Tauberbischofsheim (Galerie)

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    • Zeno, du hast es ganz richtig erkannt. Diese alten Häuser standen rechts, wo auf dem neueren Bild jetzt Autos parken. Das Fachwerkhaus, das es noch gibt, ist das Café Conrad. Dem Cafe´ am nächsten , aber schon über der Brücke, die über den Mühlkanal führte (die sog. "alte Boch") befand sich eine Scheune. Man kann auf dem alten Bild das Scheunentor erkennen. Die Scheune wurde schon sehr, sehr lange abgerissen, der Abriss der anderen Häuser folgte nach langer Zeit des Leerstands. So in der Art wie diese alten, romantischen Häuser muss man sich die "Büschemer Dörgei" vorstellen. Die alte Aufnahme entstand vom Fischplatz aus,wo es auch kein altes Haus mehr gibt. Einige der Häuser wiesen in Stein gehauen, z. B. an vorspringenden Kragsteinen Jahreszahlen auf, soweit ich mich erinnere, aus dem 16. Jh.

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    • Tauberbischofsheim, I. Weltkrieg , Einmarsch der russischen Kriegsgefangenen. Hauptstraße, von der Tauberbrücke her kommend, links das Gasthaus "Hammel" damals noch mit Brauerei und mit dem Biergarten mit kunstvollem schmiedeeisernen Gartenzaun. Erbaut 1853, nachdem das Taubertor abgebrochen worden war. Das Gasthaus Hammel war ein charaktervolles Haus mit einem beliebten Biergarten, bis die Autos so zunahmen, dass es im Biergarten nicht mehr schön war zu sitzen. Dieser musste dann weichen, dafür wurde an dessen Stelle in modernen Formen eine "Bundeskegelbahn" angebaut. Es blieb dann noch eine kleine dreieckige Grünfläche übrig. Das alte Gasthaus dürfte erst in den 1980 er oder 1990 Jahren, vielleicht sogar noch später, abgebrochen worden sein. Rechts sieht man die Mauer und den Zaun des Badgartens, der einst unser Kinder-Spielparadies war:


      1916: Soldaten im Heimaturlaub bewundern den neuen Hochaltar der Stadtkirche St. Martin zu Tauberbischofsheim. Die Kreuzigungsgruppe im Gesprenge des Altars stammt allerdings noch aus der Spätgotik:

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    • Hier ein Bild vom Herbst 1909, Kaisermanöver, die Soldaten marschieren über die Tauberbrücke. Freilich sind auf der Brücke auch sehr viele Einwohner des Städtchens als "Schaulustige" zu sehen. Das Foto ist gerahmt, ich wollte es nicht aus dem Rahmen nehmen, da es ansonsten nicht mehr richtig vor Staub geschützt wäre. Auf der Ostseite der Tauber standen damals nur ganz wenige Häuser. Oben auf dem Hamberg (offiziell Heimbergsflur) beobachtete der Deutsche Kaiser das Manöver von der bisher "Värtelisspitze" genannten Fläche. Ab dem Kaisermanöver nannte man diesen Aussichtspunkt "Kaiserspitze". Man erkennt jenen Punkt mittig bis links im Bild, wo am Horizont nach rechts abfallend der etwas dunklere Wald ausläuft.

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    • @ Zeno,

      das alte Haus Hauptstr. 62 (?) steht tatsächlich noch. Es ist aber nicht mehr verschiefert, sondern anstelle von Schieferplatten mit irgendeinem künstlichen Plattenmaterial von sehr dunkler Farbe verkleidet. Auf dem neuen Bild ist es das Haus auf der Linken Seite im Hintergrund mit der roten Aufschrift S. Oliver. Zu meiner Kindheit befand sich in dem Haus die Metzgerei Hörner. Es hatte damals schöne, altertümliche schmale und hohe Schaufenster, welche oben mit einem Segmentbogen abschlossen. Ja, es muss dereinst eine kurmainzische Einrichtung in dem Haus gewesen sein. Welche habe ich vergessen. Später war dann die Bäckerei Holler in dem Haus. Die Haustüre ist leider sehr renovierungsbedürftig, aber reich geschnitzt und stammt aus dem Frühklassizismus. Es sind in der Hauptstraße in der Oberstadt leider sehr viele wertvolle und schöne Häuser abgerissen worden. Zum Beispiel alle Häuser von jenem Hauptstraße 62 bis zum Sonnenplatz, allesamt 17. Jh. bis ganz frühes 19. Jh.

