Köln - Innenstadt

  • Eine ältere Meldung zur historischen Kölner Oper, die in der Nachkriegszeit abgerissen wurde. Es existieren wohl noch 35 der eigens für das Foyer angefertigten, großformatigen Gemälde, die im Kölner Stadtmuseum eingelagert sind. Für Einrahmungen oder Ausstellungen der Gemälde fehlt wahrscheinlich das Geld - schade.

    https://www.ksta.de/koeln/der-…tbau-sote-22702118-seite2

  • Ich verstehe die im Artikel genannte Zahl von 70.000 Euro für Restaurierung und Einrahmung nicht. Ist das die Summe für alle Bilder? Dann wäre es ein lächerlicher Betrag von 2000 Euro pro Bild. Oder ist das der Preis pro Bild? Dann wären wir bei einer Gesamtsumme von ca. 2,4 Millionen Euro.


    Der Kölner Stadthaushalt umfasst Ein- und Ausgaben von ca. 5 Milliarden Euro:

    "Im Jahr 2019 stehen den Aufwendungen von rund 4,874 Milliarden Euro lediglich Erträge von rund 4,739 Milliarden Euro gegenüber. Hierdurch ergibt sich ein Fehlbetrag von rund 135 Millionen Euro." (https://www.stadt-koeln.de/pol…milliarden-etat-fuer-2019) Auch 2,4 Millionen Euro sind angesichts der Bedeutung der Kunst von Sascha Schneider nicht viel Geld. Vielleicht könnte auch eine Kooperation mit der Stadt und dem Karl-May-Museum Radebeul eingegangen werden. Also, es ist dringend geboten, eine diesbezügliche parlamentarische Initiative zu starten.

  • Das Radebeuler Karl May Museum ist vielleicht - mit seinen derzeitigen Personal-Querelen und eigenen Finanznöten - nicht ganz der richtige Ansprechpartner.

    Aber die SKD - insbesondere das Albertinum - könnten ggf. ein geeigneter Ort für eine Kollaboration sein.
    Und da Herr Schneider zu einer sexuell unterdrückten Minderheit gehörte, gibt´s da ja vielleicht auch aus irgend einem "Weltoffenheits-Toleranz-Topf" ein paar Fördermittel. Mit etwas Phantasie sollt da doch Unterstützung machbar sein?


    SKD | Online Collection

    SKD | Online Collection

    SKD | Online Collection


    Schneiders Skulpturen sind ja auch in Sammlungen recht weit verbreitet.

    SKD | Online Collection

    SKD | Online Collection


    Sein Sonnenanbeter von Schloss Eckberg gefällt mir wegen seines Standortes besonders gut.

    https://de.m.wikipedia.org/wik…Eckberg-Sonnenanbeter.jpg

  • Die Stadt Köln hat eine Mitmachseite eingerichtet, wo die „Visionen“ der Stadt bewertet werden (z.B. kurze, zeitlich begrenzte Umfrage unter „Zukunftsvision“, auch für Touristen und Durchreisende :biggrin:), Bebauungspläne eingesehen werden oder „Probleme im Stadtbild“ (es ist aber wohl eher wilder Müll gemeint, als Fassadengestaltung ) benannt werden können.


    www.meinungfuer.koeln (Quelle: Stadt Köln, online)


    Das „historische Köln“ nimmt hier in der Darstellung der Stadtverwaltung traditionell leider keinen Platz ein, wie ich finde. Dabei gibt es hier einige Fragestellungen dazu (Stichworte z.B. Gasmotorenfabrik, Raum13).

  • Das Hotel daneben, ein entstelltes Gründerzeithaus?


    Das Hotel könnte tatsächlich noch Reste des Vorkriegsbaus enthalten. Auf "bildindex.de" habe ich das folgende Foto aus dem Jahre 1958 entdeckt:


    Unter Taschenmacher 15-17


    Neben dem bereits wieder aufgebauten Haus Saaleck ist ganz rechts im Bild deutlich zu erkennen, dass zumindest Teile des Vorgängerbaus des heutigen Hotels erhalten waren. Schön wäre es, wenn man solchen Gebäuden ihr ursprüngliches Gesicht zurückgeben würde. In Köln werden wir das wohl leider nicht erleben. ;(

  • Noch eine Ergänzung: Die Vorkriegsmauer auf dem zuletzt verlinkten Bild gehört zu dem schmalen Gründerzeitgebäude auf dem folgenden Foto von 1961:


    Unter Taschenmacher 15-17


    Vielleicht habe ich mich geirrt und das schöne Gebäude wurde doch abgerissen...

  • Ohne den Krieg würde es in Köln wohl kaum anders aussehen.

    Diese Aussage scheint mir schlicht weg unsinnig zu sein. Bis zu den Zerstörungen des Krieges waren in Köln noch eine Vielzahl historischer Bürgerhäuser vorhanden, die wie in anderen Städte auch, nicht abgerissen worden wären (von Ausnahmen vielleicht abgesehen). Gleiches gilt für Gründerzeitliche Bebauung, die, wie in anderen deutschen Städten auch, zumindest überwiegend erhalten worden wäre.

  • Bitte verzeiht mir, liebe Kölner, aber ich glaube für das Stadtbild Kölns besteht keinerlei Hoffnung mehr.


    Keine Großstadt in Deutschland ist mir bekannt, die so unglaublich verunstaltet ist.


    Ich glaube, die Anziehungskraft der Stadt liegt hauptsächlich darin begründet, dass die Kölner liebenswerte, lockere und unheimlich originelle Menschen sind, und die Stadt dadurch eine ganz besondere Atmosphäre hat. Aber architektonisch ist alles zu spät.


    Ich habe vor einem Vierteljahr eine E-Mail an die Stadt Köln geschrieben und mir den Frust von der Seele geschrieben, dass ich -als Tourist- feststellen musste, dass man sich nicht einmal im Umfeld des Domes, einem der großartigsten und beeindruckenden Bauwerke der Menschheit, die Mühe gemacht hat dieser Kirche einen würdigen Rahmen zu geben.


    Zu meinem Erstaunen kam eine (freundliche ) Antwort.


    Einen kleinen Absatz daraus möchte ich zitieren:

    "Sicherlich würden Ihnen viele zustimmen, dass das bauliche Umfeld des Doms durchaus heterogen ist. Gerade die Nachkriegsarchitektur wird von vielen Menschen kritisch gesehen, auch wenn sie durchaus eine hohe baukulturelle Bedeutung hat und von großer architektonischer Qualität ist."


    Das ist zwar recht eloquent formuliert, aber zeigt einfach wie gegensätzlich die Meinungen moderner Stadtplaner und Architekten zu uns bei Stadtbild sind.


    München, wo ich lebe, wäre auch nicht das, was es ist, wenn man nicht ausgerechnet in den Jahren großer Not, recht kurz nach dem Krieg im Zentrum viele Gebäude rekonstruiert hätte. Heute ist es in München so gut wie undenkbar, dass irgendetwas rekonstruiert wird.

  • Der FC Bayern hat doch vor Kurzem an der Weinstraße mit der Erlebniswelt in Gebäude errichtet, das am gründerzeitlichen Zustand anknüpft.

  • Bergischer


    Das Gebäude des FC Bayern wurde hier bei Stadtbild ja recht kontrovers diskutiert.


    Man muss eventuell davon ausgehen, dass der FC Bayern nur dank seines hohen Ansehens in München, die in Sgraffito-Technik gestaltete Fassade genehmigt bekommen hat. Ich könnte zwar daneben liegen, aber ich glaube, dass kein anderer Investor den Zuschlag des Baureferats für ein derart ausgefallenes Gebäude erhalten hätte.


    Mir persönlich gefällt das Gebäude ganz gut, wobei ich mir gerne Sprossenfenster gewünscht hätte. In Anbetracht dessen, was sonst in München seit Jahrzehnten gebaut wird ist dieses Haus geradezu eine Offenbarung. Ein sich eher an der übrigen Altstadtbebauung orientierender Bau hätte mir persönlich natürlich besser gefallen.


    Das einzige größere Gebäude, das in den letzten Jahren errichtet wurde und in meinen Augen optisch wirklich ansprechend ist ist das Don Bosco Haus im Stadtbezirk Au-Haidhausen.


    https://www.heinze.de/architekturobjekt/zoom/12762247/

  • Vielleicht habe ich mich geirrt und das schöne Gebäude wurde doch abgerissen...

    Das Gebäude wurde abgerissen. Man sieht, dass das weiße Gebäude rechts daneben heute eine Fensterachse mehr hat. Einer von zahlreichen Nachkriegsabrissen völlig intakter Vorkriegsbebauung...

    Bitte verzeiht mir, liebe Kölner, aber ich glaube für das Stadtbild Kölns besteht keinerlei Hoffnung mehr.


    Keine Großstadt in Deutschland ist mir bekannt, die so unglaublich verunstaltet ist.


    Ich glaube, die Anziehungskraft der Stadt liegt hauptsächlich darin begründet, dass die Kölner liebenswerte, lockere und unheimlich originelle Menschen sind, und die Stadt dadurch eine ganz besondere Atmosphäre hat. Aber architektonisch ist alles zu spät.

    Wieso sollte keinerlei Hoffnung bestehen? Wenn wir nächstes Jahr anfangen würden, nach vernünftigen Prinzipien zu bauen, dann würde es ab nächstem Jahr besser werden. Irgendwann ist immer der Punkt erreicht, ob in Dresden mit der Frauenkirche oder im Frankfurt mit der Ostzeile am Römerberg. Und wenn eine Stadt zu 100% zerstört und verunstaltet ist, man kann jederzeit anfangen, wieder schön zu bauen, wenn man nur möchte. Um darauf hinzuwirken, dafür sind wir ja da.


    Was ist eigentlich aus dem Neubauprojekt am Quatermarkt geworden?

    Ich habe bis jetzt noch nichts Neues gehört.