Dresden - Ferdinandplatz

  • Das die Gestaltungskommission nicht viel mit Dresden gemein hat, ist doch schon lange bekannt. Das zeugt doch schon darin, dass die sich vor jeder Sitzung erstmal die Örtlichkeiten anschsauen fahren müssen. Der interessierte Dresdner hat in der Regel sofort ein Bild der Umgebung vor Augen, wenn Projekte angesprochen werden.


    Und Rehwaldt ist nen Stümper. Wenn der Möbel emtwerfen will, dann soll er bei Ikea anheuern. Und liebe Frau Samsoe: Dresden tät mal etwas verspieltes gut. Die ganze kahle sterile Blässe, mit der Dresden in den letzten Jahren überzogen wurde, generiert die Beliebigkeit eines schweden Möbelhauses, dessen Auslage sich zwar immer zu ändern scheint, aber trotzdem so gleich und beliebig bleibt, wie der billige Stil, den es verkörpert.

  • Oaaah Leeeeute!!!

    Lol :lachen::lachentuerkis:


    (Sorry muss auch mal lachen, die Stimmung hier ist priceless)

    "Die Modernisten sollten sich endlich eingestehen, dass sich die Qualität einer Stadt konventioneller Architektur verdankt" - (H. Kollhoff).

  • Die Entwürfe der zwei von ursprünglich drei Bewerbern für das neue Verwaltungszentrum der Stadt am (neuen) Ferdinandplatz wurden "zum Stichtag30. November [...] eingereicht", schreiben die Dresdner Neuesten Nachrichten. Bevor die finale Entscheidung der Jury am 25. Januar 2021 getroffen werden wird, gibt es bereits vom 4. bis 21. Dezember die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung zum äußeren Erscheinungsbild auf der Beteiligungsplattform der Stadt (wahrscheinlich hier). Ich bin ja mal gespannt ...


    Das Ergebnis der Bürgerbeteiligung soll der Jury vor deren Entscheidung mitgeteilt werden.

  • Mir wird schlecht.

    Not gegen Elend.


    Die eine eine billige einheitliche Rasterfassade und das andere das selbe mit einem Loch drin und 2 Farben!!

    Wenn nicht anders angegeben, sind alle Bilder von mir.

  • Könnte man nicht einmal wenigstens versuchen an die Vorgängerbauten anzuknüpfen?

    Es wäre doch wunderbar für Dresden wenn Traditionelle klassische Formen zwischen modernistisches Mühl zurückkehrten??


    Aber am Pariser Platz und Leipziger Platz wurden auch Wiederaufbau der alten Bauten abgelehnt. Die passten einfach nicht mehr zwischen alle moderne Bauten dort.....und ja das verstehe ich auch, aber ein schöner Platz wie Ferdinandplatz ist zu wertvoll um zu versauen.

  • Naja, mit Pauschalkritik wird man nicht weiter kommen. Einer der beiden furchtbaren Entwürfe wird´s wohl werden.

    Bei genauerer Betrachtung ergeben sich Stärken und Schwächen der Wettbewerber.

    Man wünschte sich eine Gestaltungskommission, die noch was rettet.


    Das erste Projekt mit 8 Etagen und horizontaler Fassaden-Schüttlung:


    1. Seit Jahren wird bemängelt, dass in Dresden die Bebauung ganzer Gebäude-Blöcke mit einer Fassade den menschlichen Maßstab im Stadtzentrum unberücksichtigt lässt. Warum bekommt man keine vertikale Gliederung an der Fassade hin und stellt unterschiedliche Funktionsbereiche durch unterschiedliche Fassaden dar?


    2. Statt dessen erfolgt zur Auflockerung der Fassaden-Monotonie eine horizontale Dreiteilung der Fassade in etwa gleichbreite architektonisch unterschiedlich gegliederte Bänder. Das Ganze wirkt modernistisch, bemüht und unausgewogen. Die unteren beiden Bänder sollten wenigstens stilistisch vereinheitlicht werden.