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    • Bild 6692 von Zeno hier bitte musste auch erst suchen. Ein wenig in die Jahre gekommen aber wohl nicht baufällig, wehre schön hinter den putz sehen zu können das ist ganz klar auch ein Fachwerkbau.Bei der Größe könnte es, freigelegt plus anbau und gute Fenster ein Schmuckstück sein, definitiv nicht Abris tauglich meines Erachtens.

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    • Danke Maxitown für das Heraussuchen des Bildes. Ich hatte es schon auch gefunden; meine Bemerkung zielte aber eher darauf ab, deinem Vorschreiber klar zu machen, dass er einen Hinweis auf ein Bild, das 20(!) Beiträge vorher gepostet worden ist, geben sollte, oder das Bild zitiert.

      Badgasse 14 (das Haus im Bild des vorangehenden Beitrages) dürfte ein Fachwerkhaus mit überdurchschnittlich reichem Zierfachwerk sein und aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen. Die reich, aber trotzdem fein profilierten Rähme und Schwellen weisen darauf hin, weil man bei einfacheren Fachwerkbauten des Ortes diese so nicht antrifft. Vergleichbar sind:

      Beim Schloss:

      MunichFrank wrote:


      MunichFrank wrote:

      … das Lieblerhaus, ein 1628 erbautes Renaissancefachwerkhaus:


      Zeno wrote:

      ...die Ostseite des Marktplatzes:

      Bild 6681

    • Noch einige Bilder aus Tauberbischofsheim. Das erste Bild zeigt eine Postkarte, die 1896 gelaufen ist. Im Rhombus in der Mitte der Karte sieht man etwa 2/3 der Fassade des 1890 errichteten Reinigungsbades zur Hebung der Hygiene. Es war eine Stiftung wohlhabender Bürger für die Allgemeinheit. Es gab in der Mitte vor dem Gebäude, das ich als Kind nur als verschlossenes "Märchenschlösschen" kannte, ein kreisrundes, tiefes Bassin mit Goldfischen. In der Mitte des Beckens befand sich ein Kegel, der aus Tuffstein errichtet, und gänzlich mit Moos bewachsen war und einzelnen roten Blümlein. Oben aus dem Tuffsteinkegel sprühte eine feine Fontäne ihr Wasser empor. Im Umkreis um das Becken herum waren vier ovale Beete mit stark duftenden gelben "Teerosen" angeordnet, an den Schmalseiten der Ovale befanden sich 4 Weißtannen. Welche Erinnerungen seliger Kinderzeit. 1960, damals war ich 7 Jahre alt war, wurde das Bad abgerissen, das herrliche Fliesen aufwies. Während des Abbrisses konnte ich endlich erstmals rein schauen. 1965 wurde dann auch noch der Badgarten durch einen neuen Stadtgärtner so total verändert, ich muss sagen zerstört, dass viele, vor allem alte Leute, ihn gar nicht mehr betreten wollten. Es waren fast alle alten Bäume gefällt, die einstigen Kieswege mit Waschbetonplatten belegt, die Sonne brannte nun gnadenos herunter, Die Romantik war gänzlich "dahin".













      Hauptstraße. Dieses Haus war, wie am Türsturz vermerkt, 1787 errichtet worden. Es sah in meiner Kinderzeit, um 1960 noch fast genauso aus, nur die Treppen mussten ins Gebäude hinein verlegt werden, da es wegen der vielen Autos und Lastwägen zu gefährlich geworden war, wegen der Treppen die Fahrbahn zu betreten. In meiner Kindheit stand über dem Ladengeschäft rechte: Rosa Rückert, Bürsten, Pinsel, Besen..." Frl. Rückert war die Tochter des alten Hern Rückert, der ein alter, feiner Herr war. Er war damals (um 1960) um die 90 Jahre alt und trug einen langen, weißen Bart, an Sonn- u. Feiertagen ging er mit mit Gehrock, Zylinder und Silberstock aus. Man hatte 1914 sein Reitpferd eingezogen, es kam nie mehr wieder zurück. Das Haus besaß ein seitliches Hintergebäude und einen wunderschönen, zwar nicht sehr großen, aber sehr romantischen Garten mit einem riesigen Birnbaum. Ein hohes, schmiedeeisernes Tor und ein solcher Zaun, zwischen Sandsteinpfosten, grenzten es zur rückwärtigen Gasse ab. Die Belle Etage war "hochherrschaftlich" möbliert. Wenn ich mir dazu im Vergleich zum Haus aus dem 18. Jh. den heutigen Renditeneubau ansehe, welch ein Verlust. Es ist ein Stück wertvoller Bau- und Wohnkultur verloren gegangen. Man gewahrt auf dem Foto links neben der großen Eingangstreppe noch das ehemalige Kellertor, das aber schon zur Hälfte in der Straße steckt. Das uralte Haus ganz rechts auf dem Foto ist in den 1920 er Jahren eingestürzt. nach meiner Schätzung dürfte dieses Haus wohl noch weit vor 1500 errichtet worden sein:






      Bahnübergang mit der 1898 gegründeten Vereinigten Schulmöbelfabrik, rechts etwas erhöht die ev. Christuskirche, weiter zurück, über dem Stellwerkhäuschen das Dach der Villa Derr, ganz links von den Gleisen das Fürstlich Leiningische Forstamt. Die Schulmöbelfabrik brannte in den 1920 er Jahren ab und wurde viel weiter außerhalb, Richtung Hochhausen zu, neu errichtet.





      Badisches Landesfeuerwehrfest 1900, Aufnahme auf dem Martplatz:



      Feuerwehrfest 1912 (zum 50-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr), aufgenommen auf dem Marktplatz:




      Das Gasthaus "Badischer Hof" in den 1920 er jahren. Man sieht rechts noch das große Kellertor für die großen Weinfässer. das Haus war um 1732 als Weinhändlershaus erbaut worden.

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    • Die alte Tauberbrücke mit vielen Steinbögen ging im Hochwasser von 1845 zu Grunde. Die neue Brücke, die in der Aufnahme zu sehen ist, wurde 1847 auf Fundamenten der alten Brücke errichtet:



      Aufnahme von der Brücke her kommend, am Beginn der Hauptstr. der Unterstadt. Die Haustüre des zweiten Hauses, das man rechts sieht, lag gut einen Meter unter dem Straßenniveau der Hauptstraße. Eine Treppe führte zu Haustüre hinunter. Das Haus war vermutlich uralt, vielleicht 15. Jh. Es wurde erst vor wenigen Jahren abgerissen:





      Hauptstraße in der Unterstadt. Linkes Foto zeigt das Gasthaus zum weißen Ross. Es waren eigentlich zwei Häuser, eines aus dem 18. Jh. (links) und eines in rotem Buntsandstein rechts (Gründerzeit), die zusammen gefasst waren. Foto rechts oben: Altes Schloss mit Kapellenerker, Foto rechts unten: Blick vom vom Gässlein Zwinger zum Schloss, das große dunkle Fenster im Obergeschoss ist der erhaltene Pranger. Das Schloss als Dienstsitz des Mainzischen Amtmanns war einst auch Gerichtsort:





      Blick vom Marktplatz in die Hauptstraße der Unterstadt Blickrichtung gegen Osten. Links das Gasthaus zum Goldenen Stern:







      Blick von der Hauptstraße der Unterstadt auf zum Marktplatz. Links die Freitreppe des einstigen Bögner-Palais:





      Die Schmiederstraße hieß früher Grabenweg und lag außerhalb des Fröschgrabens und des Schneckengrabens. Das Eckhaus links war das Haus der Frankonia, hier wurde die zeitung gedruckt. Das übernächste Haus war das Kaiserliche Postamt von 1906, ein sehr schönes Haus, ganz im roten Buntsandstein erbaut, von außen Neoreniassance, innen jedoch schon Jugendstil. Im Giebel prangte ein riesiger Kaiseradler samt Krone in Bronze. 1972 wurde das Gebäude mit der fadenscheinigen Ausrede abgerissen, dass es Einsturz gefährdet sei, nachdem man zuvor, vermutlich mit Absicht, alle Innenwände herausgerissen hatte. Dass es dann Risse gab, war ja vorauszusehen und wohl auch so gewollt. Das Nachfolgegebäude ist ganz unscheinbar, Fassade glatt, es stand ewig leer, jetzt wird es als Asylantenheim genutzt:





