Baden-Baden

  • Ich dachte mir, dass diese Teilrekonstruktion aus Baden-Baden in Baden im Stadtbild-D-Forum interessieren könnte.


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    Schloss Seelach in Baden-Baden wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Über seine Nutzung ist nicht viel bekannt, außer dass wichtige Persönlichkeiten wie der Deutsche Kaiser Wilhelm I. (1797–1888) mit seiner Gemahlin Augusta (1811–1890) und der russische Zar Alexander II. (1818–1881) es besucht haben sollen.
    Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verkam das Schloss immer mehr, es blieb jahrzehntelang unbewohnt, die Besitzer wechselten öfter, und am Ende war es eine zugewucherte Ruine.
    Vor einigen Jahren erwarb sie ein Kasache. Am 23. März 2009 begann der Wiederaufbau nach historischem Vorbild für etwa 25 Millionen Euro. Dazu werden die alten Leisberger Sandsteine verwendet (Leisberg war ein Steinbruch in Sichtweite zur Seelach). Erst war geplant, dass die Grundmauern erhalten bleiben, aber da nach einem Brand im Dachstuhl Regenwasser eingedrungen ist, waren diese zu stark beschädigt. Im Frühjahr 2010 war der Rohbau fast fertig.

    Schloss Seelach – Stadtwiki Karlsruhe


    Die Ruine noch im Jahr 2007:
    Schlossruine - Bild & Foto von M. Heinz aus Architektur - Fotografie (8000089) | fotocommunity


    Informationen der ausführenden Architekten:
    Kühnl + Schmidt Architekten AG | Projekt: Schloss Seelach - Wiederaufbau eines Schlosses


    Weitere Bilder und Informationen:
    http://www.stuccoveneziano.de/…_projekte/schloss_seelach


    Weiß jemand Näheres oder hat gar aktuelle Bilder?

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Wurde eigentlich irgendwo schon auf dieses Projekt hingewiesen? Bin gerade darauf gestoßen. Paradebeispiel für eine Politik, die sich, wie so oft, völlig unverständlicherweise zu fragwürdigen Zusagen und Entschlüssen hinreißen lässt. Ein Glück, dass die Bürger sich allem Anschein nach wehren! Die Badner waren halt schon immer e bissl aufsässig. Spätestens seit 1848. ;) Ich finde, auch wenn ich keinen tieferen Einblick in die aktuelle Sachlage habe, man sollte das unterstützen, um einer zukünftigen Verschandelung des Schlossparks vorzubeugen!


    http://rettet-das-neue-schloss.de/index.html

  • Wenn die Informationen auf dieser Internetseite der Wahrheit entsprechen, ist das alles wirklich unfassbar. Am Ende wird der Park und die Stadt mit einem unpassenden Neubau verschandelt und das Schloss trotzdem nicht saniert. Beispielsweise, weil die Wohnungen niemand kaufen will. Oder weil die Dame niemals wirklich vor hatte das Schloss zu sanieren. Diese Gefahr sehe ich durchaus.

  • Baden-Baden schafft sich ab - so oder so ähnlich. Das was Generationen über sehr lange Zeit und mit viel Stil geschaffen haben, soll durch ein einziges, das Stadtbild vernichtendes Gebäude zerstört werden?! Unbegreiflich und saudumm. Ich dachte, diese barbarischen Zeiten sind längst vorbei...drücke dem Verein und den Badenern beide Daumen und wünsche denen, dass bald Stadtratswahlen stattfinden ;-)

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Ok, mal was zusammengebastelt:


    Pressemitteilung zum Neuen Schloss in Baden-Baden


    Der Verein Stadtbild Deutschland e.V. fordert die umgehende Einrichtung einer Expertengruppe zum Neuen Schloss. Das Versagen der Politik in dieser Hinsicht deutet auf eine völlig fehlende Wertschätzung des Ensembles mit seinem besonderen geschichtlichen Hintergrund für die Stadt hin, die wir so nicht akzeptieren wollen. Ebenso wenig akzeptieren wir die aktuelle Untätigkeit der Stadt, die den weiteren Verfall des Schlosses zu akzeptieren scheint. Das Schloss muss in einem transparenten Verfahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können, etwa als Kulturzentrum, Museum oder in anderen Varianten. Die stadtbildzerstörenden Anbauten, die geplant waren und andere überschwängliche Pläne sollten begraben werden und eine bodenständige Lösung gefunden werden, die nicht auf permanente Zuschüsse seitens der Stadt oder wirtschaftliche Höchstphasen angewiesen ist.

  • Die stadtbildzerstörenden Anbauten, die geplant waren und andere überschwängliche Pläne sollten begraben werden und eine bodenständige Lösung gefunden werden, die nicht auf permanente Zuschüsse seitens der Stadt oder wirtschaftliche Höchstphasen angewiesen ist.


    Aber da beißt sich die Katze doch in den Schwanz: genau deswegen hat doch seinerzeit das Haus Baden das Schloss verkauft: Es konnte oder wollte die Immobilie nicht mehr finanzieren und das Museum hat sich offensichtlich nicht rentiert. Wenn der Wille der Stadt/der Bevölkerung da ist, das Haus zu erhalten und wieder der Öffentlichkeit zuzuführen, dann muss ordentlich (Steuer-)Geld in die Hand genommen werden - und zwar dauerhaft. Sei es nun unter Regie des bestehenden Vereins oder direkt unter städtischer/staatlicher Obhut. Auf eine arabische "Prinzessin" oder sonstigen Investoren jedenfalls braucht man nicht mehr zu hoffen, eine wirtschaftliche Investition ist dort schon fast nicht mehr möglich. Man sollte schleunigst mit der Dame aus Kuwait in Kontakt treten und um einen Ein-Euro-Kauf verhandeln. Auch die Möglichkeit einer Enteignung (sofern rechtlich gegeben) ist ins Spiel zu bringen, sollte sich an dem Zustand nicht bald was ändern.

  • Das sehe ich anders: Das Geld ist da. Problem aber, ist dass sich die Stadt übernommen hat. Cité (komplett neuer Stadtteil auf altem Kasernengelände) samt Fachmarktzentrum, großer Kreisverkehr, Sanierung der Zubringerstraße. Dazu noch einmal der Komplettumbau von Oos (Stadtteil) und nun der geplante Umbau des Augustaplatzes.


    Das alles ist zu viel. Die Stadt übernimmt sich maßlos. Mir liegen noch deutlich weitgehendere Pläne vor (Genaueres darf ich leider nicht sagen, Sorry), die nochmals eine mehr als gewaltige Summe erfordern. Ich frage mich, ob das sein muss. Für eine Stadt dieser Größe sicherlich nicht. Kein Wunder eben, dass am Ende kein Geld mehr da ist. Eine weniger größenwahnsinnige Planung hätte das Schloss mitinbegriffen.

  • Sie konnte oder wollte es nicht mehr finanzieren und das Museum hat sich offensichtlich nicht rentiert. Wenn der Wille der Stadt/der Bevölkerung da ist, das Haus zu erhalten und wieder der Öffentlichkeit zuzuführen, dann muss ordentlich (Steuer-)Geld in die Hand genommen werden - und zwar dauerhaft.



    Das sehen ich (leider) auch so. Ein (seriöses) Museum wird sich aus den Eintrittsgeldern nie finanzieren können. Das eine Kultureinrichtung sich ohne Subventionen selber trägt, ist auch recht selten.


    Aber bei dem Neuen Schloss in Baden-Baden handelt es sich um eine der bedeutendsten historischen Anlagen in Baden-Württembergs. Hier muss das Land aus meiner Sicht zur Not finanziell eingreifen.

  • (...) Man sollte schleunigst mit der Dame aus Kuwait in Kontakt treten und um einen Ein-Euro-Kauf verhandeln. Auch die Möglichkeit der Enteignung ins Spiel bringen sollte sich an dem Zustand nicht bald was ändern.


    Ist die Möglichkeit der Enteignung denn gegeben? Kennt sich jemand damit aus? Nach 13 Jahren Stillstand und Verfall sollte da bald mal gehandelt werden. Man hätte doch bestimmt auch den Verkauf mit der Sanierungs- oder Nutzungsverpflichtung verknüpfen können. Ich kann mir vorstellen, daß man bei einem möglichen Verkauf des Schlosses versucht, noch einen recht hohen Gewinn zu erzielen.

  • Ich stehe in Kontakt zum Bauausschuss. Bisher absolut nichts. Man kümmert sich einfach nicht drum. Anders kann ich das nicht interpretieren.


    Was bedeutet, "Bisher absolut nichts"? Bekommst Du keine Antwort auf Anfragen? Irgendjemand in der Stadt Baden-Baden muss doch wissen, was in der Sache Neues Schloss getan werden soll. Ich glaube, ich frage einfach mal ganz dumm nach. Bin gespannt, was die mir erzählen.


    Übrigens findet man im Wikipedia-Eintrag folgenden Satz:


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    (...) Heute befindet sich das denkmalgeschützte Gebäude im Besitz kuwaitischer
    Investoren, welche derzeit das Schloss zu einem Luxushotel umbauen. (...)

