Berlin-Mitte

  • Dieser Neubau ersetzt die früheren niedrigen Fress- und Andenkenbuden am Holocaust-Mahnmal:



    Sicherlich keine berauschende Architektur, aber dennoch insgesamt eine optische Aufwertung, und mit der radikalen Rasterfassade in diesem Falle auch passend zu den davor befindlichen Stelen des Mahnmals.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Vertue ich mich, oder gab es für dieses Grundstück nicht vor ein paar Jahren einige sehr schöne Neuklassische Entwürfe - unter anderem mit Art Decò Einfluss? Ich bin schon ein wenig enttäuscht. Es ist sicher nicht fürchterlich aber wieder mal ein vergebene Chance.

  • Auf der Rückseite sieht der Bau m. E. um einiges besser aus, ist weniger monoton.


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    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ja, schön ist der Bau nicht. Mal wieder eine vertane Chance (und Lüschers Abschiedsgeschenk an uns. ;), aber hässlich zu sein oder gar keine Qualitäten zu besitzen, kann man dem Bau auch nicht unterstellen. Durch die Materialwahl und Verarbeitung wirkt er recht wertig.
    Das im großen Kontrast zu den "Edelplatten" direkt daneben, die einfach nur billig und ranzig aussehen und eine Schande im Zentrum einer Kapitale eines stinkreichen Kulturlandes sind.

  • Vertue ich mich, oder gab es für dieses Grundstück nicht vor ein paar Jahren einige sehr schöne Neuklassische Entwürfe - unter anderem mit Art Decò Einfluss?

    Ja, ursprünglich war ein Entwurf von Patzschke vorgesehen.

    "80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wiederholen Politiker jedes Jahr die Worte 'Nie wieder'. Und nun sehen wir, dass diese Worte wertlos sind." (Wolodymyr Selenskyj)

  • Patschke Bauten sind immer andere Entwürfen überlegen. Leider wieder keine historisch angelehnte Bauten mit schönen schräge Dächer und immer wieder viel zu langen monotone Rasterfassaden. Berlin bleibt gar kein Berlin (1945).

    Vom Flair oder Schönheit haben die Architekten keine Erziehung oder Ahnung.......

  • Warum kann so ein Baustil nicht der heutige Standard werden? Durch die erhöhte Anzahl zur Verfügung stehender Gestaltungselemente lässt sich so ein Gebäude doch auch viel besser individualisieren. Damit steigt der Wiedererkennungswert, und ein Architekt kann wieder für seine Handschrift bekannt werden.


    Und so viel teurer als die aufwändig auf einfallslos getrimmte Einheitsarchitektur kann ein solches Gebäude eigentlich auch nicht sein.


    Gibt es vielleicht Architekten, denen so etwas zu "verspielt" ist? Nicht "modern" genug? Oder was sonst verhindert einen höheren Anteil derartiger Neubauten in deutschen Städten?

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Genau das ist der Grund: es gibt eine Menge Architekten, denen das zu verspielt und nicht modern genug ist. Strenge Gradlinigkeit und Innovation sind eher die Leitlinien...

  • Genau das ist der Grund: es gibt eine Menge Architekten, denen das zu verspielt und nicht modern genug ist. Strenge Gradlinigkeit und Innovation sind eher die Leitlinien...

    verspielt ist bei mir was anderes .......

  • Gelände des Postfuhramtes

    Auf dem Grundstück des ehemaligen Postfuhramtes, zwischen der Köpenicker Straße und der Melchiorstraße, soll in den nächsten Jahren ein großes Bauprojekt mit Wohnungen, Büros und Geschäften/Gastronomie umgesetzt werden.


    Ich kann mir kaum vorstellen, daß dieses tolle Projekt noch nicht im APH erwähnt wurde. Doch finden konnte ich dazu nichts.


    Das Architekturbüro Patzschke liefert dazu einige Entwürfe.


    https://entwicklungsstadt.de/w…OSTFUHRAMT-3-1240x698.jpg


    https://entwicklungsstadt.de/w…KOePENICKER-STRASSE-6.jpg


    Auf der Seite von Entwicklungsstadt gibt es einen ganz aktuellen Artikel vom 17.06.2022. In dem Link ist auch ein interessantes Video bei YouTube enthalten.

    (...) Das Gelände wurde 1893 für den Postbetrieb mit 650 Pferden und 350 Postillionen eingerichtet. Nach der kompletten Umstellung vom Pferdebetrieb auf Elektrofahrzeuge im Jahr 1925 wurde die Bebauung auf dem Areal nahezu komplett abgerissen und den elektrischen Fahrzeugen angepasst. (...)


    1925 war man der Zeit offenbar schon weit voraus. Hätte man diese Fahrzeuge kontinuierlich weiterentwickekt, könnte Tesla heute wohl einpacken. :tongue:

  • Sehr beeindruckendes Projekt, wenn das denn auch tatsächlich so kommt. In Berlin wäre ich bei sowas immer vorsichtig. ;)
    Super Sache, dass Patzschke das abgesahnt hat. Das bisher größte Projekt des Architekturbüros, oder? Hat das Potential ein wunderbares, neues Viertel zu werden.

  • Gegenüber auf der Nordseite der Köpenicker Straße hat sich in den letzten Jahren viel getan. Bilder aus dem letzten Jahr:


    Köpenicker Straße N°41

    Der Altbau wurde saniert und von Neubauten umbaut. => Früher


    Stadteinwärts die Köpenicker Straße N°45.



    Bonus: Märkisches Ufer mit historischem Hafen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Bonus: Märkisches Ufer mit historischem Hafen.

    Dieses Ensemble ist ja ein Juwel! Und so etwas nach einem zerstörerischen Krieg und 40 Jahren Sozialismus.


    Man sollte also nie zu früh aufgeben!

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    Gutmensch = Gut gemeint, nicht zuende gedacht, schlecht gemacht

  • Im Gegenteil.


    Beispielsweise das Ermelerhaus wurde hier erst Ende der 60-er Jahre gebaut (nachdem gleichzeitig in der Breiten Straße tabula rasa gemacht wurde).

  • Wobei das Märkische Ufer teils zu DDR - Zeiten restauriert und ergänzt wird (Ermeler-Haus).

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten