Essen - Limbecker Platz

  • Ich spreche mal wieder über Essen - in meinen Augen die häßlichste Großstadt Deutschlands wenn man nur die Innenstadt betrachtet.


    Dieses Thema habe ich zwar in einem anderen Thread schon mal angesprochen aber hier nochmal für alle:


    Die Innenstadt wurde im zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört, beim Wiederaufbau hat man scheinbar keinerlei Normen festgelegt so dass die Stadt heute eine einzige Betonwüste ist. Weder Traufhöhe noch sonstwas wurde festgelegt.
    Zu guter Letzt gab Essen sein neugotisches Rathaus, das den Krieg schwer beschädigt überlebt hat 1968 zum Abriss frei - dort steht jetzt ein Kaufhaus in bester Innenstadtlage.
    Das einzige, was Essen zu bieten hat sind ein paar interessante frühmoderne Bauten und den Münster. Das wars.


    Das war's?


    Nein, noch nicht ganz, denn am Limbecker Platz, nahe der alten Krupp-Stadt steht noch ein repräsentativer Sandsteinbau, in dem Karstadt seinen Sitz hat:



    http://www.manager-magazin.de


    Dieses Gebäude ist das ehemalige Kaufhaus Althoff, dass später mit Karstadt fusionierte. So sah es damals noch aus:



    http://www.alfa40.de


    Eine Rekonstruktion wäre sicherlich schön aber das scheidet leider völlig aus, denn Karstadt plant, dieses Gebäude sowie das gegenüberliegende Sinn-Leffers-Haus abzureißen und dort (und am dahinterliegenden Berliner Platz) ein Einkaufszentrum zu errichten, dass dem CentrO größenmäßig nahekommt. Die Fassade des Gebäudes ist beim Rheinischen Amt für Denkmalpflege schon bekannt, wird demnächst wohl unter Denkmalschutz stehen. Daher bringt man die Fassaden links und rechts des Haupteingangs wieder an, völlig anders als sie jetzt stehen. Die Straße links des Kaufhauses wird dabei überbaut.


    Der Bau kostet etwa 300 Millionen Euro, die ECE ist natürlich auch wieder dabei.


    Meine Fragen sind da allerdings:


    1. Wie kann Karstadt sich das bei dem derzeitigen Finanzstand erlauben?
    2. Ist der Bedrf von Shopping-Mall nicht mit dem Rhein-Ruhr-Centrum Essen/Mülheim, dem CentrO in Oberhausen und dem Ruhrpark-Bochum nicht mehr als gedeckt?
    3. Sind in der Essener Innenstadt nicht schon genug Geschäfte vorhanden? Der Bau einer solchen Mall in der Essener City würde seine Mieter aus der Innenstadt locken, nicht aber von woanders. Fazit: In der Essener City, jetzt zwar häßlich aber gut strukturiert und mit gutem Angebot würden in naher Zukunft nur noch Ramschläden ansässig sein.


    Wisst ihr mehr zu dem Projekt? Kann man es noch stoppen oder wird es wirklich kommen?


    Wie beurteil ihr es?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "Booni"

    ...in meinen Augen die häßlichste Großstadt Deutschlands...


    Es gibt sicher schlimmere Städte ! :zwinkern:
    Essen, Dortmund, Duisburg, Bochum, ... ist irgendwie alles
    das gleiche. Keine hat nach der Zerstörung sein altes Profil
    wiedergewinnen können.


    Zum Berliner Platz:
    Ich fände es sehr gut, wenn dieser Platz zwischen Altstadt und Uni
    endlich bebaut wird. Ein Einkaufszentrum o.ä. könnte sicher
    verlorengegangene Kaufkraft wieder nach Essen holen. Außerdem
    würde die Uni dann nicht länger im Abseits liegen. Sie würde
    endlich einen urbanen Zugang von der Altstadtseite bekommen. :D


    Hier gibt es ein paar Bilder vom Berliner Platz:
    http://www.perspektivenwerksta…n.de/lese/doku/bilder.htm


    Am besten würde ich diesen alten Plan mit allerdings mehr
    traditioneller Architektur finden:

  • Der alte Bebauungsplan gefällt mir auch deutlich besser und für eine Bebauung des Berliner Platzes bin ich eh. Nur muss man ihn nicht mit einer Shopping Mall zupflastern sondern sollte das Problem wie unten gezeigt kleinteilig lösen.



    Quote from "Oliver"

    Es gibt sicher schlimmere Städte ! :zwinkern:
    Essen, Dortmund, Duisburg, Bochum, ... ist irgendwie alles
    das gleiche. Keine hat nach der Zerstörung sein altes Profil
    wiedergewinnen können.


    Also Bochum ist längst nicht so groß wie Essen, Dortmund oder Duisburg, Duisburg kenne ich persönlich nicht, hat aber viele stadtbildprägende Bauten erhalten wie Hauptbahnhof, Rathaus, Reichsbank, Stadttheater, Hotel Duisburger Hof um nur mal einige zu nennen.


    Dortmund dagegen ist eine äußerst attraktive Stadt. Zugegeben, eine Menge Bausünden innerhalb der City aber deutlich mehr Gründerzeithäuser als in Essen und vor allem keine Stadtautobahnen die die Stadt zerschneiden.

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Quote from "Booni"

    ...Dortmund dagegen ist eine äußerst attraktive Stadt. ...


    Kurze Frage. Gibt es noch ein anderes Dortmund irgendwo ? :boeseslachen:

  • *narv* warste je da?


    Die Innenstadt (nicht City) dürfte 'nen ähnlichen Gründerzeitanteil haben wie Berlin-Mitte, zumindest Kreuzviertel, Klinikviertel und Nordstadt sind - mit einigen Ausnahmen - gründerzeitliche Wohnviertel. Im Osten der Innenstadt dagegen viele Stadtvillen und Jugendstilhäuser.


    Aber okay, wer in Hamburg wohnt hat vielleicht andere Ansprüche. Nur der Unterschied Dortmund - Essen ist im innerstädtischen Bereich sehr groß!

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hi Booni,
    zufällig komme ich dort aus der Gegend !
    Ich bin im nördlichen Ruhrgebiet aufgewachsen und kenne
    mich daher eigentlich recht gut aus... :D

  • Also, auch wenn uns Steelensern eine gewisse Abgrenzung zu den Essenern nachgesagt wird, muss ich doch einiges zur Ehrenrettung Essens sagen!
    Es stimmt; man hat in Essen nach dem Krieg nicht wirklich viel Wert auf einen "Wiederaufbau", wie wir alle hier ihn verstehen, gelegt. Modernität war angesagt. Leider hat man auch vieles, was den Krieg halbwegs überstanden hat, später zum Abriss frei gegeben (siehe Altes Rathaus, Hotel Kaiserhof...) Auch bei der heute noch vorhanden historischen Bausubstanz zeigt man nicht gerade Empfinden und Sachverstand (siehe Fassade Grillo-Theater (altes Opernhaus), einige weitere Fassaden alter Bürgerhäuser, fehlende Dachlandschaften....usw.usw. Dennoch gibt es auch in Essen noch mehr zu sehen, als "nur" das Münster und seine bedeutende Schatzkammer! Alte Synagoge, Handelshof, Deutsche Bank (ehemals Bankhaus Hirschland), Kaufhaus Appelrath&Cüpper, Kreuzeskirche,Haus der Verbände, Haus der Technik (Alte Börse), Fassade der ehemaligen Reichsbank. Das ist alles in allem natürlich nicht viel und es sind auch nicht die Renner...aber es ist noch was da. Außerdem sollte man sein Urteil über eine ganze Stadt, dann noch von einer größe wie Essen und bei dem Ausmaß der Zerstörungen, wie sie hier geschehn sind, nicht nur vom Bild der Innenstadt abhängig machen! Leben tut man in Essen in den Stadtteilen und da gibt es nun wirklich noch "Cremeschnitten", wie Werden und Kettwig etc. Außerdem liegt Essen landschaftlich sehr reizvoll, es gibt einige Schlößer und Burgen(Ruinen), es gibt, nicht zu vergessen, eine Villa Hügel, eine Fürst-Äbtissinen-Residenz in Steele (Waisenhaus), eine Abtei mit herrlicher romanischer Abteikirche in Werden, ein Wasserschloss in Borbeck, Gründerzeitviertel und denkmalgeschützte Straßenzüge (habe das Glück in einem solchen zu wohnen), Jugendstilfassaden und obendrauf eine 1150-jährige Stadtgeschichte von der Berlin, München und Dresden nur träumen können.
    Also, seid ein bißchen milder mit Essen!:) Es ist eine tief verwundete Stadt.:( Aber lebens- und liebenswert!!!


