Hildesheim

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    • Du kannst ihm gerne schreiben, wenn du willst (ich käme ohnehin nicht vor Mitte kommender Woche dazu). Dann war's auch echtes Forums-Teamwork: Booni hat die Stadt angerufen und Adresse und Telefonnummer ermittelt, ich habe mit dem Mann telefoniert, und du schreibst ihm jetzt... :zwinkern:

      Vielleicht kannst du den Text des Briefes hier posten, bevor du ihn abschickst? Ich denke, folgendes sollte darin enthalten sein:

      - Kurze Beschreibung des APH-Forums (vielleicht auch mit Hinweis, dass ein Verein daraus hervorgehen soll)
      - Fragen zum Thema "Knochenhaueramtshaus" (mich würde beispielsweise interessieren, ob es damals auch bedeutende Widerstände gegen die Rekonstruktion gab)
      - Fragen zum Zuckerhut; hier fände ich vor allem interessant, wie das Projekt finanziert werden soll (falls durch Spenden, so könnte man darauf verweisen, dass unser Forum recht spendenfreudig ist... :zwinkern: )
      - Sind auf lange Sicht weitere Rekonstruktionen in Hildesheim geplant?

      Fällt den anderen noch was ein?
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Vielleicht ein paar Fotos und Fakten, dann könnte man einen schönen Artikel für unsere APFforum.de-Erweiterung schreiben.

      Scheint wirklich klasse zu sein, wie die Hildesheimer und besonders Herr Geyer sich einsetzen... vielleicht können wir ihnen ja wirklich ein bisschen mehr Publicity besorgen.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Scheint wirklich klasse zu sein, wie die Hildesheimer und besonders Herr Geyer sich einsetzen...


      Übrigens ist Herr Geyer 82 Jahre alt...

      Wenn ich sehe, wie sich Menschen so für die Geschichte und die Schönheit ihrer Stadt einsetzen, dann kann ich nur den Kopf darüber schütteln, wenn ich im Internet eine Seite finde, auf der in derart unsachlicher Weise gegen die Hildesheimer Altstadtgilde polemisiert wird:

      "Ziel des Ausstellungsprojekts stadt.wand.bild war es, den Wunsch nach aktiver Teilhabe an Stadt- und Stadtteilgestaltung zu wecken.
      [...] dass hier ein allgemeiner Nerv getroffen wurde. Und der sitzt woander als das Bedürfnis nach attraktiver Dekoration, dem die Hildesheimer Altstadtgilde mit ihrem Engagement für die Implantation historizistischer Fachwerk-Nachbauten so hübsch Ausdruck verleiht."

      :augenrollen:
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Mich trifft das jedesmal ins Mark, wenn Menschen so gleichgültig und kalt ihrem historischen Erbe gegenüber sind. Diese "Geschichtslosigkeit" und Ignoranz ist mir ein Graus.
      ...Wohnen in ihren schönen Jugendstilvillen im Grünen, sitzen unter dem alten Apfelbaum und schlürfen Prosecco. Da lässt es sich leben und mit leichter Hand - ach so mutig und progressiv - über die langweiligen und spiessigen geschichtlichen Zeugnisse hinwegsetzen... "wir sind ja so modern und zukunftsorientiert", "wir machen alles anders", "weg mit dem Mief der Jahrhunderte, her mit der klaren, sauberen Moderne des 21.Jahrhunderts"... Die haben nichts kapiert und stecken bis zum Hals drin, in ihrem 68er Saft ... Immer political correct und clean ... nur kein Bekenntnis zu deutscher 1500jähriger Geschichte... mit allen grandiosen Sternstunden und furchtbaren Tiefen.

      Sicher, @philon, das sind Stereotypen, gebetsmühlenhaft wiederholt, aber häufig von Leuten, die auf lokaler Ebene verdammt viel Einfluss haben. Ein Herr Geyer mit seinen 82 Jahren wird da in Grund und Boden argumentiert. Damals in der Asta gestartet haben sie nun irgendwelche Positionen im Baureferat inne und verwirklichen ihre Überzeugungen dort, wo´s nicht wehtut und realisierbar ist. Z.B. eben mit einer pseudo-progressiven Haltung der modernen Architektur und Kunst gegenüber, egal mit welcher Ästhetik - Ich kenne diese Sorte aus Nürnberg, die Altstadtfreunde können ein Lied davon singen...

