• Das aus drei Einzelgebäuden bestehende alte Rathaus in Pilsting (Marktplatz 8,10,12) soll einem Neubau weichen. Der Denkmalschutz wurde aufgehoben. Man fragt sich wirklich, wozu ein Ensembleschutz überhaupt gut sein soll, wenn einzelne Gebäude aus diesem so einfach entlassen werden können. Das kann ja wohl kaum Sinn der Sache sein. Schließlich sollte dadurch die Erhaltung der gesamten Marktfronten gewährleistet werden :


    Pilsting: Altes Rathaus soll Neubau weichen | Landkreis Dingolfing-Landau - Nachrichten - Zeitung - Landauer Neue Presse | Passauer Neue Presse


    Der Abbruch würde einen erheblichen Eingriff in das historische Marktplatz-Ensemble bedeuten. Die meisten Häuser wurden nach einem Großbrand im Jahre 1789 neu errichtet.


    Kurz zuvor wurde der gesamte Marktplatz aufwändig saniert mit allzu geglätteten Fassaden:


    Schön durch Städtebauförderung

  • Hier ein Artikel über das Projekt:


    http://www.wochenblatt.de/nach…-Richtfest;art1177,156563


    "Der Charakter des mehr als 300 Jahre alten Gebäudes mit seinen drei Fassaden sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Das mittlere Gebäude wurde aus dem Komplex herausgenommen und nur noch die Fassade aufgebaut, wodurch ein romantischer Innenhof gestaltet werden konnte, der die beiden äußeren Gebäude mit viel Licht versorgt. Nach dem Tausch von Schweif- und Zinnengiebel ist von außen nicht mehr zu sehen, dass sich hinter der mittleren Fassade kein Gebäude befindet. "


    Nach diesem Foto ist ein kompletter Neubau entstanden, wie oben angedeutet wurden die Anordnung der Fassaden geändert:


    http://www.pnp.de/region_und_l…haus-in-neuem-Gewand.html


    Wirklich sehr schade!

  • Wirklich sehr schade! Wenn ich mir das so auf Google Earth ansehe, gibt es im Ort kaum ein Gebäude, das sich mit dem Rathaus messen kann. Im Artikel steht: "die marode Bausubstanz ließ sich nicht mehr vernünftig sanieren" Dass die Bausubstanz in so schlechtem Zustand gewesen sei, bezweifle ich doch sehr stark. Schade auch, da die Gebäude mit einer Kapelle am Kirchhof (dieser befindet sich direkt hinter den Häusern) ein schönes Ensemble bildeten.

  • Natürlich ließ sich die Bausubstanz nicht mehr vernünftig sanieren! Schließlich standen die alten Bauten der neuen Nutzung entgegen. In solchen Fällen behauptet man immer, dass sich eine Sanierung nicht mehr lohne. Dann wird ein Gefälligkeitsgutachten erstellt, dessen Ergebnis natürlich schon vorher feststeht und dann darf man das Objekt abreißen, auch wenn es unter Schutz steht. Auf diese Weise lässt sich der Denkmalschutz relativ einfach aushebeln. Das scheint in Deutschland heute gängige Praxis zu sein (siehe Landshut, Neustadt oder auch Nienburg/Weser, Wiesensches Haus). Und zur allgemeinen Gewissensberuhigung wird dann ein hübscher Neubau erstellt, dessen Fassade sich an der Vorgängerbebauung orientiert. Schon ist die Welt wieder in Ordnung und der flüchtige Besucher dieser Ortschaften merkt ohnehin meist nichts.