    Schöne Grüße aus Steele!

  • Naja... ich bin zwar ziemlich oft in Essen, aber wenn, dann nur im Bereich Limbecker Straße, Kennedyplatz, Markt oder Berliner Platz/Cinemaxx.


    Werde demnächst mal mit Kamera bewaffnet einen Stadtrundgang machen. Mal sehen was sich außerhalb der Einkaufsstraßen noch befindet.


    Werden und Kettwig wurden eingemeindet, gehören - genau wie Steele für mich nicht zu Essen sondern werden nur darunter verwaltet.
    Bin sowieso dafür, dass man eingemeindeten Ortsteilen zumindest ihre alten Ortsschilder wiedergibt, damit deren Einwohner zumindest ihre Identität nicht verlieren.


    Naja, nichtsdestotrotz wäre es nicht schön für's Essener Stadtbild, wenn das Kaufhaus Althoff auch noch fallen muss. Wie sieht's denn momentan um das Projekt aus? Kannst du uns auf dem laufenden halten?


    Und noch was: Was war denn mit dem Hotel Kaiserhof? Wo stand es? Wann und warum wurde es abgerissen und vor allem: gibt es Bilder?

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    Karl Kraus (1874-1936)

  • @booni@steelenser
    Als ich neulich wieder mal in Essen war, ist mir in einer Buchhandlung folgende CD aufgefallen:



    Ich musste sie mir natürlich gleich zulegen und denke, sie ist gerade für Essener/Steelenser sehr interessant, wenn auch nicht so umfangreich, wie man es sich wünscht. Ich bin ja selbst Geoinformatiker, mache sowas beruflich (d.h. bezüglich historischem Kartenmaterial natürlich nur privat und für das alte Nürnberg) und habe deswegen vielleicht auch zu hohe Ansprüche. Kennt ihr die CD?

  • Ja die CD kenne ich - besitze sie auch!
    Sind ganz schöne Bilder drin, aber sonst wirklich nichts besonderes.
    Im übrigen: Du sprichst einem Steelenser aus der Seele.:) Hätte es diese Eingemeindung nur nie gegeben!!! Was wäre uns erspart geblieben...(Stadtsanierung) Würde man aber alle diese Eingemeindungen rückgängig machen, dann wär Essen nur noch halb so groß und hätte in der Tat dann nicht mehr viel zu bieten. Immer ausgenommen natürlich der fantastische Münsterschatz.


    Also das Hotel Kaiserhof war DAS Nobel-Hotel von Essen. Es stand in der Nähe des HBF, dort, wo sich heute der potthässliche Bürobau der BfG Bank befindet, schräg gegenüber der heutigen Deutschen Bank und dem "Deutschlandhaus".
    Es hat den Krieg relativunbeschadet überstanden und wurde erst Ende der 60´er, Anfang der 70´er abgerissen. Ich glaube da haben auch nach dem Krieg irgendwelche Verhandlungen stattgefunden. Ich habauch einige bilder, sogar Innenaufnahmen. Aber Mangels Scanner kann ich sie iom moment hier nicht zeigen! Sorry! Aber vielleicht hat ja ein anderer die Möglichkeit!? Würde auch so gerne Bilder von Steele zeigen!

