Berlin-Mitte

  • Quote from "Neußer"

    Mein Wunsch wäre es, einmal zu erfahren was aus der Baulücke/Brachfläche zwischen Charlottenstraße, Krausenstraße und Schützenstraße in Mitte geworden ist.


    Tja, neben der Bestätigung der richtigen Erinnerung des ulgemax ist es wohl meine traurige Foristenobliegenheit, auf das dort befindliche Bauschild aufmerksam zu machen.



    Es bleibt schwer zu hoffen, dass es sich bei den schwammigen Visualisierungen beiderseits des geplanten Eckbaus Charlottenstraße/Schützenstraße nur um grobe Baumassenstudien handelt. Diese ungeschlachten Großblöcke dürfen so nicht auch noch kommen, da das Eckgebäude schon primitiv & 08/15 genug zu werden droht.


    Und wenn ich schon in der Gegend bin:


    Die einzige halbwegs erhaltene Zeile der ganzen Friedrichstadt aus der Vorkriegszeit hat ein Glanzstück in die Mitte gesetzt bekommen. Mauerstraße 81-82 gegenüber der ehemaligen Bethlehemkirche.Dort war zwar vorher 'ne Platte, aber die sah erheblich erträglicher aus. Dem Architekten des Neubaus dürfte dagegen beim Entlangflanieren an diesem Ding wohl das sprichwörtliche Klappmesser in der Hose aufgehen. :augenrollen:



    Hier kannste schimpfen :x , Philon!



    Und schließlich eine aktuelle Aufnahme des Hauses Leipziger Straße 125 (rechts der 3 Leipziger).



    Das ist langsam nicht mehr mit anzusehen, wie es vor sich hinmodert, hat aber wohl Symbolkraft, so vis-à-vis des Bundesfinanzministeriums.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Vor allem danke, Palantir, für die regelmäßige Nennung der Hausnummern. Da weiß man wenigstens, von was wir reden!

  • Jetzt schimpfe ich. Das Haus in der Mauerstraße ist definitiv der letzte Dreck. Es gehört zum widerlichsten und banalsten, das ich in den letzten Jahren vom Berliner Baugeschehen mitbekommen habe. Diesem unfähigen "Gestalter" sollte man exakte Kopien direkt vor sein Wohnzimmerfenster stellen. Hoffe, das Ding ist in 20 Jahren wieder abgerissen, nachdem es wirtschaftlich unrentabel geworden ist.


    Zu Leipziger Straße 125: Wem gehört der Bau? Gibt es keinerlei Pläne mit ihm?

  • Lt. Wikipedia zu Leipziger Straße Berlin: "...ehemaliger „Erweiterungsbau des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten“ von 1894 (Leipziger Straße 125), Architekt: Paul Kieschke, auf den Brüstungen der Fenster des dritten Obergeschosses befinden sich die Wappen der zwölf Provinzen Preußens, das Gebäude steht unter Denkmalschutz".

    MODERNExit: Mehr Altstadt wagen!

  • Quote from "Palantir"

    Und schließlich eine aktuelle Aufnahme des Hauses Leipziger Straße 125 (rechts der 3 Leipziger).




    Ich habe mich auch darüber gewundert, aber ich denke es gibt hier womöglich ein Problem: Links und rechts an das Schmuckstück anschließend sind in der Erdgeschoßzone Arkaden ausgebildet. Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass laut Bebauungsplan dort bei einer Revitalisierung auch Arkaden ausgeführt werden sollten (außer es besteht Bestands- bzw. Denkmalschutz - ich weiß jetz nimmermehr wie das in D konkret gehandhabt wird). Aber bei einer Arkadenausführung gäbe es statische Probleme, die durch Rahmenkonstruktionen zwar in den Griff zu bekommen wäre, aber natürlich immens teuer sind und rechnen muss sich ein Projekt auch noch - vermutlich sind das die Gründe. Früher oder später wird das Projekt sicherlich durchgezogen, aber da müssen in Berlin erst einmal die Mieten auf ein erträgliches Ausmaß ansteigen...aber da ja nun die Südkoreaner sich am Potsdamer Platz einkauften und nun auch gleich der gößte Mieter dort bald auszieht... :weinen:



    Hotel Amano:
    Habe am Wochenende dort gewohnt: Ist kleiner als ich dachte, aber insgesamt sehr nett. Die Dachterrasse ist am Abend ein Traum und die Gegend rundherum ist einmalig. In den benachbarten Hackeschen Höfen habe ich endlich einmal meine Lieblingsfirma GOLEM besuchen können...

