Schleswig

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    • der Gottorfer Globus und sein Domizil

      Quelle für Bilder und Text: gottorferglobus.de/

      "Zwischen 1650 und 1664 entstand am Gottorfer Hofe Herzog FRIEDRICHs III. ein Riesenglobus, der nach seiner Fertigstellung europaweite Berühmtheit erlangte. Er wurde in einem eigens errichteten Lusthaus in der Gartenanlage "Neues Werk" nördlich des Schlosses aufgestellt."

      "Als Ergebnis legte der Verfasser 1997 eine Rekonstruktion des Globushauses im Neuwerkgarten in Zeichnungen und Modellen vor, die in der Hauptsache auf einem intensiven Studium schriftlicher Quellen fußt. Diese belegen zu etwa 80 % das Vorhandensein der Baumaterialien, zu 90 % die Raumfolge und -verteilung, zu 80 % die Dimensionen und zu 50 % das Aussehen des Gebäudes bzw. seiner Einzelteile. Hier muß allerdings eine feinere Abstufung erfolgen: bestimmte Bauteile sind dank Grabungsfunden zu 100 % gesichert, andere Teile ließen sich anhand genauer Beschreibungen und andernorts erhaltener Vorbilder aus der Werkstatt desselben Meisters zu 90 % belegen (insbes. Portale), wiederum andere Bauteile sind überhaupt nicht beschrieben und mußten unter Anlehnung an zeitgenössische Vorbilder und unter Maßgabe der im 17 Jh. üblichen bautechnischen Lösungen rekonstruiert werden (insbes. Balkenlagen)."

      "Kritische Stimmen im Vorfeld des Projektes stießen auf wenig Gegenliebe. Die Gestalt des neuen Globushauses im barocken Garten wurde durch die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen mit dem Umstand begründet, daß die Quellenlage angeblich eine genaue Rekonstruktion des originalen Gebäudes nicht zulasse. Bemerkenswert ist jedoch, daß man eben dieselben Quellen, die einerseits für eine Rekonstruktion des Globushauses als nicht ausreichend erachtet wurden, andererseits für die penible Rekonstruktion der barocken Gartenanlage als genügend betrachtete. Die originalen Fundamente des alten Globushauses gingen bei den Bauarbeiten unwiederbringlich zugrunde."

      früher:


      kritische reko:



      ------------------

      ist ja mal wieder typisch... überall wird der gleiche unsinn verbrochen! :aufdenkopf: :kopfwand:
      Eine der vorzüglichsten Eigenschaften von Gebäuden ist historische Tiefe.
      Die Quelle aller Geschichte ist Tradition. (Schiller)
      Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten.
    • In Schleswig soll das Hotel Stadt Hamburg, das in seiner jetzigen Form nach einem Brand von 1908 erneuert wurde, einem Neubauprojekt weichen:

      www.alte-schleihalle.de - Hotel Stadt Hamburg - Infos über Schleswig, Historisches, Bauprojekte, Fotos und Filme

      www.alte-schleihalle.de - Hotel Stadt Hamburg - Geschichte - Infos über Schleswig, Historisches, Bauprojekte, Fotos und Filme

      Schade um dieses stadtbildprägende Gebäude, an dessen Erhalt aber offenbar nicht gedacht ist:

      "Ein möglicher Abriss des ehem. Hotels steht auch nichts im Wege, denn
      das Gebäude ist, nach Angabe des Landesamt für Denkmalschutz, nicht
      erhaltenswürdig. Auch der Erhalt der Fassade ist vom Landeamt nicht
      erwünscht."

      Das anschließende Fachwerkhaus Flensburger Straße 1 wurde vom neuen Eigentümer hinzugekauft und soll anscheinend beseitigt werden.

      Abbruchgefährdet ist auch das Haus Lange Straße 36. Anstatt das mit Asbestplatten verkleidete Fachwerkhaus zu sanieren und das Straßenbild somit aufzuwerten, soll es einer barrierefreien Wohanlage weichen, die auch die Grundstücke Kleiner Baumhofsgang Nr.38 und Noorstraße Nr.1 umfassen soll:

      www.alte-schleihalle.de - Lange Straße Nr.36 - Infos über Schleswig, Historisches, Bauprojekte, Fotos und Filme

      Vor wenigen Jahren entstand in der Fischbrückstraße 14 ein klotziger, die wesentlich niedrigere Umgebung völlig ignorierender Neubau:


      Ihm fiel ein Haus zum Opfer, das im Kern noch aus dem 16. Jahrhundert stammte und damit zu den ältesten Häusern der Stadt gehörte. Es stand offenbar unter Denkmalschutz:

      lh6.ggpht.com/_xFxQQaxUZCg/SxF…/-edr1dybacc/P1020502.jpg
    • Na, wenn dieses Holtel nicht erhaltenswürdig ist, welches Haus ist es dann?! Was man vom Denkmalschutz zu halten hat, ist hier im Forum ja schon oft deutlich geworden. In diesem Amt kommt es stark auf Einzelpersonen an. Diese entscheiden dann nach eigenem Geschmack und Ermessen. Das darf es einfach nicht sein. Da werden Kostbarkeiten aus den letzten Jahrhunderten als wertlos eingestuft und billige Zweckbauten der Jahrzehnte nach 1945 unter Schutz gestellt. Logisch und nachvollziehbar ist das nicht. - Sicher ließe sich dieses Haus, zusammen mit einem Anbau, in ein Altenheim mit altersgerechten Wohnungen umbauen. Irgendwie nervt mich diese alte Generation. Erst haben sie es nicht geschafft den Krieg zu verhindern und zugelassen, daß das ganze Land vernichtet wird. Danach hat die Generation beim Wiederaufbau total versagt. Und nun werden für diese Generation die letzten historischen Überbleibsel beseitigt, um altengerechte Wohnungen zu bauen. Ganz nach dem Motto, "Nach uns die Sintflut!".
    • Also jetzt aber mal halblang...

      Neußer wrote:

      Irgendwie nervt mich diese alte Generation. Erst haben sie es nicht geschafft den Krieg zu verhindern und zugelassen, daß das ganze Land vernichtet wird. Danach hat die Generation beim Wiederaufbau total versagt. Und nun werden für diese Generation die letzten historischen Überbleibsel beseitigt, um altengerechte Wohnungen zu bauen. Ganz nach dem Motto, "Nach uns die Sintflut!".


      Das ist leider das Resultat unserer ständigen Medienindoktrination mit History-Soaps zur NS-Zeit. Diese Zeit ist längst vergangen, wird aber in den Köpfen konserviert. Was heißt eigentlich "diese alte Generation"? Ein heute 80-jähriger, das sei einmal bedacht, ist im Jahr 1932 geboren. Er war bei Kriegsende 13 Jahre alt. So jemandem vorzuwerfen, er hätte den Krieg nicht verhindert und die Vernichtung des Landes zugelassen, ist schon vermessen. Oder soll sich der Vorwurf an die wenigen 90-Jährigen richten, die 1939 gerade mal 17 waren? Diese Generation hat auch mit dem Versagen beim Wiederaufbau wenig zu tun, denn dieser wurde von der längst verstorbenen Vorgängergeneration verantwortet. Man kann sogar davon ausgehen, dass die heutigen Neubezieher von Seniorenwohnanlagen in der Regel um die 70 Jahre alt oder jünger sind. Das heißt, es handelt sich um die Nachkriegs- bzw. bereits 68er-Generation. Es gilt also langsam mal die NS-Zeit im Kopf hinter sich zu lassen. Sie ist weitestgehend Vergangenheit, auch wenn die Fernsehsender gerne regelmäßig letzte Opfer hervorkramen, um sie kameragerecht zu präsentieren.

      Abgesehen davon sind solche Vorwürfe von späteren Generationen natürlich meist recht vermessen. Man wirft von jeder Macht abgeschnittenen Normalbürgern vor, nicht ihr Leben im Widerstand gegen Hitler eingesetzt zu haben, während man gleichzeitig sich heute oft schon in die Hosen macht, was wohl der Nachbar oder Arbeitskollege denken mag, wenn man am Süßwarenstand einen "Negerkuss" bestellen will. Vor political correctness schauen sich die Leute zehn mal im Café um, bevor sie leise den Mund aufzumachen getrauen, wenn sie irgendwas in diesem Land stört. Aber früheren Generationen vorwerfen, nicht als permanente Selbstmordattentäter durch die Gegend gelaufen sein... Mal sehen, was spätere Generationen über unsere heutige Jugend so erzählen. Warum die z.B. der fatalen Euro-Rettung einfach nur zugeschaut haben; von anderen Themen (Stichwort Sarrazin) sage ich mal gar nichts, da sonst gleich ein Moderator auf den Plan gerufen wird.

      Und dann sind die Verantwortlichen für die hier erwähnte Bauplanung mit Sicherheit nicht 80 Jahre alt. Stadtplaner und Architekten dürften im Regelfall die 60 Jahre noch nicht erreicht haben (Was für einen 1950er Jahrgang oder jünger spricht).

      Abgesehen davon stimme ich aber mit der Aussage überein, dass es ein Armutszeugnis für den Denkmalschutz ist, dass das Hotel abgerissen werden soll. Es scheint mir doch stadtbildprägend im positiven Sinne zu sein.

      The post was edited 1 time, last by Heimdall ().

    • Heimdall wrote:

      Also jetzt aber mal halblang...
      Da hat sich aber jemand aufgeregt :wink: . Doch mit genau solchen Reaktionen hatte ich schon gerechnet. Gut, meine Aussage und Meinung war sehr stark gekürzt, provokant und überspitzt. Es ist korrekt, daß die NS-Zeit längst vergangen ist. Doch es ist ja gerade das Thema dieses Forums, über die verlorenen Stadtbilder zu diskutieren, die eben in jener NS-Zeit verschwunden sind. Oder habe ich da etwas falsch verstanden. Natürlich kann man auch nicht einzelne Leute herauspicken und dafür verantwortlich machen. Es geht um die gesamte Bevölkerung. Der Wiederaufbau ging dazu nicht in den ersten zwei bis drei Jahren über die Bühne. Er zog sich auch in die 1960er und 1970er. Das Umdenken setzte erst viel zu spät ein. Wahrscheinlich bin ich in dieser Hinsicht ungerecht und gemein. Doch es lässt sich einfach nicht leugnen, daß ein riesengroßer Teil unserer gebauten Geschichte innerhalb weniger Jahrzehnte ausradiert wurde. Für die nachfolgenden Generationen für immer verloren. Und wenn nun für dieselben Leute, die damals im Kriege munter mitgemischt und danach in übelster Klötzchenbauweise die Trümmer aufgebaut haben, auch noch weiter historische Bausubstanz geopfert wird, bringe ich das eben in einen Zusammenhang und echauffiere mich darüber. Ganz einfach. - Im Übrigen habe ich mein Wissen über die Kriegsgeneration nicht aus dem TV. Auch wenn diese Behauptung sehr willkommen erscheint, um meinen Beitrag ins Lächerliche zu ziehen. Zufälligerweise arbeite ich in einem Altenheim und habe durch die dazugehörige Biographiearbeit + den täglichen Umgang meine eigene Sicht auf die Bewohner und die Geschichte. Es sind nicht wenige darunter, die auch heute noch glauben, der Nationalsozialismus sei eine gute Sache. Einer trauerte darüber, daß die Schüler der Napola nicht die Gelegenheit hatten ihr angelerntes Politikverständnis noch anzuwenden. - Die Aussage, daß die 68er-Generation in neue Altenheime einzieht, ist so einfach nicht richtig. Menschen die in ein Pflegeheim einziehen, sind in den meisten Fällen jenseits der 85 Jahre. Man glaubt gar nicht wieviele 90- und 100-jährige Mitbürger in den Wohnbereichen zu finden sind. Wenn die Pflege zu Hause nicht mehr gewährleistet werden kann, kommen sie, multimorbid und dement, für ihre letzten Lebensjahre ins Heim. - Doch das gehört hier alles nicht zum Thema. Vielen Dank.

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    • Die Fassade des Schleswiger Domturms soll bis 2020 saniert werden.

      Der Zeitplan steht, nur die Finanzierung noch nicht. Die bröckelnde Fassade des Domturms soll innerhalb der nächsten sechs Jahre saniert werden. Diesen Termin nennt die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), die bereits ein Planungsbüro aus Brandenburg mit den Voruntersuchungen beauftragt hat. Seit Jahren lösen sich immer wieder Ziegelstein-Brocken aus dem Turm. 2009 fiel das Phänomen erstmals auf. Seit 2012 steht deshalb eine Stahlkonstrukion vor dem Hauptportal, das wie ein Baugerüst aussieht


      shz.de/lokales/schleswiger-nac…niert-sein-id8760541.html
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • erbse wrote:

      Wie sah denn der Theatersaal vor dem Abriss aus?

      So (Fassade vom Lollfuß):
      de.academic.ru/pictures/dewiki/83/Slesvig_Teater.jpg

      Historisches Foto:

      duettundatt.de/coppermine/albu…ics/10001/Theater1892.jpg
      Ein Bild des Jammers:

      alte-schleihalle.de/wp-content…ch-theater-ii/26_03_b.jpg


      Ein wunderschöner Bau, angeblich erst 1892 erbaut. Anderen Quellen zufolge war es alledings mehr als 160 Jahre alt. Das käme schon eher hin. Umso mehr wundert es mich, dass das Gebäude, bzw. die Fassade nicht unter Denkmalschutz stand. Die Fassade sollte urspünglich wohl erhalten bleiben. Der neue Bürgermeister Arthur Christiansen machte sich aber - kurz nach seinem Amtsantritt - aus Kostengründen für einen Totalabriss stark:

      shz.de/lokales/schleswiger-nac…assade-weg-id7896331.html

      Angeblich war der Bau nicht mehr zu retten:

      shz.de/lokales/schleswiger-nac…m-lollfuss-id9135036.html

      Hier weiter Infos und Fotos zu dem Bau auf alte-schleihalle.de (eine sehr interessante und spannende Seite über Schleswig) :

      alte-schleihalle.de/abbruch-stadttheater/

      Ach ja, auch das Hotel Stadt Hamburg ist inzwischen Geschichte, es wurde im Januar diese Jahres abgebrochen:

      alte-schleihalle.de/hotel-stadt-hamburg/
    • Das ist doch einfach nur zum Haareraufen! Nach und nach verschwinden immer mehr alte und schöne Häuser. Wenn wenigstens generell etwas Gleichwertiges folgen würde, wäre das noch annehmbar. Wir wissen aber, daß zu 99% nur gestalterisch minderwertige Bauten folgen. Das ist unerträglich. So werden unsere Städe langsam immer uninteressanter.