Neustadt an der Waldnaab (Galerie)

  • Nachfolgend einige eigene Aufnahmen vom letzten September aus der wenige Kilometer nördlich von Weiden i. d. Opf. gelegenen Kreisstadt in der Oberpfalz.


    Vom Bahnhof geht der Blick auf die auf einem schmalen Höhenrücken zwischen der Waldnaab und der unterhalb mündenden Floß gelegenen alten Stadt (ähnelt Nabburg):



    die Silhouette von S mit Pfarrkirche St. Georg und ganz rechts dem Alten Schloss



    die Stadt oberhalb der Floß




    rechts das Neue Schloss derer von Lobkowitz


    Die Stadt gelangte 1575 durch Kauf an die 1641 gefürsteten Lobkowitz und blieb in deren Besitz bis 1806.



  • Das Alte Schloss von der Stadtplatzseite:


    Ausführlich zum Schloss:
    Kulturfreunde Lobkowitz Neustadt a
    Dort steht u.a.
    „Eine überaus gelungene Renovierung dieses vom Zahn der Zeit ehemals stark angenagten Gebäudes lässt auf eine glanzvolle Vergangenheit schließen.
    Sämtliche konservierfähigen Wand-, Gewölbe-, Deckenputze und Gefache in allen fünf Geschossen konnten fast gänzlich erhalten werden. Ein besonderes Augenmerk galt auch dem Erhalt der Vielzahl von Kalkanstrichen. Umfangreiche Freilegungen an Wandflächen mit dem Ziel eine umfassenden Restaurierung ergaben sich im ersten Obergeschoß. In diesen Räumen aus dem 18. Jahrhundert stieß man auf Putzdecken (darunter spätgotische Deckenkonstruktionen), wobei reizvolle, farbenprächtige Vedutenmalereien und Rokokodekor besondere Aufmerksamkeit verdienten...


    Das stadtbildprägende dreigeschossige Anwesen Stadtplatz 36 ist der bedeutendste spätgotische Baukomplex zumindest der mittleren und nördlichen Oberpfalz und Kernbau des Herrschaftsbesitzes auch noch im 17. Jahrhundert während der Regierungszeit der gefürsteten Grafen von Lobkowitz.“


    Eindrücke vom heute als Landratsamt genutzten Inneren:





  • Danke fur deine viele schone Gallerien.


    Die Hauptplatz mit ihren Giebeln gefallt mir sehr gut.

  • Der Stadtplatz ähnlich Weiden, ebenso nicht unböhmisch, mit seinen schmalgiebeligen Bürgerhäusern auf handtuchartigen Grundstücken, die rückseitig im N und S an die Hangkanten grenzen. Unter Denkmalschutz stehen aber nur auffällig wenige der Häuser, warum auch immer. Zwischendrin finden sich noch einige aus der 2. H. des 16. Jh. mit alten steinernen Tür- und Fenstergewänden aus Granit.



    links die ehem. Kanzlei (Stadtplatz 34)



    SW-Ecke mit der nach S gerichteten Pfarrkirche St. Georg



    die drei Häuser auf der Westseite (Stadtplatz 6, 4, 2), rechts am Eck, wo es in die Untere Vorstadt / Freyung hinuntergeht, das Rathaus


    Die Nordseite des Stadtplatzes von W:

    mittig in rosarot die Nr. 11 aus der 2. H. 16. Jh.





    rechts die Nr. 39, eines der Häuser aus der 2. H. 16. Jh.



    Richtung SO, mit dem Neuen Schloss als Blickfang und östlichem Abschluss des Platzes


  • Neubau der Kirche ab 1735




    das Wappen der Lobkowitz über dem Chorbogen



    Ein weiterer interessanter Kirchenbau in Neustadt a. d. Waldnaab ist die etwas außerhalb gelegene Wallfahrtskirche St. Felix, dorthin habe es aber nicht geschafft...)

  • Untere Vorstadt / Freyung





    Freyung, N-seite



    Lindenstr. 1


    An der Waldnaab, frei nach der EAV: das Indische Springkraut ist immer und überall



    von der jenseitigen Flussseite

  • An sich ein schönes Städtchen, das wir schon mal im Zusammenhang mit "böhm. Giebeln" irgendwo erwähnt haben. Aufgrund des offensichtlichen Versagens des Denkmalschutzes ein außergewöhnlich guter und geschlossener Erhaltungsgrad.
    Die "Renovierung ", die ich eher als einen Kreuzzug bundesdt. Sauberkeitswahns gegen jegliche Patinierung empfinde, schmerzt meine Augen halt schon einigermaßen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • In Bayern sind ja bekanntermaßen bzgl. Renovierung vernachlässigte Gebäude etwas abrissgefährdeter, insofern lieber überrenoviert als abrissbedroht (siehe Freystadt). Ein wenig mehr Patina hatten die Gebäude am Neustädter Stadtplatz sicherlich vor meinetwegen 20 Jahren Jahren auch noch. Diesbezüglich war auch Bischofteinitz (Neustadt nicht unähnlich) zumindest am Hauptplatz für mich überraschend "ordentlich".



