Tauberbischofsheim (Galerie)

  • Vermutlich unter Verputz ein Fachwerkhaus, wo Bachgasse und Badgasse zusammentreffen. Dort stand bis 1965 neben "der alten Bach" die "Schnorrsmühle", ein Fachwerkgebäude des 17. Jh., leider abgerissen.


    In der Badgasse, sehr altes Fachwerkhaus, wohl noch 15. Jh., seit langen Jahren leer stehend:


    Fachwerkhaus in der Frauenstraße (früher Armengasse), am Kragstein die Jahreszahl 1592:


    Schräg gegenüber in der Frauenstraße dieses Fachwerkhaus:





    Frauenstraße, ein Fachwerkhaus, das noch aus dem 15. Jh. stammt. Vor langer Zeit diente es Fuhrknechten als Herberge, man konnte ein Fuhrwerk in der Einfahrt einstellen.



    Unweit des vorigen Hauses ein Gebäude mit der Jahreszahl 1568 über der Einfahrt. Vielleicht findet sich doch noch ein Käufer, zumal es im Hof einen Stellplatz für rin Auto gibt und auch da kleine Gärtchen vor dem Haus dazu gehört (dort waren früher allerhand Spolien, teils aus der Gotik, alles verschwunden, wie auch die Hausmadonna):






    Das sog, "La-Roche-Haus", Rekonstruktion um 1970, das Erdgeschoss insbesondere die Kragsteine von 1670. Der Bauherr war der Wundarzt Johann Hermann Franck. Als schon alter Mann hatte Herr Franck eine junge Frau geheiratet. Deren 1720 geborener Sohn hieß Georg Michael La Roche. Dessen leiblicher Vater war der kurmainzische Amtmann Graf Stadion von Thann und Warthausen, der damals auf dem Schloss zu Bischofsheim an der Tauber wohnte. Die Mutter des Michael La Roche war eine junge Schauspielerin namens La Roche aus Metz/Lothringen. Der schon alte Herr Franck starb bald nach der Geburt des Kanben. Der junge La Roche wuchs auf dem Schloss bei seinem leiblichen Vater auf. Als Graf Stadion schon älter geworden war, musste sein illegitimer Sohn für ihn feurige Liebesbriefe an Damen schreiben, die sein Vater umwarb. Dieser war Jurist und hatte für Kaiser karl VI. die sog. pragmatische Sanktion ausgearbeitet. Als Dank gewährte der Kaiser ihm den Wunsch eine Person in den Adelsstand erheben zu dürfen. Graf Stadion ließ daraufhin seinen außerehelichen Sohn legitimieren und erhob ihn in den Adelsstand. So wurde aus Georg Michael La Roche ein Georg Michael de La Roche. Er war der Großvater der Romantiker Clemens und Bettina Brentano. Man verzeihe mir bitte diese etwas etwas langatmigen Ausführungen, doch finde ich, wenn ein Haus mit solch einer Geschichte verknüpft ist, dann darf man das auch mal erwähnen.





    Der zweite Kragstein von rechts hat ein Paar Bratwürste um die Nase. Der vierte Kragstein von rechts ist eine Blattmaske mit dem Wappen des Bauherrn auf der Stirn. Der fünfte Kragstein von rechts stellt uns einen Türken mit Turban vor (es war die Zeit der Türkenkriege bzw-einfälle). Der sechste Kragstein von rechts (in der Türverdachung( zeigt einen Herrn mit Zwicker auf der Nase), darunter, als Schlussstein des Türbogens ist als ein Neidstein ein Gesicht zu sehen, das die Zunge herausstreckt:





  • Kurmainzisches Schloss: Dieses war über viele Jahrhunderte kurmainzischer Verwaltungssitz und Wohnung des amtierenden Amtmanns, dessen Funktion mit der eines heutigen Landrats vergleichbar ist. Der sog. "Türmersturm", der Bergfried der einstigen Wasserburg, stammt noch aus dem 13. Jh. und besaß ursprünglich einen Kegelhelm. Der alte Zugang befindet sich 8 m über dem Schlosshof. Unter dem kurmainzischen Amtmann Caspar Lerch von Dürmstein bekam der Türmersturm seine jetzige welsche Haube mit Laternen im frühen 17. Jh. Auf dem Turm hauste der Türmer, der Feuerwächter war.


    Das Konglomerat verschiedener Gebäude (hier rechts des Turmes) entstand im Wesentlichen im 15. Jh. und ist ganz überwiegend gotisch. Bemerkenswert die untere und noch mehr die obere Halle. Diese atmen mit ihren dicken Mauern, den enorm mächtigen Pfeilern aus Eichenbalken, den Balkendecken, der gotischen Kapellennische, einem gotischen Kamin nebst dem großen Saal, der die Kemenate genannt wird, so ganz den Geist der späten Gotik. In der Renaissance, kurz nach 1600 kam das Fachwerkgebäudes des "Jägerhäusle" im nachfolgenden Bild rechts hinzu. Um 1850 wurde der Graben zur Stadt hin zugeschüttet, der Torturm nebst Mauer wurden abgerissen. Das Ergebnis war der "Schlossplatz".
    Heute befindet sich im Schloss das sehr sehenswerte Tauberfränkische Heimatmuseum:




    Auf der anderen Seite des Schlosshofs stehen Gebäude (hier von der Nordostseite aus links angeschnitten), die überwiegend im 15. und 16. Jh. errichtet wurden. Hier befand sich ein Gutshof, der anlässlich einer Reform des Kurstaats Mainz in den 1780er Jahren an den letzten Pächter verkauft wurde. Rechts sieht man einen kleineren Verteidigungsturm, der vielleicht auch noch auf die Romanik zurückgeht. Es existieren vom gesamten Komplex insgesamt mehrere solcher Türme und Turmstümpfe.



