Berlin-Pankow

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    • @Neußer: Nun, die Quelle würde ich als vertrauenswürdig und zuverlässig einstufen. Allerdings ging es damals um ein Detail des Innenausbaus, das sich also nicht aufs Stadtbild auswirkte (jenes stand, weil es sich um eine Altbauumnutzung handelte, aber eh nicht im Fokus der Entwurfs- bzw. Planungsarbeit). Freilich kommen mir durchaus des öfteren Klagen von Laien über die Verschwendung von öffentlichen Geldern bei Bauvorhaben zu Gehör, und in vielen Bereichen haben diese ja auch ihren guten Grund, man denke nur an Projekte wie die Staatsoper oder den BER, aber in manchen spiegeln sie tatsächlich die vom besagten Projektleiter zitierte "Angst des Bauherrn vor zuviel Raffinesse". Geiz ist geil, so etwas wirkt nach...
    • Ich habe keinerlei Zweifel. Selbstverständlich ist das so. Es herrscht in diesem Land hinsichtlich der Architektur eine "Möglichst-Billig"-Mentalität. Man könnte auch von einer gewissen Kulturlosigkeit sprechen. Als ich mal in einem, sich mit ganz anderen Themen beschäftigenden Forum vor einiger Zeit etwas postete, das nebenbei mit dem Berliner Stadtschloss zu tun hatte, gab es umgehend Leute die sich über "Verschwendung unserer Steuergelder" aufregten. Ich musste dem dann entgegnen, dass die Barockfassaden durch Spenden bezahlt werden. Außerdem fragte ich, ob sie sich auch über jedes moderne Bauprojekt des Bundes in ähnlicher Weise aufregen würden, z.B. die BND-Zentrale oder auch andere öffentliche Bauten. Solche Projekte aber interessieren diese Leute nicht, denn sie bilden durch ihre schlichten, "billig" wirkenden Fassaden keine Reibungsfläche.

      Der Drang nach "Billig" erstreckt sich übrigens nicht auf alle Bereiche in diesem Land. Nahrung soll beispielsweise auch möglichst billig sein, während technische Geräte durchaus etwas kosten dürfen. Ein Metzger sagte mir mal: "Für das neueste Smartphone oder Sportfelgen geben die Leute gerne viel Geld aus, aber die Roulade soll möglichst 1,75 Euro kosten. Dass das dann nur Mist sein kann, interessiert die Leute nicht." Und diese Mentalität sieht man auch bei vielen Neubauten, bei denen nicht auf die Fassadengestaltung, dafür aber auf die Ausstattung von Bad/WC großen Wert gelegt wird.
    • Ich denke, dass gerade bessere Zeiten anbrechen, auch wenn die Weltlage das momentan nicht darzustellen vermag.

      Die aktuelle Jugend mag weniger Bildung besitzen als die zwei oder drei Generationen vor ihr. Gleichzeitig geht sie jedoch auch deutlich undogmatischer mit politischen Ansichten um als die eine Generation vor ihr. In Gesprächen mit Menschen zwischen 30 und 40 wurde immer wieder die Verschwendung beim Berliner Stadtschloss angemahnt, der Abriss des Palastes (obwohl sie ihn selbst nur als Kinder erlebt haben können) der Republik etc.
      Diejenigen, die heute zwischen 20 und 30 sind erfreuen sich gefühlt z. B. viel mehr an der Rekonstruktion des Berliner Schlosses, kritische Stimmen habe ich nur von jenen vernommen, die sich mit dem Marxismus befassen - aber jene sind in der Tat zum Glück wirklich nur noch ganz, ganz wenige. Ihre Außenwirkung wie in Potsdam ist ungleich größer als ihre Anzahl.

      Gleichsam habe ich in der heutigen jungen Generation nicht mehr das Gefühl, dass "Schönes" als schlecht wahrgenommen wird. Der Trend in der aktuellen Architektur geht ja auch gerade dahin, dass vorsichtig traditionelle Elemente und Formen wieder aufgegriffen werden - und das gerade von jungen Architekten! Ich bin optimistisch, dass diese verkrampfte, antistaatliche Motzerei und damit eben auch das "alles muss billig aussehen" weiter abnimmt. Herauskommen werden natürlich auch Zwitter, die ein traditionell ästhetisches Empfinden nicht erfüllen werden, aber dekonstruktivistische Glaspaläste werden in absehbarer Zeit immer weniger entstehen und deren Bestandsbauten sicher auch in eben jener wieder abgerissen.
    • Jetzt geht's hart auf hart beim Ringlokschuppen am S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf. Hoffentlich "gewinnt" die Verwaltung gegen den auf Abriss spekulierenden Herrn Krieger (Möbel Höffner).

      Zoff zwischen Pankow und Möbel-Millionär um Berlins größten Schuppen - B. Z.

      Ein Dossier beim Forum Stadt.Bild.Berlin

      Ausrangiert: In Pankow-Heinersdorf verfällt ein (fast) einzigartiges Industriedenkmal



      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Vexer070', CC BY-SA 4.0 international
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Eine kleine Auswahl der zahlreichen baulichen Aktivitäten in Pankow. Die Bilder stammen noch aus dem Frühsommer.

      Vinetastraße N°50, hier wurde ein zurückstehender zweigeschossiger (Wohn?)-bau beseitigt.



      Da zieht's doch ein wenig die Fußnägeli hoch...

      Brixener Straße N°54/Maximilianstraße, wohl aus dem letzten Jahr. Sieht mit offenen Fenstern nur geringfügig besser aus.


      Breite Straße N°8/9 am alten Dorfanger. Hier wurde ein Geschoss dazwischengeschoben und das Dach ausgebaut.




      Zum Abschluss dieser kleinen Auswahl aus Berlin-Pankow das bereits gezeigte und nunmehr vollendete Wohnbauprojekt in der Gaillardstraße N°4/5 ('Friedrichscarré), gegenüber den Floragärten.


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      The post was edited 1 time, last by Mantikor ().

    • "Das Rathaus Pankow wird im Zuge der derzeit laufenden Sanierungs- und Umbauarbeiten barrierefrei. [...]
      Wie bei der Sanierung öffentlicher Gebäude inzwischen üblich, möchte das Bezirksamt nach Abschluss der Bauarbeiten eine durchgängig barrierefreie Nutzung des Rathauses ermöglichen. Das heißt, dass alle Teile des Gebäudekomplexes auch von Rollstuhlfahrern erreichbar sein sollen."

      Drei neue Aufzüge für das Rathaus: Mittel freigegeben - Berliner Woche

      Das Rathaus Pankow mit Erweiterungsbau (rechts)


      Der Hofbereich


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    • Dieser gelungene Neubau ist bereits seit Jahren fertig, darf aber dennoch mal Erwähnung finden - wenn's sonst niemand macht...

      Niederschönhausen, Blankenburger Straße 33-35, 'Victoria-Gärten'




      Gegenüber ensteht ein weniger gelungener WBG-Neubau (Gesobau)

      Schräg gegenüber (stadteinwärts) dann folgender Bauplatz auf dem dieses graue Wohnhaus errichtet wird:


      Wiederum gegenüber die hübsche Wache der freiwilligen Feuerwehr Niederschönhausen; im rechts anschließenden früheren Schulbau verstarb im Jahre 1947 der Schriftsteller Hans Fallada.

      Der Bau hat vermutlich früher auch zur Schule gehört (Turnhalle, Direktorenwohnhaus o.ä.).
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    • Ich habe eine kleine Chronik des Hauses erstellt, in dem ich seit 45 Jahren wohne. Daten, Anekdoten und Kurioses. (Youtube: "Bubi Bübchen")
      Enthalten ist auch ein Foto nach 1902. Leider sieht man hier das Haus nur undeutlich weil weiter entfernt.
      Was zu erahnen ist, ist der ehemalige Giebelschmuck. Durch die schlechte Auflösung des Fotos kommen mir diese Vasen bzw. tonnenförmigen Elemente etwas unförmig vor.
      Ich habe versucht, die Formen anhand des Fotos nachzuempfinden.
      Kann ein Kenner hier Hinweise geben, wie das wirklich ausgesehen haben könnte ?
      Anhang:
      - Foto Neuzeit
      - Foto nach 1902
      - Ausschnitt
      - optische Reko








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    • wir haben hier im alten Forum früher oft über Wert Unwert des Historismus gestritten. Man kann sagen, dass das vor dem Versorgungssuchendeneinfall DAS Streitthema per se war, das in gewissen Auswüchsen (Vergleich zwischen L und DD) sogar moderationsgemaßregelt werden musste. Ich vertrat eher die Antihistorismusseite, habe aber stets eingeräumt, dass diese Sicht von meinen Wiener Erfahrungen geprägt worden ist, und dass der reichsdeutsche Historismus weit eher zu Qualität und auch Originaltät bzw Kontinuität neigt, was einem Ortsfremden wie mir mitunter arge Unterscheidungsschwierigkeiten bereitet.
      Dieser Fall hier ist typisch. So eine aufwändige Innengestaltung, die einem "echten" ZG um nichts nahesteht, erscheint mir ziemlich einzigartig.
      Derlei ist bei uns das Höchste der Gefühle:
      google.at/search?q=rathaus+kor…qXYkRM:&spf=1562317909388
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.