Lübeck - Neubauten im Gründerviertel

  • Spolien

    "Frank" hat darauf hingewiesen, dass es für das Areal leider - von einer Ausnahme abgesehen - keine authentischen Spolien gibt. Es gäbe demnach zwei Möglichkeiten, wenn man solche ergänzen möchte: Man sucht nach Spolien im Lapidarium, die an einst an anderen Stellen der Stadt existierten und baut sie "transloziert" ein. Oder man lässt zeitgenössische Küstler ran, Schlusssteine oder kleine Kacheln (oder dergleichen) zu entwerfen, die man an den Fassaden nachträglich anbringt. Wohlgemerkt nur, wenn das noch gewünscht ist. Das Verfahren ließe sich aber auf neue Gebäude an anderer Stelle anwenden, um diese durch kleine Details optisch etwas "aufzupeppen".

  • Man sucht nach Spolien im Lapidarium, die an einst an anderen Stellen der Stadt existierten und baut sie "transloziert" ein.

    Jein. Haben wir am Neumarkt tatsächlich an einem Bau (Cäsarsches Haus) gemacht, wo es sich aber sehr anbot (gleicher Stil, gleicher Architekt, fast gleicher Ort).

    Meist geht das aber nicht - finde ich.....

  • Foto-Update vom 19.2.2023

    Hier nach längerer Zeit mal wieder ein Update, hauptsächlich vom Investorenbau, weil das momentan die einzige Baustelle im Viertel ist:

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    Abb. 1: An der Fischstraße sind die Gerüste mittlerweile auch gefallen. Überall, wo noch keine Fenster drin sind, befinden sich Loggien. Warum die genehmigt wurden, obwohl im Gestaltungsleitfaden ausdrücklich als nicht erwünscht bezeichnet und auch im Wettbewerbsentwurf nicht vorhanden, ist mir ein großes Rätsel. Ich hoffe immer noch, dass da noch Außenfenster reinkommen, denn die leeren Fensterhöhlen sind im Straßenbild eine Katastrophe. Das wird auf den folgenden Bildern noch deutlicher.


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    Abb. 2: Fassadenabfolge an der Fischstraße, Obergeschosse. Die Fenster unterhalb des Dachgeschosses sind mittig geteilt, soweit ich hinter den Schutzfolien gesehen habe. Die in der Dachzone unglücklicherweise nicht. Auf dem Bauschild auf dem nächsten Foto ist die Teilung noch vorhanden. Noch eine weitere der vielen Verschlechterungen gegenüber dem Siegerentwurf. Keine Ahnung, was man sich dabei nun wieder gedacht hat...

    Über die exzessive Vergitterung, die natürlich in der Visualisierung auf dem Bauschild bzw. im Siegerentwurf sicherheitshalber weggelassen wurde, da in den Gestaltungsvorgaben unerwünscht, rege ich mich schon gar nicht mehr auf.


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    Abb. 3: Fassaden an der Fischstraße, westlicher Teil. Die Loggien sind hier völlig ungleichmäßig verteilt. Mich wundert, dass man sich nicht schämt, den halbwegs akzeptablen Ursprungsentwurf auf dem Bauschild vor dem ziemlich entstellten realen Bau zu zeigen.


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    Abb. 4: Oberer Teil der Fassaden


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    Abb. 5: Unterer Teil. Man beachte eine noch weitere Entstellung, auch wenn man denkt, es geht nicht mehr schlimmer: Die offenen Loggien müssen natürlich Regenwasserabläufe bekommen, damit die Wohnungen darunter nicht fließend Wasser an den Wänden haben. Dafür hat man ziemlich unegal Löcher per Kernbohrung durch Klinker und Beton getrieben. Sehr "hübsch"! Bin gespannt, ob da jetzt auch noch kreuz und quer Rohre vor die Fassaden genagelt werden. Vielleicht kommen da ja auch nur Auslässe hin. Dann wird das schmutzige Wasser bei Wind schön gegen die Fassade schlagen, was nach einiger Zeit sicher sehr "schön" aussehen wird. Wahrlich eine planerische und architektonische Meisterleistung! Es ist einfach nicht zu fassen, auf welche Ideen die sogenannten Fachleute kommen. Tut mir leid für den Sarkasmus, aber anders kann man eine solche Unfähigkeit nicht mehr ertragen. :kopfschuetteln:


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    Abb. 6: Blick in die Einhäuschen-Querstraße. Hier stehen die Gerüste noch.


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    Abb. 7: Ecke Braunstraße. Die runden Fenster für die offene Ecke stehen links schon bereit. Um Gottes Willen - jetzt sehe ich es erst: Diese formschönen Loggia-Ablaufrohre in der Fassade (was soll überhaupt das oberste, ist da etwa auch noch ein Freisitz im Dach?) - es ist ja wirklich nicht zu fassen! Ist das überhaupt erlaubt, dass die einen halben Meter in den Straßenraum ragen? Das wird gerade in der Fischstraße bestimmt super aussehen. Und die Passanten auf dem Bürgersteig werden sich sicher freuen, wenn ihnen die "Suppe" auf den Kopf tropft! Bin gespannt, ob das so bleibt, irgendwofür müssen ja die zweiten Löcher auch noch sein, und oben sind sogar deren vier!?


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    Abb. 8: Die Rückansicht des Flügels an der Fischstraße von der Braunstraße aus gesehen. Links und in der Mitte ist zu erkennen, dass die Giebel deutlich über den First hinausgezogen wurden, wodurch zur Straße hin immerhin eine steilere Dachneigung vorgegaukelt wird.


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    Abb. 9: Durchblick von der Holsten- durch die ziemlich verkommene Lederstraße auf die Fassade des Investorenbaus an der Braunstraße. Von hier aus sieht es durch den vollkommen geschlossenen und schmucklosen Giebel einfach furchtbar aus. Über Sichtbeziehungen hat sich offenbar niemand der beteiligten Planer Gedanken gemacht. Das war auch nie Thema im Gestaltungsbeirat, soweit ich mich erinnere...


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    Abb. 10: Zum Abschluss bei dem ganzen Frust über den Investorenbau immerhin noch ein schönes Bild von der Nordseite der neuen Fischstraße vor St. Marien. Sehr eindrucksvoll wie ich finde.

    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Interessante Einblicke. Ein Kompliment muss aber sein:

    Die Farbe der Fenster ist immer sehr gut gewählt - siehe Abb. 5.

    Was ist das für ein Haus im Hintergrund auf Abb. 6?

  • Ja, Braunstraße 21 ist ein früher Bau der Postmoderne. Mir spukt als Baujahr 1978 im Kopf, kann aber auch ein, zwei Jahre früher oder später gewesen sein, jedenfalls um diese Zeit rum. Vorher stand dort ein im Krieg ausgebrannter und nur notdürftig wieder nutzbar gemachter Speicher aus dem 18. Jahrhundert. Beim Neubau blieb aber immerhin der Gewölbekeller erhalten.

  • Danke für den Hinweis auf den Artikel. Der ist schon ein oder zwei Wochen alt. Ich wollte auch schon darauf hingwiesen haben, hatte dann aber nicht mehr daran gedacht.

    Zunächst einmal: Wie der Autor auf "elf" freie Grundstücke kommt, ist mir schleierhaft - zumal er selbst auf die Seite mit der entsprechenden Information verlinkt (Stand nach wie vor Dezember 2021, seitdem hat sich offenbar nichts getan).

    Korrekt ist, dass "nur" 10 Grundstücke noch nicht bebaut sind, und zwar:

    - Alfstraße 29 und 31

    - Fischstraße 15, 23, 26 und 28b

    - Braunstraße 16, 20 und 30

    - Gerade Querstraße 5

    Zum weiteren Inhalt aus dem Artikel:

    Von den noch nicht bebauten Grundstücken seien 6 reserviert und 3 noch nicht vermarktet. Auf einem bereits verkauften Grundstück (Anm.: Womit wir dann auch bei 10 wären!) passiert nichts, die Stadt will es daher zurückkaufen (Anm.: Ich vermute, dass es sich hierbei um die Reko Fischstraße 26 handelt). Ein Haus gehört der Stadt, die es leerstehen lässt (Anm.: Das ist Braunstraße 14). Christopher Lötsch (CDU) wirft der Stadt vor, entweder unfähig oder untätig zu sein. Zitat: "Da ist geschlafen worden". Jetzt werde es aufgrund steigender Zinsen und Baupreise immer schwieriger, die Grundstücke noch zu vermarkten.

    Aber auch Ulrich Pluschkell von der SPD äußert Kritik. Er hat "etliche Fragen an die Stadt gestellt" und "will das Thema Gründungsviertel im Bauausschuss ansprechen".

    Auch die Anwohner ärgern sich über die Dauerbaustelle und werfen der Stadt vor, seit zwei Jahren nichts mehr getan zu haben. Die Stadt hatte ihnen zugesagt, die Grundstücke bis Ende 2022 zu vermarkten, was aber nicht erfolgt ist. Aussage der Stadtsprecherin Nicole Dorel gegenüber den LN: "Entgegen der Erwartungen konnten in 2022 nicht wie geplant drei Grundstücke veräußert werden. Die Bauherrn sind auf Grund der aktuellen Situation im Baubereich nochmals mehr angehalten, logistische und finanziellen Fragestellungen zu thematisieren. Daher habe es „eine zeitliche Verschiebung bezüglich der Kaufvertragsabschlüsse“ gegeben." Und weiter heißt es von der Stadt: Man sei "positiv gestimmt, dass die Bauherrn ihre Vorhaben in die Umsetzung bringen können“, so Dorel. Eine Veräußerung der reservierten Grundstücke sei „prioritäres Ziel“. Zudem glaubt die Stadt, dass sie die freien Grundstücke veräußern kann und „die anstehende Vermarktung der noch freien Grundstücke Resonanz findet“. Und weiter: „Die Grundstücksgeschäfte werden aktiv forciert.“

    Soviel zu dem Artikel. Das hört sich für mich alles eher an, als sei die Stadt mit der Forführung des Projekts überfordert. Die drei Mitarbeiter/innen, die ehemals für das Projekt zuständig waren, sind inzwischen auch nicht mehr da. Ich vermute daher, dass da einfach personelle Kapazitäten fehlen. Dass Grundstücke nicht verkauft und bebaut werden, ist ja die eine Sache, aber dass man das bereits seit langem fertige Haus Braunstraße 14 einfach leerstehen lässt, ist schon sehr "seltsam"...

    Der Straßenbau soll ja dieses Jahr auch endlich losgehen - eigentlich. Bin mal gespannt, ob der sich auch noch weiter verschiebt...

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Korrekt ist, dass "nur" 10 Grundstücke noch nicht bebaut sind, und zwar:

    - Alfstraße 29 und 31

    - Fischstraße 15, 23, 26 und 28b

    - Braunstraße 16, 20 und 30

    - Gerade Querstraße 5

    Wobei ja gerade Fischstraße 26 und 28b laut bisheriger Planung echte architektonische Leckerbissen werden sollten. Schade dass man hier nicht in die Gänge kommt.

    (C) Frank1204

  • Neueste Drohnenbilder vom Gründungsviertel in der Lübecker Altstadt , vom 05.05.2023

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  • Da sind echt tolle Aufnahmen bei (wenn auch teilweise zu hektisch geschnitten). Vor allem sieht man, welch eine Stadtreparatur das Gründungsviertel ist, gerade für die Dachlandschaft. Und im gleichen Zuge sieht man, wie beschissen das Haerder-Center von oben aussieht.

  • Ich hatte gar nicht gedacht, dass schon so viele Häuser fertig sind. Ich habe hier zwar regelmäßig die Baustellenupdates verfolgt, aber die Häuser mal in ihrer Gesamtsicht zu sehen hat mir erstmals einen Überblick über den Ist-Stand gegeben.

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  • Fotos vom 14.5.2023

    Hier kommt mal wieder eine Fotoserie - alles vom Investorenbau, da sich ansonsten ja momentan nichts tut. Ich gehe einmal von der Fisch- zur Braunstraße um den Komplex herum:

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    Abb. 1: Linker Fassadenteil an der Fischstraße. Auch hier ist im ersten OG leider eine Loggia entstanden, die auch einen Wasserablauf braucht. Daher war der Traufkasten ganz links samt Fallrohr erforderlich.,


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    Abb. 2: Mittlerer Fassadenteil an der Fischstraße. Hier ist die Loggia im 2. OG - auch hier ein Traufkasten samt Anschluss an das Fallrohr.


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    Abb. 3: Ecke zur Einhäuschen-Querstraße. Hier sind die Traufkästen der Loggien immerhin an der Traufseite.


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    Abb. 4: Noch einmal die Ecke mit Blick in die Fischstraße. Die toten Fensterhöhlen sind einfach nur schlimm...


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    Abb. 5: Traufseite an der Einhäuschen-Querstraße. Zu sehen das überhöhte EG. Die Fenster des 1. OG liegen höher als die des Vorderhauses. Das ganze ist hinten in dem eingerüsteten Teil noch schlimmer, da die EG-Fenster dort wegen des abfallenden Geländes noch über einen halben Meter tiefer liegen, aber die Fenster im 1. OG auf der gesamten Länge auf einer Höhe. Ich vermute inzwischen, dass die EG-Höhe aufgrund der Aufzugsanlage der Tiefgarage benötigt wird. Allerdings ist mir ein Rätsel, warum man dann in der rechten, eingerüsteten Hälfte Richtung Braunstraße das 1. OG und das Dach nicht in dem Maße des EGs abgesenkt hat.


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    Abb. 6: Linker Teil an der Einhäuschen-Querstraße. Die Gauben finde ich immerhin einigermaßen zurückhaltend. Zumindest sind das keine raumhohen Ungetüme geworden.


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    Abb. 7: Fassadenabschnitt mit Tiefgarageneinfahrt. Durch die hohen Bögen ist zumindest in diesem Teil der große leere Bereich zwischen den Stockwerken nicht wahrzunehmen.


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    Abb. 8: Rechte Hälfte der Querstraßen-Seite. Hier ist der noch größere Versatz der Fenster im 1. OG zum Vorderhaus zu sehen. Die Unterkante der Fenster im Seitenflügel liegt fast auf Höhe der Oberkante der Fenster desselben Stockwerks des Vorderhauses. Keine Ahnung, was das soll - und es war ja im Ursprungsentwurf auch nicht so. Sieht jedenfalls furchtbar aus.


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    Abb. 9: Blick in ein EG-Fenster an der Querstraßen-Seite. Hier ist zu sehen, dass das EG am Innenhof zwei Fenster übereinander hat - es ist hier ein sehr hoher Raum entstanden - vielleicht eine Kletterhalle? :wink:


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    Abb. 10: Ecke an der Braunstraße. Auch hier sind die furchtbaren Loggien samt Regenabläufen zu finden. Geradezu grotesk ist das Ende des Fallrohres über dem offenen Bogen. Da hat der Architekt mit dem Bogen immerhin ein architektonisches Highlight in dem ansonsten ziemlich langweiligen Bau geschaffen, das er sogleich mit dem Fallrohr wieder verhunzt. Das kann ja wohl so nicht bleiben - soll das Wasser da einfach herauslaufen? Bliebe nur die Möglichkeit, das Rohr entlang der Rundung weiterzuführen - wie beim Bogen an der Fischstraße - aber das würde in der Eckansicht (siehe nächstes Bild) alles nur noch verschlimmern. Ich weiß wirklich nicht, wieso man das ganze Gebäude nachtäglich mit den Loggien verhunzt hat, die zudem laut Gestaltungsvorgaben gar nicht hätten sein dürfen. Das ist so leider alles irgendwie Stückwerk geworden.


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    Abb. 11: Noch einmal die Gesamtansicht der Ecke. Wenn die Loggien nicht wären, fände ich die Ansicht gar nicht mal so schlecht.


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    Abb. 12: Ecke mit Blick in die Braunstraße


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    Abb. 13: Linke Fassadenteil an der Braunstraße: Hier hat man den Durchblick! Die offenen Eck-Loggien sind furchtbar, besonders die leere Fensterhöhle oben im Dachbereich. :kopfschuetteln:


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    Abb. 14: Rechter Fassadenteil an der Braunstraße. Das EG wirkt hier sehr unproportioniert. Offenbar ein typisches "Form-Follows-Function"-Problem. :daumenunten:


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    Abb. 15: Blick aus der Braunstraße in den Innenhof, hinten das Haus Fischstraße 24.


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    Abb. 16: Blick etwas weiter nach links in den Innenhof. Man sieht, dass hier an der Querstraße - zumindest optisch - tatsächlich ein Stockwerk mehr vorhanden ist als an der Straßenseite des Flügels. Sehr seltsam, denn im Bebauungsplan steht für die Querstraßen die Geschosszahl "II" (+Dach)...
    Hinter den Blendnischen liegen die Tiefgaragen-Aufzüge.

    Alle Fotos von mir

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Ich finde die äußerst spartanischen Standard-Fenster/Balkongitter schlimm. Sieht einfach nur billig und 08/15 aus und wird diesem Gebiet und Projekt nicht gerecht.

  • [...] Moderationshinweis: Der ursprünglich hier stehende Absatz wurde in den Lübeck-Strang verschoben.

    Wie kam es eigentlich zu diesem grobschlächtigen Investorenbau? Sollten nicht auf dem ganzen Areal ausschließlich Einzelhäuser an "kleine" private Bauherren vergeben werden?

    Das hatte ich weiter oben schon einmal geschrieben. Ursache ist die Tiefgarage. Um den Parkdruck auf den Straßen zu verringern, war diese von Anfang an gesetzt. Da sie eine gewisse Größe benötigt und von privaten Bauherrn finanziell nicht zu stemmen ist, wurden mehrere Parzellen zusammengefasst und für Investoren ausgeschrieben. Der vorliegende Entwurf gewann dann in einem Archtektenwettbewerb. Wobei man sagen muss, dass alles was jetzt zu dessen Verschlechterung beiträgt und eigentlich im Gestaltungsleitfaden nicht erwünscht war (u.a. Loggien an der Straße und Fenstergitter) im ursprünglichen Wettbewerbsentwurf natürlich nicht enthalten war. Ich will lieber nicht schreiben, welche Bezeichnungen mir für so ein Vorgehen im Kopf herumschwirren.

    [...] Moderationshinweis: Der ursprünglich hier stehende Absatz wurde in den Lübeck-Strang verschoben.

    Lûbeke, aller Stêden schône, van rîken Êren dragestu de Krône. (Johann Broling, Lübecker Kaufmann und Ratsherr, um 1450)

  • Unbedingte Zustimmung mit frank1204. Hatte mich auf den (Investoren)-Bau von Kim Nalleweg Architekten nach der Visualisierungen eigentlich noch gefreut. Wurde nun ebenfalls eines besseren belehrt. Der Entwurf ist wirklich miserabel umgesetzt. Extrem schade, weil er natürlich der mit Abstand größte Bau des Viertels ist. Es reicht eben nicht, nur gute Vorentwurfsbilder zu generieren, sich aber nicht rechtzeitig mit den gültigen Prinzipien des Backsteinbaus/zweischaligen Systemen für die Umsetzung zu beschäftigen. Das Dehnfugenbild ist grotesk zu nennen. Die Notüberlauf-Arie irgendwie durch den Verband gebohrt und die aufgesetzte Entwässerung konterkariert die Idee der flächig aufgefassten Fassade zusätzlich. Das war für mein Empfinden in seiner ersten Annahme die eigentliche Stärke des Entwurfs. Ich bin mir sehr sicher, dass die Absolventen sehr spät begriffen haben, welche Konsequenzen ihre Entwurfsentscheidungen hatten. Bzw zu welchem konstruktiven oder unmittelbarem Preis dies nur zu erreichen gewesen wäre. Zu den Loggien hat Frank bereits alles gesagt, Frage mich sehr ob Kim Nalleweg mit dem Ergebnis zufrieden sein können. Es ist der zweite fertiggestellte Bau des jungen Büros und man muss es sagen, sie können es nicht. Das Erstlingswerk wurde beispielsweise hier im Kommentarbereich des Baunetz stark kritisiert.

  • Ich war am vorletzten Wochenende mal wieder für ein paar Tage in Lübeck, habe im erstklassigen Motel One übernachtet und hatte beim Frühstück in der Bäckerei - Kette Junge eine herrliche Aussicht auf den Marktplatz:


    Trotz des guten Wetters war es relativ ruhig in der Stadtmitte. Sicherlich tobte das Volk in Travemünde. Aber, die Stadt an der Trave ist und bleibt einer der schönsten Städte Deutschlands!!!! Bei jedem Besuch entdecke ich neue Ecken und Winkel. Und sogar ein kurzer Abstecher ins neue Gründerviertel war drin:

    Wenn die Straßen und Gehwege irgendwann mal ordentlich fertiggestellt sind, bekommt das Viertel gleich eine ganz andere Atmosphäre!!!

    Die kurzen Abstecher zur Baustelle des Puppenmuseums und zum Burgtor präsentiere ich nun im passenden Lübeck - Strang.