    In dem Gebäude neben dem kleinen Turm und in demselben wird seit dem 19. Jh. die Gastwirtschaft "Zum Türmle" betrieben:



    Eine Nahaufnahme des Türmersturms, der früher im Volksmund "Dörnersduure" genannt wurde. Man kann den Turm im Rahmen von Stadtführungen besteigen (ca. 30 m hoch), es gibt noch die alte Türmerstube. Man genießt von dort oben eine sehr schöne Aussicht:



    Hier die nach Osten gerichtete Schlosskapelle im Erker mit gotischen, hohem Helm. Rechts davon, gleichfalls als Erker gestaltet, die an den Kapellenerker angebaute Beichtnische. Am Kapellenerker befindet sich unterhalb der Fenster in der Mitte das Wappen des beim Bau regierenden Kurfürsten, links davon ein Gemälde der Hl. Katharina, rechts eines mit der Szene der Mantelteilung des Hl. Martin. Unterhalb des Fensters des Kapellenerkers sieht man einen Engel, der das Wappen des Erzstifts St. Peter und Alexander in Aschaffenburg in den Händen hält. Ferner hat sich der Baumeister, der dies geschaffen hat, als kleines Männchen in Stein gehauen, unterhalb des Erkers der Beichtnische verewigt. Rechts von den Erkern ist der Haupteingang zum Schloss zu sehen. Wiederum rechts am folgenden Bauteil sieht man ein halbverdecktes großes Kellertor, das über eine sehr breite Treppe in einen tiefen Gewölbekeller, den alten Weinkeller führt. Ganz rechts angeschnitten das "Jägerhäusle".



    An dieser Aufnahme erkennt man, wie die einzelnen Bauteile gestaffelt hinzugebaut wurden, was m. E. eine malerische Wirkung ergibt. Hier kann man das Jägerhäusle gut erkennen



    Eine etwas andere Perspektive. An der Norwestecke des Jägerhäusles wieder einer der alten Verteidigungstürme:



    Hier der Teil des Schlosses, der ca. um 1480/1490 erbaut wurde. Über einem Steingeschoss erhebt sich sehr schönes, spätgotisches Fachwerk. Dieser Gebäudeteil enthält u. A. einen sehr schönen Saal, dessen Deckengewicht mittels einer besonderen Konstruktion am Dachstuhl aufgehängt ist (dies ist an der Balkendecke des Saals ersichtlich). Dieser Raum soll der Aufenthaltsraum der Damen, die Kemenate, gewesen sein. Von hier aus konnte man aber auch auf die Stadtmauer hinaus gehen, von der ein kleiner Rest erhalten ist.

  • Die St.-Lioba oder Klosterkirche am Markt:


    Aus dem Baujahr 1656 stammt noch das Hauptportal samt der Nische darüber mit der Statue des Hl. Franziskus. Im schweren Michaelishochwasser 1732 wurde die gesamte Inneneinrichtung mit Ausnahme von Kanzelkorb und Schalldeckel zerstört. Erst 1756 konnte die Kirche neu eingeweiht werden. Der Hochaltar stammt aus dem Rokoko, ebenso die meisten Stauen sowie die Beichtstühle. Da das Kloster 1803 auf den "Aussterbeetat" gesetzt wurde und in den Besitz der Stadt überging, wurde es während des II. Weltkriegs als Lagerhalle genutzt. Im Zuge dieser Nutzung wurden nicht nur die Kirchenbänke zerstört, sondern auch die beiden bereits klassizistischen Seitenaltäre. 1969 war die Liobakirche dann so baufällig geworden, dass nur eine knappe Mehrheit für deren Erhalt gestimmt hatte. Damals wurde die Kirche anschließend gründlich renoviert und nach 50 Jahren erst unlängst neu gestrichen.