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Leipziger 125: Ja, korrekt, Wikos.
    Und im Bildbegleittext des Wikimedia-Eintrags findet sich der Satz:

    Quote

    Das heute ungenutzte Gebäude befindet sich in Bundesbesitz


    Die einzige alte Ansicht, die ich finden konnte, befindet sich hier:
    Wilhelmstraße 79 / Voßstraße 96



    Und noch zum Gebäude Mauerstraße 81-82:
    Betreiber ist das Hotel "gat point charlie" - kleingeschrieben, minimalistisch, hip und total crazy - und hoffentlich eines der ersten Opfer der Marktbereinigung.



    Exilwiener:
    Das ist gut möglich mit den Arkaden...aber nichts darüber im Netz in Erfahrung zu bringen.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Invalidenstraße, Nordseite, die Nummern 29, 30, 31 zwischen Chausseestraße und Nordbahnhof.
    Nr. 31 links ist schon abgebrochen, Nr. 30 bleibt bestehen und Nr. 29 war schon Brache. Das unscheinbare Haus (Nr. 30) in der Mitte wird künftig von zwei Grazien untergehakt werden.



    Ein paar Klötzchenwürfe nach Osten entsteht ein Lückenschluss-Projekt in der Gartenstraße 23/24.


    Das Bauschild zeigt übrigens die Ansicht des Gartenhauses in groß, während die Front zur Gartenstraße (wohl beschämt) klein und rechts unten abgebildet wird - nach dem, was man erahnen kann, zurecht.

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Rund um die Amerikanische Botschaft, sind die Barrikaden verschwunden:



    Die Strassen- und Pflasterbauarbeiten sind fast abgeschlossen:



    Linker Hand wurde der asphaltierte Parkplatz zurückgebaut und der alte "Neustädtischer Kirchplatz" (nur leider ohne Kirche) wird neu angelegt:



    So soll die neue Grünanlage nach Fertigstellung aussehen:



    Quelle: http://www.stadtentwicklung.be…/includes/docs/doc317.jpg


    Eigene Fotos vom 04.10.2010

  • Und weg mit dem ollen Schrott! Wird halt 'was Neues hochgegossen... :(


    Quote

    Mitte - Abriss der alten Kühlhäuser ist im Gange
    Auf dem Gelände der Eisfabrik an der Köpenicker Straße hat der Abriss der alten Kühlhäuser begonnen. Sie sind um 1900 errichtet worden. Die Gebäude würden Stein für Stein abgetragen, sagte ein Mitarbeiter der TLG Immobilien GmbH. Beabsichtigt sei, die Fläche im Bestand zu behalten. Sie solle für eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Handel entwickelt werden. Vorgesehen sei, neben dem alten Wohnhaus auf dem Grundstück einen Neubau zu errichten. Eine Anwohnerinitiative hat sich für den Erhalt der Kühlhäuser eingesetzt. Sie protestierte gestern Abend mit einer Kundgebung gegen den Abriss. Das in Deutschland einmalige Gebäudeensemble aus Eisfabrik und Kühlhäusern werde zerstört, so der Vorwurf der Initiative.

    Quelle: Berliner Morgenpost

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    (Immanuel Kant)

  • Schade. Allerdings scheinen mir rein äußerlich - nach den Bildern zu urteilen - die übrigen Gebäude ansehnlicher zu sein als die Kühlhäuser. Hoffentlich bleibt der Rest des Ensembles wenigstens erhalten und von Entstellungen verschont.

  • Ok, geschlossen, aber doch immer wieder dasselbe Rezept: Monotone Fassade mit Staffelsgeschoss. (nr 10.000.........).


    Kann morgen als Architekt anfangen. Muss doch ein einfaches Beruf sein und braucht offenbar wenig Kreativität oder Phantasie.


    Soll DAS denn über 50 Jahre die Zweite Gründerzeit oder ModernitätZeit genannt werden?

  • Ja, es ist mal wieder recht simpel. Aber ich finde es trotzdem akzeptabel und auch nicht störend (jedenfalls zur Fritze hin). Vor allem den Übergang zum Admiralspalast hat man ganz gut hinbekommen. Mit der anderen Farbe, könnte man es von Weitem als Schrägdach sehen. Nach hinten ist es jedoch etwas monumental...Naja, jetzt ists, wies ist. Wenigstens ist die Ecke jetzt wieder frei von Baustellen und man kann wieder problemlos langlaufen und -fahren.

  • Das vor ca. einem halben Jahr fertiggestellte All Seasons Hotel am Rosenthaler Platz rundet die Platz-Situation dort meiner Meinung nach gut ab.



    Die fast klassische Gestaltung der Fassade errinnert ein wenig an Bauten der 30er Jahre.




    Eigene Fotos vom 20.02.2011

  • Unter den sicherlich auch zuhauf vorhandenen miesen Projekten, sieht man bei euch in Berlin nicht selten derartige Neubauvorhaben. Als Dresdner kann man in dieser Hinsicht recht neidisch gen Hauptstadt blicken, wo in einem scheinbar weniger konservativen Klima auch mal historisierende Entwürfe umgesetzt werden. Wir unterstehen leider immer noch flächendeckend dem Diktat der Moderne, wo derartige Ärztehäuser durchaus stadtbildunverträglicher umgesetzt werden und auch keine Anerkennung durch die Bevölkerung finden, letztlich aber auch der Missbilligung der Zukunft anheimfallen würden.

    Wahre Baukunst ist immer objektiv und Ausdruck der inneren Struktur der Epoche, aus der sie wächst. Ludwig Mies van der Rohe

  • bilderbuch:
    Ja, solch harmonisch eingepassten Bauten sind das Erfordernis der Zeit. Beachtlich auch, was allein schon eine runde Form für den Gesamteindruck bewirken kann. Und wenn dann irgendwann zur erfreulichen neuen Verbreitung von zumindest Gesimsen auch noch Lisenen und Pilaster, Rahmungen usw. treten, sind wir schon vielleicht bald hinaus aus dem tiefen Tal der architektonischen Tränen unserer Zeit. Jedenfalls von mir ein großes "Bravo" an Tobias Nöfer.
    Ach ja - schön, dass Du zumindest für ein wenig Widerhall sorgst. floet:)

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    (Immanuel Kant)

  • Blick vom Bhf. Friedrichstraße zum uninspirierten, anödendenden Neubau Friedrichstraße 100; links angeschnitten der Admiralspalast.


    Um 1900 stand dort noch jener beeindruckende Bau des Monopol-Hotels...
    Bildquelle: zeno.org
    ...welcher nachfolgend - deutlich reduziert - der noch heute existenten Tobis-Filmgesellschaft als Geschäftssitz diente.
    Bildquelle: bildindex.de


    Blick zurück beim Durchgang entlang der Stadtbahn zur Planckstraße:


    Die Rückseite des Komplexes mit dem Hotel an der Planckstraße ist sogar besser gelungen als die eigentliche Schauseite:

    ___


    Bereits angeschnitten zu sehen war die 2009 fertiggestellte, über 70 Meter breite Rückseite des Admiralspalastes (Planckstraße 21-25) mit seiner aufwendig dekorierten Fassade, welche hier im Forum noch nicht gezeigt worden sein dürfte.


    Die Sanierung erhielt Ende des letzten Jahres den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege, welcher seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks verliehen wird.

    Quote

    Die Admiralspalast Berlin GmbH übernahm die Aufgabe, den berühmten Vergnügungspalast in der Friedrichstraße zu neuem Leben zu erwecken und mit großem Gespür für den Wert der originalen Details wiederherzustellen. Dazu gehört auch die technisch und handwerklich aufwändige Restaurierung der schon fast aufgegebenen rückwärtigen Fassade zur Planckstraße. In enger Absprache mit der Denkmalpflege entwickelten Architekten, Handwerker und Eigentümer ein denkmalgerechtes Konzept zur Wiedergewinnung der Fassade, das konsequent und in hoher Qualität umgesetzt wurde. Diesen Einsatz würdigt die Jury.




    Die Preisträger: :applaus:


    Eigentümer:
    Admiralsplast Berlin GmbH & Co KG (inzwischen im Insolvenzverfahren)
    Hans Christian Steinmüller
    Friedrichstr. 101
    10117 Berlin
    Architekt:
    Dipl.-Ing. Matthias Reckers
    Waltther-Rathenau-Platz 3
    15837 Baruth/Mark
    Stuckateur/Maurer:
    Potsdamer Sanierungsbau GmbH
    Rubensstr. 4
    14467 Potsdam
    Maler und Lackierer:
    Dieter Olms Maler- und Lackiermeister
    Hermannstr. 21
    12049 Berlin
    Tischler:
    Herbert Friedrich & Söhne GmbH
    Langenlipsdorf 70
    14913 Niedergörsdorf

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)