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Köln

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    • Ich fand bei meinem Besuch anlässlich einer Tagung Köln überhaupt nicht schön. Diese Stadt ist geprägt von einer Nachkriegsarchitektur der schlimmsten Sorte. Da fand ich Düsseldorf viel schöner. Die haben sich wenigstens beim Wiederaufbau mehr angestrengt!
      Der Tiefpunkt der Baukultur wurde in den 60er und 70er Jahren des 20sten Jahrhunderts erreicht...
    • "memet" wrote:

      Da fand ich Düsseldorf viel schöner. Die haben sich wenigstens beim Wiederaufbau mehr angestrengt!


      Ich glaube, bei Städte schenken sich nicht viel. Düsseldorf hat nur den Vorteil gehabt, dass die Altstadt nicht die Innenstadt war und eher die Innenstadt im Krieg ausradiert wurde. Außerdem waren großte Teile Düsseldorfs damals moderner bebaut als in Köln (viele Gebäude der Gründerzeit bis 30er-Jahre, die den Krieg besser überstanden haben).
      Insgesamt haben aber beide Städte einen ähnlichen Umgang mit der Altbausubstanz gepflegt. Düsseldorf hat z.B. in der Nachkriegszeit die Oper zum Teil abgerissen und neu bebaut, dass das Gebäude aus dem 19. Jh ist sieht man m.M. nach nirgendwo mehr.
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Köln ist eigentlich zweimal zerstört worden, im Krieg und durch die Stadtplanung danach. Die Zerstörungen des Krieges waren massiv, aber es wurden danach leider auch - wie hier schon besprochen - einige Gebäude abgerissen, die gut bis sehr gut erhalten waren:

      - wie gesagt der HBF z.B., kaum getroffen, stand noch bis 1954...
      - die alte Oper: ausgebrannt, aber komplette Fassade stand noch. Auch erst Jahre nach dem Krieg abgerissen
      - die Rückfront des Rathauses zum Alter Markt. Die filigrane Fassade war zwar wirklich das Einzige auf dieser Seite, aber sie stand...
      - die kompletten Außenmauern des alten Wallraf-Richartz-Museums usw.

      Die ersten beiden Punkte sind am bedauerlichsten - beide Gebäude haben den Krieg verhältnismäßig gut überstanden. Leider gibt es in dieser Stadt keine Rekonstruktionslobby, wie in Berlin, Hamburg, Dresden usw. Aber um ein weit verbreitetetes Vorurteil zu entkräften... Köln hat sicher misslungene, aber auch wunderschöne Ecken, die eben nur nicht immer im typischen Touri-Programm auftauchen:

      - Rheinfront südlich des Heumarkts, mit gänzlich unbekannten Häusern 17.-19. Jhdt.
      - Belgisches Viertel: riesiger Altbaubestand, viele Grünflächen
      - Agnesviertel, siehe oben
      - Kunibertsviertel, siehe oben
      - Ehrenstrasse: aufregender Mix aus Alt und Neu, Millieu und Hochglanz
      - Stollwerck-Gelände in der Südstadt, und die kleinen Strassen drumherum. Viele Altbauten, gepflegt, urkölsch
      - Rheinauhafen, wenn er denn bald (1-2 Jahre) fertig ist: großartiger Mix aus sanfter Rekonstruktion und Erhaltung, sowie grandioser, neuer Architektur.

      And the List goes on. Ich habe sicherlich auch viele, dringende Wünsche zur Umgestaltung der Innnenstadt direkt um den Dom, aber man sollte in Köln auch den unbekannteren Ecken eine Chance geben. Diese Stadt wirkt oft auch gerade durch den Archi-Mix, und speziell durch ihre Atmosphäre.
    • "Lunke" wrote:

      ...Aber um ein weit verbreitetetes Vorurteil zu entkräften... Köln hat sicher misslungene, aber auch wunderschöne Ecken, die eben nur nicht immer im typischen Touri-Programm auftauchen....