    Der Hochaltar der Kirche St. Lioba:
    Auf dem großen Altarblatt, das die Heilige in der himmlischen Glorie darstellt, ist unten links als lokaler Bezug im Hintergrund die Stadtmauer und der Turmersturm mit dem Schloss zu sehen. Das obere Bild im Auszug stellt den Tod der Hl. Lioba dar (Hofmaler Herrlein aus Fulda):




    Die Muttergottes als barocke Himmelskönigin mit dem Jesuskind:




    Die Kanzel von 1656, oben auf dem Schalldeckel der Hl. Erzengel Michael als Seelenwäger und mit Flammenschwert:





    Die Decke ist eine Tonne, leider ist der Deckenstuck auf dem Foto kaum zu erkennen:






    Deckengemälde: Hl. Lioba, links des Engels mit dem roten Gewand ist wieder das alte Bischofsheim mit Stadtmauer, Türmersturm und Kirchturm zu erkennen:





    Hl. Lioba mit Votivtafeln:




    Der Auferstandene Christus, der den Tod besiegt hat, mit Siegesfahne:




    Rokokobeichtstuhl, aus Eichenholz geschnitzt nebst Heiligenstatuen:




    Gemälde mit der Szene der Mantelteilung des Hl. Martinus. Dieses Bild wurde beschnitten, war also etwas größer und stammte aus dem barocken Hochaltar der Stadtkirche, der 1847 auf Anweisung des Großherzogl. Ministeriums abgebrochen werden musste. Rechts angeschnitten die Brüstung der Orgelempore:

  • Stadtkirche St. Martin, Neubau 1910-1914. Es wurden dabei jedoch viele Stücke der alten Innenausstattung übernommen, ferner Spolien. Der alte Kirchturm wurde ummantelt und erhöht. Auf ausdrücklichen Wünsch der Büschemer wurde auch die alte barocke Turmhaube mit übernommen, nur eben gegenüber früher noch etwas erhöht. Ins Giebelfeld der Westfassade wurde eine barocke Statue des Hl. Johannes von Nepomuk aufgenommen, der ehedem auf einer der Brückenkanzeln der alten Tauberbrücke gestanden hatte.




    Die Stadtkirche St. Martin vom Schlossplatz aus gesehen:



    Da gerade Fastenzeit war, waren die sehr schön geschnitzen Schreine des Hochaltars von 1915/16, die sonst immer offen stehen, leider zugeklappt. Das modere Fastentuch in der Mitte will mir gar nicht gefallen.




    Das Gesprenge des Hochaltars:





    Links des Hochaltars steht das Sakramentshäuschen des Steinmetzen Konrad Krebs von 1448, oben unter dessen Baldachin St. Martin auf dem Ross. Unterhalb des Gittertürchens befindet sich links das Wappen des damaligen Mainzer Kurfürsten und rechts dasjenige des Erzstifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg am Main:






    Der Marienaltar im zur Fastenzeit geschlossenem Zustand. In der Predella (diekt über dem Altartisch) befindet sich sehr fein geschnitzt "die Wurzel Jesse", das ist liegend und schlafend dargestellt der Prophet Jesias und seine Nachkommen, darunter auch König David und oben in der Mitte schließlich die Muttergottes, Maria als Himmelskönigin mit dem Jesuskind auf ihren Armen:





    In der Hauptstraße ist an einem Haus diese Figur eines römischen Soldaten angebracht. Auf dessen Sockel steht: Zum Riesen 1736. Dies erinnert an eine ehemaliges Gasthaus diese Namens.






    In der Oberstadt: Die Peterskapelle. Die längst profanierte Kapelle ist das älteste Gebäude der Stadt. Lt. dentochronologischer Untersuchung wurden die Dachbalken im Jahre 1180 gefällt. In alten Urkunden wird sie die "Kapelle vor dem Tore" genannt, da sie außerhalb des oberen Stadttores stand. Allerdings wurde der Kirchof um die Stadtkirche erst im 16. Jh. geschlossen und teilweise überbaut. Erst damals wurde der Friedhof an die bereits bestehende Peterskapelle verlegt. Da der Peterskirchhof Im 19. Jh. wieder zu klein geworden war, fand dort die letzte Bestattung 1852 statt. Der neue Friedhof wurde westlich der Bahnlinie hin verlegt. Heute finden in der Peterskapelle Lesungen und Konzerte statt. Es gibt noch einige schöne alte Grabsteine außerhalb und auch innerhalb der Kapelle. Rechts der Eingangstür sieht man einen kleineren Grabstein, der im unteren Teil merkwürdig ausgebaucht ist, darüber befindet sich ein Kreuz. Das ist der Grabstein des 1786 verstorbenen Sonnenwirts. In dem ausgebauten Teil des Grabsteins ist der Reichsadler zu sehen, da der Wirt ein Gasthaus der Thurn & Taxischen Post betrieben hatte. Es findet sich auf dem Stein der mahnende oder, wenn man so will, auch humorvolle Spruch: "Heut fressen die Würmer mich, doch wart' nur, bald auch Dich":






    Am Sonnenplatz / Ecke Bahnhofstraße: Ein Gebäude aus rotem Buntsandstein, erbaut 1888 als Kaiserliches Postamt (am Giebel über der Ecke prangt in gelbem Sandstein noch der Kaiseradler mit Krone und Schleife), darüber die Kaiserkrone in Buntsandstein. Auf dem rechten Giebel ist ein Relief mit dem damaligen Stadt-wappen zu sehen. Später beherbergte das Haus dann die Sparkasse.


    Oberstadt: Hauptstraße beim Sonnenplatz: Hotel Badischer Hof, erbaut 1733:

  • Wie ich festgestellt habe, hatte ich zwei Bilder aus der Hauptstraße der Oberstadt vergessen einzustellen. Dies möchte ich hiermit nachholen.


    Es handelt sich lt. Inschrifttafel von 1742 um den "Kurürstlich Mainzischen Faktureyhof". Es ist auf dem Relief der Sandsteinplatte über den Torbögen über der Inschrift der Hl. Martin bei der Mantelteilung dargestellt, darüber dann das Wappen des Erzstifts St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Das kleine Törchen ist für die Fußgänger bestimmt, das große Tor hingegen war Fuhrwerken vorbehalten. Im großen Torbogen ist oben 1599 angebracht. Hinter der Mauer mit den beiden Torbögen befindet sich ein schöner, stimmungsvoller Innenhof. In meiner Jugend war ich einmal in dem Haus, es ist mir davon eine Holztreppe mit barocken Balustern in einer geräumigen Diele in Erinnerung geblieben. Die Fenster in der Giebelwand zur Hauptstraße hin wurden im 18. Jh. deutlich vergrößert. Im Hintergrund die Stadtkirche St. Martin.



    Hier die beiden Torbögen mit dem besagten Relief:

  • @Villa1895


    Vielen Dank für deine Fotos, Villa. Ich finde Tauberbischofsheim äußerst interessant. Mir stellen sich zwei Fragen:


    Ist die Gassenstruktur der Altstadt mit historischen Bauten erhalten? Es erschliesst sich mir aus den Fotos nicht ganz.


    Und wie hoch schätzt du den Anteil von Gebäuden nach 1945 in der Altstadt ein?


    Was ich übrigens auch sehr bedauerlich finde ist, daß die jahrhundertealte jüdische Geschichte des Taubertals weitgehend vergessen ist. Man schaue nur die Tauberbischofsheimer Synagoge an, komplett enstellt im 60er Jahre Stil.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Lieber Löbenichter,


    zu den von dir aufgeworfenen Fragen nehme ich wie folgt Stellung:


    Es wurde ab dem Jahr 1958 wirklich enorm viel abgerissen, Man kann sagen, dass das wie in einzelnen Wellen vonstatten ging. Gassen, die komplett aus historischen Bauten bestehen, gibt es meines Wissens nach keine einzige mehr. Manche Abschnitte von Gassen standen Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte lang leer, bevor die Häuser dann abgerissen wurden. Bei vielen Gebäuden, die unter Denkmalschutz standen, wurde dieser vor dem Abbruch aufgehoben.


    Den Anteil an Gebäuden, die nach 1945 errichtet wurden, schätze ich insgesamt bezogen für das Gebiet der Altstadt mit ca. 60-70 %.


    Der Tauberbischofsheimer Pfarrer Johannes Ghiraldin ist Judaismus Experte, hat vieles zur Geschichte der Juden in Tauberbischofsheim und der Umgebung, also der Landjuden im Taubertal bzw. Tauberfranken oder im sog. "Badischen Frankenland" erforscht. Wenn ich richtig informiert bin, hat er auch einige Bücher zu dem Thema verfasst. Im Netz findet man bestimmt allerhand dazu.

  • Tauberbischofsheim als Städtchen (ohne die eingemeindeten Dörfer, die kilometerweit draußen liegen, sind es ja nur gut 8.000 Einwohner) ist nett und ich mag es wirklich. Auch der Menschenschlag ist ein angenehmer.
    Besonders schön in der Altstadt sind der Marktplatz und v.a. der Schloßplatz.
    Freilich muß man leider schon feststellen, daß in die Altstadt einige unschöne Löcher geschoßen wurden und die Bilder hier ein tendentiell zu freundliches Licht auf TBB werfen. Verglichen mit alten Karten und Bildern scheinen teilweise Straßenzüge ausgedünnt worden zu sein, so daß die Kleiniteiligkeit mancherorts verloren gegangen ist. Ebenso gibt es doch manch (mehr oder weniger) angepaßten Neubau und die ein oder andere brutale Bausünde (Sparkasse). Nicht weniges steht leer und gammelt vor sich hin.


    Ein Problem im Main-Tauber-Kreis ist die schrumpfende Bevölkerungszahl. Junge Leute ziehen zudem häufig auf die grüne Wiese, viel wird über das Internet oder im Supermarkt im Gewerbegebiet konsumiert, so daß die Innenstadt leidet.
    Dazu kennt man Fachwerk aus jedem Ort, sodaß man dieses nicht im Besonderen schätzt, Flachdachkisten teilweise sogar immer noch als "modern" ansieht. Die Region besitzt leider auch kaum akademisch-intellektuelles Potential; man freut sich hier mehr über ein neues Gewerbegebiet auf der grünen Wiese, das Arbeitsplätze schafft, als über schön hergerichtete Altbauten.
    Bad Mergentheim hat es geschafft, mit der (sehr kleinen) Hochschule und als Rentnerparadies mehr Leben im Ort zu halten. Wertheim hat immerhin deutlich mehr Tourismus.


    Trotz alledem: TBB ist sehr nett und die Main-Tauber-Region ist für ein Wochenende auf jeden Fall tauglich.

  • Lieber Eduard,


    nun, ich habe natürlich keine Fotos von Häusern der 50er und 60er Jahre eingestellt, ebenso wenig solche von Flachdachkisten oder Schuhschachteln, zumal es diese doch überall gibt. Vielmehr wollte ich Gebäude mit Charakter und eigener Prägung vorstellen und die gibt es eben auch in der über 1.200 Jahre alten Stadt an der Tauber, wie z. B. Kragsteine mit Fratzengesichtern und manch schöne, mehrundertjährige Fachwerkhäuser. Der Marktplatz, Teile der Hauptstraße, der Schlossplatz und mit Einschränkung (Sparkassenklotz) auch der Sonnenplatz sind immer noch schön und strahlen eine behäbige Gemütlichkeit aus.


    Dass in Tauberbischofsheim sehr viel Schönes verschwunden ist, tut mir in der Seele weh. Man hätte manches wohl retten können, wenn "von oben her" mehr Sinn und Verständnis vorhanden gewesen wäre. Ich habe auch Fotos von leer stehenden und gefährdeten Häusern eingestellt, also nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Es wurden z. B. am Lieblerhaus seitens der Stadt Notsicherungen vorgenommen, so dass ich hier die Hoffnung hege, dass dieses herausragende Meisterwerk des Fachwerkbaus doch noch gerettet wird.


    Dennoch fürchte ich in Bälde weitere Verluste an historischen Häusern deren Charakter und Ausstrahlung kein noch so steriler, kühler Neubau jemals wird wieder bringen können. Für eine Stadt an der Romantischen Straße sollten die Stadtoberen endlich begreifen, dass, wenn es nur noch moderne Kisten geben sollte, man die Romantik dann endgültig vergessen kann. Jetzt könnte man das Ruder noch herumreißen, wenn es aber mit den Abrissen so weiter geht, ist es bald unwiederbringlich zu spät.


    Es lag mir fern, mit den von mir eingestellten Bildern etwas schöner darzustellen, als es nun mal ist. Mancher sieht mehr das Schöne, das ihn begeistert, andere richten vielleicht ihren Focus mehr auf das, was ihnen missfällt. Und allen wohl getan ist eine Kunst, die niemand kann. So wollte ich eben das Schöne und Charakteristische der Bischemer Altstadt zeigen, ein altes fränkisches Landstädtchen. Wenn ich die wirklich enorm vielen "gefällt mir" betrachte, die ich dafür erhalten habe, wofür ich herzlich danke, dann schließe ich daraus, dass diese Bilder vielen Foristen gefallen haben und sie Freude beim anschauen hatten..

  • @Villa1895
    Deine Bilder sind großartig! Dies ist hier - auch durch die umfangreichen Erläuterungen zu den einzelnen Motiven - eine der besten Galerien im Forum.


    Eduard, was heißt hier "tendenziell zu freundliches Licht"? Warum sollten wir hier im Forum bevorzugt Schlechtes zeigen? Sich mit historischer Architektur zu befassen, ist ein spezielles Interessengebiet. Hier geht es nicht darum, etwas "zu freundlich" oder "geschönt" darzustellen, sondern das zu zeigen, was uns interessiert. Wenn wir das hier nicht tun, wer dann und wo?


    Wir haben diese Diskussion auch gerade bei der Nürnberger Galerie. Dort wird behauptet, die schönen Bilder von Gmünder seien nicht "realistisch". Die Bilder zeigen doch aber einen Teil der Realität, und zwar den Teil, der mich interessiert. Es bedeutet nicht, die Augen vor der "Realität" zu verschließen, wenn man sich mit dem beschäftigt, was einen interessiert. Teil der Realität sind z.B. Fußballspiele und Rockkonzerte. Ich weiß das, gehe aber trotzdem nicht dorthin, sondern beschäftige mich z.B. mit alter Malerei. Scheinbar "alle" sagen: das ist ja so langweilig. Haben die das Monopol auf "die Realität"? Nein. Wenn sich keiner mehr mit den alten Kunstwerken und Bauwerken beschäftigt, dann verschwinden sie erst aus dem Bewusstsein und später ganz. Wir dürfen uns von der Tatsache, dass die Masse der gebauten Umwelt banal und modern ist, nicht vorschreiben lassen, was wir sehen (wollen). Es ist ein Irrtum zu glauben, wenn wir die hässlichen Seiten unserer Städte zeigen, würden sich die meisten Menschen nach schönen alten Gebäuden sehnen.

  • Rastrelli: Es geht in dem Fall auf den du anspielst aber doch nicht um die Frage, ob etwas Teil der Realität ist oder nicht und womit man sich befassen möchte und womit nicht, sondern um die Korrektur einer verzerrten Wahrnehmung.


    Sollte man einen Schwerkranken, der nicht zum Arzt geht, weil er sich einredet, kerngesund zu sein, in seinem Irrglauben bestätigen? Oder sollte man ihm nicht vielmehr mit der Wahrheit konfrontieren, damit er sich endlich in Behandlung begibt? So steht es doch um Nürnberg und viele andere größere und kleinere Städte in Deutschland.

  • Hier nun einige Bilder von Tauberbischofsheim, dem alten Büscheme (Bischofsheim an der Tauber) zumeist aus alten Postkarten.


    Blick vom Höhberg auf das Städtchen. Aufnahme von vor 1883, da das Pfarrhaus St. Martin zwischen dem Großherzoglichen Amtsgeriicht von 1876 und dem Spital von 1861 noch nicht steht:




    Das älteste Foto von "Büscheme" von ca. 1858. Es zeigt einen Jahrmarkt auf dem Marktplatz vor dem alten gotischen Rathaus vom Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Türmchen und der Uhr:




    Das neue Rathaus von 1866/67 im Bau:




    Der Marktplatz beim Wochenmarkt, der 2-mal in der Woche stattfand. Die Aufnahme entstand in den 1960 er Jahren.




    Die hohe Schieferburg des einstigen Gasthauses zum Stern. Kurz vor dem Abbruch war ich 1969 im Haus. Unter der Verschieferung hatte das Gebäude ein reiches Renaissancefachwerk, was man auf dem "Speicher"/ dem Dachboden sehen konnte. Zwischen dem "Goldenen Stern" und dem Haus Haberkorn erkennt man das sog. "La Roche-Haus" von 1670 mit seinen Fratzenköpfen als Kragsteine.




    Die Westseite des Marktplatzes, links im Hintergrund der Kirchturm der Stadtkirche St. Martin.




    Hier die einstige Klosterkirche St. Lioba von 1667. Lioba, eine Verwandte des Hl. Bonifatius hatte dereinst zu Bischofsheim, das die fränkischen Könige dem Hl. Bonifatius als Eigenbesitz geschenkt hatten, das erste Frauenkloster Germaniens gegründet. Die Innenausstattung der Lioba Kirche nebst Stuck und Deckengemälden von ca. 1754. St. Lioba unterrichtete die Töchter des fränkischen Adels. Bei den Häusern auf der rechten Seite erkennt man noch, dass überall Treppen vom Marktplatz zu den Häusern und Geschäften führten. Heute sind diese Freitreppen fast alle verschwunden. Links neben der Kirche angeschnitten das Palais um 1740 des damals reichsten Weinhändlers von Bischofsheim, eines Herrn Bögner:




    Um 1927: der Kaufmann David Spiegel, jüdischen Glaubens vor seinem Geschäft in der rechten Hälfte der einstigen Thurn & Txischen Post von 1602 am Marktplatz. Die Schaufester hatten hölzerne Fensterläden. Der Gartenzaun im Vordergrund rechts gehörte zum Gärtchen um das Marktkreuz, welches aber nicht auf dem Foto zu sehen ist. Und ganz im Vordergrund an der Rinne, dem Rrinnstein, sind Hühner zu sehen. Es war halt doch ein stark landwirtschaftlich geprägtes fränkisches Landstädtchen, aber ein liebenswertes.

  • Der Marktplatz, vielleicht in den 1960 er Jahren im Advent. Der Wochenmarkt war, wohl durch die winterlichen Temperaturen bedingt, sehr zusammengeschrumpft:



    Das älteste Foto des Gasthauses mit Poststation "Zur Sonne". Aufnahme von spätestens 1884, denn damals wurde das alte, malerische Haus leider abgebrochen. Die Wirtschaft mit Pferdeausspanne bestand mindestens aus den beiden Häusern aus der Renaissance, die mittels eines Übergangs über die Straße miteinander verbunden waren. Hier hielt der Postillion mit seiner Postkutsche. Schon bei der Einfahrt ins Städtchen bließ er mit seinem Posthorn und rief dann beim Einbiegen auf den Sonnenplatz "Bischofsheim Sonne", ab Mitte des 19. Jh. "Tauberbischofsheim Sonne": Er nahm nicht nur Reisende über den Odenwald mit, sondern auch Reisegepäck und Pakete. 1912 fand die letzte Fahrt mit der dafür reich gezierten Postkutsche statt.



    Blick in Gegenrichtung vom Gasthaus zur Sonne in Richtung "Großherzogliches Gymnasium" Dieses war 1865 nach Plänen eines Weinbrenner-Schülers von 1855 errichtet worden. Der Grund für den sehr späten Bau war, dass die Stadt damals so arm war, dass sie lange Zeit die Baukosten für das Gymnasium nicht aufbringen konnte. Die Aufnahme entstand um 1880. Vor der Apotheke, einem früheren Weinhändlershaus standen bis etwa zum II. Weltkrieg noch zwei Pumpbrunnen:




    Der Sonnenplatz nach 1902. Rechts, das hohe neugotische Haus, wurde 1902 erbaut. Im Erdgeschoss befand sich bis 1960 eine Görres'sche Buchhandlung. Der ganze Laden, alle Schränke und Theken waren in Neugotik gehalten. 1960 flog das alles raus. Links anstelle des Gasthauses zu Post nun das Kaiserliche Postamt, wie auf goldenen Lettern zu lesen ist. Als Baumaterial wurde hellroter Buntsandstein verwendet. In der Mitte fährt die gelbe Postkutsche, Rechts etwas im Hintergrund gewahrt man den Türmersturm (mundartlich: Dörnersduure"), das Wahrzeichen der Stadt.



    Der Sonnenplatz mit Blick von Ost nach West, wohl in den 1960 er Jahren. Rechts im Hintergrund der Kirchturm der ev. Kirche, die 1895 erbaut wurde:




    Hier der Sonnenplatz noch mit einem Pferdefuhrwerk:




    Auf diesem friedlichen Bild sehen wir ganz links am Sonnenplatz das Haus des jüdischen Rechtsawalts Dr. Spiegel. Links am Ende des Sonnenplatzes biegt auch hier ein Pferdefuhrwerk um die Ecke.




    Ganz links das einzige, zumindest teilweise freigelegte Fachwerkhaus aus der Renaissance am Sonnenplatz, erbaut um 1600. Abendliche Adventsstimmung am Sonnenplatz:



    Zwar nicht am Sonnenplatz, aber nicht weit davon entfernt. Blick vom Schlossplatz hinüber zur Stadtkirche St. Martin. Außerdem ist auch der Dachreiterder St. Sebastianus Kapelle zu erkennen.

  • Mit dem Abbruch des alten Riedernhofes im Jahre 1958 fing die Abrissorgie an. Der Riedernhof, ein Gebäude der Renaissance und des Barock, das seit über 100 Jahren zuerst das Großherzogliche Bezirksamt, das nachmalige Landratsamt beherbergt hatte, war zu klein geworden. Um Baukosten zu sparen verlangte die Regierung in Stuttgart, dass das alte Haus weg müsse, um genau dort das neue Landratsamt zu bauen. Unser damaliger Oberamtsgerichtsrat Dr. Chrestin, der spätere Gründer des Tauberfränkischen Heimatmuseums, setzte alle Hebel in Bewegung um das alte Palais zu retten und fuhr sogar zweimal in der Sache nach Stuttgart. Leider ohne Erfolg. Hier sehen wir rechts den Rohbau des neuen Landratsamts. Fast alle Häuser, die wir hier noch links sehen, bis fast zur Sebastianus Kapelle sollten spätestens 1969 abgerissen werden. Auch vor der Stadtkirche bereits 1958 alles abgerissen, einschließlich des Häckerhäusles, eines Fachwerkhauses um 1600 (einst Versammlungsort der Häckerzunft über die Jahrhunderte, bis zur Auflösung der Zunft 1895 als Folge der Vernichtung sämtlicher Weinberge durch die Reblaus)



    Blick aus einem Fenster des Gymnasiums in die Hauptstraße der Oberstadt. Das Haus links mit dem Erker mit Turmdach ist das Wohn- und Geschäftshaus des jüdischen Weinhändlers Strauß, erbaut 1899. Das Haus ganz vorne rechts ist der sog. "Kassenbau", den die Bezirkssparkasse 1896 erbauen ließ, nachdem wenig vorher eingige alte, kleine Häuser an derselben Stelle abgebrannt waren. Es war, wie das Haus Strauß und andere Häuser, vor allem auf der echten Seite, Häuser mit großen herrschaftlichen Wohnungen. Die Aufnahme dürfte zwischen 1900 und 1910 entstanden sein:




    Die Schmiederstraße war eine vornehme und früher ruhige und beliebte Wohnstraße. Um 1900 wurde der ehemalige Wall eingeebnet. Links hinter der Lindenallee befand sich der Fröschgraben (Fröschgoawe), später eine Grünanlage. Die Aufnahme dürfte Ende der 1920 er bis Anfang der 1930 er Jahre aufgenommen worden sein.




    Hier erkennt man Ecke Mergentheimer Straße/Laurentiusstraße hinter der Liftfasssäule nur eine hohe Mauer. Es war ein Grundstück mit einem aus dem Spätbarock stammenden Gartenhaus, mit Buchsbaumbeeten und einem zentralen Springbrunnen und hohen Bäumen und Büschen. Das 2-stöckige einstige Gartenhaus war auf zwei Seiten später im 19. Jh. angebaut worden. Das Kerngebäude zeigte Stiformen des Frühklassizismus. Über der Eingangstüre war ein ovales Relief aus rotem Buntsandstein , das einen Schalksnarren mit langen Ohren mit Schellen drandarstellte. Auch war, wenn ich mich recht erinnere, die Jahreszahl 1786 in zeittypischen Ziffern unter dem Narren eingraviert. Das Eingangstor hatte auf den Torpfosten rechts und links einen Pinienzapfen. Alles, alles ist verschwunden und dahin. Heute befindet sich dort, wie auch gegenüber eine ganz banale Tankstelle.




    Hier ein Foto des "Wannenbades" errichtet im Schweizerhausstil und des Badgartens, einer sehr gepflegten und spätromantischen Anlage, die allen Bürgern zugänglich war. Das große Bassin war zu meiner Kindheit um 1960 von vier Rosenbeeten mit herrlich duftenden Rosen umgeben. Im Badgarten habe ich die frohen Spiele der Kinheit gespielt und hier das Radfahren gelernt, da man an den Bänken so gut auf- und absteigen konnte. Die hier eingestellte Aufnahme stammt aus der Zeit um 1900. Zu miener Kindheit war das Bad längst geschlossen. In meiner kindlichen Phantasie war das alte Bad ein verwunschenes Schloss. Immer wollte ich es von innen sehen. Dieser Wunsch ging allerdings erst beim Abriss des Bades um 1960 in Erfüllung. Es gab dort wunderschöne farbige Steinzeugfliesen zu bewundern. Was ich nicht gewußt hatte, es gab auf der gegenüberliegenden Südseite nochmals einen kleinen parkartigen Garten mit zwei Springbrunnen, an deren Rand zwei steinerne Frösche Wasser ins Bassin speien konnten. Zwar war das alles längst außer Betrieb, aber der Wunsch nach zwei Springbrunnen ist bei mir geblieben. Wir sind gerade dabei ihn zu erfüllen, aber in meiner neuen Heimat.


    Die Tauberbrücke mit Blickrichtung Innenstadt. Vermutlich in den 1960 er Jahren aufgenommen. Rechts ist das Gasthaus Hammel von 1853 zu sehen. Es hatte an der Ecke zur Brücke hin einen schönen schattigen Biergarten mit großen Kastanienbäumen und Fliederbüschen von einem kunstvoll geschmiedeten Zaun umgeben. Hier ist der Biergarten schon nicht mehr zu sehen. Er wurde in der 1960 er Jahren mit einer modernen Bundeskegelbahn überbaut:


    Das Grün ganz rechts gehört zum oben erwähnten Biergarten des Gasthauses Hammel. Die Aufnahme ist um 1900 entstanden. Links ist der Eingang zum Badgarten an den Torpfosten zu erkennen. Der Blick geht durch die Hauptstraße der Unterstadt zum Marktplatz. Im Vordergrund rechts ist ein Scherenschleifer mit seinem Schleiferskarren zu sehen. Ein Gewerbe, das auch schon längst ausgestorben ist.



    Die Martine Messe mit einem Riesenrad auf dem Marktplatz:


    Zum Schluss noch ein Bild, das die in den 1920 er Jahren errichtete Landwirtschaftsschule zeigt.

  • Ich habe mir die Galerie noch einmal angeschaut und dazu ein Luftbild hinzugezogen. Als hoffnungslosen Fall sehe ich die Stadt nicht an. Vieles ist noch da, die Struktur ebenso. Was Tauberbischofsheim bräuchte, wären punktuelle Abrisse von Bausünden sowie alle Altbauten in der Altstadt wieder so herrichten wie sie ursprünglich waren. Und natürlich eine Gestaltungssatzung für die Zukunft. Es hat auf jeden Fall viel Potenzial.



    Villa1895


    In Wikipedia steht, dass Tauberbischofsheim einst bis zu 20 Türme und Tore umfasste. Gibt es von diesen noch alte Fotografien bzw. Beschreibungen?

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Sowohl vom Türmersturm, als auch vom sog. "Hexenturm", der aber keiner war, habe ich Bilder weiter oben in diesem Strang unter den Datum 20.05.2017 eingestellt.

  • Villa1895


    Ich dachte eigentlich, ob es Fotos/Daguerreotypien der Türme und Tore gibt, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurden. ;)

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Löbenichter


    es wird wohl eher keine Fotos der abgerissenen Türme geben. Der letzte Torturm Unteres Tor bzw. des Taubertor wurde 1853 abgerissen. Der erste Photograph von Tauberbischofsheim gründete sein Atelier erst 1858, da waren die Stadtmauer und die Türme schon abgebrochen.


    Es gibt einen Plan von 1748, wohl ein Aquarell. Will mal danach suchen, vielleicht finde ich davon ein Foto, welches ich dann einstellen könnte. Außerdem habe ich mal irgendwo eine Bleistiftzeichnung des Taubertores gesehen (von der Feldseite aus), bezeichnet 1708. Falls ich darauf stoßen sollte, werde ich auch dieses Bild einstellen.


    Vor einigen Jahren hat ein Mitglied des Heimatvereins nach dem Plan von 1748 ein Modell angefertigt, das imTauberfränkischen Heimatmuseum ausgestellt ist. Da sind neben der Stadtmauer auch die Türme dargestellt. Allerdings besitze ich kein Foto dieses Stadtmodells.

  • Hier nun der von Heinrich Zürner im Jahre 1748 hergestellte Plan der kurzmainzischen Stadt Bischofsheim a. d. Tauber.






    Ein Nachkomme des o. g. Heinrich Zürner, Ing. G. A. Zürner erstellte diesen Plan, der zwar etwas schematisch erscheint, welcher jedoch trotz alledem im Wesentlichen einigermaßen genau sein dürfte:




    Wohl im ersten Drittel des 20. Jh. wurde dieses Bild der Stadt (Tauber) Bischofsheim gefertigt:




    Das "Häckerhäuschen" von 1613, kurz vor dem Abbruch mit vielen anderen Häusern der Umgebung im Jahre 1958. Schade, dass dieses Idyll, mit der Stadtkirche als Hintergrund verschwunden ist.


    Das Bild von 1708 vom unteren Stadttor auch Taubertor oder Gefängnisturm genannt, von dem ich berichtet hatte, konnte ich leider nicht auffinden.