    Wie man auf diesem Bild sieht, wurde wenigstens schon das Dach erneuert.

  • Meistens keine Antwort. Wenn ich welche bekomme, dann heißt es "das ist jetzt kein Thema". Versuchs ruhig auch mal.


    Beim Dach bin ich mir nicht sicher, denn auch das Land hat schon einiges zugeschossen, um den Bau zu retten. Insofern kann es sein, dass das Land das Dach saniert hat. Weiterhin wurde der gezeigte Kran auf dem Foto auch mittlerweile abgebaut.

  • Die Pressemitteilung ist ja anscheinend wirklich veröffentlicht worden. Siehe hier:


    http://www.goodnews4.de/nachri…rfall-des-neuen-schlosses


    Ich würde gern wissen, ob solche öffentlichen Mitteilungen mit dem Vorstand des Vereins abgesprochen/abgestimmt werden, oder ob jeder einfach alles Mögliche schreiben kann. Das wäre nämlich sehr wichtig, wenn der Verein in Zukunft noch ernst genommen werden will.

  • Natürlich gibt es Abstimmung. Das war so bei den bisherigen von Ortsverbänden ausgehenden Aktionen, und es wird auch im Zuge der weiteren Aufgliederung des Vereins Abstimmung geben. Andererseits geht es nicht - vor allem bei dem Austausch über Facebook - ohne ein gewisses Vertrauen in die gemeinsame Stoßrichtung unserer Äußerungen und in die Seriosität der Ortsverbandsleiter. Es kann nicht jeder Satz dem Vorstandsvorsitzenden zur Abnahme vorgelegt werden. Vielmehr wird sich unser Verein in eine gewisse Pluralität hinein entwickeln, und die Verlautbarungen und Aktionen werden vielfarbig und nuancenreich werden. Entscheidend ist zunächst, dass unser Bekanntheitsgrad zunimmt. Unsere Sorge muss derzeit nicht die sein, dass der Verein "noch ernst genommen wird", sondern dass er erst einmal überhaupt im lokalpolitischen Alltag gehört wird. Natürlich werden nicht alle vom Verein zu verantwortenden Formulierungen jedem unserer Sympathisanten schmecken, aber das gehört nun mal zu einem Geschäft wie dem unsrigen..

  • Hallo ZeitMaschinist,


    Die Mitteilung wurde auch in unserem Regionalverband besprochen. Leider, muss man sagen, waren wir auch etwas in Zeitnot. Nachdem die FAZ berichtet hatte, mussten wir umgehend etwas herausgeben, ehe sich das Fenster der Aufmerksamkeit wieder schloss. Ziel war ja auch, überhaupt erst einmal bekannt zu werden. Problem unseres Vereins ist ja nicht etwa mangelnde Glaubwürdigkeit, sondern dass uns praktisch niemand kennt.
    Die Reaktionen zur Pressemitteilung waren ja auch überwiegend positiv. OB Mergen musste einräumen, dass man lange nichts mehr von den Investoren gehört hatte und der örtliche Cdu Vorsitzende nannte das Vorhaben "alternativlos" (sic!). Ich stehe allerdings auch gerade mit den freien Bürgern (lokale Initiative, hat nichts mit den Freien Wählern zu tun) in Kontakt und hoffe, dass wir eine Zusammenarbeit vereinbaren können. Ansonsten habe ich viel positives aus meinem Umfeld gehört.

  • Ich wollte mit meiner Frage auch niemandem auf den Schlips treten. Da ich selber Mitglied des Vereins bin, ist mir seine Glaubwürdigkeit und Seriosität sehr wichtig. Wenn sich der Verein, oder einer der Ortsverbände, zu einem Thema öffentlich zu Wort meldet, sollte er die Thematik wirklich gut kennen, um nicht nur Halbwissen, das aus irgendeiner Zeitung übernommen wurde, zu verbreiten. Das wäre nämlich meine Befürchtung, wenn jeder zu einem Ereignis einfach 'ne Pressemitteilung im Namen von Stadtbild Deutschland verfassen könnte.


    @ LarsK,


    Du scheinst wirklich gut informiert und involviert zu sein, was die Problematik um das Neue Schloss in Baden-Baden angeht. Da mache ich mir keine Sorgen. Generell bin ich natürlich sehr dafür, daß unser Verein viel bekannter wird. Ich freue mich über jede Erwähnung in den Medien. Und ich bin froh, daß es Leute in unseren Reihen gibt, die das in die Hand nehmen.