Erster Berliner Bezirk verbietet Luxusmodernisierung

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    Erster Berliner Bezirk verbietet Luxusmodernisierung


    Im Kampf gegen hohe Mieten betritt ein Berliner Bezirk Neuland. Die Zusammenlegung von Wohnungen wird verboten. Zudem dürfen dürfen Miet- nicht mehr in Eigentumswohnungen umgewandelt werden


    Pankow macht als erster Berliner Bezirk ernst gegen die unbegrenzte Aufwertung einzelner Stadtteile. Ab 1. Januar 2013 wird in einigen Gebieten verboten, kleine Wohnungen zu größeren zusammenzulegen. Auch die Luxussanierung mit Kaminen oder Fußbodenheizungen wird nicht mehr genehmigt, ebenso der Einbau eines zweiten Bades bei kleineren Wohnungen oder ein zweiter Balkon. Wärmedämmungen von Fassaden sollen untersagt werden, wenn die Vorgaben der Energieeinsparverordnung sich auch mit neuen Fenstern und einer modernen Heizung erreichen lassen. Die Umwandlung in Ferienwohnungen wird nicht gestattet.....


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    FugenBau

  • Interessant. Auch die Leserkommentare, die "Enteignung" und "Sozialismus" rufen.


    Das ganze klingt ein bissl wie ein Scherz, weil ich das für so investitionsfeindlich und daher politisch nicht durchsetzbar halte, wie kaum etwas andres. Andrerseits.... da soll noch einmal jemand sagen wir hätten keine Immobilienblase.

  • Ja, ich sehe es auch so, dass sich da eine Blase entwickelt und der Staat mit diesen Maßnahmen nicht nur die Mieter vor den bösen Vermietern schützt, sondern auch die Vermieter vor sich selbst! Diese Luxussanierungen sind zum großen Teil kreditfinanziert und wenn sich über die gesamte Laufzeit des Kredits nicht die passenden Mieter finden, platzt der Kredit
    Ein Mieter kann in eine billigere Wohnung ziehen. Ein Vermieter, der sich beim Kredit übernommen hat, geht pleite!


    Wie wohl die Megatrends "ständig steigende Mieten" und "Generation Praktikum, prekäre Arbeitsverhältnisse, Einkommensschere" langfristig zusammenpassen sollen? Ich meine, es ist schon jetzt so, dass die Kosten des Wohnens einen immer größeren Anteil am Einkommen aufzehren. Da wird es mittelfristig sicher Ausweichbewegungen geben!

  • Tut mir leid, aber einem solch gravierenden Eingriff in das Eigentumsrecht kann ich nichts positives abgewinnen. Es muss dem Eigentümer einer Wohnung erlaubt sein, zwei Wohnungen zu verbinden, ebenso ist es Privatsache, ob ich mir eine Fußbodenheizung, ein zweites Bad oder einen Kamin in die Wohnung einbauen möchte. Nichts ist gegen Maßnahmen zur Einschränkung von Mietwucher und für eine Durchmischung der Sozialstruktur zu sagen, aber hier hat man es wirklich mit einer Art sozialistischer Regulierungswut und einem Überwachungsstaat zu tun, der in die Privatsphäre der Menschen hineinschnüffelt.

  • Für mich klingt das auch etwas eigenartig ganz konkrete Umbaumaßnahmen zu verbieten. Wäre es nicht viel leichter gewesen schlicht die zulässige Mietpreiserhöhung pro Quadratmeter nach erfolgter Sanierung zu begrenzen? Dann hätte sich der Besitzer von selbst entscheiden können was er einbaut oder worauf er verzichtet.

  • Interessanter Artikel - Danke!


    Ist das so leicht möglich (Stichwort Grundgesetz), dass ein Bezirk so sehr ins Eigentumsrecht des Einzelnen eingreifen darf? Ich kann mr nicht vorstellen, dass die generell aufmüpfigen Berliner sich so einen abstrusen Schwachsinn überhaupt gefallen lassen. Gibt es schon weitere Reaktionen auf diesen Schildbürgerstreich?

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)