jahren 1415-25 ist ziemlich klein.



    Blick zum Eulenturm. Von der Stadtbefestigung sind ansonsten nur kleine Mauerreste übrig geblieben.




    Fortsetzung folgt.

  • Strahlen die Häuser auch in echt so perfekt und etwas überrestauriert erscheinend weiß oder täuscht der Eindruck?

    Wieso muss hier anscheinend immer ein Haar in der Suppe gefunden werden?
    Dass sich die Häuser in derart gutem Zustand befinden ist doch ausgesprochen positiv!
    Für mich signalisiert das, dass sich die Bürger engagieren und "ja" zu ihrer Stadt sagen. Ein solches Stadtbild zieht auch Besucher eher an als ein vielleicht authentischeres, aber mit viel Gammel durchsetztes wie beispielsweise in Osterwiek oder Mühlhausen. Wichtig ist natürlich auch, was hinter den Fassaden liegt. Ich gehe aber davon aus, dass es sich weitgehend um privat genutzte Wohn-und Geschäftshäuser handelt. Schon deshalb wirken diese nicht kulissenhaft, sondern belebt und bewohnt.
    Davon abgesehen finde ich persönlich ober- und niederbayerische Städte in diesem Sinne "überrenoviert", aber gerade dieses etwas "puppige" habe ich immer als besonderen Charme der Region verbucht.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Eine Übersicht der in D vorkommenden Eulentürme zeigt http://de.wikipedia.org/wiki/Eulenturm (es gibt auch einen im nahen Spangenberg und ebenso in Witzenhausen), mich würde interessieren warum diese Türme Eulenturm genannt werden.


    Als überrenoviert würde ich Melsungen ganz und gar nicht sehen und etwas hell sind auch nur ein paar Aufnahmen mit ungünstigen Licht-Schatten-Verhältnissen. Auf der vorletzten Aufnahme von der Eulenturmstraße ist links noch ein älteres Fachwerkgebäude aus der Zeit vor dem Stadtbrand zu sehen, ein Ständerbau im Gegensatz zum später üblichen Geschossbau.


    Dass "viele Häuser für die recht kleine Stadt sehr hoch" sind, fand ich in Melsungen auch sehr auffallend.

  • Nun noch meine letzten Bilder aus Melsungen.


    Die Kirchstraße führt von der Fritzlarer Straße um die Kirche herum.



    Etwas Fachwerk aus neuerer Zeit gibt es auch.



    In den Häusern in der Bildmitte befindet sich ein Einkaufszentrum, von einem der Häuser steht nur noch die Fassade.



    Sehr schöne Schnitzereien, die Verkleidung mit Spanplatten ist aber nicht angemessen für dieses Haus.



    DIe andere Traufseite wurde anscheinend komplett erneuert.



    Im Eisfeld stehen etwas kleinere und einfachere Häuser und auch einige Scheunen.





    Die Rückseite des Einkaufszentrums.



    Quergasse



    Zum Abschluss das älteste Haus der Stadt, die Kemenate in der Cyllsgasse.


  • Eine wunderbare Ensemble von Fachwerk-architektur!


    Ich habe nie von Melsungen gehort - es scheint aber als Ensemble sehr bedeutsam zu sein.

  • Wirklich eine imposante Fachwerkstadt. Ich war besonders beeindruckt von der Hoehe und Groesse der FWH.