Lübeck - Neubauten im Gründerviertel

  • Fotos vom 26.9.2021


    Nach dem Wählen bin ich vorhin bei Bilderbuchwetter und 25°C dann mit dem Fahrrad gleich weiter zum Gründungsviertel gefahren und habe ein paar neue Fotos gemacht:


    Abb. 1: Fischstraße 11. Die Fassade wurde inzwischen komplett verklinkert. Es fehlen nur noch die Fenster. Links am Anschluss zu Nr. 7-9 sieht man jetzt deutlich, was ich schon des öfteren kritisiert habe: Durch das Fehlen eines Schaugiebels wird man von der Straße aus fast zwei Stockwerke hoch die kahle Brandmauer von Nr. 7-9 sehen. Mit einem Treppengiebel bei Nr. 11 hätte man das deutlich abmildern können. Ich verstehe nicht, dass auf so etwas bei der Planung des Viertels nicht geachtet wurde.



    Abb. 2: Fischstraße 13. Die Fassade wurde jetzt hell geschlämmt, was ich etwas schade finde, da mir die historisch anmutenden Steine gut gefielen. Aber so geht es natürlich auch noch.



    Abb. 3: Fischstraße 20. Offenbar entstehen entgegen der Vermutung in meiner letzten Fotoserie doch vier schmalere Öffnungen im EG...?



    Abb. 4: Fischstraße 22. Die Fassade wurde zum größten Teil verklinkert. Die Steine gefallen mit ganz gut. Hoffentlich werden die Fenster auch "brauchbar".



    Abb. 5: Fischstraße 22. Am Giebel ist die Verklinkerung noch nicht ganz fertig. Die verkümmerten Giebelstaffeln sind zwar besser als ein reines Dreieck, aber einfach zu klein, um eine Wirkung zu entfalten und gefallen mir nach wie vor nicht. Das ist wie gewollt und nicht gekonnt. Durch den fehlenden vollständigen Treppengiebel des Vorgängerhauses haben wir leider auch hier das unschöne Brandmauerproblem (links zu Nr. 24) - wenn auch nicht ganz so extrem wie zwischen Nr. 7-9 und 11.



    Abb. 6: Fischstraße 28a. Das EG ist inzwischen im Rohbau fertig.



    Abb. 7: Giebelansicht der Fischstraße mit Marienkirche. Ich finde es hätte schlimmer kommen können, auch wenn mir Nr. 18 links nicht so richtig gefällt und das Wohnheim natürlich erst recht nicht.



    Abb. 8: Nordseite der Fischstraße mit St. Marien. Bei der Tiefgarage rechts hat sich nach wie vor nichts getan. Wird das etwa eine Bauruine?



    Abb. 9: Alfstraße 25. Das zweite OG nähert sich der Vollendung. Macht so erstmal von den Proportionen her einen guten Eindruck. Ich bin sehr auf die "gefaltete" Fassade gespannt.



    Abb. 10: Südseite der Alfstraße mit St. Marien. Hier herrscht immer ein erstaunlich "pastelliges" Licht, das die Bilder trotz Verschattung angenehm warm aussehen lässt. Keine Ahnung, woher das kommt...


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    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Hallo Frank,

    vielen Dank für die - wie immer - tollen Fotos!


    Man kann Lübeck einfach nur zu diesem Viertel beglückwünschen. Gerade bei einem solch strahlend schönen Wetter sieht es einfach nur hinreißend aus - trotz mancher "Detailfehler".

    Letztlich zeichnet sich ein ganz großer Erfolg für ganz Deutschland (!) auf dem Gebiet der (Alt)Stadtreparatur da ab.


    Hoffen wir, dass diese eine schöne Reko (Fischstr. 26) noch kommt!!!

  • Für mich ist das Gründerviertel in Lübeck eines der wenigen Lichtblicke bei all dem trostlosen Allerlei das man in diesem informativen Forum sonst so sieht. Schade das es nicht mehr solcher tollen Projekte gibt…oder doch? Ich würde gerne dort wohnen.

  • Wunderbare Bilder!

