• Ein bedauerlicher, aber m. E. doch wohl vermeidbarer (Doppel-)Abriss am Schlossplatz in Rendsburg deutet sich an.
    Allerdings sind die vorgesehenen Neubauten zumindest als sehr anständig und sich gut einfügend zu bezeichnen.


    Abriss und Neubau Rendsburg-Eckernförde Lokales / KN - Kieler Nachrichten


    Mit Bildvergleich:
    Ein Stück Geschichte verschwindet - shz.de



    Die Zeile im Jahr 2007:
    http://www.rendsburg.net/bilde…7614682-87.122.99.220.jpg


    Kurz nach 1900:
    http://static0.akpool.de/images/cards/50/508046.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Wenn man sieht, dass in Leipzig zum Teil wirkliche Ruinen saniert und in den Originalzustand versetzt werden ist der Abriss hier wohl auf jeden Fall vermeidbar. Von außen seh ich jedenfalls keine Anzeichen, die den so schlechten Zustand erahnen lassen wie ihn die Behörde beschreibt.

  • Wenigstens die Fassaden hätte man doch erhalten oder zumindest rekonstruieren können? Der jetzige Entwurf ist im Vergleich zum Bestand schlicht eine ästhetische Verflachung.

  • Noch ist der Drops nicht gelutscht, könnte man sagen...


    Ich finde das ziemlich überraschend - zumal ich immer noch der Ansicht bin, dass die Neubauten in Ordnung wären.


    Dennoch macht das natürlich Mut im Hinblick auf Beschwerden/E-Mails/Protestbriefe bei anderen Projekten allerorten. :trommeln:


    Quote

    In einem gemeinsamen Antrag wurde die Verwaltung im Bauausschuss beauftragt, mit Eigentümern und Pächtern der Häuser Kontakt aufzunehmen. Dabei sollen Möglichkeiten erörtert werden, die Fassaden der Häuser zu erhalten, um das historische Ensemble zumindest optisch zu erhalten und den Neubau ansprechend in das Gesamtbild des Schloßplatzes einzufügen. "Es hat auf die Veröffentlichung des geplanten Neubaus in der Landeszeitung eine Flut von Mails und Anrufen gegeben", berichtete Anja Ilgenstein (CDU). "Dieser Fall bewegt die Menschen. Die veröffentlichte Bauzeichnung entspricht nicht annähernd der historischen Ansicht. Wir haben den Schloßplatz für viel Geld saniert, da kann uns die Randbebauung nicht gleichgültig sein." [...]

    Politik sorgt sich um den Schloßplatz - shz.de


    Quote

    Bisher schien der Abriss zweier historischer Häuser am Rendsburger Schloßplatz nur noch eine Frage der Zeit. Nach heftiger öffentlicher Kritik ist Bewegung in die Sache gekommen. Die Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie (NGD) als Eigentümerin will mit der Stadt reden. Ergebnisoffen.[...]

    Können Gespräche den Abriss stoppen? Rendsburg-Eckernförde Lokales / KN - Kieler Nachrichten

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    (Immanuel Kant)

  • Die Neubauten wären als Füllbauten in Ordnung. Aber die bestehenden Fassaden sind ihnen qualitativ überlegen. Insofern ist es völlig richtig, über den Erhalt der bestehenden historischen Substanz ernsthaft nachzudenken. Ich hoffe, dass die nun aufkommenden Überlegungen von Erfolg gekrönt sind.

  • Und weiter geht's im hohen Norden - jetzt soll eine ca. 300 Jahre alte Hofanlage (sog. Rotenhof) dran glauben müssen.


    http://www.shz.de/nachrichten/…en-stehen-auf-abriss.html


    http://www.kn-online.de/Lokale…Rotenhof-droht-der-Abriss


    Quote

    „Das Gebäude ist beim besten Willen nicht mehr zu halten“, sagt Andreas Simmank.


    Das Gesetz ist alternativlos, der Krieg war unvermeidbar, etc...

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  • Die Bauten am Schlossplatz werden wohl ziemlich sicher fallen, allerdings soll es zu einer Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Neubebauung kommen. Es sollen zwei Varianten zur Abstimmung gestellt werden.


    Quote

    Rendsburg. Der bevorstehende Abriss und Neubau von zwei historischen Häusern am Schloßplatz hat vor einem halben Jahr für enorme Aufregung gesorgt. Der Unmut richtete sich gegen die Tatsache, dass die Häuser wegen massiver Schäden nicht mehr gerettet werden konnten, und vor allem gegen das Aussehen der geplanten Neubauten. Jetzt ist Bewegung in die Sache gekommen - es wird an einer veränderten Häuserfront gearbeitet.[...]
    Aber der Unternehmer arbeitet an einer anderen Lösung: "Wir haben uns mit einem Architekturbüro in Verbindung gesetzt, das für uns zurzeit andere Fassaden für die beiden Häuser erarbeitet." Sobald diese Pläne vorliegen, will Demandt damit an die Öffentlichkeit gehen. "Wir haben vor, zwei Möglichkeiten der Fassadengestaltung zur Wahl zu stellen - und das im örtlichen Sinne." Per Telefon und im Internet sollen die Rendsburger die Möglichkeit bekommen, über die Vorschläge abzustimmen. Demandt: "Das Modell, das am meisten Zustimmung erfährt, werden wir bauen."

    Bürger haben am Schloßplatz die Wahl - shz.de


    Vielleicht hat ja noch jemand die Entwicklung im Auge, damit wir bei der künftigen Abstimmung ggf. mitmachen können?

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    (Immanuel Kant)

  • Die Entscheidung ist gefallen und sie sieht leider so aus:



    Die Varianten:



    Sehr ernüchternd. Ich muss sagen, dass ich mich in Rendsburg nicht so gut auskenne. Vor kurzem bin ich an einem schönen Sonntag in Rendsburg gewesen - und da war absolut nichts los. Gut, die Stadt mag nicht sehr groß sein, aber ich kenne viele kleinere Städte, in denen mehr Leben herrscht. Es gibt eine ganze Reihe an Entwicklungsprojekten: das Quartier am Obereiderhafen, Wohnungsneubau auf dem alten Güterbahnhof und einige kleinere Projekte. Für keines davon wurde bisher ein Investor gefunden. Und auch in der Altstadt herrscht vereinzelt offenkundig Leerstand. Ohne jetzt genaue Zahlen zu kennen, würde ich vermuten, dass die Stadt vor allem in die Breite gegangen ist. In den Vororten gibt es größere Einkaufszentren und Kiel ist nicht weit.


    Unter den Bedingungen ist eine Rekonstruktion oder aufwendige Erhaltung sicherlich nicht zu stemmen. Es ist schade drum, denn die Stadt ist wirklich schön und hat erhebliches Potential.

  • Ich weiß nicht so recht, weshalb du die Entscheidung mit leider umschreibst.
    Ich bin sehr froh, dass diese Variante (übrigens haushoch) gewonnen hat. Ganz klar derjenige Bebauungsentwurf, welche der bisherigen am besten entspricht und zudem m. E. auch die harmonischte ist (abgesehen von der schmalen Glasverbindung, aber die ist auch kein Drama). Wieviel besser sähe es wohl in Deutschland aus, wenn die Bürger öfter mal per Mehrheitsentscheid aus den Entwürfen auswählen dürften!?


    Die Abstimmungshistorie:


    Rendsburger entscheiden über Schloßplatz
    Wie haben die eigentlich gewährleistet, dass nur Rendsburger Bürger abstimmen und nicht bspw. interessierte Leser aus Übersee oder Afrika?


    Das neue Gesicht des Schlossplatzes - Klares Votum für die Variante eins

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  • Da möchte ich mich Palantir im wesentlichen anschließen. Warum dieser 1. Entwurf als so schrecklich beurteilt wurde, ist mir auch nicht ganz klar. Hier wird doch kleinteilig, mit traditionellen Materialien und Formen gebaut, die mir durchaus lokaltypisch erscheinen. Normalerweise würden wir uns doch über einen solchen Entwurf freuen, denke ich.


    Viel ärgerlicher finde ich die Tatsache, dass hier überhaupt neu gebaut wurde. Warum die wunderbare Vorgängerbebauung nicht erhalten und saniert wurde, ist mir als Laie nicht nachvollziehbar. Wenn ich mir diese angeblich nicht mehr erhaltenswerten "Ruinen" auf den Photos ansehe, wie sie hier und hier zu sehen sind, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Da sind in den letzten 20 Jahren im Osten unseres Landes doch ganz andere, sehr viel mehr verfallene Gebäude erhalten und saniert worden. Dass man nicht wenigstens die vorherigen Fassaden erhalten und übernommen hatte, ist wirklich schade.

  • Mir gefällt der Entwurf an sich auch! Handwerklich gut gemacht und wünschenswert, wenn immer so gebaut würde. Ich bedauere nur (wie ihr ja auch), dass die historische Bausubstanz nicht erhalten werden konnte. Das an sich halte ich für einen schwerwiegenden Verlust.


    In Rendsburg gibt es noch relativ viel alte Bausubstanz und das Problem, das ich zu beschreiben versucht habe, ist, dass auf dem Rendsburger Immobilienmarkt scheinbar momentan weder Geld noch Nachfrage vorhanden sind, diese Bausubstanz langfristig zu erhalten. Der Vergleich mit den "Ruinen" im Osten liegt zwar nahe, hinkt aus diesem Grund aber leider.

  • Die beiden zu ersetzenden Häuser am Schlossplatz werden bald abgerissen werden.

    Quote

    Die Tage des Thormannhauses und des Stinzinghauses aus dem Jahre 1909 auf dem Schloßplatz in Rendsburg sind gezählt. In wenigen Wochen soll die Abrissbirne kommen.

    Thormannhaus und Stinzinghaus vor Abriss - Kieler Nachrichten



    Ein Großprojekt am Obereiderhafen steht vor der Realisierung - sieht ganz ansprechend aus.

    Quote

    Das Großprojekt am Obereiderhafen nimmt immer konkretere Formen an. Gestern gab der Berliner Investor neue Einzelheiten und den Zeitplan für das Bauvorhaben bekannt. Demnach hat das Unternehmen Antan Recona vor, auf der Fläche zwischen Bahndamm und Wasserkante neben einem Hotel, Geschäften und Eigentumswohnungen auch ein Gesundheitszentrum zu errichten. Auf 1500 Quadratmetern sollen Ärzte, eine Apotheke und Reha-Dienstleister Platz finden.[...]

    Obereiderhafen: Investor plant auch ein Gesundheitszentrum - shz.de



    Das älteste Haus Rendsburg, der sog. Landsknecht mit dem Baujahr 1541, hat erfreulicherweise offenbar einen Investor gefunden.

    Bildquelle: Wikipedia, Urheber 'VollwertBIT', CC BY-SA 3.0


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    Rendsburger Investorengruppe prüft den Kauf des „Landsknechts“. Festgestellt wurde ein hoher Sanierungsbedarf.

    Eine neue Chance für das älteste Bürgerhaus der Stadt - shz.de


    Alte Postkarte des "Landsknechts"

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    (Immanuel Kant)

  • Ein Großprojekt am Obereiderhafen steht vor der Realisierung - sieht ganz ansprechend aus.

    Dein Ernst? Sieht aus wie ein ägyptischer Badeort. :rolleyes:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Die Abrisse am Rendsburger Schlossplatz verzögern sich noch bis zum Herbst.

    Quote

    Die geplante Neubebauung am Schloßplatz beschäftigt die Rendsburger seit vier Jahren. Die Pläne schlugen hohe Wellen, viele Bürger wünschten sich den Erhalt der Häuser, sogar der Bauausschuss der Stadt schaltete sich ein. Die für den Abriss vorgesehenen Bauten Thormann- und Stintzinghaus, inzwischen zu Schandflecken verkommen, gammeln heute noch vor sich hin. Im Herbst soll jetzt laut Investor Michael Demandt der Abriss geschehen. Im kommenden Frühjahr könnte der Neubau beginnen. [...]

    Fledermäuse verzögern den Abriss - shz.de



    Die betreffenden Häuser


    Schlossplatz N°10, sog. ThormannhausBildquelle: Wikimedia, Urheber 'Wusel007', CC BY-SA 3.0 unportiert


    Schlossplatz N°11, sog. Stinzighaus
    Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Wusel007', CC BY-SA 3.0 unportiert

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  • Die beiden Häuser besitzen solides Mauerwerk, das ist offensichtlich. Und es sind schöne Gründerzeitler. Der wahre Grund für den beabsichtigten Abriss ist nichts anderes als wieder mal die Geldgier. Solche Investoren holt, wenn diese dereinst den Löffel wegwerfen, der Geizteufel, der sie vermutlich schon lange am Schlawittchen hat.

  • Tja, die schicken Gründerzeitler werden nun gegen 08/15-Füllbauten ausgetauscht. Die Neubauten tun an sich nicht weh, aber sind natürlich optisch keinesfalls an den Bestand heranreichend. Ein schwacher Ersatz, mit dem sich der Eigentümer eigentlich selbst ins Fleisch schneidet.