Baden-Baden

  • Ich bin's nochmal: Ich habe vorhin mit dem Vertreter der lokalen Initiative zum Neuen Schloss telefoniert. Man will dort ein hochkarätiges Treffen zum Schloss einberufen, auf dem über die Zukunft dessen beraten wird.


    Für alle, die jetzt erst dazukommen: Stadt verkauft überschwänglich an Kuwaitischen Investor, der meldet sich nicht mehr, Schloss rottet vor sich hin.


    Dazu werde ich wohl auch als Vertreter von Stadtbild Deutschland e.V. Südbaden eingeladen. Meine Frage: Kennt Ihr ähnliche Fälle und deren Ausgang ? Und habt Ihr Vorschläge zur Nutzung? Ich bin für alles offen.

  • Das hört sich doch ganz gut an. Gut, daß jetzt etwas zu passieren scheint.


    Vorschläge zur Nutzung des Neuen Schlosses? Nun, alles ist besser als der Leerstand und Verfall. Was ist denn realistisch? Ein Museum wohl nicht. Ganz spontan denke ich an das Schloss Pesch in Meerbusch. Der Innenraum wurde zu Eigentumswohnungen umgebaut. Die Hauptsache ist doch, daß das Bauwerk saniert, genutzt und für das Stadtbild erhalten bleibt.

  • Geplantes "Dienstleistungszentrum Aumattstraße": Erste Entwürfe und heftige Anwohnerkritik


    Westlich der Altstadt will der Baden-Badener Unternehmer Wolfgang Grenke einen großen Dienstleistungsstandort errichten, der vor allem IT-Arbeitsplätze beherbergen soll. Dafür soll die bisher bestehende kleinteilige Bebauung mehreren massiven Gebäudekomplexen weichen. Das Straßburger Büro "Richter Architects et associés" hat in einen entsprechenden Architektenwettbewerb gewonnen. Die Beschreibung der "Klarheit" der geplanten "Gebäudelandschaft" mit "Punkthaus" und "differenzierter Höhenentwicklung" in einem Artikel der Regionalzeitung "BNN" lässt erahnen, welche Art von Architektur dort droht: https://bnn.de/lokales/baden-b…e-fuer-gebaeudelandschaft Hier ein weiterer Artikel mit Hintergründen und weiteren Ausführungen des Investors: http://www.goodnews4.de/nachri…baden-badener-weststadt-2


    Auch ein großer historischer, regionaltypischer Satteldachbau am Flößerweg soll offenbar abgerissen werden (siehe Bild unten). Er ist der letzte Vertreter dieses Bautyps in der näheren Umgebung. Dass er laut den ersten Entwürfen einem dreiteiligen Flachdach-Konstrukt mit Parkgarage weichen soll, erinnert an die "autogerechten" Vorstellungen der 1960er-Jahre. Die detaillierten Entwürfe sind hier als PDF abrufbar (ganz nach unten scrollen): http://www.goodnews4.de/nachri…ten-siegen-in-baden-baden


    Flößerweg Baden-Baden
    Bild von mir


    Während die Oberbürgermeisterin in den verlinkten Artikeln von dem Projekt schwärmt, regt sich heftige Anwohnerkritik an der städtischen Bau- und Informationspolitik. In einer Stellungnahme werden v.a. die befürchteten Mehrbelastungen durch mehr Autoverkehr und die Dimensionen der geplanten Neubauten angegriffen, die Straße werde "verschandelt" durch "städtischerseits genehmigte leerstehende Prachtbauten". Das PDF im Wortlaut ist in seiner Deutlichkeit sehr lesenswert (ganz nach unten scrollen): http://www.goodnews4.de/nachri…-baden-badener-baupolitik


    Am Dienstag, 20. Februar, lädt die Stadt um 18 Uhr zu einer Bürgerinformation. Erwartet werden die Oberbürgermeisterin, der Baubürgermeister und ein Vertreter des Darmstädter Stadtplanungsbüros, der den Architektenwettbewerb betreut hat: http://www.goodnews4.de/nachri…taltung-zum-bebauungsplan


    Leider schaffe kann ich an dem Abend nicht vor Ort sein. Gibt es zufällig jemanden im Forum, der vor Ort sein und berichten kann?

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


    Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
    Johannes Brahms (1833-1897)

  • Final beschlossen ist bei dem Projekt noch nichts. Allerdings möchten der Investor und der Grundstückseigentümer, ein örtlicher Bauunternehmer, laut eines lokalen Zeitungsartikels möglichst noch 2018 mit den Abrissen beginnen. Ich habe die Denkmalbehörde auf das oben abgebildete Gebäude angesprochen, bislang wg. der Faschingsferien aber ohne Reaktion.


    Vonseiten der Stadt ist wohl kaum Einspruch zu erwarten, selbst wenn laut Baubürgermeister Uhlig der Gestaltungsbeirat mit einbezogen werden soll. Der Verein Stadtbild Baden-Baden, der sich für den Erhalt des historischen Stadtbilds und der Sichtachsen einsetzt, befasst sich erst in seinem Stammtisch am 21.2. mit dem Thema. Größter Widerstand kommt momentan von den oben erwähnten Anwohnern, unter denen auch eine Stadträtin ist. Die Kritik richtet sich allerdings vordergründig gegen die erwartete höhere Verkehrsbelastung und die Dimensionen der Neubauten. Ich habe hier schon Mails verschickt.


    Generell verschlechtert sich die bauliche Entwicklung in Baden-Baden derzeit dramatisch. So wurden seit den 2000er-Jahren in den historischen Villengebieten oberhalb der Altstadt teils krasse moderne Nachverdichtungen durchgedrückt, sodass immerhin für diese Areale nun eine Baufibel erstellt werden soll. Doch zu allem Überfluss setzt nun eine Abrisswelle ein – jüngstes Opfer ist der historische Luisenflügel des Hotels Europäischer Hof, der gerade in einem modernen Glubschaugenfenster-Stil neu hochgezogen wird. Und das beim bis dato original erhaltenen Stammhaus (!) der Hotelkette Steigenberger. Von der inzwischen deutschlandweit bekannten, tragischen Posse um das Neue Schloss gar nicht erst zu reden … ;(:kopfschuetteln:


    Ich versuche in den nächsten Wochen und Monaten Updates zu geben und einige der genannten Beispiele einzustellen.

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


    Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
    Johannes Brahms (1833-1897)

  • Stadtbild Baden-Baden hat beim Thema Aumattstraße bereits einen Offenen Brief an BM Uhlig verfasst, der auch vom Badischen Tagblatt veröffentlicht wurde.

    Der sehr lesenswerte offene Brief ist hier im Wortlaut zu finden: http://www.goodnews4.de/nachri…rmeyer-zum-aumatt-projekt


    (PS: Ironischerweise ist im Anhang von robertdaxxtor oben auch ein kleiner Artikel zur aktuellen Sanierung des zentralen Leopoldsplatzes zu sehen – ein veritabler Bauskandal, der sogar Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Rathausmitarbeiter wegen möglicher Korruption nach sich gezogen hatte. Verständlich, dass die Stadt nun nach Erfolgsmeldungen wie dem Aumattprojekt lechzt ...)

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


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  • Die historischen Villengebiete verlieren ein weiteres Schmuckstück


    Anwohnerproteste, Ensembleschutz, heftige Kritik vom Verein Stadtbild Baden-Baden und sogar ein Gerichtsverfahren können den umstrittenen Abbruch eines historischen Schweizerhauses in der Kaiser-Wilhelm-Straße wohl nicht mehr aufhalten: https://bnn.de/lokales/baden-baden/schweizerhaus-oder-neubau


    Das Haus wurde 1864 erbaut. Es steht selbst nicht unter Denkmalschutz, aber das gesamte Areal samt Garten unter Ensembleschutz. Es hatte dem legendären Casinopächter Edouard Bénazet gehört, der im 19. Jahrhundert den Weltruf Baden-Badens mitbegründet hatte. Sogar Kaiserin Augusta und Kaiserin Sisi sollen in dem Haus zu Besuch gewesen sein.