      Bahnhofstr. Blickrichtung zum Sonnenplatz, rechts vorne das 1890 erbaute Fürstlich Leiningische Forstamt. Das am Ende der Straße weit vorspringende Haus ist das Gasthaus zum Ritter:





      Obere Schmiderstraße , rechts das kath. Pfarrhaus, erbaut kurz nach 1880 dann das Spital mit dem Glockenstuhl (errichtet 1861), ganz am Horizont erkennt man den Kirchturm der ev. Christuskirche (erbaut 1895):





      Das Schulhaus der Volksschule, 1909 in roten Buntsandstein errichtet:



      Sonnenplatz mit Blick in die Bahnhofstraße. Das Eckhaus rechts wurde 1888 als Kaiserliches Postamt errichtet, war aber schon um 1900 viel zu klein geworden. An der Ecke oben ein Relief des Kaiseradlers und ganz oben auf dem Bogen vollplastisch die Kaiserkrone. Ganz links die Apotheke am Sonnenplatz und rechts davon die "Wirtschaft zum Ritter":





      Sonnenplatz in den 1920 er Jahren. In der Ecke geht nach rechts die Bahnhofstraße ab. Das Haus mit dem Balkon war das Gasthaus zur Sonne, die als Poststation erster Klasse dem Sonnenplatz seinen Namen gab:





      Postkarte gelaufen 1909, verschiedene Ansichten von Tauberbischofsheim:





      Kurmainzisches Schloss, im Volksmund "Altes Schloss" genannt):





      Im Vordergrund der einst zum Schloss gehörende Gutshofteil, der von Kurmainz etwa 1787 an den damaligen Pächter verkauft worden war. In dem Haus mit dem Rundturm befand sich später das "Gasthaus zum Türmle":





      Einstiges Vortor des oberen Stadttores, errichtet unter Amtmann Caspar Lerch von Dirmstein kurz nach 1600. Nach Abbruch des Stadttores wurde das einstige Vortor an einen Müller verkauft, der es 1812 als Hoftor seiner Mühle aufstellte:





      Obere Hauptstraße beim Sonnenplatz. Links, wo man die hohe Mauer sieht, das mächtige Einfahrtstor zu erahnen ist und das links angeschnittene große Haus von 1805 waren in den einstigen Stadtgraben errichtet, offenbar mit den Steinen des abgebrochenen Tores, denn auf der Rückseite des Hauses gab es mehrere eingemauerte Schießscharten. Das stattliche Anwesen mit Mansard-Dach, Scheune, Ställen, Gesindehaus und großem Garten wurde 1973 abgerissen und dort das Monster der Sparkasse erbaut. Einzig ein Stein mit Inschrift von 1597 wurde aufbewahrt. Rechts die Maria-Hilf-Kapelle von 1700:





      Das einstige Erzbischöfliche Confikt an der Königheimer Straße, erbaut 1890, heute Hotel St. Michael. In diesem Confikt hatten Schüler aus den umliegenden Dörfern die Möglichkeit zu wohnen, um das Gymnasium in der Stadt zu besuchen und wurden auch schulisch gefördert. Das Badische Frankanland, auch Madonnenländchen genannt, war einst das "geistliche Mistbeet" der Erzdiözese Freiburg. Viele geistliche Berufungen kamen von hier. Man erkennt direkt an der Straße gelegen, den Rundbau der einstigen Ölbergkapelle von 1796. Nach der Ostseite war die Kapelle offen und besaß dort einige Rundsäulen. Um 1970 wurde die Kapelle abgerissen und die gotischen Sandsteinfiguren in der Grünanlage bei der Stadtkirche ohne Schutz aufgestellt. Inzwischen sind diese Figuren unter einem Schutzdach am Kirchturm der Stadtkirche St. Martin:





      Blick vom Höhberg auf das alte Büscheme. Links der Bismarckturm mit der Feuerschale, errichtet von den Tuberanen, wie nicht nur die Studentenverbindung hieß, sondern auch schon die Gymnasiasten wurden als Tuberanen bezeichnet. Tubera ist das lateinisierte Wort für Tauber, das aus dem Keltischen stammt:





      Das Württembergische Kriegerdenkmal für die im deutschen Bruderkrieg in der Schlacht von Tauberbischofsheim am 24. Juli 1866 beim Kampf gegen die Preußen gefallenen Württemberger. König Karl I. von Württemberg nahm 1867 höchstpersönlich an der Einweihung des Kriegerdenkmals teil. Die Büschemer nannten das Denkmal kurz und bündig "Monument":

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    • Nachdem ich wegen einer Beerdigung eines Verwandten, die am 20.03.2019 stattfand, ohnehin in Tauberbischofsheim weilte, sind am nächsten Tag bei sehr schönem Wetter einige Aufnahmen entstanden, "die Licht und Schatten" des Zustands der Altstadt verdeutlichen.


