Berlin - vorher, nachher, heute

  • Abgesehen davon, dass der Disconto zwischenzeitlich Farbgliederung und abschließendes Kranzgesims abhanden gekommen sind. Der ohnenhin schon kargen Ästhetik zusätzlich außerordentlich abträglich.


    Dem Haus wurde ja offensichtlich noch eine Etage draufgeklatscht. Deshalb passt die Höhe nun auch gar nicht mehr zum Nachbarhaus. Die obere Fensterreihe zur Bülowstraße, hat man einfach, ohne Lücken, durchgezogen. So hat man es tatsächlich geschafft, ein ohnehin nicht sehr attraktives Gebäude, noch unattraktiver zu machen.

  • Zwei Ansichten aus der Jägerstraße, die Nummern 45-46 und 47-48,


    Foto von Waldemar Titzenthaler, 1899, Geschäftshaus Lohse und Textilfirma Mosse:



    Quelle: Mendelssonmuseum Jägerstraße




    Heutige Ansicht:



    Foto von mir, vom 24. 11 2013

  • Das Gebäude am Neustädtischen Kirchplatz ist fertig, erste Mieter sind eingezogen. Ich bin gespannt, wann die ersten Sichtblenden an den bodentiefen Fenstern angebracht werden, einen Paravant habe ich schon an der Schadowstraße gesehen.


    Seht aber selbst welch' Kontrast zu 1887 mit dem Predigerhaus, Mittelstraße 28:









    und noch von der Schadowstraße gesehen:










    und an der Mittelstraße:


  • ich würde mich da sehr unwohl fühlen, so beobachtet...

    In der Architektur muß sich ausdrücken, was eine Stadt zu sagen hat.
    Eine Stadt muss ihren Bürgern gefallen, nicht den Architekten

  • Big Brother in reality :D
    Fehlt nur noch, daß sich Leute mit Klappstühlen und ner Tüte Popcorn gegenüber vom Haus auf den Bürgersteig setzen

  • Hier wird ein Altbau derzeit vermarktet. Von außen völlig entstuckt bis auf der Eingangsbereich. Das Treppenhaus dafür noch relativ imposant wie hier zu sehen.


    Hat jemand zufällig Bilder vom Vorkriegszustand der Außenfassade, bzw. des Straßenzuges ansich?

  • Hier wird ein Altbau derzeit vermarktet. Von außen völlig entstuckt bis auf der Eingangsbereich. Das Treppenhaus dafür noch relativ imposant wie hier zu sehen.


    Hat jemand zufällig Bilder vom Vorkriegszustand der Außenfassade, bzw. des Straßenzuges ansich?


    Traurig, dass man mit dem prächtigen, alten Inneren wirbt, das traurige Äußere aber geflissentlich verschweigt und man sich ganz sicher nicht die Mühe machen wird wieder Stuck anzubringen. :kopfwand:

  • Charlottenburg, Luisenplatz N°1, 'Hotel und Restaurant Schloßpark' mit Biergarten.


    1935:


    1955:




    1956:

    Bildquelle jeweils: http://www.bildindex.de


    2010 (und bis heute):

    Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Fridolin freudenfett (Peter Kuley)', CC BY-SA 3.0 unportiert

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Charlottenburg, Luisenplatz N°1, 'Hotel und Restaurant Schloßpark' mit Biergarten.



    Na da ist doch über die Jahre eine kontinuierliche Verbesserung zu verzeichnen.


    (Entschuldigung für den Sarkasmus, aber wenn ich solche Gegenüberstellungen sehe, vergeht mir die Lust am Interesse für das Stadtbild - was natürlich nicht heißen soll, das es solche Gegenüberstellungen weiter geben sollte.)

  • Es ist natürlich nicht so malerisch, wie einst, aber durchaus ansehnlich. Um die Ecke gibt es weitaus schlimmeres. Ich denke eher, die Straßensituation bedarf einer Überarbeitung.

  • Dorotheenstraße N°29 (heute N°84), als Markthalle IV erbaut, später Postscheckamt, um 1890.




    Undatierte Aufnahme, wohl aus den 50ern oder 60ern:
    http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/33004175


    Ab 1997 wurde das Gebäude als Teil des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung umgebaut.


    Ein überraschend aufgefundener Katalog der Firma Ernst March mit Fotografien der Terrakottaplatten und Formsteine sowie historisches Bildmaterial erlaubte die Rekonstruktion der Fassade an der Dorotheenstraße in der ursprünglichen, von Blankenstein entworfenen Gestalt. Nur die Jahreszahlen im zweiten Obergeschoss wurden verändert − mit 1886 dem Jahr der Eröffnung der Markthalle, 1917 dem Jahr der Eröffnung des Postscheckamtes und 1999 dem Jahr der Generalsanierung nennen sie die prägenden Eckdaten in der Geschichte des Gebäudekomplexes.

    Heutzutage:

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Hier noch ein paar interessante Vergleiche von ehemals sehr schönen Ecken:


    Ecke Friedrichstraße / Leipziger Straße:


    einst:


    und jetzt:



    Ecke Friedrichstraße / Kochstraße:
    einst der unvergleichliche Friedrichshof:


    und jetzt:


    Kaiser Wilhelmstraße
    einst:


    1946:


    und jetzt:


    Kaiser Wilhelmstraße Richtung Dom
    einst:


    und jetzt:


    Häuserblock in der Kaiser Wilhelmstraße
    einst:

  • vielen Dank für die interessanten Vergleiche Kaiser Karl! Die Bilder von heute sagen ja schon alles über unsere Wegwerfgesellschaft: alles austauschbare billigste “Gebäude“ aus der DDR und natürlich später! Schade dass Berlin nicht die Chance genutzt hat mit dem Bürgerdialog “alte Mitte neue Liebe“ man hätte soviel zu tun bei der Stadtreparatur des alten Zentrums, aber wahrscheinlich bleibt alles beim Alten ! Aber was erwartet man schon von einer gewissen Lüscher :kopfwand:

  • Ja, da kann ich Forumsmitglied "Klassiker" nur recht geben. Im Vergleich zu den alten Bildern wirkt das heutige Berlin einfach nur abstoßend...

  • ...oder wie gestern im Himmel und heute in der Hölle.


    Innerhalb von wenigen Jahrzehnten verfaulte unsere Kulturgemeinschaft.

    „Dekoration ist der wichtigste Teil der Architektur“ (Sir William Scott)

  • Diese Serie könnte man für Berlin noch "unendlich" fortsetzen. Hier noch einige Beispiele, die vielleicht hier auch schon früher präsentiert wurde:



    Friedrichstr 209_Ecke Kochstr 64_Hotel-Pariser-Hof_Inh-Otto Keil_1909:



    2010:







    Friedrichstr 59-60_Equitablehaus_erbaut 1888-90 von Carl Schäfer_BfAuK_1891:




    2010:






    Friedrichstr 180_Ecke Taubenstr_Tucherbräu, Block von Norden gesehen:



    Block von Süden gesehen, 2010:





    Friedrichstr 176-179_Ecke Taubenstr_um 1890:



    Friedrichstr 176_Ecke Jägerstr_Kaiserkeller:





    2010:




    Friedrichstr 78 _Ecke Französische Str 21_1885-86:





    2010:



    Friedrichstr 79_Ecke Französische Straße_Faberhaus_von Hans Grisebach:




    2010:





    Friedrichstr 82A Ecke Behrenstr_1904:



    2010:






    Friedrichstr 84_Ecke Rosmarinstr_Münchner Augustinerbräu in Berlin_erbaut von Kayser & v. Groszheim_aus BAW November_1899:



    2010:





    Friedrichstraße_Ecke Behrenstraße_Kaisergalerie_um 1870:




    2010:






    Friedrichstraße_Ecke Unter den Linden_Nordseite:






    2011:




    Friedrichstraßw 104, Komische Oper und Weidendammer Brücke:




    2007:





    Friedrichstr_Weidendammer Bruecke_1897:



    2011:







    Weidendammer Brücke_Max Missmann_1905:



    2014:






    Friedrichstr 107_Blick von der Karlstraße_Kaserne_erbaut 1764 von Jan Boumann_1934:



    1882:




    2015:








    Friedrichstr 108-116_F A Schwartz_um 1885:



    Friedrichstr 108_1914:



    2010:







    Alle Neuzeitbilder von mir

  • Herr Alexander Darda hat sich die Mühe gemacht, ein interessantes Internetprojekt mit der kartografischen Verortung historischer Haus- und Stadtansichten von Berlin in die Welt zu setzen.


    Dazu wurden großformatige, historische Stadtpläne mit entsprechenden fotografischen Ansichten aus in etwa dieser Zeit verknüpft. Die gewählten Zeitpunkte sind die Jahre <1914, 1945+ und ~1967.

    Die bisherige Dichte der Abbildungen ist bislang noch ziemlich gering, aber das Projekt ist im Aufbau und in ständiger Erweiterung befindlich. Sicherlich ist der Betreiber der Seite froh über jeden ergänzenden Hinweis und jedes weitere Foto, welches die Lücken schließen hilft


    Zeitreisen Berlin - Drei virtuelle Zeitreisen in die Vergangenheit Berlins

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)