• erstaunlich, wie eng hinter dem chor der andreaskirche wiederaufgebaut wurde - stadträumlich untypisch für diese zeit; da hätte mich ein lückelassen weniger überrascht.

  • Quote from "Brandmauer"

    In weiterer Zukunft wird es bei der schlechten Qualität der heutigen Bebauung in der Eckemekerstrasse sicherlich platz für eine Rekonstruktion des Rolandspitals geben.


    Das Rolandspital würde heute mitten auf der Kardinal-Bertram-Straße stehen. Ebenso wie der Originalstandort des Kaiserhauses heute Straße ist. Eine Rekonstruktion am Originalstandort ist also nicht möglich, sofern die Verkehrssituation sich nicht grundlegend ändert, was ich für unwahrscheinlich halte.


    Das muss nicht gegen eine (Teil-)Rekonstruktion sprechen, wie das Beispiel Kaiserhaus zeigt. Ob Rekonstruktionen, die weder den originalen Standort noch historische Substanz aufweisen, sinnvoll sind, ist eine andere Frage. Da tut es dann m.M. auch ein Hinweis auf das Gebäude, der für das Rolandspital als Sgrafitto an der heutigen Hausfassade vorhanden ist, auch.

  • Ich habe mal eine kleine Ausstellung nicht realisierter Planungen für Hildesheim gesehen, die unter anderem die Idee aufwiesen, den Chor von Andreas quasi in den Hohen Weg zu stellen. Vielleicht ist die heutige Bebauung auch der Versuch, die Kirche von der geschäftigen Hauptstraße zu trennen und einen gewissermaßen umfriedeten Bereich zu schaffen.


    Es passt auf jeden Fall zu der Losung des Stadtbaurates Haagen, dass die Stadt "im traditionalistischen Sinne wiederaufzubauen" sei. Gemeint war damit die weitgehende Beibehaltung des tradierten Stadtgrundrisses, Bebauung mit drei- bis geschossigen Satteldachgebäuden, die in der Regel Putzfassaden aufweisen - im Michaelisviertel findet sich davon abweichend auch Beton"fachwerk" mit Klinkerausfachung. Dazu kommen in manchen Bereichen (z.B. Brühl) auch Erker in "Hildesheimer Waschbetonrenaissance" - Bauten aus der Zeit um 1950, die einen Erker aufweisen, der sich an Renaissanceformen orientiert und in Waschbeton ausgeführt wurde. Heute wirken diese Bauten eher skurril...

  • Quote from "Palantir"

    Andreaskirche, Andreasplatz und das Drumherum aus der Luft en detail:


    http://andreaskirche.com/images/Luftbild_andreas.jpg


    Soweit ich erkennen kann, gibt es eine Baulücke westlich der Kirche direkt am Andreasplatz. Dort könnte man weitermachen, der direkt angrenzende Eckbau ist ja ganz schön. Was stand früher da?

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Hildesheimer.
    Dennoch ist die Kaiserhausfassade eine Bereicherung, sie wertet den Alten Markt sehr auf bzw. ist dort das einzige sehenswerte Objekt.
    Der Nachteil ist natürlich, daß damit der "Druck" wegfällt, das Gebäude irgendwann am Originalstandort in Originalform ganz wiederherzustellen, was (sehr) langfristig evtl. denkbar gewesen wäre.
    Gerade bei Rekonstruktionen ist diese Motivation natürlich wichtig, das sieht man beim Zuckerhut, Pfeilerhaus und anderen von der Altstadtgilde vorgeschlagenen Objekten.
    Andererseits steht z. B. in Braunschweig das Huneborstelsche Haus heute auch nicht mehr am Originalstandort, und wirkt auch am Domplatz sehr gut (obwohl er zur Aufwertung der Sack besser genutzt hätte).
    Ich finde, daß bei einer Rekonstruktion der Originalstandort und die Originalsubstanz immer weit vorzuziehen sind, der Standort auch aus städtebaulichen Gründen. Wenn beide aber nicht mehr zur Verfügung stehen, kann man von mir aus das Objekt aber auch ein wenig "verschieben"..