    3. Die niedrige Ausbildung der Fassade im Bereich des Erdgeschosses zur Waisenhausstraße / Külzring ist städtebaulich komplett unangebracht, insbesondere durch die verbindenden vertikalen Pfeiler der folgenden beiden Geschosse wirkt das Ganze gedrückt, wenig großzügig und unproportioniert. Was soll das?.


    4. Warum kann an dieser Stelle in Korrespondenz zum Rathaus nicht ein schräges Dach ausgebildet werden? Statt dessen 8 Geschosse senkrecht? Und dann durch die horizontale Gliederung in seiner Höhe kaschiert? Ziemlich inkonsequente Baumassengliederung.


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    Der zweite auf den ersten Blick besonders langweilig wirkende Entwurf


    scheint mir insgesamt in seiner Baumassengliederung mit Eckbetonung besser gelöst, als beim Wettbewerber.

    Doch warum bekommt man keine stärkere Ausdifferenzierung an der Fassade hin und stellt den Eckkörper Waisenhausstr. / Petersburger durch eine vom "Rest" unterschiedliche Fassade dar? Warum werden die "wilden" Versprünge der Kubatur nicht durch unterschiedliche Fenstergrößen, Fassadenmaterialien etc. weiter ausdiferenziert?



    2. Prinzipielle erscheint mir die Fassadengliederung in Arkaden-artige 2 untere Geschosse und folgende obere "Fenster-Geschosse" stimmiger als im Wettbewerbs-Entwurf. Sind aber sehr "billig" gemacht.


    3. Die Ausbildung des Eingangs zur Agora wirkt leider uninspiriert und im Vergleich zum Wettbewerber oben wenig überzeugend.


    4. Warum kann an dieser Stelle in Korrespondenz zum Rathaus nicht ein schräges Dach ausgebildet werden? Immerhin nur 6 Geschosse senkrecht. Das ist besser als beim Wettbewerber oben.

  • Bei Nr.1 erkennt man, dass der Ersteller recht gewieft ist. Er hat sich die Kritik an langweiligen Rasterfassaden zu Herzen genommen und gleich drei seiner langweiligen Rasterfassaden-Entwürfe in einen Entwurf gepackt. So muss er sich auch nicht entscheiden welche Art Rasterfassade er diesmal abspult.


    PS: Erinnert das noch jemanden an Fürst-Pückler-Eis? Siehe insbesondere das 3.- und 5.Bild.

    Es gibt eine Architektur, die zur Landschaft gehört, sowie eine andere, die sie zerstört.

  • Warum bekommt man keine vertikale Gliederung an der Fassade hin und stellt unterschiedliche Funktionsbereiche durch unterschiedliche Fassaden dar?

    Das ist das Problem beim Denken von innen her, das hier wohl ausschlaggebend war: Die Funktionen sollen variabel sein, neue Bürokonzepte, "Arbeiten überall", etc. sind die Prämissen bei der Nutzung. Es hätte im B-Plan geregelt sein müssen, dass Fassaden für kleine Parzellen vorgesehen sein sollen und nicht eine für den ganzen Klotz. Entwurf 2 hat z.B. durch die schmalen Fenster zur Waisenhausstraße hin über 40 Fenster (von Achsen möchte man ja aufgrund fehlender Gliederung gar nicht sprechen) nebeneinander - wenn ich mich bei aller Monotonie nicht verzählt habe. Das kann keine gescheit gegliederte Fassade sein, selbst das "Haus der vielen Fenster" oder das Neue Rathaus kamen da nicht ohne gliedernde Elemente aus, die übrigens bei beiden Beispielen 1. ziemlich einfach sind und 2. besser wirken, weil das Verhältnis von Fenster- zu Wandfläche viel kleiner ist, was ein weiterer Kritikpunkt an den beiden Entwürfen am Ferdinandplatz ist.

