Leipzig - Deutrichs Hof

  • Ich meinte aber,Gebäude die völlig aus dem Stadbild nach dem Krieg verschwunden

    Im ...

    Besonders für die Leipziger Innenstadt gibt es immer wieder völlig konträre Ansichten und Meinungsäußerungen zum Thema "Rekonstruktion". In "Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist" zeigt Sebastian Ringel die VERLUSTE an Bausubstanz in der Innenstadt seit 1860 auf. Eigentlich stehen laut dem gezeigten Plan nur noch zwei Kirchen und ein paar wenige profane Gebäude aus der Zeit vor 1860 in der Innenstadt. Kann man da von "Altstadt" sprechen? Bei genauer Betrachtung des Plans zeigt sich dann auch noch, dass einige der gelb gezeichneten Gebäude (Gebäudebestand im Jahr 1860) Neubauten, also Rekonstruktionen aus den letzten Jahren sind. Offensichtlich fällt es sehr schwer, diese Rekonstruktionen als solche zu erkennen.

    findet sich in dem Beitrag dieser


    PLAN.


    Richtige historische Bauten, Bauten, die vor 1860 entstanden sind, gibt es in Leipzig doch gar nicht. Bis auf zwei Kirchen und ganz wenige Bauten...

    Trotzdem ist die Altstadt dicht bebaut. Was soll dort warum rekonstruiert werden? Da gibt es keinen Hoffnungsschimmer auf Rekonstruktionen. Dr. Mieses hat hier über die Miesere von Leipzig in vielen Beiträgen berichtet.


    Ist es nicht besser, sich dafür einzusetzen, dass Wittenberg endlich die hässlichen LÜCKEN im Stadtzentrum schließt und den Leerstand bekämpft? Dort besteht noch Hoffnung.

  • Reik,sollen wir Foristen uns jetzt für Lückenschließungen und Leerstand in Wittenberg einsetzen?Ich denke ,dafür sind andere Leute zuständig.Wir sind ein reines Diskussionsforum um Meinungen und Sichtweisen zu bestimmten Themen im Städtebau untereinander auszutauschen.Auch über eben das Baugeschehen in Wittenberg.

  • Ich meinte aber,Gebäude die völlig aus dem Stadbild nach dem Krieg verschwunden sind,wie zB

    Paulinerkirche,Altes Unigebäude ,Johanniskirche,oder Konzerthaus,.......Von denen wurde überhaupt nichts komplett wiederaufgebaut(Fassadenreko),so wie in anderen Städten,zB Potsdam,Berlin ,DD,Braunschweig,



    In diesem Beitrag:

    Besonders für die Leipziger Innenstadt gibt es immer wieder völlig konträre Ansichten und Meinungsäußerungen zum Thema "Rekonstruktion". In "Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist" zeigt Sebastian Ringel die VERLUSTE an Bausubstanz in der Innenstadt seit 1860 auf. Eigentlich stehen laut dem gezeigten Plan nur noch zwei Kirchen und ein paar wenige profane Gebäude aus der Zeit vor 1860 in der Innenstadt. Kann man da von "Altstadt" sprechen? Bei genauer Betrachtung des Plans zeigt sich dann auch noch, dass einige der gelb gezeichneten Gebäude (Gebäudebestand im Jahr 1860) Neubauten, also Rekonstruktionen aus den letzten Jahren sind. Offensichtlich fällt es sehr schwer, diese Rekonstruktionen als solche zu erkennen.


    ... findet sich dieser PLAN.

    Welches wirklich gute und dabei auch richtig historische Gebäude aus vorindustrieller Zeit soll den rekonstruiert werden? Gab es solche denn in Leipzig?

  • Russen sehen in Leipzig Bauten im Revolutionären Stil- also russische Einflüsse im Bauen. Das wurde dann ja konsequent weitergeführt bis zum POSTSOWJETISCHEN NEURUSSENSCHICK aktueller Zeit.

    :..Deutscher revolutionärer Stil in der Architektur der 1920er Jahre - Bauhaus. Leipzig ist ein Klondike für Architekturkenner der 1870er bis 1930er Jahre. Die rasante Entwicklung der Stadt fiel auf die Blütezeit der Architekturstile und nahm das Beste auf, was in der europäischen Architektur von der Grunder-Ära bis zu den Zwischenkriegsstilen der Neuen Objektivität geschaffen wurde....

  • Zu dem ersten Beitrag von Reik :

    Interessanterweise ist in Leipzig die Bezeichnung "Altstadt" völlig ungebräuchlich. In der Verwaltungssprache heißt der entsprechende Bereich "Zentrum", in der Umgangssprache sagt man "Innenstadt" oder "City". In Magdeburg und Dresden hingegen heißt das entsprechende Stadtviertel offiziell "Altstadt".


    Neben den beiden Kirchen gibt es noch einige bedeutende Bauwerke aus der Zeit vor 1860. Das Alte Rathaus ist ein wichtiges Werk der deutschen Renaissance mit historischen Räumen im Hauptgeschoss und einem barocken Turmhelm. Die Alte Handelsbörse ist eines der frühesten Werke des Barock in Sachsen. Die Innnegestaltung stammt jedoch aus der Nachkriegszeit. Einzelne Renaissancebauten finden sich noch in der Hainstraße. Auch die Alte Nikolaischule am Nikolaikirchhof heißt nicht nur "alt", sondern ist es auch. Barocke Bürgerhäuser gibt es in der Katharinenstraße und in der Hainstraße, außerdem noch das Bosehaus am Thomaskirchhof und das Königshaus am Markt (hier nur die Fassade). So wenig ist das gar nicht. Aufgrund der vielen hochkarätigen Bauten aus den letzten 150 Jahren fallen die älteren Gebäude in Leipzig jedoch nicht so auf, wie dies in manch anderer Stadt der Fall wäre.


    Nachtrag: Die Aufzählung ist nicht vollständig. Das hatte ich vergessen, dazuzuschreiben.

  • ^ Ein paar mehr gibts zum oben genannten dann doch - ich mach die Liste mal voll: Großer Blumenberg (1832), Barthels Hof (1749), Zum Arabischen Coffe Baum (1556/1703), Baarmanns Hof (16 Jhdt. Reko 1922), Zum Rebstock (1580/1820), Alte Waage (1555 Reko 1964), Zinshäuser (1511), Kaufhalle (1846), Altes Kloster (1755), Central-Apotheke (1682/1843), Grönländer (1751), Moritzbastei (1551), Nordflügel Städtisches Kaufhaus (ehem. Ratsbibliothek 1746 Reko 1996), Grimmaische Straße 28 (um 1850), Strohsack (17. Jhdt. Reko 1997), Goldene Hand (1855), Heuwaage (1855), Universitätsstraße 4 (um 1850).

  • Wenn man die DDR Platte an der Nordostecke des Marktes doch beseitigen oder umgestalten könnte.


    Wie stehen denn dort die Möglichkeiten?

  • Das Gebäude besitzt Denkmalschutzstatus und beheimatet eine in der Stadt sehr bekannte Lokalität (Pinguin Milchbar). Ein etwaiger Abriss oder Komplettumbau dürfte sich als schwierig gestalten. Es gibt innerhalb des Rings andere Kandidaten die man eher in Frage stellt und wo ein Abriss sehr viel wahrscheinlicher ist (Stasi-Bau Matthäikirchhof, LWB-Riegel Reichsstraße). Ganz ausschließen möchte ich allerdings nicht, dass der Pinguin-Block irgendwann mal fallen könnte da der Nutzungsdruck auf die Innenstadt sicher nicht abnehmen wird und sich der in seiner Grundfläche nicht optimal in den Stadtgrundriss eingepasste Bau in bester Lage befindet.

  • Das Gebäude besitzt Denkmalschutzstatus und beheimatet eine in der Stadt sehr bekannte Lokalität (Pinguin Milchbar). Ein etwaiger Abriss oder Komplettumbau dürfte sich als schwierig gestalten. Es gibt innerhalb des Rings andere Kandidaten die man eher in Frage stellt und wo ein Abriss sehr viel wahrscheinlicher ist (Stasi-Bau Matthäikirchhof, LWB-Riegel Reichsstraße). Ganz ausschließen möchte ich allerdings nicht, dass der Pinguin-Block irgendwann mal fallen könnte da der Nutzungsdruck auf die Innenstadt sicher nicht abnehmen wird und sich der in seiner Grundfläche nicht optimal in den Stadtgrundriss eingepasste Bau in bester Lage befindet.

    Habe mir soeben mal den Stasi-Bau angeschaut. Wie stehen denn die Chancen, dass dieser Bau in den nächsten Jahren fallen wird und gibt es schon Pläne zu einer eventuellen Nachfolgebebauung?

  • ^ Das Areal (immerhin die Wiege der Stadt) soll in den kommenden Jahren zu einem Forum für Freiheit und Bürgerrechte mit nationaler Ausstrahlung und internationaler Vernetzung umgestaltet werden. Darüber hinaus soll der Neubau des Zentralen Archivs für die Stasi-Unterlagen am Ort entstehen. Momentan liegt bei der Landesdenkmalbehörde sowie der Unteren Denkmalbehörde die denkmalrechtliche Untersuchung für den ehem. Stasi-Bau zur Prüfung vor. Ein Bürgerbeteiligungsverfahren für das gesamte Areal soll bis 2021 laufen, dieses bildet dann die Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb, der ab Herbst 2021 beginnen soll. Herr Dienberg (Baubürgermeister der Stadt) hat sich schon pro Abriss des Stasi-Komplexes geäußert - eine Haltung, die wahrscheinlich 95 Prozent der Leipziger teilen.

  • ^ Das Areal (immerhin die Wiege der Stadt) soll in den kommenden Jahren zu einem Forum für Freiheit und Bürgerrechte mit nationaler Ausstrahlung und internationaler Vernetzung umgestaltet werden. Darüber hinaus soll der Neubau des Zentralen Archivs für die Stasi-Unterlagen am Ort entstehen. Momentan liegt bei der Landesdenkmalbehörde sowie der Unteren Denkmalbehörde die denkmalrechtliche Untersuchung für den ehem. Stasi-Bau zur Prüfung vor. Ein Bürgerbeteiligungsverfahren für das gesamte Areal soll bis 2021 laufen, dieses bildet dann die Grundlage für den städtebaulichen Wettbewerb, der ab Herbst 2021 beginnen soll. Herr Dienberg (Baubürgermeister der Stadt) hat sich schon pro Abriss des Stasi-Komplexes geäußert - eine Haltung, die wahrscheinlich 95 Prozent der Leipziger teilen.

    Super. Danke für die nette und ausführliche Information. Ich war bisher nur drei Mal in Leipzig, aber finde die Innenstadt doch sehr spannend. Für Rekonstruktionen, aber auch historische Neubauten bietet die Stadt eine Menge Potential.


    Der Stasi-Bau ist keine Zierde für die Stadt. Hier kann man sicherlich etwas schönes, passendes und für das Stadtbild harmonische errichten.

  • Russen sehen in Leipzig Bauten im Revolutionären Stil- also russische Einflüsse im Bauen. Das wurde dann ja konsequent weitergeführt bis zum POSTSOWJETISCHEN NEURUSSENSCHICK aktueller Zeit.

    Das stimmt nicht. Russischen Einfluss zeigen die Russische Gedächtniskirche und der ehemalige sowjetische Pavillon auf dem Alten Messegelände. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen. Die Bezeichnung "Neurussenschick" - von Arnold Bartetzky in der FAZ auf das Paulinum der Universität bezogen - ist westdeutscher Feuilletonsprech und ziemlicher Nonsens. Bartetzky war offenbar von der ungewöhnlichen Architektur geistig überfordert. Der Architekt ist Niederländer. Inspirieren ließ er sich von der Kunst des Expressionismus. Die Architektur ist auf den konkreten Standort bezogen. Es handelt sich um einen Erinnerungsbau. Russisch ist da gar nichts.


    Und zu dem Zitat von technolirik, einem russischsprachigen Leipziger, der im ukrainischen Berditschew aufgewachsen ist und auf livejournal.com eine schöne Leipzig-Galerie zusammengestellt hat: Hier liegt ein Interpretationsfehler von Reik vor. "Revolutionär" ist nichts spezifisch Russisches. Das Zitat habe ich neu übersetzt.