  • Das Hunbeborstelsche Haus ist aber schon lange vor 44/45 an den Domplatz transferiert worden... Ein Retransfer erschiene deshalb völlig sinnlos, zumal auch das rechte Historismushaus wahrscheinlich im Zusammenhang mit dieser Versetzung errichtet worden ist. Die heutige Situation muss daher als authentisch gewachsen angesehen werden, und zumal Braunschweig damit an zentralster Stelle so etwas wie ein perfektes Ensemble besitzt, verbieten sich Überlegungen, dies zu verändern.


    Die Verkehrsituation ist wohl überhaupt eine der schlimmste Rekofeinde. Man muss sie auf eine (temporäre) Verfehlung der Politik zurückführen und von einem grundlegenden Wandel ausgehen. Erschiene die heutige Situation perpetuiert 'bis in alle Ewigkeit', so sind mE sämtliche Überlegungen über Ästhetik und Rückgewinnung des Stadtbildes obsolet.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Quote

    ...Hier finden Sie eine Auswahl derjenigen Objekte, die die Altstadtgilde wieder entstehen lassen möchte.


    http://www.hildesheimer-allgemeine.de/hildesheim.htm


    Diese Projekte sind alle von der Altstadtgilde geplant? Dann haben die ja noch einiges vor. Allerdings verstehe ich den letzten Punkt der Liste nicht so ganz. Was sollen denn die "50er Jahre Häuser Marktplatz" sein? Häuser aus den 50er Jahren muß man wohl kaum wieder entstehen lassen. Oder ist damit der Abriss des Knochenhaueramtshauses gemeint? Zugunsten einer 50er Jahre Bebauung. :aetschgruen:


    Wenn ich mir die Bilder des Hauptbahnhofes ansehe, wie er noch bis 1959 existiert hat, platzt mir doch glatt der Allerwerteste. Einfach nur unmöglich, 14 Jahre nach dem Krieg ein so tolles erhaltenes Gebäude zu beseitigen. Und wofür? Für einen rechteckigen Müllhaufen, der locker im Guinness-Buch der Rekorde einen der oberen Plätze in der Kategorie "Grauenhafteste Bahnhöfe der Erde" belegen könnte.


    Finde ich auch etwas schade, daß die Altstadtgilde nicht im Internet präsent ist. Die müssten viel mehr in die Öffentlichkeit um Spenden zu sammeln. In Hildesheim scheint es mit Rekonstruktionen recht gut zu funktionieren. Anders als beispielsweise in Magdeburg, wo einige 1000 Bürger mit allen Mitteln versuchen ihre Stadt so langweilig und hässlich wie möglich zu erhalten.

  • dem kann ich mich nicht anschließen. sicher ist der abriss des historistischen bahnhofs 14 jahre nach kriegsende aus heutiger sicht bedauerlich und unverständlich, aber den bauhistorischen wert des verlorenen würde ich keinesfalls höher schätzen als den des folgebaus (anders als etwa in altona oder gelsenkirchen, wo noch etliche jahre später als in hildesheim erhaltene historistische bahnhöfe abgerissen wurden zugunsten gestalterisch vollkommener belanglosigkeiten). mag sein, dass der hildesheimer bahnhof heute heruntergekommen ist, ich bin sehr lange nicht dort gewesen, aber mit etwas zuwendung und pflege lässt sich daraus sicher etwas ansehnliches machen - wie sich am beispiel des bochumer hauptbahnhofs studieren lässt. bahnhöfe aus der selben zeit etwa in heidelberg, pforzheim oder heilbronn stehen längst unter denkmalschutz. aber das ist in diesem strang off topic.

  • Denkmalschutz sagt oft rein gar nichts über die Qualität des Bauwerkes aus. Es stehen bundesweit so viele Belanglosigkeiten unter Denkmalschutz. Das hat alles für mich keinen großen Wert. Nur weil diese Bauten aus der schweren Wiederaufbauzeit stammen, sind sie für mich nicht gleich toll und schützenswert. Eher sehe ich das so, daß die Vorgängerbauten ohne den letzten Weltkrieg wahrscheinlich niemals abgerissen worden wären (Beispielsweise das Pellerhaus in Nürnberg). Sicher kann man darüber verschiedener Meinung sein, doch mit diesen Häusern im Baustil "Vier Wände und ein Dach" kann ich mich einfach nicht anfreunden. So malt man schon im Kindergarten ein Haus. Für solche Ergebnisse muß ich kein Architekt sein. Mag sein, daß man in den ersten Nachkriegsjahren, aus reiner Not und Zeidruck, solch einen anspruchslosen und rein funktionalen Kram verwirklichen mußte. Doch mehr als ein Jahrzehn nach Kriegsende war das wohl wirklich nicht mehr so akut und notwendig. Zumal man im Falle Hildesheim einen schon bestehenden und funktionierenden Bahnhof beseitigt hat. Das ist völlig inakzeptabel. Ein "moderner" Erweiterungsbau wäre noch zu verschmerzen gewesen, aber solch ein ästhetisch minderwertiger Ersatz geht einfach gar nicht. - Meine Meinung. :zwinkern: ...nun zurück zum Zuckerhut.

  • Die Liste der Rekonstruktionen würde ich nicht als Planung ansehen - wenn überhaupt, ist es eine Wunschliste, die auch teils mit Augenzwinkern zu lesen ist. Niemand wird heutzutage ernsthaft die 50er Jahre Bebauung des Marktplatzes rekonstruieren wollen - auch wenn ich es um den Sparkassenbau schade finde, das war keine so schlechte Architektur für die Zeit.
    Nach meiner Einschätzung hat die Altstadtgilde nicht das Potential, solche Rekos zu stemmen - beim Zuckerhut ist das dem Einsatz und dem Kapital von Herrn Geyer geschuldet, dass das Ding steht. Im übrigen ist es, wie bereits richtig bemerkt wurde, keine 100%ige Rekonstruktion, sondern eher eine Nachschöpfung mit einigen Abweichungen. Das Innere hat mit dem Original nichts zu tun.
    Das möchte ich als Feststellung gewertet haben, nicht als Bewertung

  • Vielleicht ist die Rekonstruktionsliste vor allem dazu gemeint, um klarzustellen, daß es jetzt wirklich an der Zeit ist, auch das Pfeilerhaus zu rekonstruieren.

  • Wem gehört eigentlich das jetzige Objekt auf dem Standort ?


    Es geht auch um die Frage, ob das Pfeilerhaus bereits das Ende der Bemühungen für diesen Platz sein oder man weiter zupacken soll. Angemessen, bedenkt man, was dorten vorher gestanden hat. Dafür müßte die Rübe bei den Fünfzigerjahrebauten entgültig runter (die an sich so schlecht ned sind, außer an diesem Ort) - wie groß schätzt ihr die Chancen ein, dies innerhalb der nächsten ein, zwei Decaden hinzubringen ?


    Keinesfalls sollte (wie wohl augenzwinkernd in der HA abgebildet) eine Fachwerk-Beklebung am Bestandsgiebel vorgenommen werden - von derlei Grotesken gibt es in Hildesheim auch so einiges; in keinem Falle sieht es "richtig" aus. Dann doch lieber die "Waschbetonrenaissance" Richtung Süden. Nat. nicht perfekt und skurril, aber doch irgendwie mit Herz. Wie in Nürnberg sah der Wiederaufbau um 1950 herum zumindest optimistisch aus. Die endgültige Wende zum Schlechten hin dürfte die zweite Hälfte der Fünfziger markiert haben, trotz bzw. wegen der stetig verbesserten Wirtschaftslage.

    Nein, die werden gedünstet

  • Neußer
    Man wird auf der ganzen Welt keine Rekonstruktion mit 100,00%-iger Genauigkeit finden- selbst bei denen vor 200 oder 300 Jahren. Zum Erdgeschoss: Dort gab es über die Jahrhunderte immer wieder Umbauten. Wie das im Jahre 1509 ausgehen hat, weiß wohl leider niemand. Zudem hat die Stadt damals zur Bedingung gemacht (so wie man es auch in der Presse lesen konnte), dass der Blick zum Andreasplatz und zur Andreaskirche weiterhin erhalten bleiben muss. Mir persönlich gefällt die Rekonstruktion Tausend mal besser als irgendwelche Nachkriegsbauten.


    Wissmut
    Der Kaiserhausstiftung (nach Angaben aus der lokalen Presse).
    Die Altstadtgilde hat vor zwei Wochen in der HAZ gefordert, den Pavillon und das Pfeilerhaus aus dem Denkmalschutz zu entlassen- bezüglich des Pavillons läuft ja eine Abstimmung in der HAZ Hildesheim: Hildesheimer Allgemeine Zeitung - Nachrichten aus Stadt und Region Hildesheim, Anzeigen, Abo-Services und mehr Auch in der Bevölkerung gibt es dafür viele Stimmen. Eines muss man auch erwähnen: In der Stadt weht derzeit ein Reko-freundliches Klima. 8)

  • Es ist schon komisch - eine Stadt, die sich bereits ausruhen könnte auf ihren Rekos und den vorhandenen hist. Gebäuden der Topklasse, ihrem in Teilen gelungenen Nachkriegsgesicht (übrigens ist der Bahnhof kein Monster, höchstens dieBahnverbindungen nach Braunschweig u. Göttingen :-/) und allgemein auf ihrer Lebensqualität - tut dies nicht, sondern will noch mehr. Und so gar keine unüberwindbaren Felsbrocken im Weg ?


    Dann gibt es Städte wie Erfurt, deren Stadtväter alles tun, um den "Irrtum" einer kriegsunversehrten Altstadt zugunsten eines besseren Duisburg oder Kassel zu korrigieren. Oder Magdeburg, was sich mit seiner baulichen Sowjetisierung wohl abgefunden hat.


    Die Altstadtgilde scheint allerdings ein etwas...mmh, introvertierter Haufen zu sein. Anders als in Dresden scheint's da wenig I-Net-Präsenz bzw. überregionale Vernetzung mit anderen Organisationen zu geben. Auch an ihrer Adresse in HI waren's ned anwesend. Allerdings, dafür machen sie ihre Arbeit wirklich gut.

    Nein, die werden gedünstet

  • Da hattest Du wohl nicht so viel Glück, wäre ich von dort hätte ich Dein Anliegen weiter gereicht.
    Am 11.09.2010 hat die Hildesheimer Allgemeine Zeitung eine grosse Seite in der Wochenend-Ausgabe dem Wiederaufbau gewidmet, hier einige gekürzte Passagen:
    „Aus Denkmalsschutz entlassen“
    Hildesheim. Kurz vor der Eröffnung des neu errichteten historischen Zuckerhuts Anfang Oktober wartet die Altstadtgilde mit einem weiteren Paukenschlag auf. „Unsere Organisation wurde vor zehn Jahren mit dem Hauptziel gegründet, das Pfeilerhaus/Umgestülpter Zuckerhut als Ensemble zu rekonstruieren“, (…) und macht damit klar, dass es der Gilde immer um beide Gebäude zusammen gegangen sei, der Zuckerhut dabei nur der erste, wenngleich der wichtigste Schritt war. (…) Im Mittelalter seien Zuckerhut und Pfeilerhaus „städtebaulicher Knüller“ gewesen.
    Die Forderung der Altstadtgilde: „Eindeutiges Ziel muss es sein, Pfeilerhaus und Pavillon aus dem Denkmalschutz zu entlassen, um die Traditionsinsel Zuckerhut und Pfeilerhaus zu vollenden. Wir hoffen, dass nach Übergabe des Zuckerhutes eine sachliche Debatte einsetzt.“ (…) „Hier stand vor 1945 einfach etwas viel Besseres, und es muss da wieder hin.“


    HAZ-Leser wünschen sich Pfeilerhaus und Bahnhof
    Hildesheim. Den historischen Bahnhof wünschen sich viele HAZ-Leser zurück(…)
    Leserbriefe dazu wurden in der Zeitung veröffentlicht

  • Quote

    Hier stand vor 1945 einfach etwas viel Besseres, und es muss da wieder hin.“


    Es ist einfach wunderbar, daß die AG weiterkämpft. Der oben zitierte Satz ist m.E. der wichtigste Pro-Rekonstruktionsargument überhaupt, er ist an all solchen Stellen anwendbar.