    Im etwas kleineren Maßstab gibt es ähnlich tolle neue Altstadthäuser verteilt auf mehrere Straßen in der hanseatischen Schwester Stralsund. Dort z.B. in der Frankenstraße und der Langenstraße, sowie mehreren Seitengassen, teils im Quartier 17 und im kommenden Quartier 33 vor der Jacobikirche.

    Hier hatte ich zB einige dieser liebevoll gestalteten neuen Altstadthäuser vorgestellt, die ich teils als Vorbild im Geiste für das Projekt in Lübeck sehe: RE: Stralsund

  • Fotos vom 10.10.2021


    Und schon wieder eine kleine Bilderserie:


    Abb. 1: Alfstraße 25. Das 2. OG ist fertig und oben zeichnet sich schon der - mir zu klein gestufte, aber immerhin - Treppengiebel ab.



    Abb. 2: Fischstraße 28a. Hier ist das 2. OG bereits sehr fortgeschritten.



    Abb. 3: Fischstraße 22. Die Verklinkerung ist fertig. Im Prinzip fehlen nur noch die Fenster.



    Abb. 4: Fischstraße 22, Giebel.



    Abb. 5: Fischstraße 20. Das 1. OG ist fertig.



    Abb. 6: Fischstraße 13 und 11, Rückseiten.



    Abb. 7: Fischstraße 11 und 13. Bei Nr. 11 ist die Verklinkerung inzwischen fertig, bei Nr. 13 sind jetzt auch an der Straßenseite die Fenster drin.



    Abb. 8: Fischstraße 13, Straßenfassade. Das Gerüst könnte wohl bald fallen.



    Abb. 9: Noch einmal Fischstraße 13 im Detail. Bei den Fenstern hat man - soweit ich das sehen kann - glücklicherweise auf die in der Visualisierung noch dargestellten "Unterlichter" verzichtet. :daumenoben:



    Abb. 10: Zum Schluss noch ein imposantes Bild: St. Marien ohne Gerüste von der Ecken Braunstraße/Schüsselbuden gesehen. Leider wurde die im Krieg zerstörte Budenreihe vor der Westseite der Kirche nicht wiederaufgebaut. Die wäre als Maßstabsgeber städtebaulich dringend erforderlich.


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  • Danke für die aktuellen Bilder. Ich finde es etwas schade, dass die Fassade von Fischstraße 13 letztendlich geschlämmt wurde, zumal man ja augenscheinlich altes Backsteinmaterial dafür verwendet hat. Wobei durch die Schlämme ja zumindest die Struktur der Backsteine erkennbar bleibt. Insgesamt gefällt mir die Fassade jedoch sehr gut, auch die stichbogigen Fenster und die breiten Fensterfaschen fügen sich gut ein.


    Seltsam finde ich nach wie vor, dass sich bei der Tiefgarage zwischen Fisch- und Braunstraße seit Monaten nichts getarnt hat. Besonders die einsame Tischkreissäge lässt die Baustelle so wirken, als wäre die Baufirma von einem auf den anderen Tag geflüchtet und hätte alles stehen und liegen lassen. Wobei sich der Bauherr dann doch ein anderes Bauunternehmen hätte suchen können - außer, es ist momentan keins aufzufinden, das Kapazizäten frei hat.


    Zur Umbauung der Marienkirche: Es war doch in den 2000ern sogar mal geplant, die Freifläche vor der Marienkirche am Schüsselbuden wieder aufzubauen, sogar eine Rekonstruktion der Kapelle Maria am Stegel (ich finde übrigens immer, dass der Name eher nach Süddeutschland klingt) war im Gespräch. Das hat sich dann aber glaube ich zerschlagen, nachdem die Marienkirchengemeinde beschlossen hat, das Marienwerkhaus als Gemeindezentrum zu sanieren und nicht zu verkaufen und neu zu bauen.


    Wobei sich doch für hochwertige Tiny Houses o.ä. am Schüsselbuden sicher Käufer finden würden. Hier gibt es einen schönen Artikel zur Kapelle Maria am Stegeln mit historischen Bildern, die zeigen, wie die Bebauung vor der Kirche um 1900 aussah: https://www.unser-luebeck.de/m…-vor-50-jahren-abgerissen

  • Fotos vom 9.11.2021


    Nach knapp einem Monat kommen hier wieder aktuelle Fotos von mir - ungewöhnlicherweise mal an einem Dienstag aufgenommen.


    Abb. 1: Alfstraße 25. Der Fassadenrohbau ist fast abgeschlossen und der Dachstuhl wird gerade gebaut. Die Fenster sind bis auf den Giebelbereich drin. Leider sind diese - wie ja auch schon auf der Visualisierung zu erkennen war - komplett ungeteilt. Das ist meines Wissens nach die einzige Fassade unter den Neubauten, bei der das der Fall ist. Jemand hier im Forum bezeichnete solche Fenster einmal treffenderweise als "tote Augen". Mit etwas Pech wird es aussehen wie ein Altstadthaus, bei dem in den 70ern die alten Fenster durch "moderne" ersetzt wurden. Schade, denn im EG ging es doch offenbar...



    Abb. 2: Braunstraße 14. Die Fassade wurde endlich fertiggestellt - sie erhielt ihre endgültige Farbe und die Schutzfolien der Fensterrahmen wurden entfernt. Ein nettes Detail, wenn auch nicht barrierefrei, ist der über Stufen erreichbare höherliegende Eingang



    Abb. 3: Der momentane Zustand der Braunstraßen-Nordseite - komplett ohne Gerüste. Es fehlen jetzt noch die Nummern 16 und 20 in der Mitte und 30 und 32 unten an der Ecke. Letztere gehört zum Investorengrundstück, wo die Bautätigkeit vor ca. 2 Wochen übrigens tatsächlich wieder aufgenommen wurde - vermutlich von einem anderen Bauunternehmen.



    Abb. 4: Fischstraße 11 ist äußerlich inzwischen nahzu fertig. Die Kombination der dunklen Steine und ebenfalls dunklen Fenster gefällt mit hier erstaunlicherweise gut. Schade nur, dass der Giebel keine (andere) Form bekommen hat.



    Abb. 5: Fischstraße 13. Das Gerüst ist gefallen.

    Ich finde es etwas schade, dass die Fassade von Fischstraße 13 letztendlich geschlämmt wurde, zumal man ja augenscheinlich altes Backsteinmaterial dafür verwendet hat.

    Die Steinsichtigkeit wäre nur ohne die an solchen Häusern in Lübeck eher unüblichen Faschen gegangen. In der Kombination mit den weißen Faschen finde ich die helle jedoch Schlämme gut. Mit rotem Stein wäre das doch sehr bunt und unruhig geworden. Mich stört allerdings, dass das große EG-Fenster nicht faschiert wurde. Es fügt sich dadurch nicht gut in die Fassade ein.

    Etwas schade ist, dass die Blendnischen im Giebel so flach geworden sind - das ist bei den meisten anderen Häusern auch der Fall und der Tatsache geschuldet, dass die Verblendung nur einen Stein tief vor der Dämmschicht sitzt. Da bleibt leider nicht viel Spielraum für Plastizität, der bei einer massiven Steinfassade sehr viel größer wäre.




    Abb. 6: Fischstraße 20. Das 2. OG ist im Rohbau fertig. Es folgt noch ein Stockwerk und dann das Dach. Damit wird das Haus höher als sein Vorgänger werden und durch den gerade Fassadenabschluss wie ein Fünfgeschosser und damit wohl sehr massiv wirken. Insbesondere der Höhenversprung zu Nr. 22 (links) wird durch dessen fehlenden Staffelgiebel optisch leider fast zwei Stockwerke betragen.



    Abb. 7: Fischstraße 22 nähert sich ebenfalls der Vollendung. Die Fenster sind asymmetrisch geteilt und jeweils spiegelverkehrt paarig schräge eingebaut worden. Das ist für micht eine Überraschung, da ich das auf der Visualiesierung nicht erkennen konnte. Ich weiß noch nicht, ob das eine größere Plastizität der Fassade oder eine größere Unruhe bewirken wird. Das wird man wohl erst nach dem Abbau des Gerüsts beurteilen können.



    Abb. 8: Fischstraße 24 und 22. In der Fernsicht sieht Nr. 22 farblich angenehm aus. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die verkümmerten Giebelstaffeln ärgern mich ungemein, da volle Staffeln die Fassadenabfolge ingesamt deutlich harmonischer gestaltet hätten. Vielleicht bewahrt man ja ein pder zwei Paletten Steine auf, um die Staffeln später zu ergänzen... ;)

    Ich hoffe, dass das Gerüst fällt, bevor der Investorenbau im Vordergrund die Baugrube verlässt, damit ich noch ein Bild aus dieser Perspektive machen kann.



    Abb. 9: Fischstraße 28a. Der Rohbau ist bis auf die Giebelspitze fertig. Auf dieser Straßenseite fehlen dann nur noch die Nrn. 26 und 28b.


    Abb. 10: Fischstraße 28a, Detail. Der Rundbogen des Eingangs ist in einem Stück aus Beton gegossen worden. Der Bogen soll an die ehemalige Krumme Querstraße erinnern, die an dieser Stelle in die Fischstraße einmündete.


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  • Noch eine kleine Zugabe, vor einer Woche aus dem Wartezimmer meines Arztes am Lindenplatz aufgenommen (durch die Fensterscheibe fotografiert und stark herangezoomt, daher nicht in der gewohnten Qualität):


    Zu sehen sind die Neubauten an der Fischstraße vor St. Marien. Etwa unterhalb der Mitte der Kirchenwestfassade sieht man die Giebelreihe Fischstraße 16-24. Aus dieser Fernsicht sieht es aus, als wäre das Viertel nie zerstört worden. Wenn das keine Stadtreparatur ist, weiß ich auch nicht!


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  • Wieder mal vielen Dank für das Update Frank! Weißt du ob für die restlichen Baulücken zeitnah weitere Realisierungen in der Pipeline sind?

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Nein, das weiß ich leider nicht - ich habe ja keine Einsicht in die Grundstücksvergaben. Wenn es schlecht läuft, werden wir noch Jahre mit der einen oder anderen Baulücke leben müssen. Ich könnte mir vorstellen, dass zumindest über den Winter jetzt kein neuer Bau begonnen wird. Ich hoffe, dass dann zumindest irgendwann trotzdem mit der geplanten Neugestaltung der Straßenbeläge begonnen wird. Man kann damit ja nun auch nicht bis zum letzten Hausbau warten - und die Leute wollen sicherlich auch nicht "ewig" in einem Provisorium leben.

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  • Nach meiner Kenntnis hat die Hansestadt Lübeck schon seit mehr als 2 Jahren kein Grundstück mehr verkauft, obwohl es Grundstücke gibt, die noch nicht vergeben worden oder zurückgegeben worden sind. Bisher wurde das manchmal mit "Rangierflächen" für's Bauen begründet. Aber jetzt wäre es doch langsam schön, dass Projekt in Richtung eines Abschluss zu führen.

  • Abb. 1: Alfstraße 25. Der Fassadenrohbau ist fast abgeschlossen und der Dachstuhl wird gerade gebaut. Die Fenster sind bis auf den Giebelbereich drin. Leider sind diese - wie ja auch schon auf der Visualisierung zu erkennen war - komplett ungeteilt. Das ist meines Wissens nach die einzige Fassade unter den Neubauten, bei der das der Fall ist. Jemand hier im Forum bezeichnete solche Fenster einmal treffenderweise als "tote Augen". Mit etwas Pech wird es aussehen wie ein Altstadthaus, bei dem in den 70ern die alten Fenster durch "moderne" ersetzt wurden. Schade, denn im EG ging es doch offenbar...


    Hallo Frank,

    ja die Fenster sind ungeteilt. Aber sie sind auch deutlich schmaler als bei vielen anderen Bauten. Zudem kommt vor die Fenster noch ein Gitter (was ja viele Nachbarn mit Ihren nach außen öffnenden Fenstern zu vermeiden trachteten). Ich denke, das wird sicher nicht nach 70-er Jahre Sanierung aussehen. Sonst wäre die halbe Laibung voll mit reingequetschtem Kunststoffrahmen...
    Es wird ja von unserer Seite auch gar nicht versucht einen historischen Eindruck zu vermitteln. Sonst würde man ja weder bodentiefe Fenster noch ungeteilte Fenster bauen. Unser Versuch ist ein Altstadthaus zu bauen, wie es sich aus der Tradition heraus vielleicht ins heute entwickelt hätte (wenn man kontinuierlich auf solchen Parzellen weiter gebaut hätte).


