• Es gibt Neues zum Umbau des Universitätsplatzes in Fulda:


    Osthessen-News


    Demnach steht die genaue Gestaltung noch nicht fest, der Umbau als solcher ist aber definitiv beschlossen - ebenso wie leider auch der Abriß der 1904 erbauten neobarocken Turnhalle der Dalberg-Schule. Offenbar sind nur die Grünen und die FDP gegen die Umgestaltungsmaßnahme.
    In der Meldung findet man übrigens auch ein Bild vom Universitätsplatz, wie er noch um 1960 aussah - vor der modernen Randbebauung und der Errichtung der Karstadt-Kiste...

  • Das ist ja erschreckend, was dort nach dem Krieg abgerissen wurde. :kinnlade: Und dabei gehört Fulda zu den wenigen Barockstädten in Deutschland, die den Krieg relativ unbeschadet überstanden haben. Und nun wird anscheinend seit 40 Jahre systematische Stadtzerstörung beschrieben.


    Irgendetwas stimmt nicht in Deutschland, das man Altes, Schönes und Liebgewonnenes abreisst und durch Banalitäten ersetzt. Schlimm! :daumenunten: :weinenblau: :klaresnein:


  • In Fulda wird mittlerweile die Zukunft des Telekom-Gebäudes, Unterm Heilig Kreuz (Architekt Sep Ruf), überdacht.
    Man kann nur hoffen, dass die richtige Entscheidung getroffen wird und das grauenvolle Gebäude verschwindet.


    Hier die Chronologie:


    Telekom lässt Fassade sanieren - Fuldaer Zeitung


    Jein zum Verkauf des Telekom-Gebäudes - Fuldaer Zeitung


    Telekom will Gebäude offenbar abreißen - Fuldaer Zeitung


    Für das Stadtbild Fuldas jedenfalls an dieser bedeutenden Stelle eine großartige Chance, würde ich meinen.
    http://binged.it/xHGIb3


    Bild von "Restitutor Orbis" aus dem Galerie-Strang von Fulda (2005) :



    Im Übrigen dürfte für die dortigen Masochisten genügen, dass der von Sep Ruf errrichte Karstadt in Fulda unter Denkmalschutz steht:
    http://fuldaaktuell.de/files/2011/07/ruf_fuehrung.jpg
    http://www.karstadt.de/redmedi…en/WH_Fulda_1_759x360.jpg

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Durch den Denkmalschutz für Bauten der Nachkriegsmoderne sollen diese wohl einserseits unumkehrbar gemacht werden. Andererseits will sich die Modernisten-Lobby in Deutschland damit wohl zwanghaft nachträglich die Legitimation für diese Sünden erteilen.




    Dem Bürger wird damit suggeriert, daß er etwas Anspruchvolles und Tolles bekommen hat worüber er nicht meckern darf. :ueberkopfstreichen:

    " Dem Wahren, Schönen, Guten "

  • Quote

    Die Frage lautet jetzt: Denkmalschutz oder nicht? Im Zuge der Sep-Ruf-Ausstellung im Fuldaer Vonderau Museum war bekannt geworden, dass der ursprüngliche Entwurf des renommierten Architekten verändert wurde. Das Gebäude ist somit kein echter Ruf. Der OB sagt, dieser Umstand spiele eine „erhebliche Rolle“.


    Das dieses die Altstadt ungemein bereichernde Gebäude also eventuell doch abgebrochen werden darf, ist der Tatsache verschuldet, das es offenbar kein echter Ruf ist...
    Solche extremen Bausünden unter Denkmalschutz zu stellen ist defintiv Masochismus.

  • Bei der Beurteilung des Denkmalwertes spielt es also eine Rolle, wer etwas gebaut hat. Das ist, wie wenn man den Wahrheitsgehalt einer Aussage danach beurteilt, wer sie ausspricht. Soviel zu Thema "Ansehen der Person". Na, dann sollen die Denkmalschützer den seligen Sep Ruf halt endlich heiligsprechen.


    Müssten für den Denkmalwert eines Gebäudes nicht vielmehr dessen Eigenschaften maßgeblich sein? Um diese in Erfahrung zu bringen, kann es höchstens hilfreich sein zu wissen, von wem und unter welchen Bedingungen ein Bauwerk entstand. Ach, ich fange schon wieder an, logisch zu denken, wie ich es gewöhnt bin, dabei geht es hier doch um Denkmalschutz. Lange Rede, kurzer Sinn, es ist eigentlich wurscht, von wem das bescheuerte Ding ist. Wenn die Denkmalschützer es erhalten wollen, werden sie schon irgendein Argument finden. Und wenn nicht, dann gibt es auch dafür ein Argument...


    Ich jedenfalls mag dieses Gebäude nicht. Seit dem ersten Tag, an dem ich es gesehen habe. Und im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich keine Gesichtspunkte ergeben, aufgrund derer ich meine Meinung ändern sollte. Wie auch?

  • Diese Ansicht ist sehr vernünftig und dürfte von der überwältigenden Mehrheit der Fuldaer geteilt werden - allerdings ist Rhiel der Ex-Bürgermeister...


    Quote

    „Ein Gebäude von Sep Ruf in Fulda reicht aus“
    Ginge es nach den Vorstellungen von Fuldas Ex-Oberbürgermeister Alois Rhiel, würde das Telekom-Gebäude Unterm Heilig Kreuz abgerissen werden, um Platz für Einzelhandelsfläche und innerstädtischen Wohnraum zu schaffen.


    Ein Gebäude von Sep Ruf in Fulda reicht aus - Fuldaer Zeitung

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Ich würde eher sagen: Ein Gebäude von Sep Ruf in Fulda ist eines zu viel.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

  • In der Bahnhofstraße wurde vor kurzem das Gebäude der Commerzbank abgerissen, zwar entstuckt aber eines der verbliebenen gründerzeitlichen Häuser in der bis in die 60/70er Jahre sehr schönen Bahnhofstraße.


    Hier ein ausführlicher Link dazu: Centralhotel – Fuldawiki


    Dort lautete unter anderem die Begründung gegen die Unterschutzstellung:


    "Insofern gibt es keinen Grund, dieses Gebäude, das aus übergeordneter Sicht architektonische Massenware darstellt und keine besonderen Qualitäten aufweist, als Kulturdenkmal auszuweisen."


    Welche architektonischen Qualitäten das Telekom-Gebäude besitzt ist fraglich, es scheint hier also nur auf den Architekten anzukommen, egal was gebaut wurde.

  • Das wird ja immer besser. Nur selten habe ich mich derart über solch eine architektonische Entgleisung aufgeregt. Ein vollkommen unnötiger Abriss eines attraktiven Vorkriegsgebäudes. Allein das ist schon der Hammer. Dann die Neubebauung mit einem super fiesen und ensemblezerstörenden Monstrum. Absolut nicht nachvollziehbar. Und nun auch noch der Denkmalschutz. Das ist der reinste Alptraum. :weinenstroemen:

  • Was für eine über Jahrzehnte sich streckende Kette des politischen Versagens! Man möchte verzweifeln, angesichts der Tatsache, dass eine architektonische Umweltverschmutzung wie das Telekom-Gebäude bewahrt und unter Denkmalschutz gestellt wird, während man zum Beispiel in Nienburg ein wunderbares altes Bürgerhaus einfach sang- und klanglos vernichtet! Dass ein Gründerzeit-Gebäude mit der Begründung, es sei Massenware, abgerissen wird und zugleich ein 08/15-60/70er-Jahre-Zweckbau, der von seinem Schöpfer eh nur für ein paar Jahrzehnte ausgelegt wurde, vor dem Abriss bewahrt und als besonders erhaltungswürdig erachtet wird - reinster Zynismus...

    Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis

  • Na, der Bericht ist aber reichlich widersprüchlich.

    Quote

    (...) „Derzeit ist noch alles offen“, kommentiert Florian Burg (31) die
    Situation. „Ob wir umbauen oder neu bauen – uns geht es darum, an diesem
    erstklassigen Standort Qualität zu entwickeln“ (...)

    Das klingt ja zunächst sehr vielversprechend.


    Quote

    (...) Festgezurrt ist auch, dass die Telekom einen Teil der 8300 Quadratmeter
    großen Immobilie mieten wird: Konkret sind es 2500 Quadratmeter, die von
    der Telekom auch weiterhin als Technikfläche genutzt werden. (...)

    Das hingegen klingt gar nicht mehr gut. Ein Abriss ist da wohl doch nicht vorgesehen.


    Quote

    (...) Mit der Revitalisierung der Liegenschaft soll ein weiterer attraktiver
    Anziehungspunkt in der Innenstadt von Fulda geschaffen werden. (...)

    Dazu gibt es nichts mehr zu sagen. Wer diesen brutalen Haufen Bauschutt als "attraktiv" bezeichnet, leidet an unheilbarer Geschmacksverirrung.


    Zitatquelle: www.fuldaerzeitung.de/nachrichten/fulda-und-region/Fulda-Das-Telekom-Haus-ist-verkauft

  • Schon richtig, aber die Unternehmensgruppe Burg ist ortsansässig, das Objekt ist in Fulda verhaßt und die zuletzt entwickelten Projekte "altes Finanzamt" und "alter Schlachthof" sowie auch die Firmenphilosopie lassen hoffen:


    "Das Familienunternehmen Burg hat sich als Projektentwickler und Hausverwalter zum Ziel gesetzt, kreativ die Wirtschaftsregion Fulda zu entwickeln und so einen Beitrag für das Stadtbild Fuldas und den Denkmalschutz zu leisten. "
    http://www.burg-projekt.de/unternehmen.html


    In der Presse keimt zumindest wieder vorsichtige Hoffnung
    http://www.fuldaerzeitung.de/n…om-Gebaeudes;art25,663802