  • Wo hast du die Bilder denn her? Hab dank deiner Beschreibung das Hotel Kaiserhof im Buch "Rundflug über das alte Essen" wiederentdeckt, hab schon letztens mal von einer Reko dieses Gebäudes geträumt, wusste aber nicht, was das für eins war.
    Hätte erst gedacht, das Kaiserhof war der Bau hinter dem Handelshof, neben dem Essener Hof der heute auch nicht mehr steht. Das ist jedoch das Hotel Königshof :zwinkern:


    Aber in der Tat bräuchte Essen nur wenige Komplettrekos um einigermaßen erträglich zu werden. Den Hauptbahnhof (wow, war das ein Gebäude...), das Rathaus (hmm... äußerst schwierig, vor allem, was die Nutzung angeht), die Marktkirche (davon stehen immerhin noch ca. 50%), das Karstadt-Haus am Limbecker Platz (bitte lasst das Einkaufszentrum niemals kommen!!), das Keramikhaus (zu oft umgebaut) und evtl noch die Hotels Kaiserhof & Königshof sowie das Collosseum am Kopstadtplatz.


    Was ist eigentlich aus dem Kaufhaus Sinn von Bruno Paul geworden? (frühe Moderne, reines Bauhaus)


    Hier erkennt man übrigens gaanz hinten rechts noch einen Teil des Gebäudekomplexes:

    http://www.bildindex.de">http://www.bildindex.de

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Also: ein Bild der Halle des Hotel Kaiserhof findet sich im Buch "Essen...unvergessen" von Erika Schneidewind und Wulf Mämpel, erschienen im Nobel Verlag, auf Seite 6. Im Buch "Rundgang durch das Alte Essen" von Horst W. Bühne erschienen im Wartberg Verlag findest Du auf Seite 20 ein Bild der Haupt-Fassade. In "Essen - Stunde Null" sind ebenfalls ein paar Luftbildaufnahmen. Hätte ich doch nur nen Scanner...
    Beim heraussuchen der Bilder hätte ich heulen können, als ich die Bücher durchgestöbert habe. Dass aber auch so gut wie nichts mehr von der alten Schönheit geblieben ist...War ja auch früher nichts besonderes, was so in Essen gebaut wurde, aber es war eben schön - wie überall!!!
    Welches Gebäude kennst Du denn unter Keramik-Haus?
    Eine leichte Reko wär doch zu machen am alten Schossau-Haus (ganz früher Overbeck & Weller) am Kopstadtplatz. Es fehlt eigentlich nur die vordere Fassade, an der Seite ist sie komplett erhalten! Oder wie wär es mit dem Dach des Eick-Hauses (heute Ansons)? Eigentlich auch kein Akt. Fassade & Dach des Grillo Theaters - dürfte auch nicht so aufwendig sein. Wo wir schon beim träumen sind, ich wüßte sehr gut, wie man ein wiedererstandenes Altes Rathaus nutzen könnte:
    Ratskeller = Gastronomie, Alter Ratsaal = Empfangssaal der Stadt, Standesamt, Teil des Stadtmuseums, das in der Marktseite seinen Platz findet und den Turm einbezieht. Die Seite zur Kettwiger wird für Geschäfte geöffnet und der Innenhof überdacht zu einem kleinen Shoppingcenter mit historischem Flair, Geschäfte bitte der gehobenen Kategorie, alles unter dem Namen Rathaus-Arkaden oder
    Rathaus-Passage. Also ich könnte ins Schwärmen kommen...Hätte man doch nur die Chance auch mal Investor zu spielen...
    Das alles wär ja schon ein Anfang und würde einige historische Akzente setzen. Aber in Essen wird das Geld für andere Dinge investiert und darüber diskutiert, ob man nicht das Kaiser-Wilhelm-Denkmal entfernen sollte...
    Kennst Du das schöne Haus in der Trentelgasse? Ist das Zollamt z.Zt. drinnen. Gegenüber das Kulissenhaus - sollte auch schon mal abgerissen werden. Man kann also froh sein, um alles was hier noch die nächsten Jahre überlebt!


    Liebe Grüße aus Steele! :)

  • Unter Keramikhaus ist der Bau am Marktplatz/Ecke Fontänengasse. Wurde sowohl zur Nazizeit als auch in der Nachkriegszeit umgestaltet, hatte mal ein sehr hohes Kegeldach.


    Der Rathaus-Plan klingt gut, nur eröffnet doch bald das Stadtmuseum in der ehemaligen Luisenschule die deswegen nach über 130 Jahren dichtgemacht wurde.


    Die anderen Gebäude kenne ich leider nicht, aber scheinbar wird es in Essen dringend, zu handeln.


    Vielleicht kann man ja sogar die Überbauung der Limbecker Str. erreichen oder sogar das Kaufhaus Althoff retten.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ja jetzt weiß ich wieder welches Haus Du meinst! Ich hab mal gehört, dass die alten Keramiken zum Teil noch unter der Fassade verborgen sein sollen. Es wäre aber wohl sehr aufwendig die freizulegen, zu ergänzen und zu restaurieren.
    Ja die Luisenschule ist vor allem auch nur ein aus der Not geborener neuer Standort für das Museum - weil keinGeld für den geplanten Neubau da ist - Gott sei Dank...
    Aber im Rathaus müßte ja auch jur eine kleine Dauerausstellung stehen. So für den Touri der 1. nie zur Luisenschule finden würde und 2. dafür bei seinem Kurztrip nach Essen keine Zeit hat. :) Außerdem gehörte z.B. die alte Ratsglocke von 1400nochwas eher dort hin, als in die Schule!
    Aber es sind eh bloß Träume...Das Kaufhaus ist verloren!!!
    Ich kümmere mich mit der Steeler Bürgerschaft jetzt erst mal um Steele!
    Hier kan man schneller und mit weniger Aufwand wieder einiges richten!


    Ich wünsche frohe und gesegnete Weihnachten!

  • Ich wollte mal eben einen kleinen Aufruf an alle NRW'ler, besonders die aus dem Ruhrgebiet starten:


    Heute (zu spät) und am 25.01. liegen am Kopstadtplatz in Essen die Pläne zum Bau des 80 000 qm- EKZ's am Limbecker Platz aus.


    Am 27.01. findet in der Kreuzkirche eine öffentliche Diskussion darüber statt.


    Für APH'ler ist wohl das Faktum, dass es an der Grenze zu Mülheim in Essen schon ein EKZ dieser Größe gibt und auch in der Innenstadt schon ein kleineres EKZ vorhanden ist und dieses neue EKZ ein Todesstoß für Essens Innenstadt sein wird nicht so wichtig wie der Faktum, dass dieses Gebäude abgerissen wird:

    Quelle: http://www.manager-magazin.de">http://www.manager-magazin.de


    Wenn es bis zum Baubeginn unter Denkmalschutz gestellt wird, bleibt bestenfalls die rechte Fassade und die abgerundete Ecke stehen, links davon wird der neue gläserne Haupteingang sein.


    Früher sah dieses Gebäude einmal so aus:

    Quelle: http://www.alfa40.de">http://www.alfa40.de


    In meinen Augen ist dieses Gebäude unbedingt weitgehend erhaltenswert da es eines der wenigen gründerzeitlichen Karstadt-Kaufhäuser ist und auch eins von nur noch einer handvoll Gründerzeitlern in Essens City.


    Leider bin ich an allen Tagen verhindert, daher hoffe ich, dass von euch jemand Zeit hat und sich einbringt!


    Hier findet ihr mehr Informationen


    Danke

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Hallo Booni,
    welchen konkreten Vorschlag hättest Du denn für dieses Gebiet ?
    Für mich schaut es auf dem Bebauungsplan so aus, als wenn der Turm
    und die Seite an der Friedrich-Ebert-Straße erhalten bleibt.
    Jedenfalls ist in dem Plan genau dort ein Turm eingezeichnet, wo der jetzige Karstadt-Turm steht.
    Ausserdem habe ich auch nirgendwo etwas gelesen, daß der Bau
    abgerissen wird. Wo soll das denn stehen ? :piksen:


    Leider ist das Haus nicht wirklich ein Schmuckstück deutscher
    Gründerzeit. Die Umbauten aus den 60ern unterstreichen da sogar
    noch die Einfallslosigkeit des Architekten.
    Ehrlichgesagt finde ich das Projekt gar nicht mal so schlecht,
    sollte das Einkaufszentrum eine ansprechende Steinfassade erhalten.
    Aber es wird wohl wieder Glas sein... :?
    Hoffentlich wird auch endlich der riesige Parkplatz zwischen Uni
    und dem o.g. Gelände bebaut. Das wäre eigentlich viel wichtiger
    als dieses EKZ !

  • Hallo Oliver!


    Ich bin zwar nicht Booni, aber dafür Essener!
    Dass dieses Gebäude abgerissen wird, konnte man in jeder zu dieser Thematik verfassten Pressemitteilung lesen!
    Es war davon die Rede, die Fassaden zu erhalten, das Gebäude dahinter muss aber weg. Dass Turm und rechte Fassade jetzt stehen bleiben sollen und die linke Fassade später links vom neuen GLÄSERNEN Haupteingang wiedererrichtet werden soll, ist mein letzter Kenntnisstand.
    Abgesehen von den Gründen, die Booni kurz angeschnitten hat, dass nämlich dieses EKZ einen Todesstoß für die ohnehin schon angeschlagene Geschäftssituation in der Innenstadt bedeutet, kann es nicht maßgeblich sein, ob einem persönlich dieses Gebäude als schön und erhaltenswert erscheint!
    Fakt ist, dass es in Essen das einzige erhaltene historische Kaufhausgebäude und zudem das "Mutterhaus" von Althoff/Karstadt ist.
    Statt auf Abriss, könnte man ja mal daran denken den ursprünglichen und in der Tat entstellten Zustand zurück zu gewinnen!
    Ein Center dieser Größe schadet Essen! Man sollte lieber mal, wie vor Jahren geplant, die, auf das Karstadtgebäude zuführende, Limbeckerstraße überdachen und als Passage ansprechend gestalten, anstatt jetzt ihren endgültigen Untergang herbeizuführen. Welche Geschäfte sollen denn im Center ansässig werden, die jetzt nicht schon mind. 2x mal in der City vorhanden sind?
    Den Untergang der ehemals vornehmen Viehoferstraße (Verlängerung der Hauptgeschäftsstraße "Kettwiger") haben wir mit dem Bau des City-Centers erlebt. Was soll jetzt anderes mit der Limbecker geschehen?
    Kommt dann irgendwann wer auf die Idee den Bahnhof zu einer Shopping-Mall umzubauen - machen wir dann die Kettwiger auch noch dicht?
    Ich sage nur "Essen - die Einkaufsstadt" das war einmal!!!

  • Ich war am Wochenende mal wieder in Essen und hab mir den Bereich Lindenallee/Grillotheater bis Handelshof genauer angesehen.


    Gesucht habe ich das hier:

    Quote from "Steelenser"

    Fassade der ehemaligen Reichsbank.


    Doch irgendwie fand ich dort, wo einst die Reichsbank stand ein gesichtsloses weißes Etwas vor, was entweder ein total entstellter Altbau oder neutraler Neubau ist.
    Dafür scheint der Eckbau auf den Straßen "An der Reichsbank" und Hagenallee ein schöner Altbau zu sein, heute ist dort Kaufhof drin, sicher ist der Bau total entkernt.
    Dennoch ist die Ecke wohl noch die interessanteste in der Essener Innenstadt. Das Grillo-Theater hat auf der Rückseite noch viel von seiner wilhelminischen Pracht behalten, ich find nur dieses rosa-weiß etwas unpassend (war das schon immer so?), das Kulissenhaus ist auch ein Altbau wenn auch kein besonders schöner. Dahinter folgt links das ehemalige Sparkassenhaus und auf der Ecke zum Hirschlandplatz, vom eh. Sp-Haus umgeben wohl auch ein Bau der frühen Moderne. Rechts kommt dann erst das Deutschlandhaus in Sichtweite, äußerst avantgardistisch.... so mag ich selbst die Moderne (oder eigentlich hieß sie ja da noch neue Sachlichkeit und sieht auch noch nicht nach Bauhaus aus). Dahinter folgt dann das wunderschöne Gebäude der Deutschen Bank mit der Dachkuppel und links das überaus häßliche Gebäude der SEB-Bank wo früher das Hotel Kaiserhof stand. Wenn man sich das Ensemble betrachtet kann da nur wieder das Hotel Kaiserhof hinkommen, alles andere bleibt unpassend. Hätte Essen denn noch Bedarf an einem 4 oder fünf Sterne Hotel in der Innenstadt? Wenn ich mal Geld hätte könnte ich mir durchaus vorstellen, eine Hotelkette zu gründen die lediglich aus Traditionshotels und Rekos besteht... aber das bleiben wohl erstmal Träume.


    Was mich aber doch schockiert, ist die Tatsache, dass das Haus zum Ritter in der Kettwiger Straße noch nicht unter Denkmalschutz steht... zumindest steht das noch nicht auf cliolink.de.



    So, das war mein Ausgeschweife, jetzt erzähl ich von meinem Erlebnis heute:


    Ich war zum ersten Mal in der Lichtburg - und dann direkt in der Wiederauflage von Charlie Chaplin's "The Great Dictator", einem Film von 1940 in einem Kino von 1928. Dieses Flair ist echt einmalig, ich hab mich zwischenzeitlich echt in die Zeit damals zurückversetzt gefühlt (wobei man sagen muss, dass der Saal in den 50er Jahren neu aufgebaut wurde).


    Zuerst zwei Fotos aus den 30ern:


    Quelle: http://www.andreas-praefcke.de">http://www.andreas-praefcke.de


    Und jetzt Fotos von heute:



    Quelle: http://www.tolkiengesellschaft.de">http://www.tolkiengesellschaft.de


    BTW: Das Sportscheck-Haus mit der Bar Barcelona am Kennedyplatz... ist das ein Neubau oder verunstalteter Altbau?

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich dachte immer, das Gebäude in dem heute der Kaufhof mit-untergebracht ist, wär die alte Reichsbank...


    Das Grillo, war so weit ich von alten colorierten Bildern weiß, immer schon so farblich gefasst!
    Hast Du denn das Haus in der Trentelgasse, gegenüber vom Kullissenhaus übersehen?
    Was mit dem Sportcheck-Haus (bis vor einigen Jahren Cramer & Meermann) ist, da bin ich mir nicht ganz sicher. Auf Vorkriegsaufnahmen meine ich zumindest schon ein Haus dieses Ausmaßes sehen zu können, das auch über diese abgerundeten Ecken verfügt. Müßte man mal gezielter nach suchen. Fakt ist, dass auch in Essen mehr ursprüngliche Substanz vorhanden ist, als man glaubt. Nur eben in völlig entstellter, verstümmelter Form oder verborgen unter "modernen" Fassaden!