    Немецкий революционный стиль в архитектуре 1920-х - Баухаус. Лейпциг - клондайк для ценителей архитектуры 1870-1930-х годов. Бурное развитие города припало на период расцвета архитектурных стилей, и он впитал в себя все самое лучшее, что было создано в европейской архитектуре от эпохи Грюндерства до межвоенных стилей Новой вещественности.

    Der revolutionäre deutsche Stil in der Architektur der 1920er Jahre ist das Bauhaus. Leipzig ist ein Klondike für Liebhaber der Architektur der 1870er bis 1930er Jahre. Die stürmische Entwicklung der Stadt fiel in die Zeit der Entfaltung der Architekturstile, und sie nahm das Beste auf, was die europäische Architektur von der Gründerzeit bis zu den Stilrichtungen der Neuen Sachlichkeit der Zwischenkriegsjahre hervorgebracht hat.
    Übersetzung: Rastrelli

  • Die Meinungen sind ja alle interessant,beziehen sich eher auf das Thema Leipzig Innenstadt, nicht aber auf den Strang Deutrichs Hof.

  • Herr Herrmann hat natürlich vollkommen recht. Ich denke, weil sich bei Deutrichs Hof vorerst nichts tut, vertreiben sich einige von uns die Zeit mit anderen Fragen. Das sollten wir aber wirklich nicht ausufern lassen.


    Auf den "Neurussenschick" musste ich dann noch aufgrund des Russischbezugs reagieren. Das ist so ein Pawlowscher Reflex bei mir. Pawlow war übrigens Russe.

  • LEonline Auch der LWB-Riegel ist langfristig nicht haltbar – siehe auch der Neubau an der Reichsstraße neben Deutrichs Hof, der sich am alten Straßenverlauf orientiert.

  • Die Meinungen sind ja alle interessant,beziehen sich eher auf das Thema Leipzig Innenstadt, nicht aber auf den Strang Deutrichs Hof.

    Das könnte auch daran liegen, dass das wohl die einzige Stelle in der Innenstadt Leipzigs ist, an der etwas rekonstruiert werden könnte. Rekonstruktionsprojekte in ähnlicher Qualität und ähnlichem Umfang wie in Dresden, Potsdam oder Frankfurt sind in Leipzig nicht zu erwarten. Was sollte dort auch rekonstruiert werden?

  • Das stimmt nicht. Russischen Einfluss zeigen die Russische Gedächtniskirche und der ehemalige sowjetische Pavillon auf dem Alten Messegelände. Ich hoffe, ich habe nichts übersehen. Die Bezeichnung "Neurussenschick" - von Arnold Bartetzky in der FAZ auf das Paulinum der Universität bezogen - ist westdeutscher Feuilletonsprech und ziemlicher Nonsens. Bartetzky war offenbar von der ungewöhnlichen Architektur geistig überfordert.

    ...



    Und zu dem Zitat von technolirik, einem russischsprachigen Leipziger, der im ukrainischen Berditschew aufgewachsen ist und auf livejournal.com eine schöne Leipzig-Galerie zusammengestellt hat: Hier liegt ein Interpretationsfehler von Reik vor. "Revolutionär" ist nichts spezifisch Russisches. Das Zitat habe ich neu übersetzt.

    Naja: Der in Leipzig lebende ukrainische Blogger stellt in seinen Texten immer wieder Vergleiche mit seiner sowjetischen Heimat an. Ich denke schon, dass er sich mit seinen Vergleichen auch auf den Sowjetischen Avantgardismus bezieht.




    Sei doch mit dem in Polen geborenen und in Leipzig lebenden Arnold Bartetzky nicht gar so kritisch.


    Die Artikel von Evelyn Finger sind leider nicht mehr frei lesbar. Daher dies hier.

    Doch diese (Aula) ist nach Meinung der Autorin und der von ihr zitierten Kirchenbefürworter ein „schändliches Monument eines, steinzeitlichen Wissenschaftsoptimismus', das verhindert gehöre" und es habe den „Charme eines sowjetischen Standesamtes", wobei sie uns nicht darüber aufklärt, bei welcher Gelegenheit sie diesen besonderen Charme bereits auf sich wirken lassen konnte.

    Auch Evelyn Finger fand Bezüge zum Sozialistischen Realismus sowjetischer Prägung am Unineubau in Leipzig.


    Hat also alles nix mit schönem Bauen zu tun.