Der Lustgarten

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    • Tut mir leid, aber an dem Frieda Burda-Museum gefällt mir überhaupt nichts. Ich kann an diesem formlosen Etwas wirklich nicht den Ansatz von irgendetwas Positivem oder Schönem entdecken. Abgesehen mal von dem grünen Rasen drumherum. Ein seltsam unentschlossenes 80er-Jahre-Retro-Geschöpf, das mich irgendwie an das Frankfurter Museum für angewandte Kunst von 1985 erinnert. (Siehe hier) Nein, lasst einfach das Mercure-Hotel stehen. Das kostet vermutlich weniger, und ich finde den Bau immer noch besser, er stört eigentlich an der Stelle auch gar nicht sonderlich. Ein netter Ex-DDR-Kontrast sozusagen.
    • Seh ich eigentlich auch so. Besser diese Historizität als ein völlig x-beliebiger zeitgeistiger Nonsense-Bau, der überall stehen könnte. Auch wenn der sozialistische Neuaufbau (eigentlich Abriss) Potsdams wahrlich kein Ruhmesblatt war, kann man das Mercure als groteskes Ensemble zu Schloss und Altmarkt ruhig sehen lassen.
      Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
      14. Buch 9. Kapitel
      Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.
    • ursus carpaticus wrote:

      Auch wenn der sozialistische Neuaufbau (eigentlich Abriss) Potsdams wahrlich kein Ruhmesblatt war, kann man das Mercure als groteskes Ensemble zu Schloss und Altmarkt ruhig sehen lassen.

      Also das sehe ich anders. Das Mercure Hotel negiert vollkommen die historisch gewachsene Potsdamer "Skyline".
      de.academic.ru/pictures/dewiki…wald_im_Hafen_Potsdam.jpg und auf dem Bild fehlt auch noch das Schloss!
      Es muss geradezu weg! Eigentlich sollte an dessen Stelle der Lustgarten komplett rekonstruiert werden, aber wenn Herr Plattner schon die Millionen in die Hand nimmt, kann man sich auch vorstellen, dass er sich gerne an dieser Stelle ein Denkmal setzen möchte. Über die Gestalt der neuen KH ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen.
      Auch die Neustädter Havelbucht dürfte noch auf Jahrzehnte entstellt sein:

      img.fotocommunity.com/photos/14539606.jpg
      Vielleicht das nächste Rückbauprojekt? :rolleyes:
      Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.
    • Ich meine auch das der Lustgarten wiederherzustellen ist. Mir kommt in diesem Zusammenhang das Bild mit dem Brunnen, der Schlossfassade und der Nikolaikirche oben drüber in den Sinn. Dazu ist noch die Umgehungsstraße stillzulegen und alles ist palletti.

      Von einer Kunsthalle halte ich nichts, und wenn dann allerhöchstens in Gestalt eines chinesischen Teehauses, aber ich denke das kann man vergessen.
    • Schön, dass das hässliche Hotel-Hochhaus bald verschwinden soll. Je schneller, desto besser!!! Es passt einfach überhaupt nicht in die historisch gewachsene Landschaft!

      Es ist natürlich schön, dass Potsdam Bürger wie Hasso Plattner hat, die sich für ihre Stadt einsetzen. So jemanden würde ich mir für meine Heimatstadt Dortmund auch wünschen. Aber muss dieses Museum unbedingt am Lustgarten entstehen? Zwar müsste man erst mal den Architektenwettbewerb abwarten, aber ich befürchte, dass auch dieses Museum die sicht zwischen Lustgarten und Stadtschloss zumindest beeinträchtigen wird. Am besten fände auch ich, dass Hochhaus komplett abzureißen und den Lustgarten nach den historischen Plänen zu rekonstruieren.

      Wäre es vielleicht möglich, den Museumsbau irgendwo am rande des Lustgartens zu errichten? Dann könnte der Lustgarten in seiner alten Form rekonstruiert werden und die schöne uneingeschränkte sicht auf das Schloss und die Nikoleikirche wiederhergestellt werden. Dann würde mich das moderne Museum nicht stören.
    • Tja... wo würde man denn hinkommen wenn man einen stinkreichen Kapitalisten einfach Wohltaten verteilen lässt?

      Das ist schon per se suspekt und dem muß daher mit ordentlich Klassenkampfbegegnet werden. Wenn alle Stricke reißen (Die Kosten!! Kein Geld für Kindergärten!!!) wird halt eine potthäßliche Platte zum einzigartigen Zeugnis der DDR-Moderne erklärt.

      Armes Potsdam, genießt euer Avantgarde-Hotel doch bis in alle Ewigkeit. :gutenacht:

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    • Tja nu, so schlecht finde ich das nicht, es bleibt nur zu hoffen, dass das Hotel trotzdem abgerissen wird, damit der Weg zur Reko des Lustgartens frei wird.Das Hotel Merkur wird meiner Meinung nach nicht stehen bleiben. Das Verhalten der " Linken" ist völlig unverständlich und sogar peinlich.Man sollte hier wirklich und ernsthaft die Chance ergreifen, das Kunstwerk Potsdam zu retten oder besser wiederherzustellen.
    • Plattner hat das völlig falsch angepackt. Hätte er die Wahrheit etwas gebogen und den Bau der Rosa-Luxemburg-Kunsthalle mit Zentrum zur Erforschung der Geschichte des Sozialismus in Deutschland einschließlich integrierter KiTa angekündigt, wäre er gefeiert worden, aber Spaß beiseite: SCHADE IST'S! :unsure:
      Der Grund für den Potsdamer Klassenkampf liegt allerdings eher in dem in Potsdam, wie in kaum einer anderen Stadt, vorhanden Gegensatz zwischen stinkreich und bettelarm. Ich bin kein Kommunist, aber dieser Gegensatz, gepaart mit dem typischen deutschen Sozialneid muss geradezu ein solches Klima erzeugen. Ausserdem wirft m.E. Herr Plattner etwas zu schnell das Handtuch!
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    • Naja, ich kann Plattner schon verstehen. Er ist ein kunst- und feinsinniger Mensch, der obendrein seinem geliebten Potsdam Geschenke machen möchte und mit seiner Großspende erst die Rekonstruktion der Stadtschlossfassaden ermöglichte. Mit und schon garnicht gegen die grobschlächitgen und primitive Proletariererpartei will er eben nichts zu tun haben. Das zeichnet ihn aus und dafür habe ich vollstes Verständnis.

      Das Hochhaus wird so oder so fallen - das können auch die Kommunisten nicht verhindern. Vielleicht ist es sogar gut so, wenn erst einmal das Stadtschloss und der Alte Markt wiedererrichtet sind. Dann fällt noch eher die Entscheidung zu Gunsten eines Abrisses und vielleicht zu einer Nichtbebauung des Lustgartens, was ja noch besser wäre als die Kunsthalle an dieser Stelle.

      Also keine Angst und ruhig blut. Das Hochhaus fällt ziemlich sicher mit dem Aussterben der Kommunistenalzheimerwähler gleichzeitig zusammen.
      „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)








    • Mich stört an der Sache ja am Meisten, mit welchen rotzdoofen "Argumenten" die Linke hier ins Feld gezogen ist. Mangel an Hotelplätzen, Vernichtung von Arbeitsplätzen....
      Hallöle? Wenn es einen Mangel an Hotelplätzen gibt, oder geben würde, wäre es da nicht die logische Konsequenz einiger Hotelbetreiber in der Potsdamer Innenstadt, die noch genug Platz für Verdichtung bietet, neue zu bauen? Und richtig, da brauchts auch Arbeitskräfte. Angebot und Nachfrage, scheinbar ist das für einige immer noch zu viel verlangt. Gleichwohl verweist man dann auf die vielen freien Flächen in der Innenstadt die sich ja auch für die Kunsthalle anböten ohne dass man was abreissen muss.
      Dass man aber das Hotel abreissen will und zwar mit der erdrückenden Mehrheit der Stadtverordneten, darauf pfeift man wie so üblich. Ein Skandal.
    • Es ist ohne Zweifel eine große vertane Chance. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Mercure-Hotel tatsächlich in den nächsten Jahren abgerissen wird, nachdem das Plattner-Museum nun voraussichtlich einen anderen Standort bekommt. Und selbst wenn: Die Wahrscheinlichkeit, dass man den Lustgarten auf der neu entstandenen freien Fläche rekonstruierte, ist wohl mehr als gering. Angesichts der dramatisch steigenden Mietspreise in Potsdam und der damit verbundenen Wertsteigerung des Bodens bezweifle ich, dass ein so großes Areal in exponierter Lage nicht in irgendeiner Form wirtschaftlich genutzt werden würde. Von daher wäre das Museum an dieser Stelle sicherlich schon eine gute Lösung gewesen.
      Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis
    • Das Mercure wird fallen.

      Man darf hier nicht vergessen, dass Postdam sich hier als Landeshauptstadt präsentiert, die sich ein Schloss Friederichs des II als Landtag gönnt.Dieses soll in einem Ensemble mit weiteren historischen Gebäuden in der unmittelbaren Umgebung stehen. Von daher wäre die Stadt völlig blamiert, wenn dann im Lustgarten des Schlosses ein Hochhaushotel, auch noch optisch unpassend, steht.

      Zuguterletzt stellt das Hotel auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Landtag dar, man könnte doch jederzeit vom Hoteldach oder aus den Zimmern auf den Landtag ballern, also ich denke alles wird gut !
    • Hmmm.... Das sind ja optimistische Einschätzungen.

      Für Potsdam kann es jetzt eigentlich nur teuer werden oder häßlich bleiben. Eine Verschlechterung von Vollpension zur lappigen Stulle aus der Brotbüchse kommt in den Sinn.

      Blackstone als Eigentümer wird nach Ablauf der Betriebserlaubnis sicher nicht auf eigene Kosten mit dem Abbruch beginnen und der Stadt das fein säuberlich beräumte Grundstück für einen symbolischen Euro überlassen, Stichwort Betriebsbewertung. Wenn die Stadt (hat Vorkaufsrecht) all das nicht selber tragen will, wird wohl die Genehmigung verlängert. Eine lose-lose Situation. Träger für herbeifabulierte Alternativen (Studentenwohnheim) wollen auch erstmal gefunden werden und natürlich bleibts dann beim unangenehmen Anblick. Vielleicht glaubt man ja das noch ein Milliardär vom Himmel fällt. Bin jedenfalls gespannt auf die Finanzierungsvorschläge der einschlägigen Kritiker, sollte es zum Abbruch kommen.
    • Ich denke diese Ansicht ist zu pessimistisch, wenn der Landtag erstmal steht, fangen die Dominosteine an zu kippen, und werden das Merkure unter sich beerdigen. Potsdam wird sich in Europa nicht blamieren wollen,und die Sache wird ihren Fortgang nehmen so denke ich.

      Alles wird gut