• Ein Haus in der Kaiserstraße wurde abgerissen, dessen Fassade beim Neubau wiederaufgebaut werden musste.

    Quote

    Ins öffentliche Interesse war das Gebäude gerückt, weil an gleicher Stelle zuvor ein kleines baufälliges Häuschen sowie ein Nachbargebäude abgerissen worden waren. Dessen aus den 1920er Jahren stammende Fassade musste nämlich aufgrund der Erhaltungssatzung der Stadt bewahrt und in den Neubau integriert werden.Sie wurde vollständig abgerissen und wird nun wieder originalgetreu auf dem Putz angebracht, wie Architekt Wolfgang Mergen berichtet. Vor dem Abtragen hatte man dazu von allen Ornamenten Abdrücke genommen.[...]

    Neue Stadtwohnungen hinter historischer Fassade - Generalanzeiger


    Sieht ziemlich übel aus, wie sich der hässliche grau-weiße Neubau unbeholfen und optisch wenig sittsam um die hübsche Fassade schlingt.
    Projektseite Kaiser136

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Über den Neubau braucht man nicht viel zu schreiben... mal wieder die übliche aktuelle verputzte Primitivarchitektur. Zumindest hat sich der Architekt bemüht, die Geschosshöhe der alten Fassade zu übernehmen und diese durch die Glaselemente zu fassen. Da könnte jetzt vermutlich seitenweise von bewusstem Bruch, Harmonie des Übergangs in Glas, erquickliche Kombination von Neu und Alt geschwafelt werden... aus meiner Sicht ist das Resultat des Bemühens allerdings leider erneut ein Beispiel, dass aktuelle Neubauten keinerlei ästhetische und gestalterische Qualitäten mehr aufweisen und sondern nur noch das funktionale Minimum eines Gebäudes erfüllen in Form einer äußeren Hülle aus Wand und Dach, in die dann noch ein paar Fensteröffnungen gesetzt werden. Das Ergebnis erfüllt dann wie in dem vorliegenden Fall entsprechend einem Altglascontainer zwar seinen Zweck, von einem ansprechendem Äußeren ist das Ganze allerdings weit entfernt.


    Als zusätzliches Ärgernis kommt hinzu, dass gemäß Visualisierung die alte Fassade nicht einmal Fenster mit passender Sprossengliederung erhalten soll und das glatte Erdgeschoss durch fehlendes Bossenwerk und nicht in Linie zu den Obergeschossen stehende Fensteröffnungen als zusätzlicher Fremdkörper wirkt.

  • Auf den ersten Blick ist schon erkennbar, wie viele Fehler hier gemacht wurden. Jodeler hat einen Punkt in seinem letzten Satz bereits angesprochen: Die Erdgeschossfenster der "Reko" sind unstimmig und schlecht platziert, die in den Obergeschossen vollkommen ahistorisch.
    Dazu ist es einfach falsch alles unter ein langgestrecktes Dach zu packen, wenn man Geschlossenheit vermitteln möchte. Dem gemeinen Passanten vermittelt die straßenseitige Fassade das Vorhandensein von zwei Häusern, die man aber ganz sicher beim Lesen des Grundrisses nicht erkennt. Welch ein Schwindel! Fassadismus in Reinform.