Berlin-Wilmersdorf

  • Nach der Aufforderung des Senats im Mai 2019, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, ist der Auftrag bisher nicht erfolgt.

    Begründung: zu wenig Personal.

    Haltbarkeit der Brücke: bis 2021

    Wenn hier weiter so gepennt wird, müssen u.U. die maroden Auffahrten noch saniert werden - um sie dann später abzureißen.

    Typisch Berlin.

  • Im Newsletter des Tagesspiegels stand heute, dass das Landesdenkmalamt den Denkmalschutz von Vorderhaus und Strassendurchgang des Hauses Wilhelmsaue 17 eingerichtet hat. Die Eintragung in die Denkmalliste stehe noch aus.

    Alle Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatten sich in der letzten Woche für eine Unterschutzstellung des Hauses ausgesprochen, dieses Ansinnen wurde vom Baustadtrat an das Landesdenkmalamt übermittelt.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Neubau Konstanzer Straße/Düsseldorfer - na, ja...

    dsc01310wwjvk.jpg


    Unweit südlich (Konstanzer/Wittelsbacher) hat es Arch. Höhne besser gestaltet.

    dsc01311p6jf7.jpg


    Das 'Haus am Preußenpark' sollte offenbar, insbesondere hinsichtlich des Daches, mal ein wenig umgebaut werden (=>Link).

    dsc01313wujri.jpg


    Die historische Gestalt des Hauses in seiner besonderen Lage wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein wahrer Blickfang. Noch könnte man ja dies zum Vorbild nehmen. Hat jemand eine historische Ansicht?

    dsc01314ebjva.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Hm, war also nie ein wirklicher Blickfang. Hätte erwartet, dass es statt der Balkons oben in den Ecken doch je ein Türmchen gegeben hätte.

  • Spreetunnel Weißt du, von wann das Bild ist, was du gepostet hast? Der Bau ist doch eindeutig dem Historismus zuzuordnen und bei der Lage würde ich zu 100% erwarten, wie das auch Benni geschrieben hat, dass man dort zwei Ecktürme platziert. Ich habe noch nie einen Historismusbau gesehen, der zwei Ecktürme gehabt hätte, zum Zweck, obenauf so einen merkwürdigen Balkon zu platzieren.

    Die Fassadengestaltung mit den angedeuteten Säulen (kenne den Fachbegriff dafür nicht :augenkrummblau:) legt doch nahe, dass das Haus vorher ein Stockwerk weniger hatte und später die Turmhauben abgenommen und ein Stockwerk obendrauf gesetzt wurde. Mit sowas hat man ja schon in der Nazizeit angefangen.

  • In Berlin-Wilmesrsdorf hat die GESOBAU (ein städtisches Wohnungsbauunternehmen, wohlgemerkt) ein Eckhaus in der

    Regensburger Str. 25a / Ecke Grainauer Str. 17 mehr oder weniger originalgetreu wiederaufgebaut, wenn auch leider die Fassade nicht wiederhergestellt:


    https://www.gesobau.de/neubau/…grainauer-strasse-17.html


    Scrollt dafür unten in der Bildergalerie einfach durch, das Haus ist fast fertig.


    Ich finde das aus folgenden Gründen sensationell:


    1. Eine Rekonstruktion in Berlin, noch dazu eine, die hier bisher unbekannt war (?),
    2. ein profanes gründerzeitliches Mietshaus, von dem nur noch eine Achse stand,
    3. durch ein städtisches Wohnungsbauunternehmen, nicht einen privaten Akteur,
    4. im Durchschnitt für unter 10m² pro Quadratmeter für Charlottenburg sehr günstig.


    So sah es übrigens vorher aus:


    https://www.google.de/maps/sea….66h,39.65t/data=!3m1!1e3

  • Auf Grund des Stils der meisten Häuser in der Umgebung der Konstanzer Strasse würde ich auf eine Bauzeit von 1912 tippen, in der sich schon der gemaessigte preußische Klassizismus durchsetzte und solche Verzierungen nicht mehr aktuell waren. Was das Erscheinungsjahr der Postkarte angeht, so verweist die falsche Inschrift 'Preussenplatz' vielleicht auf Pläne kurz vor oder sogar während des 1. Weltkrieges hin, die Kreuzung neben dem Preussenpark so zu benennen, was aber nach 1918 obsolet wurde.

    In meinem 4-baendigen Strassenlexikon taucht die Bezeichnung nämlich nicht auf.

  • Ich würde das historische Foto eher nach dem Krieg einschätzen - so 50/60iger Jahre. In den Straßen sind Baulücken zu verzeichnen, welche nicht auf einen geplanten Abriß hinweisen, sondern eher auf einen "pyrotechnisch" bedingt spontanen. Kurz gesagt "Bombenlücken".

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • Ich würde das historische Foto eher nach dem Krieg einschätzen - so 50/60iger Jahre. In den Straßen sind Baulücken zu verzeichnen, welche nicht auf einen geplanten Abriß hinweisen, sondern eher auf einen "pyrotechnisch" bedingt spontanen. Kurz gesagt "Bombenlücken".

    Lieber Onkel Henry, dagegen spricht vieles. Man sieht nicht ein einziges Auto, was selbst in den 50er Jahren eine Sensation gewesen wäre und schon gar in den 60ern. Ebenso die Oberleitungen der Straßenbahn, die Laternen und im Vordergrund links unten die beiden Kinder auf dem Dreirad, die sich in Bewegung befunden haben und deshalb (wegen der noch unzureichenden Fototechnik) unscharf sind.