    «Schöpft ein Entwurf allein aus dem Bestand und der Tradition, wiederholt er das, was sein Ort ihm vorgibt, fehlt mir die Auseinandersetzung mit der Welt, die Ausstrahlung des Zeitgenössischen. Erzählt ein Stück Architektur nur Weltläufiges und Visionäres, ohne ihren konkreten Ort zum Mitschwingen zu bringen, vermisse ich die sinnliche Verankerung des Bauwerks an seinem Ort, das spezifische Gewicht des Lokalen.» (Peter Zumthor)

  • Bilder vom 30.11.2021


    Eine kurze, spontan entstandene Bilderserie von heute:


    Abb. 1: Fischstraße 22: Das Gerüst wurde soeben abgebaut. Der Sockel fehlt noch. Nr. 20 rechts daneben hat inzwischen das letzte Vollgeschoss bekommen.



    Abb. 2: Fischstraße 22: Die schräg eingebauten Fenster im 1. und 2. OG. Diese bringen in meinen Augen leider doch mehr Unruhe als Plastizität. Letztere hätte über die Steine und nicht durch die Fenster erzeugt werden müssen. Und wenn es schon unbedingt so sein muss, hätte ich die Schrägen genau entgegengesetzt gewählt, um jeweils die Mitten der Doppelfensterachsen hervorzuheben und nicht die Zwischenräume zwischen diesen... :kopfschuetteln:



    Abb. 3: Fischstraße 22. Noch einmal eine hochformatige Ansicht, um das Zusammenspiel zwischen den schrägen Fenstern in den OGs und den geraden in EG und Giebel zu zeigen. Also ich weiß nicht - irgendwie passt das nicht richtig zusammen. Ich konnte die Fassade aus dieser frontaleren Perspektive leider nicht ganz draufbekommen, da die Straße schlicht nicht breiter ist.



    Abb. 4: Fischstraße 24 und 22 nebeneinander. Und ich wiederhole mich nochmals: Das hätte mit vollen Giebelstaffeln bei Nr. 22 viel besser und eindrucksvoller ausgesehen.

    Übrigens wird diese Ansicht nicht mehr lange möglich sein. Heute wurde die Decke der Tiefgarage (Baugrube im Vordergrund) gegossen, so dass beim Investorengrundstück dann wohl in Kürze der Hochbau beginnen wird.



    Abb. 5: Fischstraße 28a. Der Betonrohbau ist abgeschlossen. Die Fensteröffnungen wurden provisorisch geschlossen, und der Dachstuhl wird gerade gebaut.



    Abb. 6: Alfstraße 25. Die "gefaltete" Klinkerschicht wird gerade hochgezogen. Sieht interessant/plastisch aus, könnte ganz gut werden - im Sinne von Hochblenden. Die weißen Fensterrahmen werden offenbar komplett durch die Klinker verdeckt. Bleibt abzuwarten wie es wirken wird, wenn man in den Fensteröffnungen nur Scheiben sieht. Das könnte evtl. wie Speicherluken wirken, die früher mit Holz geschlossen waren.



    Abb. 7: Alfstraße 25, Ansicht nochmal von der anderen Seite. Ich will ja eigentlich nicht immer soviel meckern, aber die Steine sind meiner Meinung nach doch deutlich zu dunkel gewählt - zumal es sich hier auch um die Nordseite handelt, die nur an wenigen Tagen im Juni mal etwas Sonne zu sehen bekommt. Diese Dunkelheit wird wohl einiges von der Plastizität verschlucken, befürchte ich.


    Hallo Frank,

    ja die Fenster sind ungeteilt. Aber sie sind auch deutlich schmaler als bei vielen anderen Bauten. Zudem kommt vor die Fenster noch ein Gitter (was ja viele Nachbarn mit Ihren nach außen öffnenden Fenstern zu vermeiden trachteten). Ich denke, das wird sicher nicht nach 70-er Jahre Sanierung aussehen. Sonst wäre die halbe Laibung voll mit reingequetschtem Kunststoffrahmen...
    Es wird ja von unserer Seite auch gar nicht versucht einen historischen Eindruck zu vermitteln. Sonst würde man ja weder bodentiefe Fenster noch ungeteilte Fenster bauen. Unser Versuch ist ein Altstadthaus zu bauen, wie es sich aus der Tradition heraus vielleicht ins heute entwickelt hätte (wenn man kontinuierlich auf solchen Parzellen weiter gebaut hätte).


    «Schöpft ein Entwurf allein aus dem Bestand und der Tradition, wiederholt er das, was sein Ort ihm vorgibt, fehlt mir die Auseinandersetzung mit der Welt, die Ausstrahlung des Zeitgenössischen. Erzählt ein Stück Architektur nur Weltläufiges und Visionäres, ohne ihren konkreten Ort zum Mitschwingen zu bringen, vermisse ich die sinnliche Verankerung des Bauwerks an seinem Ort, das spezifische Gewicht des Lokalen.» (Peter Zumthor)

    Danke, Tobias, für die Erläuterungen. Damit verstehe ich den Entwurf besser. Bleibt nur die Frage, ob ein auf reiner Hypothetik beruhendes Vorgehen der richtige Ansatz ist. Eine Rekonstruktion dagegen fußt auf Tatsachen...


    Gitter vor den Fenstern wurden vom Gestaltungsbeirat übrigens stets kritisiert. Zudem werden im Zusammenhang damit im Gestaltungsleitfaden auf Seite 47 nach außen aufschlagende Fenster angeraten:

    "Annähernd fassadenbündige und nach außen aufschlagende Fenster entsprechen am ehesten der Gestaltung in der Lübecker Altstadt. Letztere haben gegenüber nach innen aufschlagenden auch den großen Vorteil, dass bei bodentiefer Ausführung die dann notwendigen Absturzgitter

    innen angebracht werden können und weder als Gestaltelement die Ansicht prägen noch in teurer Glasausführung nur scheinbar versteckt werden."


    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Hallo Frank1204


    also ich bin bisher sehr angetan von der Alf 25. Gehst du da nicht sehr arg mit ihm ins Gericht?


    Nochmals zu allem (aus meiner eingeschränkten Sicht - bei der vorhergehenden Fisch 22 verstehe ich dich):


    Toll, toll, toll!!!!

  • Allen ein frohes neues Jahr!


    Die Lübecker Nachrichten berichten heute über das Gründungsviertel:

    https://www.ln-online.de/Lokal…r-Das-wollen-die-Anwohner


    Der Artikel ist - wie bei den LN seit einigen Jahren leider üblich - hinter der Bezahlschranke. Zu sehen ist unter dem Link aber ein Bild der Hausrückseiten der Fischstraßen-Nordseite. Die sehen so in der Abfolge insgesamt gar nicht so schlecht aus wie ich finde. Außerdem auf dem Foto zu sehen ist die gerade im Bau befindliche Grundstückstrennmauer (Glintmauer), die einheitlich durch die Stadt gebaut wird, was mir bisher nicht bewusst war.


    Da wohl kaum jemand hier im Forum ein LN-Abo hat, hier eine kurze Inhaltsangabe des Artikels:

    Die in den bisher fertiggestellten Häusern lebenden Anwohner fühlen sich in dem Viertel eigentlich wohl, beklagen aber den schleppenden Fortgang der Bauarbeiten und vor allem die fehlenden Informationen bzw. Transparenz seitens der Stadt. Niemand wisse z.B. wie lange der Baukran vor Alfstraße 25 noch die Straße blockiert, wann die Glintmauern fertiggestellt werden, bei denen die Arbeiten plötzlich kommentarlos vor einigen Wochen eingestellt wurden, ob noch mehr Geschäfte kämen und welche und wann überhaupt alles fertiggestellt würde usw...


    Die LN haben bei der Stadt nachgefragt und die folgenden Antworten bekommen (merkwürdig, dass man offenbar mit der Zeitung redet, aber mit den Anwohnern nicht?):

    Die Tiefgarage soll Ende 2022 fertiggestellt werden, die Glintmauern werden ebenfalls in 2022 komplett fertig. Bei den bisher noch unbebauten Grundstücken soll in 2022 mit dem Bau begonnen werden, davon sind 6 momentan im Anhandgabeverfahren und 3 werden neu ausgeschrieben.

