Spangenberg (Galerie)


  • Webseiten mit Bildern von Spangenberger Fachwerkhäusern -
    gestaltet von Schülerinnen und Schülern der Burgsitzschule 2009


    Steine und Balken erzählen


    Auf dem Luftbild glaubt man die Burgsitzschule auch unschwer erkennen zu können...
    Eine Galerie zu Spangenberg folgt demnächst...

  • Spangenberg ist ein kleines Städtchen im Hessischen Bergland etwa 25km SSO von Kassel und wenige Kilometer östlich von Melsungen. Die Altstadt wird von Fachwerkhäusern aus der Zeit zwischen 1450 und 1900 geprägt. Der Ort ist der deutsche Bevölkerungsmittelpunkt
    (was es nicht alles gibt...).


    Nachfolgende Aufnahmen stammen vom September 2003.


    Die Klosterstraße verläuft in W-O-Richtung von der Neustadt den Berg steil hinauf zum Marktplatz.



    Klosterstraße 10/12 2. H. 17. Jh., mit sich einfügenden Schaufenstern aus der Nachkriegszeit




    Bildarchiv Foto Marburg



    Klosterstraße 10/12, „Zickzackfriese“, mal nach rechts, mal nach links


    Klosterstraße 6, 4
    Nr. 6 aus der 2. H. 17. Jh. mit Spätrokokotür, Nr. 4 (Haus Hollstein) 2. H. 15. Jh. mit spätgotischen Knaggen und Andreaskreuzen in den Brüstunsgefachen (vgl. Markt 3)



    Klosterstraße 6, wiederum Zickzackfriese im Bereich von Stockwerkschwelle, Füllhölzern und am Rähm.



    Klosterstraße 6, 4



    Bildarchiv Foto Marburg



    Burgstraße 1 bzw. Klosterstraße 2, Wohnhaus der Margarethe von der Saale, nach 1568 städtisches Hochzeitshaus, 1. H. 16. Jh., verändert E. 18. Jh. (Mansarddach, Zwerchhaus), EG 1. H. 20. Jh. (ehem. massiv)
    Klosterstraße 2



    Bildarchiv Foto Marburg



    Klosterstraße

  • Das angeschnittene Haus mit dem Eckerker im vorigen Bild links nach dem Stadtbrand 1912 entstanden und sich bestens einfügend.



    Detail Burgstraße 1, EG 1. H. 20. Jh. vgl. Melsungen, Rathaus




    Burgstraße 2, Ecke Rathausstraße, Haus Meurer, ein stattliches viergeschossiges Eckgebäude, 2. H. 15. Jh., mit spätgotischen Knaggen und gebogenen, dreipaßförmigen Fußstreben im 1. OG (vgl. Fritzlar oder Witzenhausen), oberstes Geschoss 18. Jh.



    Bildarchiv Foto Marburg




    Burgstraße 2, Traufseite



    Blick vom Marktplatz auf die beiden prächtigen Fachwerkgebäude Burgstraße 2 und Rathaussraße 1 (rechts angeschnitten das klassizistische Rathaus)


  • Bädergasse 2, Rathausstraße 5



    Bädergasse 2, Ecke Rathausstraße, 2. H. 15. Jh.



    Bildarchiv Foto Marburg



    Bädergasse 2, Rathausstraße 5 , sog. Schlösschen, massives Erdgeschoss 16. Jh. mit aus der bauzeit stammender Fenstergruppe, Zugang von der Straße zum Keller und ungewöhnlicher, vergitterter Eingangstür, Obergeschosse und Zwerchhaus 17. Jh.


    Rathausstraße 5



    an diesem Gebäude verlaufen am Übergang der einzelnen Geschosse 4x vierfache „Zickzackfriese“



    Rathausstraße und Klosterstraße bergab geblickt, ein hessisches Shaftesbury…
    Wie ich finde ein ganz tolles Motiv und mit dem Radl eindeutig abwärts dankbarer..


    Soweit für heute.


  • Marktplatz 2 und 3
    Marktplatz 2 mit Strebeform ähnlich dem Alsfelder Rathaus, 1. Dr. 16. Jh.



    Marktplatz 3, Haus Kurzrock, wohl das älteste erhaltene Fachwerkhaus Spangenbergs, ein spätgotischer Wandständerbau aus der 2. H. 15. Jh., vgl. Klosterstraße 4




    Marktplatz 2 und 3, dahinter der Turm der ev. Pfarrkirche, links angeschnitten das Rathaus




    Preisfrage: In welchem Jahr wurde dieses Haus erbaut?

  • Danke für die Bilder. Es gibt noch erstaunlich viel spätmittelalterliches Fachwerk in Spangenberg. Die Verkleidung der Giebel mit Ziegeln bzw. Bieberschwänzen gefällt mir auch gut.


    In der Inschrift auf dem letzten Bild verbirgt sich ein Chronogramm das als Baujahr, wenn ich richtig gerechnet habe, 1672 ergibt. Der Spruch befindet sich auch an einem Haus in Wasungen von 1604, dort geht er noch weiter "und wo wir sollen ewig sein da bauen wir gar wenig ein".

  • Ganz knapp verrechnet. Mir war das übrigens bis vor ein paar Tagen noch unbekannt.


    Die Verkleidung der Giebel mit Dachziegeln war seinerzeit dort wie auch z.B. in Hornburg erstmal gewöhnungsbedürftig.

  • Vielen Dank für deine zahlreichen Vorstellungen von Fachwerkstädten! Auch wenn ich sie nicht fleissig kommentiere, merke ich mir deine Beiträge als Fundus für meine Recherchen.


    Es ist sehr bemerkenswert, wie hier in Spangenberg flächendeckend Fachwerke freigelegt worden sind. Es wäre interessant, zu erfahren, wie hier der "Motor" für die Vorgehensweise lief. Wurden hier von der Gemeinde überdurchschnittlich hohe Subventionen für die Restaurierungen gesprochen, oder gab es eine Konkurrenzsituation unter den Hausbesitzern, da niemand ins Hintertreffen mit verputzten Fassaden geraten wollte?


    Zum Bilderrätsel bleibt noch anzumerken, weshalb sich Michael um zehn Jahre verrechnet haben könnte. Das "W" am Spruchanfang muss als zwei "V" gelesen werden, was die Differenz von zweimal fünf Jahren erklären könnte.

  • Mir ist auch schon aufgefallen, dass in dieser Gegend fast alle Fachwerkhäuser freigelegt sind. Ich denke dort war auch nie so viel verputzt wie in anderen Gegenden und die verputzten Häuser wurden meist schon in den 20er/30er Jahren freigelegt. Man erkennt auch kaum Spuren von ehemaligem Verputz, wie das z. B. in Franken fast immer der Fall ist, oder gab es da unterschiedliche Techniken?


    Bei dem Rätsel habe ich das W nicht mit berechnet.

  • Die Verkleidung der Giebel mit Dachziegeln war seinerzeit dort wie auch z.B. in Hornburg erstmal gewöhnungsbedürftig.

    Derlei hab ich zum ersten mal vor 10 Jahren in Südniedersachsen und im Harz gesehen. Dort scheint das eine längere Tradition zu haben und wird auch bei Neubauten gerne verwendet. Für mich eine Art von Traditionspflege, wie ich sie in meiner Heimat vermisse. Mir hat das von Anfang an sehr gut gefallen und gab den Stadt und Ortsbildern eine viel wärmere Note, da ausschließlich rote Ziegel verwendet und auch viele Brandmauern so verkleidet waren. Sozusagen eine "Dach-Extension".

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.


  • Rathausstraße Ecke Marktplatz



    Marktplatz, Westseite


    Zum Vergleich die Marktplatz Westseite vor dem Brand 1912, bei dem auch das Haus aus der 2. H. des 15. Jh. zerstört wurde :



    beide Aufnahmen: Bildarchiv Foto Marburg



    Auf der Ende März 1945 schwer beschädigten und danach zumindest äußerlich wiederaufgebauten Burg war ich nicht.
    Wikipedia – Schloss Spangenberg


    Verein Burg Spangenberg e.V.



    Zum Schluss noch die Rathausstraße und Klosterstraße abwärts an einem spätsommerlichen, bereits etwas nebligen Morgen: