Heidelberg

  • Um ehrlich zu sein, habe ich mir das Gebäude aus dieser Perspektive noch nie angesehen. In der Tat nicht das hässlichste Haus. Und weit und breit das einzige, was in diesem Gebiet an Altbau zu finden ist.


    Was mit dem Restaurant passiert weiß ich leider nicht....

  • Und es geht erfreulich weiter aus Heidelberg. Was sich hier in diesem Jahr tut ist wirklich eine Sensation. Wurde die Altstadt jahrelang nicht angetastet und sich sogar über eher "lapidare" Dinge wie ein Beleuchtungskonzept ewig gestritten, so scheint es mir momentan, dass man mit aller Kraft in Richtung Zukunft strebt.
    Da der An- und Umbau an im Osten der Stadthalle auf dem Montpellierplatz vor wenigen Jahren (Zum Glück!!!) begraben wurde und die Entscheidung für einen Neubau des Kongresszentrums in der Bahnstadt fiel (siehe oben), kam die Frage auf, wie die Zukunft der Stadthalle aussehen soll.
    Erbaut wurde sie in den Jahren 1901-1903 nach Plänen der Architekten Jakob Henkenhaf und Friedrich Ebert (Meines Wissens nicht verwandt mit dem späteren Reichspräsidenten, der im Gegensatz zum Architekten in Heidelberg geboren wurde) errichtet. Für mich ist sie eines der prächtigsten und schönsten Gebäude des Historismus, wobei sie deutliche Einflüsse des Jugendstils aufweist (Besonders am Eingang und an den Zierformen im Innern). Sie erinnert auch an die durch Josef Durm 1901-1904 errichtete Universitätsbibliotek (Eine ebensolche Perle, mit der mich eine tiefe Hassliebe verbindet).


    Zur Übersicht und Information hier ein kleiner Beitrag, der das Innere und auch teils das Äußere zeigt:



    Nun zur aktuellen Entwicklung: Die Stadthalle soll bis 2021 modernisiert und zu einem "Konzert- und Festhaus" umgebaut werden. Dabei wird mit dem Denkmalschutz zusammengearbeitet und das historische Interieur so wenig wie möglich angetastet, das Äußere bleibt völlig unberührt. Der Clou hierbei: Die Kosten sollen bei 28 Millionen liegen. Davon kommen allerdings 22 Millionen Euro Spenden von einem neu gegründeten "Inititaiv- und Stifterkreis" um die beiden Heidelberger und großzügigen Mäzene Wolfgang Marguerre und Manfrad Lautenschläger! Vor allem Marguerre tat sich schon bei der Sanierung und dem Neubau des Heidelberger Stadttheaters hervor, nach ihm wurde dann auch der große Saal benannt. Auch Manfred Lautenschläger trat in der Vergangenheit häufig als großzügiger Spender und Förderer der Universität und der Stadt hervor.
    Hier geht's zum Artikel:


    https://www.rnz.de/politik/hin…dthalle-_arid,312022.html

  • Heidelberg hat es gut! Das Ziel hier muß es sein, einfach möglichst wenig in der Altstadt zu verändern und schon bleibt alles so angenehm, wie es bereits ist. Schön!

  • Bismarckplatz, Adenauerplatz, Stadtwerke, Stadtbücherei, Hauptbahnhof - in diesem Areal muß sehr viel abgerissen und in den +/- 70ern neu bebaut worden sein. Ebenso befinden sich in der Altstadt ein Kaufhof (Hauptstraße), am Uniplatz die Abrisse für die Triplex-Mensa, am Marstall für die Althistoriker und Lateiner. Im Osten der Altstadt Richtung Karlstor befinden sich in der Fußgängerzone eine ganze Menge 90er Jahre Vorstadtwohnungen.


    Der moderne Verkehr hat anscheinend in jeder größeren Stadt ab den 60ern seinen Tribut gefordert. Nichtsdestotrotz verfügt Heidelberg zum Glück noch über eine sehr intakte Altstadt, die das Stadtbild als Ganzes bestimmt. Mit der Süd- und Weststadt gibt es ein sehr lebenswertes gründerzeitliches Quartier, andere ehemals selbstständige Stadtteile wie Neuenheim und Handschuhsheim sind ebenfalls reich an historischer Architektur.


    Heidelberg ist und bleibt sehr schön, leider ist die erst wenige Jahre alte "Bahnstadt" sehr verunglückt. Weiße Flachdachmonotonie wie leider vielerorts in der Republik.

  • Bin vor zwei Stunden in meiner Heimatstadt gelandet und muss erst einmal sagen, dass Heidelberg einfach wunderschön ist.


    Zum Bauhaus: Das ist wirklich das grausigste Gebäude, das in Hd herumsteht. Interessant ist hierbei, dass es sich um die zweite Bauhausfiliale überhaupt in Deutschland handelt. Weiterhin interessant ist, dass der ehemalige ZOB überbaut werden soll, allerdings mit moderner Architektur, was an dieser Stelle allerdings auch angebracht ist, da hier die Gleise der alten Bahnanlagen verliefen.


    Zum Menglerbau: Momentan ist, laut RNZ, noch nichts entschieden. Es steht nur zur Debatte, ob der Bau fällt. Im Übrigen finde ich den Menglerbau nicht sonderlich schlecht, Rekonstruktionen an dieser Stelle sind so oder so hinfällig, der alte Bahnhof würde die große Kreuzung am Adenauerplatz einnehmen. Also würde hier ebenfalls modernes Bauen nachfolgen. Da gefällt mir der Menglerbau so besser.


    P.S.: Die Sanierungsprojekte Alte Brücke, Hotel Ritter, Hofapotheke, Karlstor und Providenzkirche sind alle abgeschlossen und wunderschön geworden.

  • Es wären ja wirklich schöne Nachrichten, wenn denn ganz selbstverständlich bessere Architektur nachfolgen würde. Das bezweifle ich eher, lasse mich aber gerne positiv überraschen. Die verlinkte Webseite beweist: Auch Modernisten sind Nostalgiker, wenn es um ihre Präferenzen geht. Nur verkennen sie, dass diese Architektur gar nie den Anspruch hatte Liebhaber zu finden, die noch dazu ihren Verlust bedauern würden. Die Moderne will funktionieren, aber sie will nicht gefallen. Das ist ihr größter Fehler.

  • ... Die verlinkte Webseite beweist: Auch Modernisten sind Nostalgiker, wenn es um ihre Präferenzen geht. Nur verkennen sie, dass diese Architektur gar nie den Anspruch hatte Liebhaber zu finden, die noch dazu ihren Verlust bedauern würden. Die Moderne will funktionieren, aber sie will nicht gefallen. Das ist ihr größter Fehler.

    Das ist einer der intelligentesten Sätze, den ich in den letzten Jahren hier im Forum gelesen habe. Für die Modernisten hängen wir hier der Vergangenheit nach. Aber vielleicht sind die Modernisten die wahren Konservativen.