Leipzig - TRIAS-Haus (Martin-Luther-Ring/Markgrafenstraße)

  • Die von Saxonia gezeigte historistische Vorgängerbebauung war im Vergleich zum anschließenden Rathaus etwas zu mickrig geraten und kaum rekonstruktionswürdig, finde ich. Der neue Entwurf scheint auch mir weitgehend gelungen zu sein. Allenfalls erscheint mir der Entwurf im Gegensatz zum Vorgängerbau eher etwas zu hoch zu sein und und das benachbarte Rathaus in der Vertikalen zu sehr zu dominieren. Die von bilderbuch gezeigten Gemeinsamkeiten sind übrigens in der Tat eklatant. Aber besser gut geklaut als schlecht erfunden. Wir werden sehen.

  • Auch ich erachte den Entwurf für sehr gelungen und natürlich deutlich an das Kaufhaus Petersdorff erinnernd. Sozusagen ein historisierender Neubau, der sich auf die 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bezieht. Dies ist offensichtlich mit dem Berufsethos moderner Architekten vereinbar - aber das ist egal, solange das Ergebnis zu überzeugen weiß!


    Und wenn man bedenkt, dass dasselbe Architekturbüro für den Entwurf des Neubaus von St. Trinitatis verantwortlich zeichnet, kann man das neue Stadthaus gar noch wohlwollender beurteilen.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Hochhäuser fangen bei 22 m an. Das wird üblicherweise bei 9 Obergeschossen erreicht.

    Das entspräche der Berliner Traufhöhe. Die Gebäudeoberkante aber ist etwa in der Berliner Friedrichstadt für ganze Häuserblocks auf 30 m festgelegt (normalerweise acht Obergeschosse). Natürlich ist ein Streit um den Begriff Hochhaus müßig, aber festzuhalten ist, dass sich das Leipziger TRIAS-Gebäude vorzüglich in die Blockstruktur einfügt.

  • Mir ist nicht so recht wohl, wenn ich diesen auftrumpfenden, utopistischen Bauhaus - Historismus betrachte.


    Dessen Berechtigung an diesem Ort überhaupt ist ebenfalls sehr zu bezweifeln.


    Eine solche, für sich allein akzeptable Architektur kann überall platziert werden, ist jedoch nicht der Ergänzung oder dem Anbau eines Baudenkmals des Historismus angemessen.


    Allein die bekannten, gefälligen Rundungen, Linienführungen des Bauhausstils etc. rechtfertigen meiner Ansicht nach nicht eine unendliche Lobhudelei für diesen Ergänzungsbau.
    Da schau ich mir doch lieber in der Ohlauer Straße, in Breslau, originalen Bauhausstil an.


    Besser akzeptieren könnte ich eine wiederholende Weiterführung des gegebenen, historistischen Giebelmotivs - ggf. auch in zeitgenössischer Architektur.
    Wobei sich diese wiederum am Katarinum zu orientieren hätte.

  • Ja der Meinung war ich auch als ich den Entwurf das erste mal gesehen habe. Ich kann ihm mittlerweile aber sehr viel abgewinnen und freue mich auf die Realisierung.
    Hier Deutsches Architektur-Forum - Einzelnen Beitrag anzeigen - Leipzig: Trias (im Bau) sind die anderen Entwürfe zu sehen. Es gab auch welche, die die Giebelform fortführen. Denen haftet aber allen das Manko an, dass sie in ihrem Versuch an Stadt bzw. Rathaus anzuknüpfen kläglich scheitern. Die Architektur ist einfach viel zu wuchtig, plastistisch gestaltet und monumental als dass man daneben ein Gebäude setzen könnte welches nur "zitiert".
    Der Schulz und Schulz Entwurf versucht das daher erst gar nicht und weicht vom täglichen einerlei Lochfassaden Mantra ab,

  • Über ein Jahr kein Beitrag in diesem Strang! Schade. :augenrollengruen:


    Quote

    Trias-Gebäude in der Leipziger City vor Richtfest – Büros in Top-Etagen begehrt
    Leipzig. Ein Keil schiebt sich ins Leipziger Stadtbild. Am Martin-Luther-Ring wächst in Nachbarschaft zum Neuen Rathaus das Büro- und Geschäftshaus „Trias“ in die Höhe. Rund ein Jahr nach den ersten Bohrungen auf dem Gelände wird am 27. September der Richtkranz aufgezogen, teilte der Bauherr Formart auf Anfrage von LVZ-Online mit. Die ersten Flächen sind vermietet. Besonders begehrt: Turm-Büros in der Keilspitze.[...]

    http://www.lvz-online.de/leipz…/r-citynews-a-206679.html


    Weitere Informationen:
    http://formart.hochtief.de/de/…te/leipzig/trias-leipzig/


    So sieht es im nächsten Jahr dann aus:

    Bild: HOCHTIEF Solutions AG/schulz & schulz architekten

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Es wird sehr viel von der Ausführung abhängen, ob das Gebäude ein Erfolg wird oder nicht! Es hat sicher viel Potential, man kann durch schlechte Materialwahl und Einsparwille aber auch viel kaputt machen. Es wird sich zeigen, was am Ende dabei herauskommt.

    APH - am Puls der Zeit

  • Also wenn die Ausführung an diese Visualsierung herankommt http://img408.imageshack.us/img408/163/47959497.jpg dann wage ich einmal zu behaupten das das TRIAS-Haus durchaus Wahrzeichen-und Postkartenmotivpotential besitzt. Einer der wenigen Lichtblicke in der aktuellen deutschen Architekturwüste. Einziger Wehmutstropfen, das Hochhaus verdeckt aus dieser Perspektive den Turm des neuen Rathauses, oder liege ich da falsch? Aber ansonsten, ich finde den Kontrast zwischen Stadthaus und dem Trias-Haus ausnahmsweise wirklich gelungen und aufregend: Prunk trifft Eleganz! Schade dass man es nicht schafft bei der Neubebauung des Burgplatzes in ähnlicher Qualität (nicht zwangsläufig gleicher Stil(!))zu bauen, dort wirkt es noch sehr sehr schäbig, abgesehen vom phänomenalen Neuen-Rathaus-Stadthaus-Komplex. An neubauten mag da nur die Erweiterung der Deutschen Bank akzeptabel erscheinen, akzeptabel, mehr aber auch nicht. Aber es bleibt abzuwarten, ist zwar etwas Off-Topic, aber weiß jemand, was an der letzten großen Freistelle für eine Bebauung geplant ist, vielleicht kann der Bau noch was retten? Ich finde es nämlich traurig welche Möglichkeiten hier an diesem Platz schon verschenkt wurden, nämlich die Möglichkeit einen der schönsten Stadtplätze überhaupt zu schaffen, aber es sollte wohl nicht sein. Dass es ja auch anders gehen kann sieht man eben mit dem TRIAS-Haus an der anderen Seite

  • Meinem Kenntnisstand nach soll die bestehende Baugrube am Burgplatz zugeschüttet und anschließend gestaltet werden. Dafür muss die Kommune das Grundstück jedoch erst einmal erwerben. Ein Trauerspiel!


    Da ist die Baustelle des "Trias" weit erfreulicher. Auch ich bin gespannt, wie die Ausführung in den Details wirken wird. Man konnte ja leider schon vernehmen, dass bei den Fenstern, die stark zur eleganten Wirkung des Bauwerkes beitragen, kräftig gespart werden sollte.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • Man konnte ja leider schon vernehmen, dass bei den Fenstern, die stark zur eleganten Wirkung des Bauwerkes beitragen, kräftig gespart werden sollte.

    Bitte nicht D:


    Und zum Burgplatz; Oh nein, diese billige Cinestarfassade und die nebenstehende Brandmauer dürfen doch nicht endgültig sein D: Das wäre ja eine Katastrophe...dann sollten auf der Baubrache wenigstens ganz viele schöne Bäume gepflanz werden die dann bitte ganz schnell großwerden um dieses Elend dann zu verdecken...

  • Hmm, ein sehr interessantes Gebäude! Gefällt mir eigentlich recht gut. Tolle Idee, die Anlehnung an die Neue Sachlichkeit & Zwischenkriegszeit. So gut wie im Entwurf sieht es letztendlich doch nicht aus, aber trotzdem wirklich nicht schlecht.


    Die großen Fensterrahmen an den niedrigeren Flanken, die je zwei übereinanderliegende Fenster zusammengefasst hätten, sind aber leider nur im Entwurf und nicht in der Ausführung. Schade, die hätten recht gut ausgesehen.


    Es fügt sich halt leider nur begrenzt ins Straßenbild ein. Setzt aber irgendwie auch wieder einen spektakulären Akzent...

  • Hier fehlt meines Erachtens ganz klar eine hochwertige Natursteinfassade (ich habe hier sowas wie beim Erdgeschoss des Looshauses in Wien vor Augen), wobei diese Sparmaßnahme wohl eher dem Investor denn dem Entwurfsverfasser zuzuschreiben ist. Die dadurch recht langweilige Fassade fällt vor allem in der nahezu senkrechten Draufsicht vom Alten Amtshof ins Auge, wo der Bau nicht mehr durch seine ungewöhnliche Kubatur wirken kann.

  • Ohne Zweifel handelte es sich um einen großartigen Entwurf, dessen Umsetzung auch in meinen Augen einige Mängel aufweist. So empfinde ich insbesondere die "Erker" zum Stadthaus als relativ misslungen. Diese waren beim Wettbewerbsentwurf noch abgerundet und unterstrichen damit zusätzlich die Dynamik der Eckausbildung des Baukörpers. Außerdem wurde bei den Fenstern gespart, die durch einen warmen Bronzeton viel hochwertiger hätten wirken sollen.


    Hier ein Link zur Projektseite des Architekturbüros:


    http://www.schulz-und-schulz.com/stadthaus_leipzig.html

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  • Ich bin auch beeindruckt, wie schön dieses Gebäude geworden ist. Leider wurden die schon genannten Details der Visualisierung nicht umgesetzt, dennoch ist es dem Großteil dessen, was sonst so gebaut wird, meilenweit überlegen. Ich bin auch mal gespannt auf die Innenräume, ob da auch noch was kommt...

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Endlich mal ein Gebäude, das seiner vorherigen Visualisierung entspricht. Ich bin sehr positiv überrascht! Ich bin ja ohnehin ein Fan dieses "Streamline modern". Das Haus zeigt auch ganz klar, dass der Höhepunkt der ästhetischen Moderne in den 20 er Jahren erreicht war. Was danach kam kann sich damit nicht mehr messen. Wirklich eine Bereicherung für das Leipziger Stadtbild. Man kann den Stadtmüttern/vätern nur gratulieren, dass sie den Mut hatten, einen solchen Entwurf und nicht die kleingeistig anbiedernden oder verkrampft hippen anderen Entwürfe zu wählen. :thumbup:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Auch von mir gibt es einen Daumen nach oben. Ein wirklich gelungener Bau. Leider wurden einige Details im Vergleich zur Planung gestrichen bzw. vereinfacht, aber trotzdem weiß der Bau zu überzeugen. Trotzdem hätte ich den Bau gerne mit einer Natursteinfassade gesehen. Aber das ist meckern auf hohem Niveau.

    APH - am Puls der Zeit