Potsdam - der Lustgarten

  • Diese Drahtgitter am Neptunbrunnen finde ich ja besonders albern. Soll wahrscheinlich Kunst sein, gehört aber dringend weg.

    Die Metallinstallation deutet die noch fehlenden Figuren an. Warst du denn noch nie vor Ort? Es ist wirklich nicht schwer zu erkennen.

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    Potsdam, Lustgarten, Neptuns Triumph (Foto: um 1927-1933, public domain)

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    Lustgarten, NeptunsTriumph (Foto: Auregann, 8. November 2020, CC-BY-SA-4.0)

    Hier noch ein Foto von 2012. Der Triton vorn rechts fehlt noch und wird metallisch angedeutet.

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    Neptuns Triumph (Foto: Löwe 48, 10. September 2012, CC-BY-SA-3.0)

    2020 sind dann die beiden vorderen Tritonen vorhanden. Die Wasserrösser werden nur angedeutet, ebenso der Höhenakzent, die noch fehlende Gruppe Neptun und Amphitrite.

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    NeptunsTriumph (Foto: Auregann, 8. November 2020, CC-BY-SA-3.0)

    Mir gefällt das Neptunbecken im Lustgarten und auch die Idee der provisorischen Vervollständigung des Figurenensembles. Würde man die Metallinstallation entfernen, dann wäre der Zusammenhang zwischen den Sandsteinfiguren nur schwer zu erkennen.

    erbse, du solltest dich mal mit der Funktion von Andeutungen in der bildenden Kunst befassen. Allusionen regen die Fantasie an. Nur muss man sich auch auf die Kunst einlassen. Leider sind viele Menschen heute sehr oberflächlich.

  • Auf den Bildern erkennt man den armlosen Triton Nr. 3 - ein Vandalismusopferseit 2018. Die Arme wurden im Bassin gefinden aber bis dato nicht mehr angebracht.

    Der Neben durch die Gardena-Düsen funktioniert wg. Verstopfung der Düsen regelmäßig nicht. Insofern kann das Kunstwerk auch nicht wirken.

    Der nächste Schritt - die Hippokampen - sind im Modell fertig. Es fehlen allerdings die Spendenmittel, um diese in Sandstein umzusetzen.

  • du solltest dich mal mit der Funktion von Andeutungen in der bildenden Kunst befassen. Allusionen regen die Fantasie an.

    Das tun sie in meinen Augen nicht besonders erfolgreich. Ein kräftigerer Schattenriss wäre da ansprechender und anregender, finde ich.

    Diese Drahtmodelle wirken erst ab einer gewissen Größe so richtig, wie am Bethlehemkirchplatz die Erinnerungsskulptur "Memoria Urbana". Aber selbst das gefällt mir nicht so besonders. Da finde ich einen Kirchumriss im Pflaster stadtbildverträglicher.

  • Die Lustgartenfassade des Stadtschlosses an einem trüben Februarabend. Wie bei der Garnisonkirche ist die breite Bundesstraße und ihre Geräuschkulisse auch hier ein echter Störfaktor. Ich bin wahrlich kein Gegner des Autos, aber dennoch hat dieser Bereich des Stadtschlosses null Aufenthaltsqualität, die Piste degradiert die Lustgartenseite irgendwie zum "Hinterhof".

  • Deshalb hat der Stadtschloßverein vorgeschlagen den notwendigen Neubau der Langen Brücke parallel zur Bahnbrücke vorzunehmen und den Verkehr am Lustgartenwall in die Breite Straße zu führen. So könnten 20.000 qm Betonplatten und Straße wiederbegrünt werden und Lustgarten, Marstall und Stadtschloß wieder verbunden werden.

  • So könnten 20.000 qm Betonplatten und Straße wiederbegrünt werden und Lustgarten, Marstall und Stadtschloß wieder verbunden werden.

    Nichts gegen die Begrünung des Lustgartens, aber "Wieder-"? Soweit ich weiß, war dieser Teil des Lustgartens zuletzt unter Friedrich I. grün; der Soldatenkönig machte daraus dann einen Exerzierplatz. Zumindest kenne ich nur Bilder eines staubigen Sandplatzes, egal ob aus dem 18., 19. oder frühen 20. Jahrhundert.

  • Das wär wirklich wichtig, denn der Lustgarten war irgendwie die zentrale Platzfläche in Potsdam. Heute ist es absurderweise so, dass so gut wie alle Randbauten wieder stehen, nur die Platzfläche gibt es nicht mehr. Aber die Kommunisten werden sich dagegen wehren, weil sie wissen, dass damit auch ihre Turmikone fallen wird.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Konstantindegeer wie ist denn der Tenor in der SVV zu eurem Vorschlag?

    Momentan tut sich in Potsdam bis zur Kommunalwahl nichts mehr. Der aus technsichen Gründen notwendige Neubau der Langen Brücke wird bis dato erfolgreich verdrängt. Erfahrungsgemäß kommen solche Dinge durch Vorfälle (aktuelle Messungen) mit Macht wieder in die Tagespolitik. da sind wir vorbereitet.

    Eine Partei wird das Projekt in ihr Wahlprogramm aufnehmen und auch im Wahlkampf offensiv vertreten.

    Es ist ja bizarr: alle quatschen über Klimaschutz, vor allem über die Aufheizung der Innenstadte, aber Projekte wie der Stadtkanal und die Lustgartenumfahrung, die mehr als 40.000 zusätzliche Quadratmeter Grün- und Wasserfläche bringen würden, werden wegen ihrer Historie von der politischen Linken nur aus dem Seitenspiegel beobachtet.

  • Nichts gegen die Begrünung des Lustgartens, aber "Wieder-"? Soweit ich weiß, war dieser Teil des Lustgartens zuletzt unter Friedrich I. grün; der Soldatenkönig machte daraus dann einen Exerzierplatz.

    Der Soldatenkönig war ein Grobian und Kunstbanause, der das Bernsteinzimmer verschenkte und große Teile des Lustgartens in einen unwirtlichen Exerzierplatz verwandelt hat. Wie schön der Lustgarten unter seinem Vater Friedrich I. war, kann man in dieser Animation sehen. Ich denke dass es durchaus erstrebenswert wäre, sich zukünftig diesem "Ur-Zustand" wieder anzunähern. Die bisherige gestalterische Annäherung an den Zustand unter dem Soldatenkönig, und damit verbunden eine weitflächige Monotonie und Steinlastigkeit, ist auf die Dauer doch wenig attraktiv. Ein deutlich "grünerer" und vom Straßenverkehr befreiter Lustgarten würde diesen Ort deutlich reizvoller machen und die entsprechende Aufenthaltsqualität schaffen.

  • Sämtliche den Lustgarten umgebenden Gebäude (bis auf das Interhotel) stammen aus der Zeit Friedrichs des Großen und später. Den Lustgarten begrünen hieße eine Chimäre schaffen, die so niemals existiert hat. Kein ernstzunehmender Kunsthistoriker oder Denkmalpfleger würde sich auf so etwas einlassen.