    Die niedrige Ausbildung der Fassade im Bereich des Erdgeschosses zur Waisenhausstraße / Külzring ist städtebaulich komplett unangebracht, insbesondere durch die verbindenden vertikalen Pfeiler der folgenden beiden Geschosse wirkt das Ganze gedrückt, wenig großzügig und unproportioniert. Was soll das?

    Hier wurden elementare Prinzipien der Proportionierung vernachlässigt, das ist völlig richtig beschrieben. Was mich dabei zusätzlich stört ist die Materialität (soweit man diese aus von den Visualisierungen herleiten kann) und die fehlende strukturell-gestalterische Abgrenzung zu den Obergeschossen. Man fühlt sich als Mensch in der Einheitlichkeit der Fassade völlig fehl am Platz und erdrückt, nichts am Erdgeschoss ist für den Menschen einladend, in Abgrenzung zu den Obergeschossen.

    Einer der beiden furchtbaren Entwürfe wird´s wohl werden.

    Man befürchtet's - aber ist sowas denn geregelt? Muss die Jury einen Gewinner benennen?

  • Also ich finde ja - schlagt mich tot - den zweiten Bieter eigentlich ganz manierlich und habe das dort auf der Seite auch so geschrieben.

    Was hattet Ihr denn erwartet? Allen Ernstes etwas wie das, was man hier mal gepostet hatte, mit 19. Jh.-Erkern und -giebeln??


    Nr. 1 geht einfach gar nicht. Brrrrrrr. Dieses Loch erst!

    Ich stimme in der Kritik an Nr. 2 aber Eryngium zu, da wäre mehr Vielfalt wichtig gewesen.

    Ich hoffe sehr, dass man mit der Materialwahn noch etwas hinbekommt, da die aus den Visus ja noch gar nicht hervorgeht. Ein edler Stein/Kunststein mit warmem Farbton, gerne auch drei oder vier verschiedene, würde dem Ganzen sehr gut zu Gesicht stehen.

    E.s Wunsch mit dem Dach hatte ich allerdings dann auch .

  • Was hattet Ihr denn erwartet? Allen Ernstes etwas wie das, was man hier mal gepostet hatte, mit 19. Jh.-Erkern und -giebeln?

    Ich glaube nicht dass es darum geht, was man erwarten kann, sondern was man erwarten können sollte. Bin ich da zu pathetisch, wenn ich erwarte, dass ein Gebäude der öffentlichen Verwaltung einer Stadt, zumal in dieser Lage und mit einer solchen historischen architektonischen Reputation, wie Dresden sie hatte bzw. wieder hat, endlich mal Maßstäbe für menschliche, ästhetische und dem Erbe der Stadt gerecht werdende Gestaltung setzt? Ich finde es überhaupt nicht vermessen, wenn man solche Entwürfe für dieses Projekt mindestens als Ausdruck eines fehlenden Bewusstseins der Architekten für die Seele dieser Stadt bezeichnet.


    Diese Entwürfe sind für sich betrachtet von einiger Qualität, zeugen sogar von Kreativität und Ausdruck (wenn auch nach seltsamen Proportionsmaßstäben). Aber der Ort und die Funktion wurden hier völlig ignoriert. Öffentliche Gebäude dürfen nicht nur praktisch und zeitgenössisch sein oder politisch etwas ausdrücken (wie die immer wieder beschworene demokratische Transparenz, die mit viel Glas und wenig Schnörkel angeblich ausgedrückt wird) - sie sollten vor allem dem Wesen der Stadt, der Bürger und der Geschichte Ausdruck verleihen.


    Dresden ist eine Kunst- und Kulturstadt und hat eine bemerkenswerte Baugeschichte, die es fortzuschreiben gilt. Dabei geht es auch gar nicht um irgendeine neue Form des Historismus oder des neuen Urbanismus, sondern ganz einfach um das Aufnehmen von Geschichte und behutsames Weiterentwickeln derselben.


    In diesem Sinne fehlen mir in beiden Entwürfen Anlehnungen, Zitate, Anregungen historischer Architektur in Dresden, z.B. Arkadengänge mit Rundbögen (und wenn nur teilweise), eine typische Fassadengliederung, eine sichtbare Anlehnung an eine kleinteilige Parzellierung, regionaltypische Materialien, Risaliten und Portale, etc.


    Hier übrigens nochmal der StadtbilDD-Vorschlag von Patzschke, falls dieser damit gemeint war. Das ist zeitgenössisches Fortschreiben von Baugeschichte mit Rücksicht auf Funktion und Ort. Bauformen sind nicht an Zeiten gebunden, das ist für mich kein Argument gegen den Entwurf.

  • Immer wieder sehe ich phantasiereiche menschenfreundliche und auch historisierende Entwürfen von Bauten mit Rücksicht auf Ort und Vergangenheit wie hier von Patschke versus immer viel zu zeitgenössische Bauten der Modernen.



    Das gilt auch für die Neuer Markt in Berlin oder Tacheles. Leider kommt es niemals zu diese wunderbare Entwürfen und werden es immer mittelmässige langweilige Strukturen.........

  • Also ich finde ja - schlagt mich tot - den zweiten Bieter eigentlich ganz manierlich

    Du findest DAS HIER also ganz manierlich. Ist das dein Ernst? Hier muss man nicht mehr fragen, was man hätte besser machen können, sondern was man überhaupt hätte schlechter machen können.

    Quote

    Was hattet Ihr denn erwartet? Allen Ernstes etwas wie das, was man hier mal gepostet hatte, mit 19. Jh.-Erkern und -giebeln??

    Muss man sich hier inzwischen dafür schämen, dass man nicht auf völlig gestaltungsfreie Rasterfassaden steht? Ist jetzt jeder, der dem Rasterwahnsinn aus der Architektenblase nicht huldigt ein Historismusspinner? Ist grundlegende Fassadengliederung nicht mehr im Rahmen dessen, was man als Architekturinteressierter erwarten darf? Wofür zur Hölle haben diese Leute bitte studiert?

  • Oh ich bitte um Verzeihung, ich hatte aufgrund deines herablassenden Tonfalls nicht mit Dünnhäutigkeit gerechnet.

  • Diese Entwürfe sind für sich betrachtet von einiger Qualität, zeugen sogar von Kreativität und Ausdruck

    CF war sogar noch "enthusiastischer" als ich .... Muss ich mich hier jetzt rechtfertigen, wenn ich am FP keine Wiederauferstung des Historismus erwarte? Weißt du denn wie das Dresdner SPA aufgestellt ist und dass so etwas hier in Dresden - gelinde gesagt - eher nicht erwarten ist....


    Ich habe in meiner Mail (auch an die Stadt!) hingegen sehr deutlich gemacht, dass der zweite Bieter zumnidest eine Basis bietet (anders als der erste), auf der man weiterarbeiten könnte - aber auch MÜSSTE im Sinne des Verbesserungsbedarfs. Mit mehr Individualität der Fassaden, mit anderen und schöneren Farben und mehr Materialvielfalt. Und gerne auch mit einem geneigsten Dach zumindest zum Ring/Rathaus hin (so auch Energinium).


    Oder glaubst du etwa, dass die Bieter wegen des APH ihre Entwürfe einstampfen werden?

    Allein schon das Instrumemnt der Online-Beteiligung der Bürger finde ich sehr gut (das habe ich denen dort auch geschrieben). Da hat man auf vielerlei Kritik der letzten Jahre mal reagiert und etwas richtig gemcht. Das muss man auch mal würdigen.


    Ist meine Meinung. Die muss man nicht teilen.