Berlin-Wilmersdorf

Wir wünschen allen Nutzern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2021
  • Liebe Gemeinde,


    die negative Kritik an dem Projekt in der Lietzenburger Str. finde ich verfrüht und arg überzogen.


    Was wir haben ist eine erste Visualisierung, die weder die finale Farbgebung, noch weitere kleine auf dieser Visualisierung kaum erkennbare Details erkennen lässt.


    Wie schon von Heimdall erwähnt, wird der Blockrand geschlossen.

    Darüber hinaus wird die Traufhöhe eingehalten.


    Die Rundbogengestaltung des Haupteingangs sowie die an den oberen Ecken abgerundeten Fenster links und rechts davon verleihen einen sympathischen Eindruck.

    Das erinnert ein wenig an Geschäftshäuser der Gründerzeit.


    Eine Missachtung der umgebenden Bestandsbauten kann ich nicht erkennen.


    Ich stimme mit @Solinger überein, dass es schon jetzt eine enorme Verbesserung darstellt.


    Warten wir weitere Visualisierungen ab, ich glaube, dass das ein überaus erfreulicher Bau werden wird.



    Gruß aus Berlin.

  • Ich finde den Entwurf von HemprichTophof besser. Er strahlt klassische Eleganz aus und fügt sich besser in die Baulücke. Die Fassade wirkt hier nicht gequetscht, obwohl es ebenfalls fünf Obergeschosse und ein Dachgeschoss gibt. Für die Nutzung als Apartmenthaus sind die großen Fensterflächen ideal.


    Ich schließe mich der Kritik von Spreetunnel am Kocher-Entwurf an. Eine Verbesserung gegenüber dem Bestandsbau bringt er natürlich, aber dazu gehört in dem Fall auch nicht viel. Ich befürchte, dass das Gebäude schwerfällig und bieder erscheinen wird. Den Versuch, traditionelle Gestaltungselemente wiederaufzugreifen, kann man aber auch positiv bewerten. Mal sehen, wie das Ergebnis wird.

  • Der Entwurf für das Bauvorhaben Lietzenburger Straße 79-81 wurde etwas modifiziert. Leider wirkt er auf mich immer noch zu gedrungen. Ich liebe die Berliner Traufenhöhe, aber hier könnte man mit nur 1 m Erhöhung im EG oder 1. OG eine deutliche Verbesserung erzielen und dass dann oben der Bau die Nachbarn etwas überregt, geschenkt, das kommt hier in der Straße doch häufig vor.


    Berlin - Wilmersdorf


    © Marc Kocher/Van Caem

  • Dei sollen an Traufenhöhe und Nachbarbauten angeknüpft bauen....Vorbilder gibt es doch genug. Staffelgeschossen auch nicht schön.

  • Ich liebe die Berliner Traufenhöhe,

    Wenn denn mal nicht die vorgeschriebene Mindesdeckenhöhe von 2,50m wäre. Sehr viel höher werden die auch von den "Baulöwen" nicht daher genommen. Neben einem klassischem Altbau mit Deckenhöhen ab 3.10m, sieht das dann reichlich albern aus. Ich wäre dafür die gesetzlich vorgeschriebene Deckenhöhe auf mindestens 3 m zu erhöhen - zumal die Menschen auch immer größer werden.

    Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.

    Horst Seehofer

  • Der Entwurf für das Bauvorhaben Lietzenburger Straße 79-81 wurde etwas modifiziert.

    Wenn der rechte Entwurf der überarbeitete sein soll, dann finde ich ihn schlechter. Dabei geht es nicht um den Anstrich, der jederzeit änderbar ist. Nun aber wurden die Fialen des oberen Oktogons gekappt. Dadurch geht der ursprüngliche, in die Höhe strebende Art déco-Charakter verloren. Sehr schade.

    und dass dann oben der Bau die Nachbarn etwas überregt, geschenkt, das kommt hier in der Straße doch häufig vor.