      Interessant. Ich kenne diese Ecken von Köln auch nicht. Hast du oder irgendjemand anderes vielleicht Photos von diesen Gebieten für uns?
    • "Booni" wrote:

      Hab noch ein mittlerweile historisches Foto vom ehemaligen Bahncasino in der Trankgasse (rechts im Bild) gefunden... wurde irgendwann um 2000 herum abgerissen für den Busparkplatz am Musical Dome...


      Quelle: http://www.cityalbum.de">www.cityalbum.de


      Das Bahncasino wurde nicht 2000 sondern erst im Januar 2004 abgerissen. Das Gebäude musste der Baulogisitik des geplanten und jetzt durchgeführten U-Bahn-Baus Platz machen. Man entschied sich seinerzeit dieses Gebäude abzubrechen, obwohl das nebenenstehende "Musical-Dome" (besthehend aus aufgetürmten Baucontainern und einem blauen Zeltdach) nur von vorübergehender Natur ist.

      So leichtsinnig geht man in Köln mit seiner noch vorhandenen alten Bausubstanz um.

      Dieses Bild enstand am 25.01.04, unmittelbar vor Beginn der Abrissarbeiten. Das Gebäude ist zu diesem Zweck bereits eingezäunt.
    • Wieder eine der wenige schöne Bauten pleitte

      Mit der Abriss dieses Gebäude hat Köln wieder eine der ganz wenige verbliebene historische Bauten in der Altstadt verschwinden lassen.
      Einige Jahre nach der Abriss des Hauptpostgebäudes.
      Ich denke das in der ganze Altstadt (eine der grösste von ganz Deutschland) nicht mehr dann 2 dutzend historische Gebäuden übrig sind oder....

      schade und nochmals schade, weil die generation der Nachkriegsarchitekten nur Gebäuden entwerfen und bauen die keine Details und Schmuck auf zeignen und immer eine sächliche uniforme langweilige Giebel besitzen mit viel Glas, Stahl oder Beton. Dazu kommt auch fast immer ein langweiliges uninteressantes Flaches Dach der keine atemberaubende Blickfanger ist !!!
    • Naja, so schlimm ist die Kölner Altstadt auch nicht... aber es stimmt schon, prozentual ist da wirklich nicht mehr so viel von übrig.
      Das Gebäude in der Trankgasse war ein schöner Blickfang neben der Bahntrasse, die Gegend wirkt jetzt viel zu kahl. Vielleicht könnte man sich mal für eine Rekonstruktion dieser prachtvollen Fassade stark machen.
      Insgesamt könnte man in Köln schon mit Teilrekonstruktionen eine Menge gewinnen, man muss nur mal auf Suche gehen... die Altstadt besitz noch eine ganze Menge - verstümmelter - historischer Bauten wie z.B. das Stollwerckhaus(Stollwerckpassage, das gründerzeitliche Stadthaus, das alte Gericht, entliche Gebäude mit 60er-Jahre-Fassade am Ring und woanders...

      ... aber ich glaube, in Köln gibt es auch kaum Rekonstruktionsbewegungen...
      Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
      Karl Kraus (1874-1936)
    • Rekonstruktionsbewegungen in Deutschland?

      @ Booni,

      Meiner meinung nach gibt es ganz wenige Versuchen zu Rekonstruktion in Deutschland.
      Es gibt unzählige Kirchturmen ohne ursprüngliche Spitzen. Fur Rekonstruktionen dieser Spitzen wird schon Jahren Geld gesammelt, aber zur Wiederaufbau: fast nichts. In Nürnberg geht es sehr langsam besser aber grossen Teilen der Altstadt sehen noch immer "glatt" oder "kahl" aus. Auch in Potsdam und Berlin Mitte scheitern die Versuchen zur Wiederaufbau sehr schöne Gebäuden wie die beide Stadtschlösser.

      Wenn man die Bilder des einstige Deutschland ansieht und das mit das heutige Bild vergleicht, der bekommt sofort Herz-schmerzen. Alles war früher viel mehr auf einander angepasst. Stimmige romantische Bauten. Heute: Blöckige unharmonische Bauten fast überall wo das Auge hinschaut. Eine reine Bunkerlandschaft.

      Es bleibt ein Traum/ Illusion das schöne abgerissen reizvolle Gebäuden von Einst zurückkehren. Es gibt kein Interessengruppe oder Geld. Die Bauherren machen nur mit um Profit zu machen, für schöne Reko's besteht kein Apetit.

      Nur wenn zehntausende Bürger (wie in Dresden) ein Volksbegehren unterschreiben kann etwas zu stande kommen. Aber es ist sehr schwierig um soviel Menschen zu organisieren.

      Wie sehr auch millionen Bürger schimpfen auf "ungemütliche Atmosphere", "kahle Landschaften, Schluchten zwischen Häuser"; "öde Plätze". Davon gibt es leider genug unzählige Beispielen. Nur einige reizvolle stimmige Gebäuden reichen schon um hier wieder etwas lebbares zu schaffen. Leider geschieht das selten.

      Architekten schöpfen für sich selbst nicht für die Bürger!!!
      Es muss erst zur Kulturumschlag kommen: eine Revolution gegen die Verbunkerte-gesellschaft, oder zurück zur Romantik!!!!!!!
    • an uaoj36:

      Ich wollte Dir nur mal meine Achtung aussprechen dafür, wie Du Dich hier immer wieder mit Elan zu den selben Themen äußerst, was nicht imer auf genügend Resonanz stößt. Und dass wo Du (anscheinend) Holländer bist, da finde ich diese Identifikation mit deutscher (Bau-)kultur doch sehr beachtlich und respekteinflößend!


      Gruß,


      Zombile
    • Aus Wiki...

      "Den Platz dominiert normalerweise das Kolossaldenkmal für Friedrich-Wilhelm III. von Preußen von Gustav Blaeser, welches jedoch seit vielen Jahren stark restaurierungsbedürftig ist.[2] Wegen des angegriffenen Zustands wurde das Denkmal inzwischen abgebaut. Da die Finanzierung der Restauration noch nicht gesichert ist, bleibt offen, wann das Denkmal an seinen angestammten Platz zurückkehren wird."

      Hoffentlich wird dann auch früher oder später der Sockel wiederhergestellt.
    • Köln - Tradition contra Moderne (Moscheebau)

      In Köln gibt es Streit zwischen einem Vertreter der "Moderne" und der türk. Religionsbehörde, für die er eine Moschee baut. Knackpunkt ist die Innengestaltung, für die die FAZ nur ein Wort übrig hat: Kitsch!

      [...] n Sachen Innengestaltung des Gebetsraumes liegt der Architekt Paul Böhm mit dem Bauherrn, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (Ditib), über Kreuz. Dabei geht es hier um sehr viel mehr als um eine Geschmacksfrage. [...] n Sachen Innengestaltung des Gebetsraumes liegt der Architekt Paul Böhm mit dem Bauherrn, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (Ditib), über Kreuz. Dabei geht es hier um sehr viel mehr als um eine Geschmacksfrage. [...] Während er seine klare, moderne Architektursprache im Inneren fortführen möchte, beabsichtige die Ditib, den Gebetsraum traditionell ausmalen zu lassen und damit einen anderen Architekten zu beauftragen. [...] Auch die Ditib, die sonst Wert darauf legt, mit offenen Karten zu spielen, schweigt: Mehrere Anfragen dieser Zeitung, ihre Position darzulegen, blieben unbeantwortet. [...] Die Grundzüge des Konflikts, der ins Zentrum des Verhältnisses zwischen Architekt und Bauherrn reicht, sind auch so zu ermessen. Neben rechtlichen berührt er ästhetische und weltanschauliche Aspekte: Werden Außen und Innen, Hülle und Kern des Gebäudes dieselbe Sprache sprechen? Einerseits wird der katholische Baumeister Paul Böhm für die Ausgestaltung eines islamischen Gotteshauses nicht ohne einen muslimischen Kollegen auskommen können. Denn er wird nicht allein entscheiden können und wollen, welche Koranverse um die Kuppel geschrieben werden oder welche Kalligraphie die beste ist. [...] Doch muss Paul Böhm darauf insistieren, dass dies in enger Abstimmung mit ihm geschieht und die Ausgestaltung zu seiner Architektur in Beziehung steht. Innen und Außen müssen sich entsprechen, wenn Einheit und Qualität des Baus nicht leiden sollen. [...] Dem Vernehmen nach möchte der Bauherr den türkischen Innenarchitekten Volkan Altinkaya beauftragen. In Deutschland war er schon mehrfach tätig, auch in der großen Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh, die im Spätsommer eröffnet werden soll, malt er die zentrale Kuppel aus. Bestimmend sind dort blattvergoldete Stuckverzierungen sowie graue, türkis- und bordeauxfarbene Ornamente, die zu den „traditionellen“ Bauformen „passen“. [...] Historische Formen und Muster werden, auch in aufwendigen Materialien wie Marmor und Alabaster, schwülstig überboten und trivialisiert: Kitsch. Diese Innenarchitektur, die Vergangenes nur kopiert, ist mit der gemäßigt modernen Formensprache Paul Böhms unvereinbar. [...] Sollte die Ditib darüber hinwegsehen und eine Moschee haben wollen, deren Innenleben nichts (mehr) mit ihrem Außenleben zu tun hat, würde sie damit auch Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit wecken. Denn ein solcher Zwitter stünde im Widerspruch zu ihren erklärten Zielen, die Integration und den interreligiösen Dialog zu fördern. Mit der Offenheit des Ortes, die mit den schalenartigen, zur stilisierten Weltkugel geformten Teilen der freistehenden Kuppel nach außen bekundet wird, wäre es im Innern vorbei. Dort will sich, so die Grundaussage des Gebetsraumes, die Gemeinde wie zu Hause fühlen. Dass sie Wurzeln in einer fremden Umgebung geschlagen hat und sich dieser Nachbarschaft gegenüber kommunikativ verhalten will, würde nicht vermittelt.

      Die Generation der türkischen Migranten, die hier aufgewachsen ist und Deutschland als ihre Heimat ansieht, brächte damit nicht ihr eigenes, sondern ein von den Vätern oktroyiertes Selbstverständnis zum Ausdruck. Der Bau wäre geteilt, seine Botschaft auch, und die einladende Geste der Architektur verkäme zur Attitüde: Der Außenstehende soll die Moschee gut finden, aber drinnen bleibt man lieber unter sich. Die Moschee würde zur Mogelpackung, zum Trojanischen Pferd. Der Architekt muss wissen, wofür er sich hergibt.


      http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EAD64EDAAD84740BAB5C57A473D5E90A5~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell\r
      www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE6496 ... ss_aktuell
      Wenn du ein Haus baust, denke an die Stadt (Luigi Snozzi)
    • Wenn so die kulturelle Auseinandersetzung geführt wird, dann ist der Grund der muslimischen Unansprechbarkeit ggü. westlichen Vorstellungen klar wie Kristall. Weshalb sollte ein Moslem eigene Bau- und Kunsttraditionen aufgeben wollen - für Gebetsräume, die wie ein Hochsicherheitstrakt daherkommen und Schrottgebilde als Ornamentersatz ?

      Es muß ihm sogar wie eine Art Falle vorkommen, wenn man bedenkt, was die deutschen Betonkirchen für missionarische Wunder bewirkt haben.
      Nein, die werden gedünstet
    • Das ist ja wieder so typisch für die Architektengilde. Da will man dem Auftraggeber und BauHERRN sogar noch den Innenausbau und die Gestaltung vorschreiben. Geht´s noch?

      Und der Journalist, dieser Andreas Rossmann, hat mit Sicherheit auch keine Ahnung von fremden Religionen. Gerade die Moslems sind ja, wenn es um ihre Religion geht, super empfindlich und intolerant. Die werden sich in dieser Frage wohl nichts sagen lassen. Die Bezeichnung "Kitsch" grenzt schon an Beleidigung.