Potsdam - der Lustgarten

  • Wenn man die Sockelbebauung abreisst um dann den Empfang,Restaurant,Bar und Küche von dort sicher sehr Bauauffwändig und Kostenintensiv in die beiden Erdgeschosse des Bettenturmes verlegt ,ja dann wird das Bettenhochhaus dem Potsdamer Stadtbild noch auf Jahrzehnte erhalten bleiben. Das muss nun nicht sein. :kopfschuetteln:

    Ich fürchte, das wird es so auch.

  • Kann man dem Mercure Hotel nicht ein nettes Ausweichgrundstück ein Stück weiter an der Havel bzw. in Wassernähe anbieten?
    Sollen sie dort dann im kleinteiligen Blockrand eine weitaus bessere Bleibe schaffen.

    Dazu müsste die Stadt den status quo als Problem begreifen, das mal lösen wollte. Das ist aber so nicht.

  • "Die Stadt" besteht ja letztlich auch einfach aus einzelnen Menschen. Die sich überzeugen lassen, wenn Druck oder Sog groß genug sind. Wenn einige andere Projekte durch sind, wäre das Lustgarten-Projekt sicher nochmal eine lohnenswerte Kampagne. Womöglich auch im Zusammenhang mit dem Stadtkanal-Abschnitt an der GK.

  • Hier einmal die Situation des Lustgartens mit Blick auf die Gartenseite des Stadtschlosses, Interhotel, Holzbretterbauten der Schiffahrtsbetriebe und dem Neptunbecken.


  • War das Neptunbecken eigentlich ein Wasserspiel, oder ein Wasserbecken mit einer Skulptur?

    Eigentlich ein Wasserbecken für die Prunkjacht des ersten Preußenkönigs, von FII mit der Skulpturengruppe "Neptuns Triumpf" zum Wasserbecken mit Skulptur umgebaut. Die Inszenierung erinnert stark an Versailles (dort Apoll).


    Von den Sozialisten zugeschüttet und als Parkplatz benutzt (Bild). Ender 1990er wurde durch den Sanierungträger das Becken wiederhergestellt und die heute vorhandenen Skulpturen mit privaten Spenden ergänzt, restauriert und wieder aufgestellt. Für die Übergangszeit hat dann der Sanierungsträger die eigenwillige Nebelskulptur des derweil verstorbenen Künstlers Fürstenberg aufgestellt, die stets defekt ist.




  • Heißt das, die restlichen Figuren kommen noch nach und nach?

    Nein, die letzte Setzung einer Figur, eines Tritons, wwar am 4. Juli 2017. Was seitdem passiert ist ist der Vandalismus durch Beklettern (Arme eines Tritons abgebrochen) und beim Münzeinwurf für die Nebelanlage. Der Vandalismusschaden ist bis heute nicht repariert (zuständig wäre die Stadt).


    Der Förderverein ist m. W. nach eingeschlafen. Neue Figuren oder neue Spender gibt es offenbar nicht.


    Zu deutsch: das Projekt liegt seit 2017 brach.


    Ich hätte da - ehrlich gesagt - auch keine Lust mehr wenn die Stadt selbst einfache Instandhaltungmaßnahmen des schon mit viel Spendergeld Geschenktem nicht macht und im übrigen die Bretterbuden immer wieder verlängert und die Entscheidungen um das Mercure aufschiebt.

  • Welche Entscheidung soll die Stadt hinsichtlich Mercure treffen?

    Kann man den (ausländischen) Eigentümern einfach eine Abrißverfügung in die Hand drücken?

    Wie ist eigentlich der Stand bezüglich Denkmalsch(m)utz? Da läuft die Prüfung inzwischen über 2 Jahre - oder ist das Thema schon durch??

  • Trotzdem gibt Konstantins Luftbild Hoffnung, denn es zeigt eine absolut hoffnungslose städtebauliche Situation. Was ist nicht schon alles geschehen, das man nicht für möglich erachtet hätte? Eigentlich ist die adäquate Gestaltung des Lustgartens das allerkleinste Problem. Natürlich gehört das Verkehrsproblem gründlich gelöst. Aber mit Radikalansätzen ist man derzeit eh recht schnell zur Hand.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Welche Entscheidung soll die Stadt hinsichtlich Mercure treffen?

    Kann man den (ausländischen) Eigentümern einfach eine Abrißverfügung in die Hand drücken?

    Wie ist eigentlich der Stand bezüglich Denkmalsch(m)utz? Da läuft die Prüfung inzwischen über 2 Jahre - oder ist das Thema schon durch??

    Das Hotel Mercure liegt im Sanierungsgebiet "Potsdamer Mitte". Die Sanierungssatzung hat das Hotel als "städtebaulichen Mißstand" definiert und so findet sich der Bau folgerichtig im Sanierungsplan des Sanierunsgträgers nicht wieder.


    In der Folge heisst das, dass der Eigentümer des Hotels, die französische Accor-Gruppe, das Hotel nurmehr instandhalten aber nicht mehr modernisieren darf, weil das Ziel ja eigentlich ein Abriß ist. Jede Baumaßnahme muss im Sanierungsgebiet nach dem besonderen Städetbaurecht von der Stadt genehmigt werden. Tatsächlich aber hat die Accor-Gruppe durchaus modernisiert, unter anderem durch Zusammenlegung von Zimmern zu Suiten.


    Ähnlich verhält es sich mit der Parkpalette, die einstmals als Erschließung für das Hotel errichtet wurde. Erstens ist diese zum Betrieb des Hotels nicht zwingend notwenig und zweitens wird hier unabhängig von dem Hotel eine Autovermietung betrieben. Ob dies genehmigt ist ist mir nicht bekannt.


    Aktuell wird diese Frage 2024: hier laufen die Baugenehmigungen für den Ticketshop/Eisladen und das Restaurant "Puerto" der Weißen Flotte aus - die Stadt kann von der Schiffahrtsgesellschaft den vollständigen Rückbau verlangen, wenn der Platz zur Neuordnung des Lustgartens benötigt wird.


    Seit 2016 verfolgt die Stadt das Ziel des Abbruchs des Mercure nicht mehr offensiv, das Sanierungsziel des Abrisses blieb jedoch bis heute bestehen. Die Prüfung der Denkmaleigenschaft hatte die Fraktion "Die Andere" 2021 einmal angeregt, das Brandenburgische Landesdenkmalamt aber aufgrund der Überformungen der 1190er abgelehnt.

  • Schon amüsant, dass dieser Restaurantsaal so historisierend daherkommt. Das will der Potsdam-Besucher eben, selbst wenn er dabei im DDR-Scheibenhochhaus sitzt. :biggrin: Die klassische Architektur gewinnt einfach fast immer.

    Ich fand vor allem den Rokoko-Stapelstuhl putzig.

  • Hier einmal die Situation des Lustgartens mit Blick auf die Gartenseite des Stadtschlosses, Interhotel, Holzbretterbauten der Schiffahrtsbetriebe und dem Neptunbecken.



    Konstantindegeer


    Eine Frage zum besseren Verständnis: Ist das Becken überhaupt genau am alten Platz?

    Wenn ja: Wären die alten Ausmaße ungefähr die jetzige Wasserfläche plus die Böschungen?

  • Falle Neptunbecken? Fast ein Wunder, dass keine DIN-Geländer 360° rumgebaut wurden.

    Diese Frage stellt man sich ja an der ganzen Potsdamer Uferpromenade, die sich absturzsicherungslos präsentiert.