Berlin-Mitte - Leipziger Platz, Leipziger Straße

  • Für die Wachhäuser ist wohl an ihrer ursprünglichen Ort, am Anfang des Platzes nicht genügend Raum. Ich bin mir nicht sicher, ob diese in der Mitte des Platzes tatsächlich so gut wirken würden.


    Es ist jedoch sehr schade, dass die Sandsteinfiguren zerstört wurden. Jeweils eine von diesen an den Ecken des Platzes positioniert, würden diese das Octogon auch aus der Fußgängerperspektive richtig erkennbar machen.

    Denn die achteckige Form ist doch das eigentlich Bemerkenswerte am Leipziger Platz, aber eigentlich nur aus der Vogelperspektive, im Luftbild, wirklich eindrucksvoll sichtbar.

  • Für die Freunde von 'Klotzen'. Hier das fast vollendete Haus Leipziger Platz19, Ecke Ebertstraße.

    Damit ist der Leipziger Platz in seiner ganzen Schönheit vollendet (Ironie aus):


    Berlin-Leipziger Platz


    Berlin-Leipziger Platz

  • Komplettes architektonisches und städtebauliches Versagen findet seinen angemessenen Abschluss. Selbstkritik ist von den Urhebern nicht zu erwarten. Zur Erinnerung: Das war mal der hochurbane Mittelpunkt einer Weltmetropole.

  • Ich bin noch nie in meinem ganzen Leben bewusst an den Leipziger Platz gefahren. Das war für mich schon immer völlig irrelevantes Gebiet. Einzige Ausnahme bildet der Wachturm in der Erna-Berger-Straße. Das wars dann auch. Und ich musste mal meine Freundin in nem Hotel am Potsdamer Platz abholen. Ansonsten ist das für mich eine No-Go-Area, auch wenn man damit ja gemeinhin etwas anderes verbindet. Ist es für mich trotzdem.

  • Wie heute da ein grosses Versagen.

    Aber einige geneigten Dächer dazu, Einiges an Schmuck an Fassaden, klassische Wachhäuser wieder da und alles wird doch noch attraktiv!

  • Das wird nicht reichen, fürchte ich. Mist ist Mist, schon die unfassbare Höhe der Häuser macht eine richtige Verbesserung der Fassaden illusorisch, von geneigten Dächern nicht zu sprechen. Der Leipziger Platz wird langfristig eine der schlimmsten Fehlplanungen im Berlin der Nach-Wende-Zeit bleiben, so etwas wie ein aus den Fugen geratener Schwanengesang der 1980er Postmoderne und einer der wenigen Schwachpunkte in der sonst ansehnlichen Bilanz von Senatsbaudirektor Stimmann.

  • Bei aller berechtigter Kritik muss man aber m.E. schon sagen dass das neue Gebäude (das "Trion") eine deutlich ansprechendere Fassade als sein Gegenüber hat.

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Sein gegenüber könnte auch der alte Münchner Hauptbahnhof mit Aufsatz sein.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Bei aller berechtigter Kritik muss man aber m.E. schon sagen dass das neue Gebäude (das "Trion") eine deutlich ansprechendere Fassade als sein Gegenüber hat.

    Für mich sind das nur zwei Variationen derselben bestürzenden Einfallslosigkeit, und das an einem städtebaulich und historisch bedeutenden Ort.

    In dubio pro reko

  • Natürlich, ein erneutes Armutszeugnis für die Gegenwartsarchitektur. Aber immerhin ist die Fassade beim Trion wenigstens ein bisschen gestaltet, was man auch im Detail sieht. Also ein klitzekleiner "Fortschritt".

    „Die Freiheitsliebe ist bei den Deutschen nicht entwickelt“ (Madame de Stael)

  • Einfallslos ist untertrieben. Die Gebäude wirken teilweise primitiv. Aber immerhin wurde die alte Platzstruktur aufgegriffen. Schinkels Wachhäuschen könnten was bringen.

    Die mangelnde Belebtheit liegt allerdings daran, dass der Potsdamer Bahnhof am benachbarten Potsdamer Platz weggefallen ist. Wer sich gruseln will geht mal am ehemaligen Gleisbett entlang, dagegen ist der Leipziger Platz eine Wonne.

  • Das ist kein Argument. Der Bahnhof liegt heute nur eben unter dem Potsdamer Platz.

    Die mangelnde Belebtheit liegt eindeutig an der Langweilerarchitektur und an der Eintönigkeit, die sich daraus ergibt.

    Die schlechte Erreichbarkeit mit der Straßenbahn kommt noch dazu, im Gegensatz dazu hat die Gegend am Hauptbahnhof jetzt 3 Linien mit 40-m-Wagen und einem Abstand von 3 min. Das Areal ist allerdings genauso eintönig (bis auf die Altbauten) und deshalb auch nicht wirklich belebt.

  • Naja, es ist schon ein Argument, denn der Potsdamer Bahnhof war ein Kopfbahnhof und der jetzige Bahnhof Potsdamer Platz ist ein Regionalbahnhof, der zudem wenig frequentiert wird.

  • Ich hatte eh keine großen Erwartungen mehr an die Bebauung der letzten Ecke, wenn man sich den Platz sonst anschaut. Mich freut einfach, dass der Platz nun wieder vollständig umbaut ist. Die Kreuzung wirkt nun recht monumental. Hat finde ich auch ohne große architektonische Meisterwerke etwas.

  • Bei aller berechtigter Kritik muss man aber m.E. schon sagen dass das neue Gebäude (das "Trion") eine deutlich ansprechendere Fassade als sein Gegenüber hat.

    Das mag aus der Entfernung so erscheinen. Wenn man näher dran ist, kann man anderer Ansicht sein.


    Die vertikalen Elemente bestehen aus Kunststein, der ein wenig wie fein glattgeschliffener Waschbeton aussieht.




    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Die Fassade der Gebäude des Leipziger Platzes ähneln denen am Berliner Hauptbahnhof oder vielen Neubauten am Ku Damm oder,oder.Leider wird Berlin dadurch an vielen Stellen vom Architektonischen Zeitgeist immer verwechselbarer und modern Uniformierter.:sad:

  • Was ist an einem Raster harmonisch? Direkt neben einem schönen, historischen Gebäude errichtet, fällt der Rasterbau doch als einfallslos und sehr primitiv auf. Und noch was: Brüche sind nicht schön. Meine Mutter hatte mit 90 Jahren einen Schenkelhalsbruch, ich hatte schon einen Leistenbruch. Brüche sind stets schmerzhaft, auch in der Architektur.

  • ^Immerhin wird eine gewisse Harmonie bezüglich der Materialität (offenbar Naturstein), der Straßenflucht, der Traufhöhe und der Erdgeschosshöhe gewahrt. Mehr ist heutzutage nicht drin. Und das ist schon ein Fortschritt gegenüber früheren Zeiten.

  • Mich erinnert das in seiner Strenge und Härte in Form und Material an NS-Architektur. Ich glaube nicht dass sowas in unsere Zeit passt, aber das hinterfragt komischerweise niemand.

    In dubio pro reko