    Dennoch will es der Eigentümer, ein Architekt, durch einen größeren Neubau ersetzen. In einer der mit Abstand teuersten Wohnlagen der Stadt sicher ein lukratives Unterfangen ... Wer es sich antun möchte, hier ist die seit Jahren währende traurige Vorgeschichte des geplanten Abbruchs zum Nachlesen:
    http://www.goodnews4.de/nachri…torischen-schweizerhauses
    http://www.goodnews4.de/nachri…zum-benazet-schweizerhaus

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  • Sanierung der Merkur-Bergbahn

    Im Zuge der laufenden Sanierung der Standseilbahn auf den 668 Meter hohen Merkur werden die denkmalgeschützten Berg- und Talstationen aus dem Jahr 1913 barrierefrei ausgebaut. Während dies bei der Talstation über eine Rampe gelöst wird, beeinträchtigt künftig ein (was auch sonst?! :boese: ) Beton-Glas-Anbau das Erscheinungsbild der Bergstation, wie hier auf den Visaualisierungen zu sehen: BNN-Artikel vom 24.2.2019.


    Es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Schon letztes Jahr wurde über den Ersatz der beiden Bergbahnwagen aus den 1970er-Jahren entschieden. Der Betreiber, die Stadtwerke Baden-Baden, ließen die Bevölkerung über deren Gestaltung abtimmen ... und siehe da: Mit sehr großer Mehrheit entschieden sich die Baden-Badener für eine den ursprünglichen historischen Wagen aus dem Jahr 1913 angenäherte Holz-Optik. Alle drei Gestaltungsvorschläge sind hier zu sehen.

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  • Neuer Anlauf bei den Luxushotelplänen für das Neue Schloss:
    https://bnn.de/lokales/baden-b…en-schloss-in-baden-baden


    Laut Pressebericht wollen die Eigentümer nun die Anzahl der Zimmer deutlich von 141 auf 112 reduzieren. Der Denkmalschutz hatte im Frühjahr 2018 die ursprünglichen Planungen, die massive Eingriffe und Zerstörungen der historischen Bausubstanz (u.a. Aufstockung des renaissancezeitlichen Kavaliersbaus :kopfschuetteln: ) bedeutet hätten, verhindert. Laut Baubürgermeister gäbe es aber keine Amsätze für eine Enteignung.


    Kommende Woche soll es nun einen weiteren Vor-Ort-Termin zwischen Planern, Stadt, Denkmal- und Naturschutz am Schloss geben.

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  • Brand zerstört Dachstuhl eines historischen Eckhauses in der Baden-Badener Altstadt (Artikel mit vielen Bildern): https://www.badisches-tagblatt…er-in-der-Innenstadt.html


    "Der Dachstuhl sowie aufsitzende Türme des betroffenen Gebäudes sollten noch abgetragen und das Dach provisorisch abgedichtet werden. (...) Das Gebäude ist aufgrund von Löschwasserschäden nicht nutzbar." Hört sich nicht gut an. Hoffen wir, dass es schnell wiederhergestellt wird - und zwar so, wie es vorher aussah. :unsure:

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    Johannes Brahms (1833-1897)

  • Vorerst gute Nachrichten nach dem oben genannten Brand: Laut Stadtpressestelle müsse das Haus "eins zu eins" wieder so errichtet werden, wie es war, da es unter Denkmalschutz stehe. Das stand heute in einem Artikel in der Druckausgabe der Lokalzeitung "Badisches Tagblatt". :)


    Weiter heißt es, dass noch während der Löscharbeiten eine Mitarbeierin der Unteren Denkmalschutzbehörde anwesend war, die der Feuerwehr beratend zur Seite stand. So seien auch die zahlreichen Türmchen auf dem Dach gesichert worden, nur bei einem wurde aus Statikgründen die Spitze gekappt.


    Wegen Löschwasserschäden ist das Innere aber für mehrere Monate unbewohnbar. Hoffen, wir dass es nun keine bösen Überraschungen gibt. Ich geh demächst mal vorbei und versuche, ein aktuelles Bild zu machen und hier einzustellen.

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


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    Johannes Brahms (1833-1897)