    An der Waldnaab:





    Ein paar nordseitige Bürgerhausrückseiten von der Waldnaab aus


  • Das Neue Schloss am östlichen Ende des Stadtplatzes, nur der Ostflügel wurde von einer Dreiflügelanlage verwirklicht.







    einer der ehem. Repräsentationsräume mit dem Bacchus an der Decke, das Neue Schloss heute wie auch das Alte als Landratsamt genutzt.





    es folgt noch die Schlosskapelle mit dem apostolischen Glaubensbekenntnis

  • Die Ähnlichkeit mit böhm. Schlössern, insb. mit Raudnitz ist in der Tat nicht zu übersehen.

    Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat
    14. Buch 9. Kapitel
    Der Staat oder die Genossenschaft der nicht gottgemäß, sondern nach dem Menschen wandelnden Gottlosen dagegen, die eben infolge der Verehrung einer falschen und der Verachtung der wahren Gottheit Menschenlehren anhangen oder Lehren der Dämonen, er wird von den bezeichneten verkehrten Gemütserregungen geschüttelt wie von Fieberschauern und Stürmen.

  • Neues Schloss, Schlosskapelle



    Die Schlosskapelle zeigt im Spiegelgewölbe einen in Konzeption und Ausführung in Europa einmaligen Bilderzyklus von 17 Gemälden, das apostolische Glaubensbekenntnis, möglicherweise auf den Kunstmaler Karl Hofreiter aus Bayreuth, später Eger, zurückgehend. Ähnlichkeiten bestehen zum Bibliotheksaal des Klosters Waldsassen und zum Kloster Speinshart mit seiner prächtigen Klosterkirche.



    Das Glaubensbekenntnis beginnt mit dem Feld in der Mitte: „Credo in deum patrem, omnipotentem, creatorem coeli et terrae,“
    I believe in God, the Father almighty, creator of heaven and earth


    Feld 2 folgt links davon: “et in Iesum Christum, filium, eius unicum, dominum nostrum,“
    Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn


    Mitte unten geht es weiter mit „qui conceptus est de Spiritu sancto,“
    He was conceived by the power of the Holy Spirit


    Mitte rechts ist Feld 4 „natus ex Maria virgine,“
    geboren von der Jungfrau Maria


    Oben Mitte: „passus sub Pontio Pilato“
    gelitten unter Pontius Pilatus


    Unten links Feld 7: „mortuus et sepultus“
    gestorben und begraben


    Unten rechts Feld 9: „tertia die resurrexit a mortuis“
    am dritten Tage auferstanden von den Toten



    die drei unteren Felder von links:
    Feld 8 „descendit ad inferna“ hinabgestiegen in das Reich des Todes
    Feld 16 „remissionem peccatorum“ Vergebung der Sünden
    Feld 10 „ascendit ad coelus“ aufgefahren in den Himmel



    die untere Reihe:
    Feld 12 „iude venturus est iudicare vivos et mortuos.“ He will come again to judge the living and the dead.
    Feld 14 “sanctam ecclesiam catholicam” Die heilige katholische Kirche
    Feld 6 „crucifixus,“ was crucified
    Mittig Feld 13 "Credo in Spiritum sanctum"



    Mittig Feld 11 “sedet ad dexteram dei patris omnipotentis”
    darunter Feld 17 "carnis resurrectionem, et vitam aeternam. Amen.“


    Preisfrage: Welches Feld mit welchem Spruch fehlt noch?


  • Welcher Spruch fehlt? sedet at dexteram patris. Welches Feld fehlt? Bei Zahlen verliere ich immer leicht den Anschluss.


    Vielen Dank fuer diese und alle Deine wunderschoenen Bilder, Markus! :anbeten:

  • "sedet ad dexterem patris" ist auf dem vorletzten Bild zu finden. Der noch nicht erwähnte Spruch findet sich auf dem zweiten und beim letzten Bild (jeweils links vorne): "sanctorum communionem" (Feld 15). Sind doch alle 17 Felder auf den Aufnahmen vorhanden.


    zum Ausklang noch ein paar letzte Ansichten


    Stadtanlage (Blickrichtung NW)




    Barockgarten



  • Diese Fotoreihe hat nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel, dennoch möchte ich jetzt die Gelegenheit nutzen und meine Anerkennung dafür aussprechen, dass sich der Münchner Markus in die ferne, tiefe Oberpfalz begeben hat, um von seinen Eindrücken zu berichten.


    Ich bin keine 50 Km entfernt von diesem Ort aufgewachsen und war dennoch nie dort. Und das ist schade, wie ich jetzt, nach dem ich diese Galerie wieder mal durchgesehen habe, feststellen muss.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)