Lübeck - Neubauten im Gründerviertel

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    • -Bismarck- schrieb:

      Gibt es eigentlich inzwischen noch Häuser in diesem Quartier bei denen die Fassade noch nicht feststeht ??
      Bisher war der neue Entwurf von Fischstraße 26 noch nicht im Gestaltungsbeirat. Der erste Entwurf wurde ja zurückgezogen, weil der Bauherr absprang. Und man muss damit rechnen, dass sich durch weitere Grundstücks-Rückgaben noch einige andere Fassaden ändern werden. Z.B. wurde ja auch Alfstraße 25 inzwischen neu vergeben, was wegen des schönen Entwurfs sehr schade ist. Hoffentlich kommt da was ähnlich gutes oder noch besseres nach.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Das fragtest Du doch so ähnlich bereits nach meinen November-Bildern eine Seite zuvor. Meine Antwort daher nochmal:

      frank1204 schrieb:

      Ja, ich denke, dass die Stadtreparatur insgesamt funktionieren wird - allerdings in der einen Straße mehr, in der anderen weniger. Insbesondere die Fischstraße wird sehr gut werden, da hier in weiten Teilen beide Seite neu bebaut werden. In der Braunstraße werden die hohen Nachkriegsblöcke auf der Südseite das Altstadtgefühl trüben, aber da diese zumindest die historische Bauflucht einhalten, entsteht gefühlt wieder eine schmale Altstadtstraße.
      Am wenigsten wird die Stadtreparatur in der Alfstraße gelingen. Das liegt aber nicht an den Neubauten, sondern an der im oberen Teil sehr aufgeweiteten Straße mit dem fürchterlichen kammartigen Nachkriegs-Vorstadtwohnblock. Da muss - wie ich schon mehrmals schrieb - auch dringen was geschehen. Man könnte - wenn der irgendwann wegkäme - dann auch gleich die mittlere Mengstraße wieder auf die historische Flucht bringen.
      Bei den Querstraßen ist es natürlich ärgerlich, dass die historischen Verläufe nicht wiederhergestellt werden. Aber da diese dennoch sehr schmal werden, wird das im Sinne der Stadtreparatur dennoch ein deutlich besserer Zustand werden als zuvor mit den Berufsschulen.
      Also insgesamt bin ich positiv gestimmt, dass die Stadtreparatur im Großen und Ganzen gelingen wird.
      Es bleibt noch abzuwarten, welche der bisher bekannten Entwürfe dann auch wirklich kommen. Denn ich habe den Eindruck, dass die Absprungrate langsam zunimmt - nicht zuletzt aufgrund der wohl explodierenden Baukosten durch die enorme Nachfrage bei den Baufirmen, die momentan einfach jeden Preis nehmen können - Stichwort "Abwehrangebote". Wenn man denn überhaupt welche mit freien Kapazitäten findet. Das sorgt wohl auch für die inzwischen enorme Verzögerung beim ganzen Projekt. Sicher, dass sie kommen, kann man wohl nur bei den Häusern sein, die jeweils in Bau sind. Hoffen wir mal, dass sich nicht zu viele der guten Entwürfe zerschlagen werden und die Bautätigkeit nach dem Winter endlich erheblich anziehen wird.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Eine vermehrte Zurückruderrate und damit einhergehende unendliche Verzögerung, wäre nicht wünschenswert. Wenn es doch dazu kommen sollte, darf es aber gern die schlechteren Entwürfe treffen. Wäre schön, wenn durch die Rückgabe einiger Grundstücke sogar noch bessere Häuser entstehen. Wieso sollte die Uhr nicht einmal zu unseren Gunsten ticken?!
    • Danke für die aktuellen Fotos, Frank. Ich bin in letzter Zeit zwar auch ab und an mal durchs Gründungsviertel gegangen, aber da war es dann meist schon zu dämmerig oder dunkel, um brauchbare Fotos zu machen. Nun, da insbesondere in der Alfstraße so langsam eine geschlossene Häuserflucht entsteht, bin ich doch immer angetaner... immer mehr angetan... ach, ihr wisst schon ... von dem Projekt. Selbst die eher langweiligen Entwürfe mit schlichten Dreiecksgiebeln wie die bereits fertige Braunstraße 22 wirken schon allein durch ihre Proportionen (Geschosshöhen, Fensterformate, steile Dachneigungen) altstadttauglich.

      Fischstraße 7/9 ist allerdings eindeutig ein Geschoss zu hoch. So wirkt der Bau trotz des schönen Mansarddachs viel zu klotzig und wuchtig. Das fällt insbesondere beim Blick aus der Neuen Querstraße auf.

      Echt schade, dass man sich nicht dazu entschließen konnte, die alten Querstraßen wiederherzustellen, um die alten Parzellen auch im unteren Bereich der Alf- und Fischstraße irgendwann wieder aufnehmen zu können. Obwohl ich den Fünfziger-Jahre-Block im Heimatschutzstil in der unteren Alfstraße und der Geraden Querstraße durchaus für gelungen halte. Und der Abriss der Hanseschule zwischen Alf- und Fischstraße wurde ja leider auch mit der Sanierung der Berufsschule in der Dankwartsgrube erkauft, die so nun für viele weitere Jahrzehnte eine Hypothek im St.-Petri-Quartier sein wird (zusammen mit der Schwimmhalle und den beiden Hochgaragen).
    • LN Online schrieb:

      (...) Und das Haus in der Braunstraße 20 wurde von einer Familie wieder zurückgegeben, weil das ganze Projekt zu teuer wurde. (...)
      Das ist aber sehr schade. Das Haus war eines der wenigen mit Treppengiebel. ;(

      frank1204 schrieb:


      Abb.6: Braunstraße 20 (Hangebruch):

      frank1204 schrieb:

      (...) Z.B. wurde ja auch Alfstraße 25 inzwischen neu vergeben, was wegen des schönen Entwurfs sehr schade ist. (...)
      Das war ja ebenfalls ein Treppengiebel. Hoffentlich kommen da jetzt nicht wieder langweilige Giebel, von denen es schon zu viele gibt.

      frank1204 schrieb:


      Abb.3: Alfstraße 25 (Architekt Steffens).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Neußer ()

    • -Bismarck- schrieb:

      Ergänzend sei noch darauf hingewiesen dass die Lübecker Nachrichten vor wenigen Tagen ein Zwischenfazit gezogen haben, >> Link (mit aktuellen Luftbildern).
      Danke für den Link zum Artikel, der war irgendwie an mir vorübergegangen. Das zu sehende Luftbild ist allerdings auch schon wieder ca. 2 Monate alt. Ich finde es dennoch interessant, denn man sieht doch wie gut die Dachlandschaft des modernen Gabler-Komplexes rechts oben hierhin passt - ganz im Gegensatz zum Studentenwohnheim ca. in der Bildmitte, das besonders aus dieser Perspektive der größte Störfaktor des Viertels ist. Da fallen ja selbst die Nachkriegsbauten deutlich weniger unangenehm auf.

      Neußer schrieb:

      ...Braunstraße 20 … Das ist aber sehr schade. Das Haus war eines der wenigen mit Treppengiebel.

      Neußer schrieb:

      …Alfstraße 25... Das war ja ebenfalls ein Treppengiebel. Hoffentlich kommen da jetzt nicht wieder langweilige Giebel, von denen es schon zu viele gibt.
      Ja, das ist wirklich extrem schade. Braunstraße 20 war sogar der einzige Treppengiebel unter den ganzen "Sägezahn-"Neubauten in der Braunstraße und einer der wenigen Lichtblicke dort. Auch der wohl wegfallende Entwurf Alfstraße 25 ist ein großer Verlust. Er rundete die bisher bekannte Straßenabwicklung perfekt ab. Und überhaupt kann man die Treppengiebel an einer Hand abzählen, wenn davon jetzt noch zwei wegfallen und nichts annähernd adäquates nachkäme, wäre das wirklich schlimm für das Gesamtbild.

      Neußer schrieb:

      Eine vermehrte Zurückruderrate und damit einhergehende unendliche Verzögerung, wäre nicht wünschenswert. Wenn es doch dazu kommen sollte, darf es aber gern die schlechteren Entwürfe treffen. Wäre schön, wenn durch die Rückgabe einiger Grundstücke sogar noch bessere Häuser entstehen. Wieso sollte die Uhr nicht einmal zu unseren Gunsten ticken?!
      Tja, dem kann ich nur zustimmen. Wie es aussieht läuft es aber gerade gar nicht gut. Wie oben geschildert fallen momentan nur die guten Entwürfe weg, während schon diverse der schlechteren in Bau sind. Kleiner Hoffnungsschimmer: Mit viel Glück werden wir in der Fischstraße vielleicht noch eine positive Überraschung erleben. Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.
      Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)
    • Neußer schrieb:

      LN Online schrieb:

      (...) Und das Haus in der Braunstraße 20 wurde von einer Familie wieder zurückgegeben, weil das ganze Projekt zu teuer wurde. (...)
      Das ist aber sehr schade. Das Haus war eines der wenigen mit Treppengiebel. ;(

      frank1204 schrieb:


      Abb.6: Braunstraße 20 (Hangebruch):

      frank1204 schrieb:

      (...) Z.B. wurde ja auch Alfstraße 25 inzwischen neu vergeben, was wegen des schönen Entwurfs sehr schade ist. (...)
      Das war ja ebenfalls ein Treppengiebel. Hoffentlich kommen da jetzt nicht wieder langweilige Giebel, von denen es schon zu viele gibt.

      frank1204 schrieb:


      Abb.3: Alfstraße 25 (Architekt Steffens).

      Gibt es schon einen Alternativentwurf?
    • Ich durfte heute an einer Gewölbe- und Turmführung in der Marienkirche teilnehmen. Und weil man von da oben einen ungewohnten Blick auf die Lübecker Altstadt und vor allem auch das Gründungsviertel hat, folgen hier ein paar tagesaktuelle Fotos.


      1) Blick auf die Braunstraße und die südliche Straßenseite der Fischstraße. Im Hintergrund das Holstentor. Links des Baukrans, der einen Teil des Holstentors verdeckt sieht man die Häuser Braunstraße 22, 24, 26 und 28, die inzwischen fast komplett eingedacht sind.
      Links davon (neben der Baulücke, in der einmal Braunstraße 14-20 entstehen werden) die Reihe der vier erhaltenen historischen Bauten in der oberen Braunstraße. Gut zu sehen auch die zu großen und zu unschönen Nachkriegsbauten auf der Südseite der Straße.
      In der Fischstraße sieht man gut die Häuser Nr. 5 und 7/9, bei denen sich seit Franks Bildern von Ende Dezember (wohl witterungsbedingt) nicht viel getan hat. Rechts im Bild die Flach- bzw. Pultdächer des Studentenwohnheims.


      2) Blick auf den Baublock zwischen Fischstraße (links) und Alfstraße (rechts). Hinten das bereits fertiggestellte Haus Alfstraße 27, davor Alfstraße 17 (noch ohne Dachziegel) und wiederum davor Alfstraße 13. Mittig im Vordergrund die Dächer des Gabler-Hauses an der Ecke Schüsselbuden / Alfstraße.


      3) Schwenken wir noch weiter nach rechts sieht man mittig wieder die Alfstraße und rechts davon die Mengstraße. Deutlich unterscheiden sich der untere erhaltene Teil und der mittlere Teil mit den Nachkriegsbauten in Zeilenbauweise (was von der Mengstraße aus nicht ganz so schlimm wirkt wie beim Blick aus der Alfstraße in die Innenhöfe). Rechts der Mengstraße kann man außerdem die Rückgiebel der mächtigen renaissancezeitlichen Brauhäuser in der unteren Beckergrube sehen.
      Und wen's interessiert: Der "Flugzeughangar", auf den man aus der unteren Mengstraße im Hintergrund blickt, ist die 1993 erbaute Musik- und Kongresshalle. Meiner Meinung nach potthässlich und an dieser Stelle besonders unpassend. Da wirkt das Radisson-Hotel links davon deutlich angenehmer. Wobei die Dachaufbauten glaube ich erst später dazu kamen und den ursprünglich wohl eher klotzigen Bau etwas gefälliger gemacht haben. Ganz im Hintergrund sieht man außerdem noch den Turm der St.-Lorenz-Kirche am Bahnhof.


      4) Und als Bonus gibt's noch einen Blick auf die drei bzw. eigentlich vier Dächer (das mittlere ist durch einen Lichthof unterbrochen) des Motel One, das sich's zwischen dem neogotischen Marienwerkhaus im Vordergrund und dem Peek & Cloppenklotz dahinter bequem gemacht hat. Im Hintergrund die Petrikirche.
      Zur Orientierung: Direkt links vom Baugerüst am Süderturm der Marienkirche erkennt man wieder die Neubauten an der Braunstraße.