    Obwohl ich die Objekte in der ehem. Altstadt alle wichtiger finde, wäre die Rekonstruktion des historistischen Bahnhofes natürlich eine Sensation, der erste solche Projekt überhaupt so viel ich weiß.

  • EVLKA - News


    Hildesheimer Michaeliskirche mit goldener Krone - Hannover - Bild.de


    Schön, dass es trotzdem geklappt hat. Dieses Thema wurde hier im Forum glaube ich, auch schon angesprochen.

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Interessanter Artikel:

    Quote

    1200 Jahre Hildesheim
    Vorsicht vor Bau-Boom in Hildesheim
    Zahlreiche Neubauten – Forderungen nach „Masterplan Wiederaufbau“: Stadt fehlen städtebauliche Debatten
    Schmuck sieht er zwar schon aus, der neue Zuckerhut, aber doch klemmt er wie ein Fremdkörper im weiten Rund des nüchternen Nachkriegs-Andreasplatzes vor dem kargen Pfeilerhaus. Zwar ist sein Wiederaufbau schon ein Erfolg der Altstadtgilde mit Architekt Heinz Geyer. Aber völlig unklar bleibt, ob auch eine Nutzung gelingt. Anders gefragt: Wird der Zuckerhut im Alltag der Hildesheimer Bürger wirklich ankommen? Wenn er das nicht schafft, dürfte das Retro-Bauwerk zur Optik ohne Inhalt verkümmern, damit städtebaulich stecken bleiben. Immer ist die Nutzung eines Gebäudes die Achillesferse der Rekonstruktions-Architektur: Fehlt sie, folgt Katzenjammer der Wiederaufbau-Begeisterung.[...]

    Bau-Boom planlos: Hildesheimer Allgemeine Zeitung - Nachrichten aus Stadt und Region Hildesheim

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Das beste, was Hildesheim passieren könnte, wäre, dass irgendein Großinvestor einen Teil der Altstadt aufkauft und als "Erlebnishotel" oder "Erlebnis-Einkaufsmall" auf historischem Straßengrundriss und mit historischen Fassaden wiederaufbaut, ähnlich wie derzeit in Dresden, aber noch subtiler. Das wird natürlich keine billige Angelegenheit, so an die 1,2 Mrd. Euro würde so ein Neuaufbau von der Größe des Michaelisviertels schon kosten (Die ganze Altstadt zu rekonstruieren, könnte ca. 5 Mrd. Euro kosten, eine - im wahrsten Sinne - Menge Holz; einige hundert Eichen wären allein für die Fassadenrekonstruktionen erforderlich!). Wenn dann die Nutzung als Hotel oder Einkaufszentrum nicht mehr rentabel ist, kann der investor die Immobilien scheibchenweise an Privatinteressenten verkaufen zwecks Umbau zu reizvollen Privatquartieren. Damit wäre allen gedient: dem Investor, der sein Geld mehrfach herausbekommt, den Altstadtfreunden, die ein ganzes Stadtviertel zurückbekämen und jenen, die dann exklusiv in der Altstadt wohnen. :thumbup:
    Eine zweite Chance zur Stadtbildaufwertung in Hildesheims Altstadtgebiet sehe ich in den - ach so verfemten - Wärmedämmungsmaßnahmen: nicht nur Hartschaum oder Polystyrol besitzt Wärmedämmeigenschaften - auch Holz! Warum nicht beides kombinieren und eine selbsttragende Dämmfassade in Fachwerk - mit Dämmung und Deckputz in den Gefachen - vor die Nachkriegsfassaden hängen? Bei gezielter Werbung für eine Aktion dieser Art finden sich bestimmt Liebhaber, die die Mehrkosten für eine "Fachwerkdämmung" nicht scheuen. Hoffentlich fallen Ideen dieser Art in Hildesheim auf fruchtbaren Boden!