    Die Frage ist eben, ob das zuständige Bauamt auch "geschenkt" sagt und dann eine Baugenehmigung erteilt. Es existieren in Berlin ja wohl diesbezügliche Satzungen bzw. existierten zumindest.

  • Kann es sein, dass der geplante Bau zwei ursprüngliche Parzellen zusammenfasst? Dadurch scheinen die berlintypischen Proportionen gestört zu sein. Ein weiteres Vollgeschoss plus Dach würde mehr Stimmigkeit schaffen. Immerhin bringen die Breite des Gebäudes und der breite Erker eine nicht uninteressante ungewohnte Note ins Stadtbild.

  • Möglich...Wenn, dann ist dies aber bereits bei der Errichtung des Bstandsbaus passiert.

  • Auf den Plänen von 1910 ist nur ein Gebäude verzeichnet. Das heißt aber nicht, dass dort nicht später etwas gebaut wurde. Kann mich leider nicht erinnern was vor dem Bau des Hotels, das gerade abgerissen wird, stand.


    Berlin-Wilmerdorf 1910


    Nicht wundern, die Hausnummern haben sich mit der Veränderung der Lietzenburger nach dem II. Weltkrieg geändert. Einst 40, jetzt 79-81.

    Etwas weiter westlich gab es noch eine Baulücke, dort war viele Jahre 'Loretta im Garten' , ein von mir gern frequentiertes Lokal. Die ganze gegend war in den 70er bis Ende der 80er Jahre ein Nachtschwärmerviertel mit dem Kudamm-Karree, das 'gute alte' West-Berlin halt. :cool:

  • Quote


    Etwas weiter westlich gab es noch eine Baulücke, dort war viele Jahre 'Loretta im Garten' , ein von mir gern frequentiertes Lokal.

    Wo gibt es sonst schon ein Riesenrad mitten in der Stadt :)?

  • Wilhelmsaue 32, 31, 29

    Ich möchte an eine Diskussion anknüpfen, die Ende 2019 anfing und bei der es um den jetzt bald fertigen Neubau Wilhelmsaue 32 ging (Snork, Onkel Henry, Heimdall, Klassiker und Solinger, # 143-154, 234).


    Ich stimme mit den Kritikern überein, insofern als an der Fassade Versatzstücke aneinandergereiht sind: ein winziges Vorgärtchen, Sockel mit Plastikklinkerverblendung, die runden Ecken der Balkone nebst einiger Säulen zur Dekoration im 1. OG, zurückgesetztes oberstes Geschoß, weißer Anstrich, bodentiefe Fenster: Es soll nach „Paris“ aussehen, wie es auch auf vielen Fotos anderer Neubauten in den Beiträgen von Januar bis heute zu sehen ist.

    Allerdings ist das kein „recht kleines Gebäude“, das soll wohl nur so auf der Werbetafel aussehen. Der vordere Riegel ist 22 m tief, der hintere wohl auch, was heißt, daß es in der Mitte jedes der beiden Gebäude stockfinster ist (deswegen auch die vielen Lampen an der Decke, wie ein Bauleiter mir erklärte). Zwischen den beiden Riegeln noch ein schmälerer Hinterhof. Aber es verkauft sich gut: von 6.500 €/m² bis 9.500.


    Die Investoren von Nr. 32 hätten gern Nr. 31 dazugekauft, aber es ist ihnen glücklicherweise nicht gelungen. Nr. 31 ist nicht in der Denkmalliste (das war Nr. 17 auch nicht), aber ich gehe fest davon aus, daß es trotzdem nicht gefährdet ist. Wer mehr über die Geschichte dieses Hauses lesen will, findet hier Informationen.


    Und Nr. 29: Es ging das Gerücht, daß dem Investor von Nr. 32 (a) auch dieses Grundstück gehöre und er (b) das Gebäude abreißen wolle. Derweilen hat sich – nach drei Jahren Leerstand – herausgestellt, daß (a) nicht stimmte (es sei denn, es wurde von ihm weiterverkauft), aber (b) hat sich bewahrheitet. Der Eigentümer ist die Gewerkschaft ver.di, und sie hat in diesem Sommer das Gebäude von 1874 abreißen lassen, weiß aber nach eigenem Bekunden noch nicht, was sie dort will (der anschließende Gebäudekomplex längs der Blissestraße – vormals DAG – gehört auch ver.di). Näheres hier.


    M.E. zeigt der Abriß von Nr. 29, daß der Bezirk kein Konzept, vielleicht nicht wirklich Interesse daran hat, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die wenigen Reste von historischer Bausubstanz aus dem 19. Jh. im Interesse eines vielfältigen Stadtbildes erhalten bleiben und so die Stadt als historisch entstandener Ort für seine Bewohner erlebbar ist. Einige Vorschläge dazu sind im letzteren Text enthalten. Leider haben sich bisher weder Stadtrat noch Denkmalbeirat (beide wurden informiert) dazu geäußert. Aber es gibt doch Mitglieder mit entsprechenden Kontakten; vielleicht könnten sie solch einen Dialog zugunsten des Schutzes von historischer Bausubstanz fördern?

  • Zu Spreetunnel / # 229

    HistoMapBerlin des Landesarchivs Berlin ist ein ausgezeichnetes Hilfsmittel, um anhand exakt aufeinandergelegter historischer Karten die Entwicklung von (in diesem Fall) 1930 bis heute zu verfolgen.

    Für Lietzenburger Straße 79/81 ergibt sich somit:

    - nur ein Gebäude (an derselben Stelle wie 1910) bis 1943

    - danach Ruine bis mind. 1957

    - 1960 abgeräumt

    - zwischen 1960 und 1964 neue Numerierung: statt 40 jetzt 79/81

    - zwischen 1964 und 1966 Neubau entlang der ganzen Straßenfront.


    Zur Benutzung von HistoMapBerlin: Nur den Straßennamen eingeben. Es werden dann die ganze Straße sowie die einzelnen Hausnummern zur Auswahl angezeigt. - Auf der linken Seite sind alle verfügbaren historischen Karten aufgelistet, die man über die Ausgangskarte (= heute) legen kann. Da drunter ("Aktive Ebenen") besteht die Möglichkeit, mit dem Regler stufenlos von einer ausgewählten Karte zur vorherigen überzugehen, um so besser Veränderungen verfolgen zu können.

  • Es soll nach Paris aussehen??? Warum?? War Paris denn besser dann Berlin? Es soll n.m.M. wieder nach Berlin aussehen wie es damals war!!!!

  • Zu Klassiker / # 237

    "Nach Paris aussehen": Als ein Beispiel hier dieser Artikel aus der Immobilienzeitung, um anzudeuten, was gemeint ist (siehe besonders den vorletzten Absatz).

    "Warum?": Anscheinend finden betuchte Kunden das "chic" resp. - um sprachlich hierzulande zu bleiben - "dufte".

    "War Paris denn besser dann Berlin?": Das ist Geschmacksache; nicht nur betuchte Kunden neigen zur Bejahung.

  • Also wenn man in Berlin mit "Pariser Flair" werben muss, ist das schon ziemlich peinlich und zeugt von einem Minderwertigkeitskomplex. Man könnte in der deutschen Hauptstadt ja einfach so schön und charakteristisch bauen, dass man gar keine Assoziationen mit anderen Städten benötigt.

    In dubio pro reko


    Die Deutschen sind ein Volk, das auf die Regierung hört. Die Franzosen sind ein Volk, auf das die Regierung hört.

  • Offenbar liebt man in Berlin aber schon länger die eigene Überhöhung durch Anlehnung an bedeutendere Orte in der Ferne: "Spree-Athen" (1706), "Spreechicago" (1892), "das New York Europas" (2014). Hängt das mit der Bedeutung des Ortsnamens - "Sumpfort" - zusammen?