Berlin-Prenzlauer Berg (Altbezirk)

  • Das Probleml ist nicht das mäkeln Einzelner, sondern auch die hier, die sich mit dem Mindestmaß an traditioneller Architektur zufriedengeben oder sowas sogar hochjubeln. Mir gefällt das geplante Hotel überhaupt nicht, mit anderen Bauten kann man sich anfreunden. Grundsätzlich besteht bei bei meisten traditionellen Neubauten verbesserungsbedarf und das sollte man ansprechen und diskutieren dürfen, genau wie man auch historische Gebäude als ge- oder misslungen bezeichnen darf.

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Ich habe das nicht hochgejubelt, ich kann nur die radikale Kritik nicht so ganz nachvollziehen, denn so schlecht wie es hier gemacht wird ist das Projekt in meinen Augen nicht. Da sehe ich doch eine gut gestaltete Sockelzone mit Rundbögen und einem offenen Eingangsbereich, ordentliche Gliederung durch Gesimsbänder und eine Betonung der Eckzone mit interessant geschwungenen Balkonen. Stören tut mich wie gesagt die zu hohe Anzahl an Geschossen, da wurde zuviel aufgeladen, sowie dieses merkwürdige erbsengrün der Fassade. Das ist alles kein feiner Klassizismus sondern eher ein poppiger Neohistorismus, der wohl auch bedingt durch die Visualisierungen vielleicht an Osteuropa oder Russenkitsch erinnern mag, aber lasst uns doch mal das Ergebnis abwarten. Ich denke, manch einer der jetzt hart urteilt wird dann vielleicht noch umgestimmt. Bedenken wir, was alternativ hätte kommen können, nämlich so ein Billig-Hotelkasten wie in einem vorherigen Beitrag gezeigt. Angesichts der Vorstellung bin ich für dieses Projekt geradezu dankbar. Besser so ein auffälliger Retro-Pop als diese Funktionsware die man gar nicht registriert weil sie nichts zu sagen hat. Vielleicht sind wir es in Deutschland auch nicht gewohnt, daß Architektur nicht immer ernsthaft und stringent sein muß sondern auch mal richtig schön geschmacklos sein darf. Die Kurfürstendamm-Architektur hätte es nie gegeben, hätten sich die Stilpuristen durchgesetzt.

  • @ Königsbau


    Quote

    Langsam entwickelt dieses Forum geradezu etwas sektenartiges (vielleicht ein Grund für die - drücken wir es höflich aus - bescheidene Zahl an Neuregistrierungen)

    Mit leichter Verspätung kann ich Dir versichern, daß wir sowohl bei Beitragszahlen als auch echten Neuanmeldungen (Spammer und Bots werden nämlich sofort gelöscht) erfolgreicher sind als jemals zuvor, allein dieses Jahr ist unsere Mitgliederzahl um 165 Neuanmeldungen gewachsen, was wir niemals zuvor geschafft haben.

  • Für Architektur interessiert sich die breite Masse in unserem Lande eben fast nicht, und für unsere Spezialthemen erst recht nicht*. Da ist dieser Anstieg durchaus ein Erfolg, zumal wir in diesem Jahr auch bei den Beitragszahlen unseren Schnitt seit Forumsgründung mehr als verdoppeln konnten.


    *so hat ein Forum zu Auto-Navigationsgeräten (in dem ich auch Mitglied bin) viermal soviele Beiträge hat wie wir und das DAF zusammen...


    P.S. Das sollte eine Antwort auf den inzwischen gelöschten Beitrag von Königsbau sein, die ich trotzdem mal stehen lasse.

  • Wirklich beeindruckend finde ich diese Zahl nicht. Vor allem, wieso schreiben in diesem Forum von all den Mitgliedern eigentlich immer nur gefühlte 40 Leute? Ich wüßte gern, was all die stillen Teilnehmer über unsere Diskussionen denken. Auf meiner facebookseite melden sich wöchentlich 20-30 Leute an, überhaupt bin ich der Meinung, wir sollten unsere Aktivitäten in den sozialen Netzwerken ausbauen, Foren sind längst nicht mehr die erste Wahl im Netz wenn es um Reichweite geht.
    Aber das gehört ja eigentlich nicht in diesen Strang.

  • Da gebe ich Königsbau Recht. 165 Neuanmeldungen? Hat das Forum überhaupt so viele Mitglieder? Es schreiben immer die alt bekannten Leute. Hin und wieder ist ein unbekannter Name dabei, der sich, bei näherer Betrachtung, als altes Mitglied mit neuem Namen herausstellt. (Ich wurde auch freundlich "gebeten" den belasteten Namen "Gröbaz" zu ändern).


    Zu dem Neubauprojekt - Ich finde den Entwurf ganz in Ordnung. Jedenfalls viel besser als die tausenden von weissen Wärmedämmkisten, die Deutschland überschwemmen. Der Normalbürger wird in dem klassischen Architektur-Entwurf sicher keinen Fehler entdecken.

  • Um diese kleine Diskussion abzuschließen (wer will, kann ja im Keller weiterdiskutieren): Es handelt sich um komplette Neuanmeldungen, und unsere Facebook Seite konnte seit der Betreuung durch ein Vereins- und Forumsmitglied seine Reichweite auch deutlich ausbauen.

  • Für Architektur interessiert sich die breite Masse in unserem Lande eben fast nicht, und für unsere Spezialthemen erst recht nicht.


    Vielleicht ist das aktive Interesse tatsächlich nicht so hoch. Ein Thema wie Navigationsgeräte ist für den Laien zugänglicher, die Informationsbreite ist überschaubarer, der Praxisbezug höher. Aber wenn es irgendwie an das Thema geht, höre ich doch oft Meinungen. Manchmal lassen diese einem die Haare zu Berge stehen, manchmal sind sie erstaunlich dezidiert. Der übliche Tenor ist aber: "Die" bauten/rissen ab was sie wollen. Da sei die Meinung des Einzelnen ohnehin irrelevant.
    Interessant ist dann aber eine neue Studie der TU Chemnitz, die sich mit der Wahrnehmung und Bewertung von Schönheit bei Immobilien beschäftigt. Ein Schelm würde behaupten, des APH-Forum müsse diese wohl lanciert haben …


    Schönheit und Wert von Wohnimmobilien - Ergebnisse einer Befragung der TU Chemnitz im Großraum München

  • Da gebe ich Königsbau Recht. 165 Neuanmeldungen? Hat das Forum überhaupt so viele Mitglieder? Es schreiben immer die alt bekannten Leute. Hin und wieder ist ein unbekannter Name dabei, der sich, bei näherer Betrachtung, als altes Mitglied mit neuem Namen herausstellt.


    Gehört an sich nicht in das Thema hier - Es gibt zahlreiche "Nurleser" in Foren, welche sich aber trotzdem registrieren um über alles informiert zu werden. Und das Thema Prenzlauer Berg zieht auch recht viele Wissbegierige an, auch wenn sie selbst da zu nichts zu schreiben vermögen.

    Jeder hat das Recht auf meine Meinung.

  • und unsere Facebook Seite konnte seit der Betreuung durch ein Vereins- und Forumsmitglied seine Reichweite auch deutlich ausbauen.


    Das ist mir nicht entgangen, und das freut mich auch ganz ehrlich. Ich glaube sogar, daß die Zukunft von Stadtbild Deutschland eher in diesen "sozialen" Netzwerken zu finden sein wird als im Forum. Kommentieren kann man das Geschehen ja dort auch, nur auf die umfangreichen Galerien muss man halt verzichten. In letzter Zeit gibt es aber fast täglich neue Beiträge auf der Stadtbild-Seite bei fb, und die Zahl der Likes nimmt beständig zu. Auf die ersten 1000. :smile:


    Ende off-topic

  • Kurz noch zu den Medien: Brauchbare und tiefgehende Diskussionen findet man dort bei fb und Konsorten so gut wie nie. Die finden noch immer vor allem in Foren statt. Gerade für Koryphäenthemen wie klassische Architektur werden diese ihre Berechtigung sicher noch lange wahren. Aber wir sollten schon beides möglichst komplementär nutzen, um unsere Reichweite zu vergrößern. Ich für meinen Teil arbeite auch viel mit Wiki, um die Medien und Entscheider stärker auf unsere Seite zu ziehen.

  • Na, immerhin! Noch etwas zaghaft bestuckt mit Raum zur Verbesserung aber man kann langsam schon einen Trend in Berlin erkennen.

  • In der Tat. Am besten schreiben wir mal alle relevanten in Berlin tätigen Sanierungsfirmen und Immobilienentwickler an, wie viel Potenzial in entstuckten Altbauten steckt. Viele werden um die zu bergenden Schätze kaum wissen. Wenn sie hingegen augenöffnende Beispiele sehen, werden sie es sich überlegen, obs wirklich nur WDVS-Platten sein sollen. Glauben wir an das Gute im Menschen, wenn schon an sonst (fast) nichts! :cool:

  • Bei google maps sieht man wie herunter gekommen der Bau war und wie von der Fassade kaum noch etwas übrig blieb. Nun wird der Bau bald wieder im alten Glanz erstrahlen.






    Beim Eckbau zur Schönhauser Allee hin tut sich auch etwas, wobei hier bisher nur am äußeren Aufgang etwas getan wird.



    Bilder von mir

  • Beim Eckhaus wird am Eckrisalit tatsächlich recht aufwendig gearbeitet. Komischerweise bislang nur dort. Das Haus hätte eine Überarbeitung allerdings dringend nötig – gerade wegen seiner Präsenz im Stadtbild.

  • Dem weißen Haus mit den Balkons würde eine Re-Stuckierung auch gut stehen. Das schon um den Anschluss an die Nachbarn nicht zu verlieren.

  • Sollte auch die Ecke so saniert werden, wie wir uns das wünschen, würde Haus Nr. 14 (mit den Balkonen und dem Puff im EG) tatsächlich sehr aus dem Rahmen fallen. Es wäre das einzige stuckfreie an der ganzen Saarbrücker Str.

  • Winsstraße 25/26

    Für ein Ziegert-Projekt gar nicht mal so schlecht geworden.
    http://wins-twins.ziegert-immobilien.de/
    http://www.violabeil-architekt…rlin-prenzlauer-berg.html


    Winsstraße 59

    So die schöne bildliche Darstellung; warten wir mal die tatsächliche Umsetzung ab.
    http://www.christmann.ag/news/…austart-no59-winsstrasse/
    Die beabsichtigte energetische Sanierung scheint zumindest die Fassade zu verschonen.
    http://www.prenzlberger-ansich…-59-ein-haus-macht-mobil/



    Lychener Straße 35/Raumerstraße


    Damals:


    Geplant:

    Bildquelle: http://www.lychener35.de


    Geworden:



    Es wäre schön, wenn man bei Sanierungen mal öfter positiv überrascht würde anstatt so einer derben Enttäuschung angesichtig zu werden. :augenkrummblau:disgust:)
    Schaut doch mal (ab), wie das in Leipzig geht, verdammt!


    In der Raumerstraße am Helmholtzplatz und auch in der Winsstraße sind übrigens zur Zeit reichlich Häuser eingerüstet - ich bin da mal verhalten pessimistisch...

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

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