    Wann die Straßen selbst neu gestaltet werden, wurde leider nicht gefragt.


    Im Artikel ist noch zu lesen, dass die Anwohner sich u.a. "Straßengrün" wünschen. Was ist denn damit gemeint? Sollen in den sehr engen Straßen etwa Bäume gepflanzt werden? Bitte nicht! Reichen die entgegen dem historischen Zustand kaum bebauten und begrünten Innenhöfe nicht aus?




    Zur Lage der Grundstücksvergabe und des Baufortschritts möchte ich diese Grafik zeigen, die gerade im Dezember 2021 aktualisiert wurde:

    GV-Bauforschritt-Internet.jpg

    Quelle: Hansestadt Lübeck, https://www.gruendungsviertel.…undstuecksuebersicht.html


    Die Grafik deckt sich also mit den Angaben im obigen LN-Artikel:

    Im Anhandgabeverfahren mit evtl. baldigem Baubeginn befinden sich die Grundstücke Braunstraße 30, Fischstraße 15, 23 und 28b sowie Alfstraße 29 und 31.

    Neu ausgeschrieben werden Braunstraße 16 und 20 sowie Gerade Querstraße 5.


    Zuversichtlich macht mich dieser Plan hinsichtlich der Fassaden-Reko Fischstraße 26, da dieses Grundstück als verkauft/in Bau eingezeichnet ist. Hieß es nicht vor einiger Zeit, der Bauherr sei abgesprungen? Ich finde die Info hier gerade nicht wieder...

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Ich kann zumindest in soweit helfen, dass der Kran vor der Alfstraße 25 im Januar abgebaut wird. Das Fassadengerüst muss noch stehen bleiben, bis die Klinker verfugt sind, was vor Weihnachten leider nicht mehr geklappt hat. Wenn das Wetter so bleibt, dann wir das hoffentlich bald der Fall sein. Zur Fischstraße 26 kann ich nur beitragen, dass das Grundstück vor einigen Monaten zum Kauf angeboten wurde. Das deckt sich insofern mit den Infos, dass die Stadt es verkauft hat (und der Käufer es eben weiterverkaufen wollte (oder hat?)).
    Die durch die Stadt errichtete Glintmauer ist ein Skandal. Eine so schlechte Bauabwicklung mit inzwischen über einem halben Jahr Verzug (für einen Gartenmauer!) hätte sich mal einer der privaten Bauherren trauen sollen, die die Stadt alle vertraglich mit Bauverpflichtungen und Vertragsstrafen belegt hat.

  • Bilder vom 23.01.2022 - Teil 1


    Nach fast 2 Monaten mal wieder ein paar aktuelle Fotos. Mangels Sonne sind die Farben leider diesmal nicht ganz so schön.


    Los geht es in der Alfstraße:


    Abb. 1: Alfstraße 25. Ein Teil der Gerüstplane war zur Seite geschoben, daher konnte ich einen Blick auf die gefaltete Fassade erhaschen. Man kann sich schon in etwa vorstellen wie es fertig aussehen wird. Wie es aussieht sind die Steine inzwischen verfugt. Ich denke mal, dass das Gerüst bald wegkommt.



    Abb. 2: Alfstraße 25 und 23 - Rückseiten gesehen durch die Baulücke Fischstraße 26. Olivgrün als Fassadenfarbe muss man mögen. Immerhin mal was anderes.



    Weiter geht es zum Investoren-Grundstück an der Einhäuschen-Querstraße:


    Abb. 3: Bauschild des Projekts an der Fischstraße. Eines der heute seltenen Schilder mit Abbildung des Entwurfs. Auf dem Bild ist die Ecke Einhäuschen-Querstraße/Braunstraße zu sehen.



    Abb. 4: Blick an der Ecke Fischstraße/Einhäuschen-Querstraße. Die zweigeschossige Tiefgarage ist fertig und im EG stehen einige Wände.



    Abb. 5: An der Einhäuschen-Querstraße entsteht die doppelläufige PKW-Aufzugsanlage der Tiefgarage. Rampen gingen nicht - sie hätten den Großteil der Grundfläche ausgefüllt.



    Abb. 6: Die Blockecke an der Braunstraße. Zu sehen ist die Schalung für die "offene" Ecke, die der Gestaltungsbeirat zwar bemängelte, aber in letzter Konsequenz nicht verhinderte. Nach dem zu sehenden Bewehrungsstahl zu urteilen, kommt ganz in die Ecke aber offenbar ein Pfeiler und die Öffnung wird verglast, so dass die Ecke hoffentlich nicht ganz so offen wirken wird wir ich erst befürchtete. Vielleicht wird es am Ende ja sogar ganz interessant wirken.



    Abb. 7.: Die Seite zur Braunstraße. Ich hoffe, dass der Bogen nochmal nachgearbeitet wird. Für meine Augen sind da noch zwei Knicke drin. Die Seite an der Einhäuschen-Querstraße sieht deutlich gleichmäßiger gerundet aus.



    Abb. 8: Die Ecke nochmal insgesamt. Auch von hier fallen mir die Knicke im rechten Teil auf. Das Problem ist offenbar, dass der mittlere Teil der Rundung zu gerade ist - in etwa zwischen dem vierten Spant von oben und dem dritten von unten...

    Links die neuen Häuser in der Fischstraße, rechts die Neubauten in der Braunstraße.


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  • Fotos vom 23.01.2022 - Teil 2


    Die restlichen Bilder von heute widmen sich der Fischstraße:


    Abb. 9: Fischstraße 28a - Die Verklinkerung ist fast fertig. Die Steine wirken sehr angenehm. Das hätte ein ganz schönes Haus werden können, wenn man sich zu irgendeiner Giebelgestaltung durchgerungen hätte...



    Abb. 10: Fischstraße 28a. Der jetzt verklinkerte Bogen des Eingangs an der Stelle der hier ehemals einmündenden Krummen Querstraße.



    Abb. 11: Fischstraße 20. Hier ist man jetzt im Dachbereich angekommen.



    Abb. 12: Fischstraße 11. Sieht inzwischen äußerlich fertig aus - auch hier wird das Gerüst wohl bald abgebaut werden.



    Abb. 13: Die Rückseiten der Häuser Fischstraße 16- 24. Dies ist meiner Meinung nach die beste Rückseiten-Abfolge des Viertels. Mich erinnert das grob an die alten Speicherhäuser.



    Abb. 14: Die fertigen Häuser Fischstraße 13-21 nach Westen gesehen.



    Abb. 15: Abwechslungsreiche Giebellandschaft in der Fischstraße. Da können Alf- und Braunstraße mit ihren 90% Spitzgiebeln nicht mithalten.



    Abb. 16: Die Reihe Fischstraße 13-21 ohne Bauzaun noch einmal nach Osten gesehen. Dies ist bisher meine Lieblingsansicht im neuen Viertel.


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  • Das wird ein tolles neues Quartier - schon was man bisher sieht, ist in der Summe doch großartig, trotz einiger Schwächen im Einzelnen. Hier entsteht ein neues Stück Innenstadt, quasi auf Augenhöhe mit dem alten Lübeck. Gerade Städte in der Größenordnung um 200.000 - 300.000 Einwohner wie Lübeck können diesen Zugewinn an urbaner Substanz und das Erschließen der Innenstädte für neue Bewohnerschaften nur allzu gut gebrauchen. Durch die Coronapandemie sind viele Mittelstadt-Zentren deutlich geschwächt worden - neue, attraktive innerstädtische Quartiere, die Altstadtflair und hohe Wohnqualität vereinen, sind da ein starker Pluspunkt.

    Sehr gut finde ich übrigens, dass dort anscheinend keine Styropor-Putz-Fassaden gebaut werden., wie in Berlin leider noch viel zu häufig zu sehen.

    Habe für den Sommer schon einen Ausflug nach Lübeck und Kiel geplant, freue mich schon sehr! :harfe:

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • und Kiel

    ^ Kurze Frage: Was genau erwartest Du Dir von Kiel? Wenn Du nicht depressiv werden willst, lass es lieber. :wink:

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)