Bremen - Schwachhausen (Galerie)

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    • Für den Freund der wertmindernden Altbausanierung hier noch ein selbst von mir über Jahre nicht entdecktes Schmankerl aus der Weißenburger Straße im schönen Geteviertel (Schwachhausen):



      Erst der Blick auf die Hausseite bringt es zu Tage: Die rechte Haushälfte ist ein "sanierter" Altbau, vom Aussehen wahrscheinlich der angeschnittenen linken Hälfte nicht unähnlich. Verraten wird er durch die exakt gleichen Geschosshöhen wie links und die seitlich zu erkennende, ganz normale Altbaufassade.

      Manchmal mag man es kaum glauben, was die Leute ihren Häusern angetan haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heinzer () aus folgendem Grund: Fotolink wiederhergestellt

    • Barkhofviertel

      Ich zeige heute eine kleine Fotorunde aus dem schönen Barkhofviertel in Schwachhausen. Trotz seiner zentralen Lage direkt hinter dem Hauptbahnhof ist es erst vergleichsweise spät erschlossen und bebaut worden, weil in diesem Areal ursprünglich der Hauptbahnhof entstehen sollte. Erst mit Eröffnung desselben an anderer Stelle begann dann ab etwa den 1890er Jahren dann auch die Bebauung dieses Gebiets, welches dementsprechend vom Jugendstil dominiert wird wie kaum ein zweites Wohngebiet in Bremen.



      (Quelle: Bremen-history.de)

      Es gab hier schon einmal eine kleine Galerie über das Viertel (ich glaube im allgemeinen Bremen-Galeriestrang), die aber seit einigen Jahren ohne Fotos daherkommt. Insofern Zeit, das Viertel noch einmal vorzustellen. Direkt hinterm Hauptbahnhof liegt hier stadtauswärts linkerhand ein Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd im zeit- und ortstypischen "Backsteinjugendstil" mit Reformstilelementen:





      Hier, wo sich ein Grünzug des Bürgerparks bis direkt an den Hauptbahnhof zieht, steht auch das Kolonialdenkmal, der 1931 backsteinexpressionistisch "gebaute" Elefant:





      Direkt gegenüber befindet sich das Hermann-Böse-Gymnasium in einem schwierig zu klassifizierenden Stil mit "Neo-Weserrenaissance"-Elementen, der bei öffentlichen Gebäuden aus dieser Zeit hier ziemlich verbreitet war:



      Und dahinter geht es auch schon los, das schöne Barkhofviertel, hier mit der Hohenlohestraße:







      Blick in die Straße von der Parkallee:



      Die Slevogtstraße:









      Fortsetzung folgt...
    • Und weiter geht es, es folgt jetzt die Delbrückstraße, die anscheinend entweder etwas später bebaut wurde oder andere Gestaltungsvorgaben hatte, denn sie ist deutlich reformstiliger geworden:





      Es folgt dieses schöne Ensemble an der kleinen platzartigen Erweiterung zwischen Slevogt- und Hermann-Böse-Straße:



      und gegenüber:



      Blick in die Goebenstraße:





      Blick zurück von der Parkallee:



      Auch die Parkallee ist hier sehr schön im Blockrand bebaut, allerdings nicht ganz so geschlossen wie andere Straßen des Viertels:



      Am Entree hier der Eisenbahnbrücke erwartet einen dieser Anblick:



      Oder dieses schöne Haus, typischer Bremer Jugendstil:



      Oder dieser ungemein edle Späthistorismus:



      Parkallee/Ecke Parkstraße:



      Fortsetzung folgt...
    • Richtig tolle Gegend! Die schmalen Bremer Stadthäuser liebe ich einfach, die sollten möglichst alle wieder in den Originalzustand versetzt werden. Gehört für mich neben den klassischen Villenkolonien zum schönsten suburbanen Bauen, das es jemals gab.

      Heinzer schrieb:

      Am Entree hier der Eisenbahnbrücke erwartet einen dieser Anblick:
      abload.de/img/p1070745tuszk.jpg
      Wow, was für ein vornehmer, ausgefeilter Eckbau! Ich wünschte, Deutschlands Großstädte hätten sich noch sehr viel mehr davon erhalten können.
    • Ich bin natürlich nur Hobbyarchitekturhistoriker und noch nicht einmal ein besonders guter mit meinem bisschen zusammengelesenen Wissen (man korrigiere mich auch gerne für meine Stilbestimmungen, bin mir da gerade bei diesen Häusern vom Beginn des 20. Jhdts. selbst nicht immer sicher), aber ich halte nicht nur die Form der Bebauung als städtisches Reihenhaus, sondern auch die Plastizität und Variabilität der Fassadengestaltung für deutschlandweit einmalig. Hier würde ich mich über Rückmeldungen sehr freuen, ob ich hier zu sehr einer "Bremer Blase" aufsitze, oder ob das wirklich so ist, da ich natürlich nur einen Bruchteil der Jugendstil-/Reformviertel in Deutschland kenne. Bei freistehenden Villen und den entsprechenden Villenvierteln aus dieser Epoche gibt es natürlich einen wahnsinnigen Formenreichtum, aber als Reihenhaus und tlw. im geschlossenen Blockrand ist mir so etwas in Deutschland sonst nicht bekannt.

      Obwohl hier z.B.



      wirklich kein Haus aussieht wie das andere, bilden diese Häuser doch ein funktionierendes Ensemble und so zieht sich das durchs gesamte Viertel, mal etwas historistischer/konservativer, mal auch schon zurückhaltender im Reformstil, aber doch immer harmonierend, trotz vordergründiger Kontraste.

      Letztlich wie aus dem Lehrbuch Deines Städtebauvideos mit der fast perfekten Mischung aus Gleichförmigkeit und Abwechslung. Nur ein paar Geschosse fehlen ;) .
    • Weiter geht es. Die quer zur Parkallee laufende Parkstraße ist die zweite Hauptachse des Viertels, das in seinem östlichen Teil Richtung Schwachhauser Heerstraße immer schmaler wird und hier außerdem schon tlw. gezeigt wurde. An ihrem westlichen Ende reiht sich die Parkstraße nahtlos in das Barkhofviertel im engeren Sinne ein, allerdings gibt es doch vermehrt Nachkriegsbauten:





      Während es nach Osten hin noch etwas fragmentierter und historistischer, aber nicht minder schön weitergeht:





      Welchen Freund klassischer Architektur lassen solche Anblicke kalt?



      Auch die Parkallee bildet Richtung Stern nochmal dieses schöne Ensemble aus (auch wenn beim ersten Haus -hier Gottseidank Ausnahme und nicht Regel- die elenden Plastikfenster ausgetauscht werden müssen):



      Am Stern haben immerhin 4 der ehemals 5 die Ecken prägenden Villen überdauert, allerdings wird die 5. Ecke von einer Tankstelle geprägt, die den Eindruck "etwas" schmälert:

      Eine der Villen (um diese mach ich mir leichte Sorgen, man kann nur hoffen, dass Denkmalschutz gilt):



      Zwei der anderen 3 hatte ich weiter oben schon gezeigt, darunter dieses traumhafte Tudor-Juwel, das den britischen Charakter dieser Ecke auf die Spitze treibt:



      Für einen Komplettansicht einfach auf die erste Seite gehen (Link zur ersten Seite).

      Zu guter Letzt noch ein Beispiel für die aus meiner Sicht sogar halbwegs gelungene frühe Wiederaufbauarchitektur, die aber trotzdem angesichts der umgebenden Pracht natürlich ziemlich dünne wirkt. Das Beispiel ist aus der namensgebenden Straße "Am Barkhof" im östlichen, von vermehrten Bombenlücken geprägten Teil des Viertels:



      Das ist es erstmal gewesen, obwohl ich noch nicht alle schönen Ecken dieses Viertels abgelichtet habe. Mich nervt eine vermeintliche oder tatsächliche Unschärfe, so eine Art Schleier auf den Bildern, als würde der Autofokus nicht richtig funktionieren oder die Linse verschmutzt sein. Kann aber auch nur am etwas dunstigen und schräg einfallenden Sonnenlicht liegen. Wie auch immer, demnächst hier weiter mit gereinigter Kamera. Und auch weitere, schon 2012 von mir angekündigte Teile dieses schönen Stadtteils werden folgen.

      Ich hoffe, es hat vorerst gefallen!
    • Ich habe noch ein paar Fotos aus dem Barkhofviertel, die ich Euch zeigen wollte. Wir starten mit diesem Blick in die Slevogtstraße links und die Hermann-Böse-Straße rechts. Man erkennt im Hintergrund den überdachten Hauptbahnhof:



      Umgedreht noch einmal dieser Blick auf den schon gezeigten, schönen kleinen Platz an der Hermann-Böse-Straße, wo auch ein kleiner Markt stattfindet:



      Nördlich begrenzt wird er u.a. von diesem netten Gebäude, das wohl mal eine Feuerwache war (?):



      Gegenseite:



      Blumenthalstraße direkt am Park:



      Und nochmal stadteinwärts das nächste Stück mit Hermann-Böse-Gymnasium angeschnitten rechts:



      Die Slevogtstraße nocheinmal aus anderer Perspektive:



      Und das Parkhotel im Bürgerpark, stark vereinfacht wiederaufgebaut, da es einen ziemlichen Volltreffer abbekommen hatte:



      An der Hollerallee stehen einige ganz ordentliche Villen, leider ungünstig im Gegenlicht inszeniert:



      Und auch ein Beispiel für den neuklassischen Stil, der hier in den hochpreisigen Gegenden zur Zeit en vogue ist... etwas klobig, aber natürlich besser als das sonst Übliche:



      Als Finale noch vier Fotos aus der Straße Am Barkhof, als erstes ein weiteres großes Schulgebäude in einem ähnlichen Stil wie das gezeigte Hermann-Böse-Gymnasium:



      Ein kleines Backsteinkuriosum:



      Und mal zwei unreflektierte Schnappschüsse, die in etwa das gemischte, typisch westdeutsche Nachkriegsstraßenbild vieler Bremer Straßen ganz gut erfassen, es stören eben anders als etwa in Leipzig dann doch häufig eben ein, zwei oder manchmal auch noch mehr Nachkriegsbauten das Bild:





      Das war es aus dem Barkhof!
    • Und noch etwas Schwachhausen, diesmal die Gebiete zwischen Wachmannkiez und Parkallee. Die kleinen Querstraßen zur Parkallee sind auch sehr, sehr fein. Man kann die Entwicklung des Gebiets von Süd nach Nord an den Baustilen nachverfolgen, die südlichen/innenstadtnahen Straßen sind älter und historistischer bebaut, je weiter man nach Norden kommt, desto später wurden die Straßen bebaut. Besonders die Reformstil/Jugendstilstraßen sind absolute Juwelen der Baukunst des Bremer Hauses. Die Fotos sind auf zwei verschiedenen Spaziergängen entstanden, einer im Spätwinter, einer im Frühsommer, was den unterschiedlichen Vegetationsstand erklärt.

      Blick auf den Stern von der Bürgerparkseite der Parkallee:



      Altmannstraße, die "erste" Querstraße":





      Noch kahl im Winter von der anderen Seite:





      Die Südseite:



      Benquestraße, die gemischteste dieser Querstraßen:





      Hartwigstraße Richtung Wachmannstraße:



      Franziusstraße:












      Bulthauptstraße:








      Auf den Eckgrundstücken zur Parkallee fehlen häufig die ehemaligen, die durch verschiedenste Grausamkeiten ersetzt wurden. Aber in den Straßen selbst hielten sich die Zerstörungen und Abrisse in Grenzen, so dass hier sehr schöne Ensembles erhalten sind, ein im wahrsten Sinne des Wortes feines Stück Bremen. Und ich bin noch nicht fertig :P .
    • Nochmal die Benquestraße im östlichen Teil:



      Hermann-Allmers-Straße, eine wirklich komplett erhaltene Straße, die von prachtvollen Bremer Häusern aus den letzten Jahren vor dem ersten Weltkrieg gesäumt wird:

















      Wieder klassischer, historistischer die Otto-Gildemeister-Straße:





      Die letzte der Querstraßen vor dem Schwachhauser Ring, die Fitgerstraße, ist leider wieder deutlich gemischter erhalten mit einigen üblen Neubauten:





      In der hinteren Hartwigstraße liegt die Grenze zwischen vor und nach dem ersten Weltkrieg gebaut, hier am Übergang sehen die Häuser dann ganz anders aus:



      Hier machen wir im nächsten Beitrag weiter.
    • Es folgt nun der Bereich um den Schwachhauser Ring, eine Straße, die bereits in den gründerzeitlichen Stadterweiterungsplanungen der 1870er Jahre als Prachtboulevard vorgesehen war, allerdings erreichte die Bebauung erst nach dem ersten Weltkrieg diesen Bereich. Insgesamt stellt die Straße zusammen mit der Kirchbach- und Stader Straße nach Osten und mit dem Utbremer und Waller Ring nach Westen Teil eines geplanten großen Halbrings um Bremen dar, der jedoch nicht konsequent zu Ende gebaut wurde und in seiner verkehrlichen Funktion auch dadurch verstümmelt blieb, dass der zentrale Teil durch den Bürgerpark für den Verkehr gesperrt blieb.

      Man kann seine sehr großzügige Anlage allerdings im Straßenraum noch durch die extrem breiten Grünstreifen, die letztlich ohne Probleme zwei weitere Fahrspuren und/oder Straßenbahngleise aufnehmen könnten, erkennen.

      Der Schwachhauser Ring ist auch deshalb sehr interessant, weil er ein Panorama der Baustile am Übergang zur Moderne bietet, neben ein oder zwei sehr modern/kubischen Bauhausvillen aus der Zeit um 1930 gibt es v.a. viel Expressionismus/Art déco. Dabei umgibt ihn v.a. im Teil zwischen Wachmannstraße und Schwachhauser Heerstraße eine hanseatische Noblesse, die es so in Bremen nicht häufig nochmal gibt und wie sie in dieser Ballung wohl nur in Hamburg noch einmal anzutreffen ist. Und wie so häufig in Bremen ist man nicht selten an Baustile erinnert, die man eher mit Großbritannien oder den USA verbinden würde. Die räumliche Nähe Bremens zu den Niederlanden und Großbritannien schlägt sich somit auch im Stadtbild nieder.

      Wir fangen einfach mal an:

























      Aber auch viele Neubauten geben sich zumindest Mühe:



      Hieraus:



      entsteht folgendes hier bereits in einem anderen Strang gezeigte Projekt:



      Etwas um die Ecke in der Schwachhauser Heerstraße, aber thematisch gut passend steht noch die Villa Linnenschmidt, ein weiteres Beispiel für diesen Stil:



      Das soll es für heute gewesen sein. Von der Gestaltung und dem Charakter her völlig anders als die vorangegangen Bereiche- und doch eine architektonisch äußerst interessante Ecke.
    • Kleiner und fürs Erste finaler Nachschlag für Schwachhausen: Das sogenannte Geteviertel. Benannt wurde es nach einem mittlerweile unterirdisch verlaufenden Wasserlauf, der Gete. Der Stadtteil wurde als östliche Erweiterung des bis dahin bestehenden Schwachhausens bebaut und ist -wie häufig in Schwachhausen- charakterisiert durch Architektur des frühen 20. Jahrhunderts vom ausgehenden Historismus über Jugendstil bis zum Reformstil und (in den östlichen Teilen) seinen Weiterentwicklungen in den 20er Jahren.

      Viele Straßen sind nach Städten im Elsass oder Lothringen benannt, ein Kuriosum ist die Saarlauterner Straße, die nach einem fiktiven germanisierten Namen für "Saarlouis" benannt ist, der von den Nationalsozialisten im ewigen Kampf gegen den als "welsch" empfundenen Louis im Namen der Stadt gegeben wurde. Sie dürfte die letzte Straße der Welt sein, die diesen nur wenige Jahre gültigen Namen weiterträgt.

      Insgesamt ist das Viertel relativ gemischt und weist viele Nachkriegsbauten auf. Nach Osten hin werden die Häuser kleiner und dürftiger sowie neuer, es gibt dort ganze Straßen, die von Nachkriegsmietshäusern dominiert sind, aber auch viele schöne Häuser/Villen aus der Zwischenkriegszeit, die jetzt natürlich unter ziemlichem Druck stehen, da sie auf aus heutiger Sicht unverschämt großen Grundstücken stehen und tlw. nicht sehr groß sind. Der Stadtteil erfreut sich großer Beliebtheit bei Familien, bei denen es nicht ganz fürs "richtige" Schwachhausen gereicht hat und war lange Zeit ein Geheimtipp auf dem Markt. Mittlerweile sind die Preise aber ebenso hoch wie überall in den attraktiven von Bremer Häusern dominierten Gegenden und Häuser kaum noch auf dem normalen Markt zu bekommen.

      Es geht los in der Graf-Moltke-Straße, der westlichen Grenze des Stadtteils:


      Die bereits gezeigte Uhlandstraße mit diesem Anblick:


      Die Elsässer Straße als östliche Verlängerung der Uhlandstraße und Hauptachse des Viertels:





      Die Hagenauer Straße:




      Die Straßburger Straße:





      Die Geisbergstraße:



      Und eine typische Bremer Straßenszene in den besseren Vierteln der Stadt:


      Das wärs. Es gäbe noch viel zu zeigen von diesem schönen Stadtteil, ich habe z.B. fast die ganzen 20er Jahre-Bereiche ausgelassen (mit Ausnahme des Schwachhauser Rings).