      Also keine leichten Gegner und ich denke, wir sollten der Altstadtgilde Hildesheim unsere Unterstützung zukommen lassen.

      PS: Das Du das ähnlich siehst, weiss ich nach unseren Gesprächen in Leipzig, wollte es nur nochmal auf den Punkt bringen. :zwinkern:

      PPS: Klar poste ich meinen Brief hier!
    • Immerhin ist es den Hildesheimern ja gelungen, den kompletten Marktplatz zu re-historisieren... eigentlich ein echtes Mammutprojekt... die Mehrheit der Bevölkerung steht offenbar hinter solchen Maßnahmen.

      Alles wäre etwas leichter in Erfahrung zu bringen, wenn die Altstadtgilde Hildesheim eine Website hätte.

      Wer sich "Appetit" machen will: Über die folgenden Links kommt man zu ganz tollen Fotos von Hildesheim:

      http://www.raymond-faure.com/Hildesheim/Hildesheim_Fachwerk/hildesheim-fachwerk.html\r
      www.raymond-faure.com/Hildesheim ... hwerk.html

      http://www.raymond-faure.com/Hildesheim/hildesheim-presentation.htm\r
      www.raymond-faure.com/Hildesheim ... tation.htm

      Ach ja, und auf dieser Seite erfährt man was Interessantes über die Rekonstruktion des Knochenhaueramtshauses:

      http://www.heinparkett.de/zunfthaus_hildesheim.html\r
      www.heinparkett.de/zunfthaus_hildesheim.html
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Die "Rekonstruktion" der Häuser "Roland", "Lünzel" und "Wedekind" am Marktplatz zu Hildesheim ist eine einzige verlogene Veranstaltung, mit Reko hat das überhaupt und gar nichts zu tun, es ist Disneyland (Im Gegensatz zur guten Reko der Häuser "Bäcker" und "Knochenhauer". Schon der Vergleich mit historischen Bildern zeigt, wie man bei der Kreissparkasse gepfuscht hat. Das ganze abreissen und diesmal richtig wiederaufbauen.

      Wer den Fehler nicht findet, soll sich den Zustand vor 1944 und heute nochmal ganz genau ansehen, das Ergebnis schmerzt ! :weinenstroemen:
    • Die "Rekonstruktion" der Häuser "Roland", "Lünzel" und "Wedekind" am Marktplatz zu Hildesheim ist eine einzige verlogene Veranstaltung, mit Reko hat das überhaupt und gar nichts zu tun, es ist Disneyland


      AAAAAAAAAAAAAAAAARGH!!!!!!!!!!!!!!!

      Tschuldigung, Senator, aber ich habe angekündigt, dass ich schreien werde, wenn dieses Wort hier nochmal fällt... :zwinkern:

      Ich kenne ja in Frankfurt den Germanistik-Professor, der der Initiator dieser "Unwort des Jahres"-Sache war. Ich werde ihm mal "Disneyland" für dieses Jahr vorschlagen.

      Tut mir leid, aber auch wenn ich deine Kritik ansatzweise verstehen kann, ich kann dieses Wort nicht mehr hören. Manchmal muss man sich vielleicht doch mit Kompromissen zufrieden geben. Ich halte es daher eher mit Booni, der vor einiger Zeit geschrieben hatte:

      Nicht alle der Gebäude sind Rekonstruktionen, dass Rathaus wurde nach dem Krieg äußerlich rekonstruiert, im Innern soweit ich weiß eher modern gestaltet. Das Templerhaus hat als einziges Gebäude weitgehend unversehrt den Krieg überlebt, während die anderen Gebäude Teile des Le Meridén Hotels und der Stadtsparkasse sind. Lediglich das Knochenhaueramtshaus und das Bäckeramtshaus sind komplett rekonstruierte Gebäude. Dennoch finde ich es nicht gut, dass immer nur die Rekonstruktion dieser beiden Gebäude erwähnt wird, denn wenn der Marktplatz nicht als Ensemble rekonstruiert worden wäre, sondern nur das K. und B. dann sähe der Markt heute nicht viel besser aus, man würde die Gebäude bestaunen und weitergehen anstatt sich in ein Café zu setzen und das Flair des alten Hildesheims zu genießen.
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de
    • Dann stell doch einfach mal ein paar Bilder rein, vorher wirst du von uns sowieso keine Zustimmung erhalten. Auf den ersten Blick sieht man jedenfalls keinen wirklichen Unterschied. Und selbst wenn es einiger Korrekturen bedarf - die könne man sicher auch ohne einen Totalabriss machen. Und wenn nicht auch egal... ist schließlich 'ne ältere Reko. Wir sollten uns freuen, dass der Marktplatz so aussieht und nicht so wie in den 60ern.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Wenn Hildesheim nicht im Krieg zerstört worden wäre, hätte vielleicht die Sparkasse die drei Häuser aufgekauft, entkernt und innerlich zusammengefasst. So hat es ja Karstadt in Lüneburg mit fast einem ganzen Häuserblock gemacht!
      Übrigens war das Templerhaus auch vollständig ausgebrannt und die Fassade ist nur deswegen erhalten geblieben, weil sie ziemlich massiv gemauert ist. Die Gerstenberg´sche Buchhandlung dahinter ist auch ein völligen Neubau aus den 50er Jahren im Korsett der erhaltenen Außenwände...
    • Zunächst eine kleine Sehhilfe:


      Und nun der Kommentar:
      1) Es fällt zunächst auf, dass sich die Geschosse aller drei Bauten auf dem selben Niveau befinden. Das ist selbst beim überregulierten Baurecht der Nachkriegszeit äusserst ungewöhnlich.

      2) Der Giebel des Lünzelhauses, dazu muss ich wohl nicht mehr schreiben, drei statt zwei Fenster, der Rest ist offenbar.

      3) Die Türe beim L.haus unten links fehlt, dafür ist da jetzt ein Fenster zur Herstellung einer "harmonischen" Fassade. Die Fenster sind wesentlich länger. Der Betrachter fragt sich, wie man dieses Haus betritt.

      4) Richtlinie war vermutlich das Wedekindhaus, aber auch hier genügt ein Blick in die Seitenstrasse.

      5) Am schlechtesten ist das Rolandhaus restauriert, leider habe ich kein Bild davon. Bei den Fenstern in Ebene vier (Spitzbogen) wurde eine Pseudosymmetrie hergestellt, die es nie gab, die alte Fensterordung war 2 + 1. Der barocke Vorbau war einige Zentimeter weiter links.


      Folglich:
      Für mich ist das keine Rekonstruktion. Das tut zwar so und der unrkitische Betrachter wird auch keinen Unterschied feststellen. Aber Es schmerzt einfach, so etwas zu sehen.
      Es ist nur eine Kulisse, wirklich Disneyland. Sehr schade, man hätte da mehr draus machen können. Man stelle sich mal das jämmerliche Ergebnis vor, wenn die Fraspa die Ostzeile in ähnlicher Manier "rekonstruiert" hätte.
      Und das ist dann der "schöne" Marktplatz zu Hildesheim, für mich zwar besser, das der 50 er Jahre bau der SPK, aber befriedigend kann so etwas wahrlich nicht sein. Wenn Reko, dann richtig !!!
    • So weit mir bekannt, ist das Wedekindhaus keine exakte Reko. Schon der Vergleich der Dachgauben zeigt dieses sehr deutlich.
      Das Haus ist auch so weit rekonstruiert, wie es der Marktplatz nötig hatte, d.h. nur die Marktplatzfassade sieht ungefähr so aus wie 1930. Schon der Blick um die Ecke, zeigt die Wahrheit. Dieses "Fachwerk" an der Rathausstrasse (gegenüber ist das Templerhaus) ist kein Fachwerk, das sieht man auf den ersten Blick, so etwas kann konstruktiv niemals funktionieren (es sei denn, mann füllt die Zwischenräume mit Mauerwerk, o.ä.) doch als Holzfachwerk lässt sich das nicht ausbilden, zumindest nicht mit den damaligen Mitteln. Und dann der Blick vom Rathsbauhof (Rückseite) auf das Ensemlble, verrät merkwürdiges, dürfte auch auf Luftbildern zu sehen sein.
    • Das Buch ist heute bei mir angekommen, es liegt gerade vor mir. Ich hatte noch nicht allzu viel Zeit, darin zu lesen; die von Senator in die Diskussion gebrachte Sache mit den Häusern Lüntzel, Wedekind und Roland wird dort recht ausführlich behandelt. Unnötig zu sagen, dass ich es äußerst interessant finde...
      :D

      Später mehr dazu!
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    • Das Buch beinhaltet mehrere Aufsätze verschiedener Autoren; ich präsentiere hier erstmal als Zitate einige allgemeinere Aussagen von Walter Achilles, der mir voll und ganz aus der Seele spricht:

      "Wenn nach rund vierzig Jahren eine kleine Minderheit, die sich schon damals für eine vorbildgetreue Rekonstruktion einsetzte, in der Gegenwart zur Mehrheit wurde, so liegt das nicht nur am nostalgischen Zug der Zeit. Es war ebenso die Unzufriedenheit mit dem, was in der Zwischenzeit am erweiterten Marktplatz gebaut worden war. Die sogenannte Große Lösung erwies sich nicht als großer Wurf."

      "Erfreulicherweise blieben aus dieser Zeit [Anmerkung: dem Mittelalter] Bauzeugen erhalten wie die Michaeliskirche, St. Godehard und der Kreuzgang des Doms, die den überörtlichen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Mit dem Rang dieser Bauten können sich jene am Marktplatz nicht messen. Nur das Knochenhauer-Amtshaus macht auf dem Gebiet des Fachwerkbaus eine Ausnahme. Lohnte es sich bei diesem Sachverhalt, die Bebauung wieder im alten Stil zu vervollständigen?
      Die Frage kann nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantwortet werden, sie ist teilweise auch falsch gestellt. Die Qualität eines Einzelbauwerks kann nicht mit der eines ganzen Ensembles von Häusern verglichen werden, bei denen die Gesamtwirkung mehr als die Summe ihrer Teile ist. Gerade sie fehlte den Architekturschöpfungen nach der Zerstörung. Sie wollten sich nicht so zueinander fügen, daß ein geschlossenes Bild entstand, sie entfalteten in ihrer Gesamtheit keine Raumwirkung, die den Besucher des Platzes befriedigte."

      "Der Marktplatz ist nicht nur Mittelpunkt der Stadt, er ist auch ihr Glanzpunkt; denn die Gesamtheit seiner Bauten vermittelte dem Besucher einen so nachhaltigen Eindruck, wie das sonst an keiner anderen Stelle der Stadt geschah. Die Fassadenfronten und Umrißlinien der Giebel waren zudem ein eigenständiges, unverwechselbares Zeugnis Hildesheimer Baukultur, und zwar für immerhin viereinhalb Jahrhunderte. Diese Zeitspanne ist für die Entwicklung und das Wesen des bürgerlichen Gemeindewesens die entscheidende, zumindest bis zum Beginn der Industrialisierung. Sie ist viel prägender, als es heute die unbestreitbaren Leistungen St. Bernwards oder St. Godehards noch sein können."

      "Weder alte Bilder noch Photographien können zu einer so intensiven Begegnung mit der Vergangenheit führen, wie es bei den neuen Häusern im alten Gewand der Fall ist. Mit keinem anderen Mittel konnte es gelingen, die frühere Raumwirkung des Platzes so intensiv nachempfinden zu lassen. Dazu gehört unabweislich der geschlossene Ring von Gebäuden, bei denen grundsätzlich die größtmögliche Ähnlichkeit mit ihren Vorgängern angestrebt werden sollte."
      http://www.menschenrechtsfundamentalisten.de