      Dieses Haus (einst Villa Cramer) entstand um 1860 an einer stillen Straße, heute tobt dort der Verkehr. Aus dem Fröschgraben heraus ergab sich ein schönes Bild, nur musste man lange warten, bis gerade mal kein Auto vorbei fuhr:




      Die Hauptstraße in der Unterstadt mit Blick zum Marktplatz, im Hintergrund die Stadtkirche St. Martin:


      Hauptstraße in der Unterstadt. Die ersten drei Häuser links stehen schon sehr lange leer, hoffentlich gelingt es noch, diese zu erhalten:



      Hauptstraße der Unterstadt. Das erste Haus von links ist ein Eckhaus zum Marktplatz. Eine Rekonstruktion in Anlehnung an das dort früher stehende "Gasthaus zum Stern". Das zweite Haus von links steht leer. Zwar hatte es um 1870 eine neue Fassade aus Buntsandstein erhalten, doch stammt das Haus sonst wohl aus dem 16. Jh. Das dritte Haus von links, das Fachwerkhaus mit den rot gestrichenen Balken, steht in den oberen Geschossen gleichfalls leer, doch wird das Erdgeschoss noch gewerblich genutzt:



      Der "Rehhof" ein Barockhaus von 1702, hier die Einfahrt ins Gebäude:



      Hauptstraße in der Unterstadt. Diese beiden Häuser (links 18. Jh., rechts 19. Jh. gehören zusammen. In beiden Häusern befand sich einst das "Gasthaus zum weißen Ross". Leider auch schon sehr langer Leerstand. Das Erdgeschoss des linken Hausteils sehr ungünstig verändert. nei meinen alten Postkarten, die ich weiter oben eingestellt hatte, sieht man wie das Haus früher aussah:



      Dieses Barockhaus war seit seiner Erbauung im 18. Jh. sehr lange eine Bäckerei. Bis auf das Erdgeschoss, wo sich eine Kneipe befindet, steht das Haus schon sehr lange leer. Der Zwerchgiebel hatte noch zu meiner Kindheit rechts und links aus Eiche geschnitzte, große Voluten, links des Netzes noch in Restbeständen zu erkennen. Oben unter den beiden kleinen Zwillingsfenstern ist, nachdem der Putz abgefallen ist, ein Feuerbock aus Holz zu erkennen, diesen halte ich für älter , vielleicht 16. Jh. Mag sein, dass der gesamte Zwerchgiebel in Fachwerk errichtet wurde. während die übrige Fassade Erdgeschoss und erstes Obergeschoss jedenfalls aus Stein erbaut sind.


      Nochmals dieses Haus, übers Eck zur Gerbergasse hin gesehen. In der heute leeren Nische befand sich früher die schönste Hausmadonna von Tauberbischofsheim. Ein Hauseigentümer hat, dem Vernehmen nach, diese Madonna in den 1960er Jahren an einen Antiquitätenhändler in Würzburg verkauft. Seitdem ist die Nische an der Hausecke leer.

      Hier nochmals diese Nische. Es tut meiner Seele weh, wenn ich dort vorbei komme, zumal ich ja noch weiß, wie schön das einst war:

      Unterstadt, Hauptstraße. Das sog. Lieblerhaus, erbaut 1628 steht gleichfalls schon Jahr und Tag leer. Dem jetzigen Eigentümer gehört auch das Nachbarhaus, in dem ein Drogeriemarkt betrieben wird. Der Drogeriemarkt möchte die Fläche dazu haben, innen alles raus, aber die Fassade erhalten. Der Denkmalschutz beharrt auf der Erhaltung des Innenbreichs . Schließlich hat die Stadt Tauberbischofsheim bereits eine Notsicherung durchführen lassen. Hoffentlich bleibt dieses auch "Melusinenhaus" genannte Haus mit seinem reichen Fach- und Schnitzwerk erhalten:
    • Hier nochmals der Giebel des Lieblerhauses, eines Renaissancehauses von 1628. Die Brüstungsfelder unter den Fenstern des 1. und 2. Obergeschosses sind reich beschnitzt. Im 1. Obergeschoss hält ein Engel eine Schrifttafel. Darin ist geschnitzt: "Kaspar Liebler und Katharina Lieblerin 1628".