    Und natürlich dürfte es vor dem ersten Weltkrieg noch viele Baulücken gegeben haben. Wir befinden uns hier nicht im Berliner Zentrum, sondern in den Vororten, die sich gerade erst zu kleinen Städten mausern, die sich im Sog der Millionenmetropole Berlin befinden und in wenigen Jahren in den Zweckverband Groß-Berlin eingehen werden.

  • "Henry", 50/60er Jahre? Ohne Autos? Nicht mal am Straßenrand parkend? Stattdessen mit zwei Kindern mit Schiebermützen auf einem altertümlichen Fahrrad bzw. Tretmobil? Die Lücken sind keine Abrisslücken, sondern Baulücken. Es ist eben zu dieser Zeit noch ein Neubaugebiet.


    "Centralbahnhof", das ist kein Historismus-Bau der 1890 Jahre, also Neorenaissance oder Neobarock, sondern, wie "Spreetunnel" richtig bemerkt, ein neobiedermaierlich-klassizistisches der Zeit kurz vor dem 1. Weltkrieg. Bei diesen Gebäuden gab es manchmal auch Kuppeln, aber eben oft auch nicht.


    Als einige Beispiele hier, hier und hier.

  • Ich schließe mich ebenfalls der kunsthistorischen Einschätzung Spreetunnels an - Bauzeit um 1912. Ich kenne für diese Stilrichtung den Begriff "Reformstil". Mir gefallen Häuser dieser Art sehr gut. Die Tatsache, dass sie für manche Menschen etwas Irritierendes haben, dürfte damit zusammenhängen, dass die Betrachtung der Architekturgeschichte der letzten 150 Jahre von einer Polarisierung dominiert wird: Einem überbordenden Historismus mit "wilhelminischem Pomp" wird die Bauhaus-Moderne gegenübergestellt. Die Zwischentöne gehen dabei unter. Übergangsformen werden leicht übersehen.


    Wie Heimdall schon feststellte, herrscht der überbordende Historismus bis in die späten 1890er Jahre vor. Dann setzt eine behutsame Modernisierung und Weiterentwicklung der traditionellen Architektur ein. Die Formen werden strenger, der Dekor reduziert. Der Stilpluralismus bleibt aber erhalten. So gibt es neben einem neuen Klassizismus (zu dem auch das Haus am Preußenpark zu rechnen ist) auch den Jugendstil, dessen Formen nicht der historischen Überlieferung entnommen sind. Die traditionalistische Richtung der Architektur des 20. Jahrhunderts ist für uns von besonderem Interesse, da sie auch der Anknüpfungspunkt für neoklassische Tendenzen in der Gegenwart ist.

  • Da ich ja gerade in Brasilien bin und nicht forschen kann, vielleicht eine Bitte doch Mal wegen des Namens Mendelssohnhaus zu forschen. Vielleicht ein Frühwerk von Erich M.? Oder in den Adressverzeichnissen nach dem Eigentümer! Hier könnte vielleicht mal ein Ausflugslokal gelegen haben und die Ecke wurde nicht komplett gebaut, deshalb die beiden symmetrischen Lücken rechts und links, die später bebaut wurden. Ist in der Brandenburgischen Strasse nicht Schoko Hamann, gegründet um........? Mantikor, übernehmen Sie! 😁

  • Tut mir leid, mit Adressbuchrecherche kenne ich mich wenig aus.

    Das damalige 'Haus Mendelsohn' (hier noch einige Ansichten) wurde tatsächlich wohl im Jahr 1912 errichtet und kann mit Erich Mendelsohn eigentlich nichts zu tun haben, da dieser um diese Zeit herum frischer Absolvent in München war.


    Deine alte Fotografie ist übrigens korrekt beschriftet, da der Preußenpark erst in der Weimarer Zeit so benannt wurde.

    "Der 55.000 qm große Preußenpark wurde 1905 von Richard Thieme zunächst als “Preußenplatz” angelegt."

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • 1912 ist die Adresse Konstanzer Straße 15 als Neubau aufgelistet, ab 1913 wird für das Eckhaus H. Mendelsohn (Baumeister) als Eigentümer im Berliner Adressbuch (Vororte von Berlin) geführt. 1920 erscheint H. Mendelsohn noch als Eigentümer, jetzt mit der Berufsbezeichnung Makler. Er verkauft das Haus 1920/21 an die Lumina Gesellschaft später Handelsges. (1923).

  • Zu #169: Dass hier ein Gebäude im entstuckten Zustand rekonstruiert wurde ist schon recht bizarr. Aber es eröffnet immerhin die Perspektive, die Fassade später wieder zu vervollständigen.

  • Der Primus-Neubau Lietzenburger Straße N°105 (Arch. Nöfer) ist fast fertiggestellt.

    Der recht gefällige Bau passt dort gut hin; eine eklatante Verbesserung zum Vorzustand.



    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Also ich weiss nicht so recht... diese nach oben seltsam überlängten Erkerbereiche finde ich etwas klobig und 90er-mässig. Nöfer bleibt hier unter seinen Möglichkeiten.

    Es stimmt natürlich absolut, dass man dem mickrig-hässlichen, zurückgesetzten 60er-Jahre Vorgängerbau nicht nachtrauern braucht.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir