Am 9.November findet unser großes Initiativentreffen in Frankfurt am Main statt. Unter der Rubrik "Aktuelles und Allgemeines" finden Sie alle Informationen vor.

Park Sanssouci

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    • Zudem verändern Kunststoffe mit den Jahren ihre Eigenschaften. Viele werden gelblich und spröde. Schon seltsam, dass trotz dieses Wissens Kunststoffe für die Reparation von originalen Kunstwerken herangezogen werden.

      Im Kölner Dom wurden in den 70ern einige gebrochene Bleiglasfenster mit Acrylharz vergossen. Heute müssen die hochkompliziert wieder voneinander gelöst werden, da das Acrylharz vergilbt ist und das Licht nicht mehr durchlässt...
      Wenn Bilder nur in absoluter Verfügungsgewalt des Forums geduldet werden, gibt's halt keine Bilder mehr. Natürlich auch keine alten Bilder ...

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    • Wie in den meisten Fällen so auch hier gilt: Lesen bildet. Im Wikipedia-Artikel zu "Acrylharz" lesen wir:

      Wikipedia wrote:

      Acrylharze sind, einmal ausgehärtet, dauerhaft haltbar und fest, sie haben eine gute Optik, guten Glanz und hohe Bewitterungsbeständigkeit.

      In der Restaurierungstechnik werden Acrylharze schon seit längerem wegen dieser Eigenschaften bevorzugt eingesetzt. Ich empfehle auch diesen Artikel (PDF) zu lesen: Helmut Moroff, Polyacrylharze als Hilfsmittel für die Restaurierung

      Mal abgesehen davon: glaubt ihr ernsthaft, dass die Schlösserstiftung nicht-erprobte Verfahren anwendet?
    • Ich weiß nicht, was heute mit dem Netz war, aber das Laden der 18 Bilder hat etwa 20 Minuten gedauert und eins, welches auch nicht größer war als die anderen ging gar nicht, musste deshalb abbrechen und 2x neu versuchen!!!


      Nun aber zu dem Bildern. Sie zeigen die vier aufgestellten Figuren vor den 'Neuen Kammern':


      Blick durch die Sichtachse auf den Mittelrisalit der 'Neuen Kammern':



      Der Mittelrisalit:



      Gesamtansicht von der Seite:





      Nun die einzelnen Figuren mit Details von links nach rechts:















      Weiß jemand um dieses Atribut? Sieht aus wie eine antike Rechenmaschine oder das Teil aus dem 'Da Vinci-Code'.









      Weiterer 'Beifang' demnächst in der Galerie zu Sanssouci
    • Danke, lieber Spreetunnel, für die schönen Bilder! Du machst uns Blinde sehend!

      Ich versuche mich mal an einer Zuordnung der Figuren.

      Rastrelli wrote:

      Die Statuen vor den Neuen Kammern sind mehrheitlich ein paar Jahre älter (entstanden um 1748) und Arbeiten unbekannter italienischer Meister aus Carrara. Die vier nun aufgestellten sind aber nicht carrarischen Ursprungs. Sie wurden von dem dänisch-niederländischen Bildhauer Asmus Frauen (Narziss und Endymion), dem Franzosen François Gaspard Adam (Faun) bzw. erst im 19. Jahrhundert nach einem antiken Original (Apollo) geschaffen.

      Endymion, der schöne Jäger, in den Diana sich einst verliebte.


      Narziss (Narkissos), hier einfach als schöner Jäger mit Pfeil und Bogen dargestellt. Zur Unterscheidung von dem schönen Jäger Endymion dient der diesem beigegebene Jagdhund. Narziss ist unbegleitet. Zudem bietet Endymion seinen schönen Körper dem fremden Blick (der Diana) dar. Narziss dagegen verhüllt sich (auch mit dem rechten Arm) und will selbst nur schauen. Die Spiegelung im Wasser konnte bei der Standfigur nicht dargestellt werden. Der Marmor hinter seinen Beinen könnte eventuell als Fels (Echo) gedeutet werden.

      Apollo. Die Figur hat einen antiken Kopftypus, der nicht typisch für Apollo ist. Passend ist nur die androgyne Typisierung. Auch die Geste der rechten Hand ist nicht typisch apollinisch, sie würde eher zu einem Narziss passen. Wahrscheinlich wurde hier ein antiker Torso mit einem fremden Kopf kombiniert und der rechte Arm von einem barocken Bildhauer so ergänzt, dass er zu der Figur und ihrer Kopfhaltung passt. Solche wilden Kombinationen hat man in jener Zeit gern gemacht. Die Statue ist, wie oben angegeben, eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert. Das Attribut weiß ich auch nicht recht zu deuten. Vielleicht ein Musikinstrument.

      Der vierte im Bunde trägt unverkennbar die französische Handschrift von François Gaspard Adam. Dieser elegante Faun schert sich wenig um antike Vorbilder. Die Sockelinschrift verweist darauf, dass die vor den Neuen Kammern aufgestellten 24 Skulpturen 1749 aus Carrara bezogen wurden. Damals diente das Gebäude noch als Orangerie.

      Man sieht den Figuren an, dass sie nicht neu, sondern restauriert sind. Die Oberflächen sind teilweise rau. Der Faun zeigt regelrechte Narben.

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    • Rastrelli wrote:

      Vielleicht ein Musikinstrument.
      Apollo ist oft mit dem Saiteninstrument Kithara oder aber mit Pfeil und Bogen dargestellt worden. Nach beidem sieht das Gebilde nicht aus. Es wirkt eher wie eine Art historische Melodica, eine Accordina, eventuell mit kleinen Pfeifen. Seltsam auch, wie er das Gerät hält. Es scheint eher in der Luft zu schweben.
    • Eine kleine Korrektur zur Benennung der Figuren.

      Die linke Figur stellt einen Faun von Francois Gaspard Adam dar.

      Die zweite Statue ist Endymion, er trägt Bogen und Köcher und wurde von Asmus Frauen 1748 geschaffen.

      Die dritte Figur ist wie schon richtig erkannt Apoll, Kopie aus dem 19. Jh. von Eduard Stützel.

      Die letzte Skulptur des Mittelrisalits ist demnach Narziß aus der Hand von Asmus Frauen. Die Muschel zu seinen Füßen würde mit Wasser gefüllt ein Spiegelbild zurückwerfen.
    • Hier gibt es Informationen zum Original der Apollonstatue, nach dem die Kopie von E. Stützel gefertigt wurde. Die Originalstatue, die ihrerseits eine römische Kopie nach hellenistischem Vorbild war, kam demnach unter Friedrich II. aus Rom nach Potsdam. Damals hatte sie einen anderen, mir passender erscheinenden Kopf, der später abgenommen wurde. Bei dem Attribut handele es sich um einen Leiersteg, also den Rest einer nicht mehr vorhandenen Leier oder Kithara. Der Torso der Originalstatue sei bei der Bombardierung des Neuen Museum in Berlin 1943 zerstört worden.

      Edit: Beim Faun mit Panther hat sich F. G. Adam offenbar stark an eine römische Kopie eines hellenistischen Originals angelehnt, das sich heute im Palazzo Pitti in Florenz befindet. Foto

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