      Unterstadt.Hauptstraße: Hier ein Haus, dessen Erdgeschoss von 1617 stammt. Dicke Kragsteine trugen ursprünglich Fachwerkgeschosse, die 1911 abgebrannt sind. Von 1911 sind deshalb die oberen Etagen. Einer der dicken Kragsteine des Erdgeschosses, die dicke Gesichter darstellen, hat ein Paar steinerne Bratwürste um die Nase gewunden. Ein Motiv, das in "Büscheme" beliebt gewesen sein muss, da noch an zwei weiteren Häusern anzutreffen.

      Links einige angepasste Neubauten in der unteren Hauptstraße, rechts ein Gebäude der Gründerzeit:



      Hauptstraße der Unterstadt, ein Fachwerkhaus, dessen Fachwerk vielleicht erst vor ca. 20 Jahren freigelegt wurde:




      Unterstadt Hauptstraße. Die drei Häuser von links hatten wir vorhin schon, hier nun aus anderer Perspektive:



      Das prachtvollste aller Häuser in der unteren Hauptstraße, fast schon am Markt, Ecke Klostergasse: Das Bögnersche Haus, das 1742 bis 1744 vom reichsten Weinhändler der Stadt errichtet worden war. Über dem Hauptportal die Statue des auferstandenen Christus, links die Gottesmutter, rechts der Lieblingsjünger Johannes Evangelist:

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    • Am Marktplatz, Ecke Hauptstraße, links ein Fachwerkhaus von 1687, ab etwa 1760 Wohn- und Geschäftshaus des aus Mainz zugezogenen Weinhändlers Rincker:



      Hier erkennt man die beträchtliche Tiefe des Gebäudes beim Blick vom Marktplatz in die obere Hauptstraße, der Bereich mit und über dem Torbogen im Hintergrund gehört noch dazu:



      In der Mitte ein Wohn- und Geschäftshaus aus der Mitte des 19. Jh., rechts davon der Rehhof von 1702 mit Hausmadonna über dem Torbogen, mit dem um 1960 aufgestockte 2. Obergeschoss. Im Hintergrund der Kirchturm der Stadtkirche St. Martin:




      Die südöstliche Ecke des Marktplatzes. Links das sog.Haus "La Roche" von 1670, dann die SternApotheke, das Bögnersche Haus oder auch Mackertsche Haus, dann die einstige Klosterkirche St. Lioba:


      Das neugotische Rathaus von 1866, rechts das rot gestrichene Fachwerkhaus ist die "alte Post" von 1602:



      Die alte Post von 1602 aus der Nähe gesehen:




      Das Rathaus mit dem Marktkreuz von 1887 (Nachfolger eines Holzkreuzes von 1720):


      Die Arkaden des Rathauses mit der alten Waage von 1772:





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    • Villa1895 wrote:

      Nochmals dieses Haus, übers Eck zur Gerbergasse hin gesehen. In der heute leeren Nische befand sich früher die schönste Hausmadonna von Tauberbischofsheim. Ein Hauseigentümer hat, dem Vernehmen nach, diese Madonna in den 1960er Jahren an einen Antiquitätenhändler in Würzburg verkauft. Seitdem ist die Nische an der Hausecke leer.

      Villa1895 wrote:

      Hier nochmals diese Nische. Es tut meiner Seele weh, wenn ich dort vorbei komme, zumal ich ja noch weiß, wie schön das einst war.
      Der Zustand des Hauses zeugt davon, dass der Hauseigentümer weder eine große Beziehung zu der Madonna noch zu dem Gebäude haben kann. Ein solch stattliches Haus über viele Jahre so vergammeln zu lassen, zeigt das ganze Desinteresse. Bleibt nur zu hoffen, dass sich in nicht allzu langer Zeit ein neuer Eigentümer finden wird, der würdevoller mit einem solchen Schatz umgeht.
    • Eine barocke Haustüre (18. Jh.) eines Hauses am Marktplatz:





      Das Haus mit dem Rundbogentor hatte der reiche Herr Wilhelm Bögner, Bäcker, Mehlhändler und Müller um 1700 erbaut. Sein Sohn war der wohlhabendste Weinhändler der Stadt, der das Bögnersche Haus errichten ließ und welcher auch ein Palais in Frankfurt a. M. besaß:


      Ein Blick auf den ehemaligen Mühlkanal, die alte Bach genannt, heute nur noch ein Rinnsal. Einst ein bechtliches Bächlein, das immerhin innerhalb der Stadtmauern die Räder zweier Mühlen antrieb. Das Haus links ist die Südseite des sog. "Armenspitals" in der Klostergasse:




      Klostergasse. Das einstige Armenspital, eine Art Altersheim mit Landwirtschaft und Weinbau. Die armen Pfründner, die kein Vermögen mitbringen konnten, waren verpflichtet mitzuarbeiten, solange sie dies noch vermochten, erhielten dafür aber als Gegenleistung bis ans Lebensende freie Kost und Logis. Links des großen Einfahrtstores befand sich die Wohnung des Spitalverwalters, über diesem Torbogen und im Obergeschoss rechts die einstigen Pfründnerzimmer. Ende der 1780er Jahre wurde das Armenspital vom letzten Verwalter gekauft und war seither bis heute ein Bauernhof. Das Vieh ist inzwischen jedoch nicht mehr auf dem alten Hof, sondern außerhalb der Stadt untergebracht. Am Gebäude finden sich noch mancherlei Jahreszahlen, die von Umbauten erzählen, sowie zwei Wappen:





      Einfahrt, über dem Tor die Jahreszahl 1605:




      Im Innenhof:




      Außen an der Fassade ein zur Klostergasse hin angebrachtes Wappen von 1572, wahrscheinlich eines Herrn Zehender:





      Wappen des Kanonikers (des Kurmainzischen Erzstifts St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg) Martin Virnkorn, der später Stadtpfarrer zu Bischofsheim an der Tauber war. Er war einerseits ein großer Förderer des Spitals. Andererseits dürfte er den Maler Matthias Grünewald, der in Aschaffenburg wirkte, persönlich gekannt und für die Herstellung der Gemälde Kreuztragung und Kreuzigung (1517) für die Stadtkirche Tauberbischofsheim gewonnnen haben. Heute befinden sich die beiden "Tauberbischofsheimer Tafeln" in der Kunsthalle Karlsruhe.




      Unterstadt: Zwei alte malerische Fachwerkhäuser (davon eines verputzt) in der Badgasse, deren Denkmalschutz kürzlich aufgehoben wurde. Das lässt leider nichts Gutes ahnen:

      Das rechte der beiden Häuser, einst ein Bauernhaus. Hier wohnte ein Schulkamerad von mir:

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    • Villa1895 wrote:

      Unterstadt: Zwei alte malerische Fachwerkhäuser (davon eines verputzt) in der Badgasse, deren Denkmalschutz kürzlich aufgehoben wurde. Das lässt leider nichts Gutes ahnen
      Am rechten Haus steht - wenn ich das richtig sehe - "zu verkaufen". Möge sich ein Liebhaber finden. Angesichts des miesen Zustands des Hauses, vermute ich aber, dass eher ein Investor mit Faible für Schuhkartons anbeißen wird.
    • Hallo Heimdall,

      du hast noch gute Augen, ich konnte das Schild gar nicht lesen bzw. nicht erkennen, was darauf steht. Die letzten Jahre ist in Tauberbischofsheim leider sehr viel abgerissen und duch Schuhkartons ersetzt worden. Ich fürchte, es wird so weiter gehen. Wie ich gehört habe, soll der Bürgermeister hellauf begeistert davon sein, er mag es offenbar modern.

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    • Oberstadt, in der Martinsgasse, Blick Richtung Stadtkirche St. Martin. Deren Kirchturm,und Dachreiter zu sehen sind. Das kleine barocke Türmchen (1730) gehört zur doppelstöckigen einstigen Friedhofskapelle St. Sebastianus.





      Haustüre eines Fachwerkhauses in der Martinsgasse:



      Immer noch in der Martinsgasse:





      Das Haus Rothaug mit einem Bodenerker, der im unteren Stockwerk leider durch den Anbau einer Garage in seiner Wirkung stark beeinträchtigt wird.




      Der Eingang zur Unterkirche der Sebastianuskapelle. Die Kapelle wurde 1474 erbaut, sie war einst dem Hl. Michael geweiht. Das Partozinium wechselte durch die große Pest zum Pestpatron , dem Hl. Sebastianus. Die Unterkiche dienste bis nach dem I. Weltkrieg als Beinhaus, dann wurde eine Kriegergedenkstätte dort eingerichtet. Das Tympanonzeigt uns das Weltgericht.




      Diese Figur ist an einem der Strebepfeiler angebracht. Ein Mann mit einem Schwert. Wenn der runde gegenstand, den er in der hand hält ein Reichsapfel sein soll, dann müsste es ein König sein, doch dafür fehlt die Krone. Ist es vielleicht ein fränkischer Bocksbeutel? Bocksbeutelflaschen sind seit alters her in (Tauber-)Bischofsheim nachgewiesen. Der Bischemer Wein (Lage Edelberg) darf deshalb in Bocksbeutelflaschen abgefüllt werden.





      St. Sebastianuskapelle. Interessant ist, dass ganz oben auf dem Strebepfeiler ein Mann sitzt, der sich die Hand über die Augen hält, wohl um von der Sonne nicht geblendet zu werden. Der Mann hält demnach Ausschau in die Ferne. Die Figur ist sehr gut erhalten. Ein allerdings beschädigtes Männchen sitzt auf dem linken Strebepfeiler, das auf dem rechten Pfeiler ist im Bereich des Rumpfes abgebrochen. Die Unterkirche besitzt eine starke Mittelsäule und ein Gewölbe.



      Der Zugang zur Oberkirche der Sebastianuskapelle ist von der Westseite. Über der Tür eom Relief mit der darstellung des Martyriums des Hl. Sebastianus.





      Fast alle Häuser der St. Liobastraße (bis 1955 Pfarrgasse) sind inzwischen abgerissen. Doch hat sich ein zwar kleines, aber sehr schönes Fachwerkhaus mit reichem Schmuckfachwerk aus der Renaissance erhalten:




      Nachtrag zur Klostergasse: Sehr schöner giebel eines Fachwerkhauses, das einst zum Kloster der Franziskaner gehörte. Die Franziskaner kamen erst um 1630 aus Fulda, das Haus dürfte m. E. aber deutlich älter sein.
    • Oberstadt Hauptstraße: Fenster im Treppenhaus eines Hauses, das als "Erzbischöfliches Knaben-Convict" erbaut und umgehend nach dessen Fertigstellung im Rahmen des Bismarckschen Kulturkampfs enteignet worden war. An die ursprüngliche Bestimmung des Gebäudes erinnert das Fenster im Treppenhaus. Eine Außenaufnahme war wegen der Lichtverhältnisse leider nicht möglich. Das Haus ist in hellrotem Buntsandstein errichtet.







      Im gleichen Treppenhaus zwei infacher gestaltete Fenster:



      Nachtrag zur Klostergasse. Die Südseite des einstigen Klosters:



      Oberstadt. In der Gasse "Im Zwinger" ein leider verputztes Fachwerkhaus der Fenaissance mit Erkertürmchen samt originaler Wetterfahne und Hasumadonna aus dem Barock. Das Wappen über dem Tor zum Hof erzäht, dass Julius Zehender dieses Haus Anno 1595 erbaut hat (ich hoffe, dass ich das Baujahr richtig in Erinnerung habe). Auch so schon ein schöner, malerischer Winkel. Zu schade, dass anlässlich der unlängst durchgeführten Renovierung des Hauses das Fachwerk nicht freigelegt wurde.


      Die Haustür (ca. 1780) eines Hauses in der oberen Hauptstraße:




      Oberstadt. Eckhaus Hauptstraße/Martinsgasse:




      Martinsgasse: Torbogen zum Hof des früheren Klösterle ( Lioba-Schwestern)




      Haus "an der alten Bach", also am Mühlkanal. Das Barockhaus hat eine Brücke über den Mühlkanal. Die Treppe zur Haustür führt über diese kleine Brücke. Man hat das Haus manchmal auch als "klein Venedig" bezeichnet. An der Hausecke in einer Nische eine Statue des Brückenheiligen St. Nepomuck: