Köln - Innenstadt

  • Die Kölner könnten ja einen aktiven Verein gründen, wie es in Dresden geschehen ist. Es lohnt sich! In Dresden stehen heute wieder originale barocke Bauten an der Elbe. In Köln könnten schöne römische Bauten wieder erstehen. Damit sollte man auch die liberale Einwohnerschaft begeistern können.

  • Ein Kommentar, ich meine von Solinger mit der Kernaussage Köln sei hässlich oder die hässlichste Großstadt Deutschlands, wurde mittlerweile entfernt.

    Der Beitrag von Solinger wurde im inhaltlichen Kontext in den neuen Strang zur Riehler Straße verschoben.


    Kann mir einer erklären, wie es sein kann, dass ich eine Ewigkeit einen Rundgang mit allen Anmerkungen mache und plötzlich alles weg ist; bevor ich es abgeschickt habe?

    Böse Absicht von irgendjemandem steckt sicher nicht dahinter. Es ist mir auch schon mal passiert. Vermutlich dann ein Problem in der Systemstabilität (sage ich jetzt mal als Laie). Ich empfehle, einzelne Posts nicht allzu sehr ausufern zu lassen, sondern die Inhalte ggf über mehrere Posts zu verteilen. Das führt auch zu kürzeren Seitenladezeiten bei den Themenbesuchern.

    Eingestellte Bilder sind, falls nicht anders angegeben, von mir

  • Wassermann: Ja, das Agnesviertel und der Bereich um den Eigelstein sind durchaus ansehnlich, genauso wie die Südstadt oder das Belgische Viertel, die ja auch alle zum Bezirk "Innenstadt" gehören. Man muss nur bedenken, dass sie alle außerhalb oder nahe der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer liegen, und das Gebiet innerhalb dieser Stadtmauer ist für eine mittelalterliche Stadt schon riesig. Man muss vom Bahnhof aus schon viele Minuten geradeaus in eine Richtung laufen, um dort anzukommen und die meisten Touristen bleiben natürlich im Zentrum in Domnähe.


    Nun zu der Bewertung der eigentlichen Innenstadt: Ich denke, in Köln zeigt sich sehr anschaulich, dass eine Stadt eben mehr ist, als eine Ansammlung von Sehenswürdigkeiten mit "irgendwas dazwischen". Sehenswürdigkeiten sind wichtig und die Fixpunkte einer Stadt, aber wenn sie verloren in einem Meer von Hässlichkeit herumstehen, können sie noch so großartig sein, den Eindruck der Stadt als ganzes bestimmen sie ja doch nur zu einem kleinen Teil.

    Das ist auch die Crux an der geplanten "Via Culturalis". Ja, mit dem Dom, dem Römisch-Germanischem-Museum, dem historischen Rathaus, dem im Bau befindlichen jüdischem Museum, dem Gürzenich, dem Wallraf-Richartz-Museum und Maria im Capitol hat man entlang einer kurzen Route durch die Stadt eine Ansammlung einmaliger und bedeutender historischer Bauten und eine ganze Reihe erstklassiger Museen.

    Das Problem ist nur, dass auf der gesamten Strecke abgesehen von den aufgezählten historischen Bauten nur eine handvoll Vorkriegsgebäude stehen (eines davon ist auch noch ein Duftmuseum). Das bedeutet, man kann zwar die Einzelgebäude bewundern, aber schon die Museen (außer dem Duftmuseum) verschandeln mit ihrem scheußlichen Äußeren die Umgebung, der Rest ist banale Nachkriegshässlichkeit, gekrönt von der riesigen Ost-West-Achse, die man queren muss, um am Ende der Route zu Maria im Kapitol zu gelangen.


    Historische Sehenswürdigkeiten: Dunklegrün

    sonstige Vorkriegsarchitektur: Hellgrün

    Museen: Lila


    Da kann sich die Stadt noch so sehr irgendwelche Straßenbelags-Konzepte überlegen, solange die große Mehrzahl der Gebäude nicht ein bisschen gestalterischen Anspruch besitzen, bleibt es ein unattraktiver Stadtraum, der lediglich als Wegstrecke dient, um zur nächsten Sehenswürdigkeit zu gelangen.

    Mit dem geplanten Laurenz Carré hätte es ja die Möglichkeit zur signifikanten Aufwertung wenigstens des Anfangs dieser Strecke gegeben, aber wenn die Stadt Modernisten-hörig bleibt, verstreichen solche Gelegenheiten natürlich ungenutzt.

  • "Nein, Frankfurt/Main ist gewiss nicht meine Favoritin unter den Großstädten Deutschlands (das wären Dresden/Leipzig/München/Hamburg) aber ich würde sie doch auf jeden Fall Köln vorziehen.


    In Köln scheint es (im Gegensatz zu Frankfurt) auch überhaupt kein Bewusstsein über das verlorene städtebauliche Erbe (abseits der restaurierten Kirchen) zu geben. Man fühlt sich wohl, so wie es ist."

    Als Stadtbilder sind die genannten vier auf alle Fälle eindeutig schöner; Bremen und, trotz Bausünden, Nürnberg auch. Aber, wie Heinzer schreibt, war Köln viel schlimmer zerstört als diese sechs. Wenn es um Fassadenerhaltung geht, wäre der Zerstörungsgrad in den Zentren von Leipzig und München als kaum über 40% zu schätzen. Berlin insgesamt war etwa 47% zerstört. Sogar Nürnberg konnte ein einigermassen intaktes Viertel (im Nordwesten) und ein Paar wichtige Ensembles aufweisen (z. B., im Südosten, in Südwesten, und um das Unschlitthaus). In der Kölner Altstadt dagegen, war es 95%, also, gar nicht vergleichbar. Ich möchte es nicht schönreden, aber das sind traurige Tatsachen.


    Über das Kölner Bewusstsein kann ich gar nicht berichten, aber es gibt ein sehr Aufschlussreiches Buch über den Wiederaufbau: Köln damals gestern heute

    von Peter Fuchs, Greven Verlag, 1965, jetzt mit einem Nachwort von Johannes Schilling.

  • Vollkommen richtig.


    Dennoch: Köln ist schöner als viele andere Städte. Dafür sind zu viele schöne Ecken noch da und zu viele Sehenswürdigkeiten da. Die haben andere Städte nicht, selbst manchmal die, die schöner sind. Natürlich nicht die, die beides haben.

  • Es hat lange Tradition in diesem Forum, manche Städte abgrundtief zu verdammen. Ich denke, es liegt daran, daß viele Nutzer hier nach dem Motto urteilen: "Originale Altstadt oder gar nichts!"

    Zu Köln ist, denke ich, folgendes zu beachten: Das Areal der ehemaligen Altstadt war riesengroß (nirgendwo wurden solche Flächen rekonstruiert, auch nicht in Warschau, auch dort steht nur wieder ein - ziemlich insulärer - Bruchteil) und historistisch überformt. Wo wurde Historismus rekonstruiert?

    Ich finde auch, es hätte an einigen Stellen weniger brutal ausfallen können/müssen. Dennoch besitzt Köln noch "Reste", ist zudem sehr urban-lebendig (das scheint vielen hier relativ egal zu sein). Das ist schon mehr, als manche "Großstadt" der BRD zu bieten hat.


    Vergleiche sind immer Geschmackssache. In der BRD gibt es natürlich einige deutlich häßlichere Städte, da muß man von Köln aus nur ein paar Dutzend Kilometer nach Norden/Nordosten schauen.


    Köln hat es nun einmal im Krieg äußerst schwerwiegend erwischt. Daher sind internationale Vergleiche zu anderen Städten mit rund einer Million Einwohnern sehr schwierig. Welche wurden ähnlich zerstört? - Wahrscheinlich manch eine in der Ukraine, aber dieser Vergleich macht nun wirklich keinen Sinn.


    Hier im Thema wurden zwei Städte genannt: Frankfurt und Dresden. Ich mache es kurz: Frankfurt ist für mich insgesamt mit Köln vergleichbar, der wiederaufgebaute Altstadtteil ist perspektivisch und symbolisch sehr wichtig, in der Fläche allerdings winzig.

    Dresden hat den allseits bekannten rekonstruierten Altstadtteil, der seinesgleichen sucht, drumherum wird es furchtbar unurban. Zum Leben zöge ich wahrscheinlich eher Köln vor.

    Nun ja, ein jeder nach seinem Geschmack ...

  • Die Stadt war wirklich vollkommen kaputt, ganz anders als Dresden oder Hamburg oder Stuttgart etwa.
    Deswegen finde ich Vergleiche hier wirklich schwierig.


    Nun, ich meine der innerstädtische Zerstörungsgrad Dresdens war durchaus vergleichbar mit jenem Kölns. Zwar wurden deutlich weniger Angriffe auf Dresden geflogen aber eben kurz vor Kriegsende als die anglo-amerikanischen Bomberflotten eine enorme Kapatizät erreicht hatten und zudem über eine ausgeklügeltes Wissen verfügten, wie am meisten Schaden zu erzeugen war. Darüber hinaus war Dresden ja vollkommen ungeschützt. Die Bilder der abgeräumten, von den Trümmern bereinigten Innenstadt sprechen hier eine deutliche Sprache.


    Auch München wurde verheerend getroffen, zumindest so verheerend, dass kurz nach Kriegsende im Stadtrat diskutiert worden sein soll, die Stadt neu an anderer Stelle wieder aufzubauen.


    Am Ende lag es meist an Einzelpersonen wie der Wiederaufbau in den verschiedenen kriegszerstörten Städten durchgeführt wurde und in München waren das halt Leute, die eher im Sinne dieses Forums agierten.


    Dresden und (das im Verhältnis weniger zerstörte) Leipzig hatten in gewisser Weise das relative "Glück", dass zu DDR-Zeiten kein Bevölkerungswachstum einsetzte, wie es die Städte der Alt-BRD erlebten, dass zudem die Mittel fehlten Altstadt-nahe Quartiere komplett abzureissen und neu zu bebauen. Und dann kam die Wende aus städtebaulicher Sicht gerade noch rechtzeitig.


    1990 gab es für Köln (oder auch Nürnberg) wenig Grund nach Dresden/Leipzig zu sehen, um sich etwas abzukucken.


    Die beiden sächsischen "Metropolen" haben in den letzten 30 Jahren allerdings städtebaulich einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht, obschon zweifellos auch Fehler gemacht wurden.


    Ich würde mir für Köln (und auch für Nürnberg) wünschen, dass dort ein grösseres Bewusstsein um sich greift bez. der einstigen Bedeutung und des enormen Verlustes hinsichtlich des Stadtbildes. Und das daraus abgeleitet bürgerliches Engagement entsteht - (In Nürnberg gibt es ja die Altstadtfreunde) - welches von den Bewohnern getragen/unterstützt wird.

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Vergleiche sind immer Geschmackssache. In der BRD gibt es natürlich einige deutlich häßlichere Städte, da muß man von Köln aus nur ein paar Dutzend Kilometer nach Norden/Nordosten schauen.


    Dresden hat den allseits bekannten rekonstruierten Altstadtteil, der seinesgleichen sucht, drumherum wird es furchtbar unurban. Zum Leben zöge ich wahrscheinlich eher Köln vor. Nun ja, ein jeder nach seinem Geschmack ...


    Städte wie Köln und Nürnberg (ich könnte noch Lübeck und Augsburg hinzufügen), d.h. Städte mit solch einem glorreichen kulturhistorischen und städtebaulichen (!) Erbe, welches vor dem Krieg europaweit geschätzt wurde (eben weil sich dieses Erbe städtebaulich niederschlug) sollten nach meinem Verständnis einen anderen Anspruch an das eigene Stadtbild haben als - bei allem Respekt - Großstädte im Ruhrgebiet oder meintewegen auch als Hannover.


    Ein zu 80% kriegszerstörtes Prag wäre gewiss immer noch schöner anzusehen als Essen aber das kann doch nicht der Anspruch sein ...


    Bez. Dresden vs. Köln: ich mache keinen Hehl daraus, dass ich ein großer Liebhaber der sächsischen Landeshauptstadt bin. Hätte ich alleine die Wahl zwischen diesen beiden Städten meinen Wohnort in Deutschland zu wählen, kann die Antwort nur lauten: Dresden oder Emigration ;)

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • Auch München wurde verheerend getroffen, zumindest so verheerend, dass kurz nach Kriegsende im Stadtrat diskutiert worden sein soll, die Stadt neu an anderer Stelle wieder aufzubauen.

    Das ist eine Wanderlegende. Ich kenne sie etwa von Düren, sie ist mir aber auch sonst des öfteren über den Weg gelaufen. Vielleicht wurde der Gedanke zu Ende des Krieges allgemein geäußert - sehr bald hat er sich aber scheinbar verselbständigt zu einem Synonym für starke Zerstörung.

    Ich würde auf diese Trope in Fachdiskussionen verzichten. Mir ist noch nie ein Beweis geliefert worden, dass diese Überlegungen ernsthaft angestellt wurden. Ich wüsste auch gern, wo man denn München neu errichten wollte - Oberbayern zählt ja nicht gerade zu den dünnbesiedelten Regionen Deutschlands (genausowenig wie das Rheinland um Düren). Kurz - bei näherem Nachdenken merkt man schnell die Unsinnigkeit eines solchen Ansinnens. Es ist nicht glaubhaft, dass solche Ideen ernsthaft verfolgt wurden, ob nun in München oder sonstwo.


    Abgesehen davon hat Dresden sich den Ruf der am stärksten zerstörten Stadt Deutschlands (wahlweise gern auch: Europas, oder gleich: der Welt) unredlich erarbeitet. Er fußt auf NS-Propaganda, wurde durch die SED weiterentwickelt und verselbständigte sich durch Bücher wie Harry Mulischs "Het stenen bruidsbed" (1959) und Kurt Vonneguts "Slaughterhouse Five" (1969) zu einem Topos der Literatur. Unredlich ist dieser Ruf, weil Dresden in keiner Hinsicht am stärksten unter dem Zweiten Weltkrieg gelitten hat. Es kann sehr gut argumentiert werden, dass Köln mit seiner über 2000jährigen Geschichte die wesentlich bedeutendere Stadt ist, dass die Bevölkerung Kölns unter drei Jahren ständiger Bombenangriffe und ständigen Fliegeralarms psychologisch wesentlich mehr gelitten hat als die Dresdner unter sechs Angriffen 1944/45. Insofern ist der Vergleich Kölns mit Dresden auch unangemessen.


    PS: Auch Essen hat einiges zu bieten - man muss es nur finden wollen.

  • Was mittelalterliche Einzelbauten betrifft ist Köln immer noch eine der bedeutenden Städte, wenn nicht sogar die bedeutendste Stadt Europas. Ansonsten wurde die Stadt aber -mal abgesehen vom Martinsviertel- einfach nur schlecht wiederaufgebaut: vor allem die Tunisstraße mit dem WDR-Hochhaus gehört wirklich zu den absoluten Tiefpunkten der Nachkriegs-“Architektur” überhaupt! Schade, dass es sowas Abartiges in einer eigentlich so großartigen Stadt wie Köln immer noch gibt, und das alles leider auch völlig ohne Aussicht auf Verbesserung...

  • Mit Dresden ist es ja eine eigene Sache gewesen. Erstens, blieb ein wichtiges Viertel von der Neustadt (heute als "Barock Viertel" bekannt) erhalten: ein gutes Sechstel des historischen Zentrums. Zweitens, blieb eine weltberühmte Gruppe von Monumentalbauten um die Brühlsche Terrasse als wiederaufbaufähige Ruinenlandschaft erhalten: das Herz und Zentrum der Stadt. Drittens, überlebte die zentrumsnahe Friedrichstadt, mit etlichen Barockhäusern, Marcolinipalast, Yenidze, und (ausgebrannter) Matthäuskirche. Letztens darf man nicht vergessen, daß die zwei schönsten Barockstrassen der Stadt, die Rampische, and die Große Meissener, als wiederaufbaufähige Ruinen eigentlich ERHALTEN waren, und erst nach dem Krieg aufgeräumt wurden!


    Insofern war Dresden gar nicht mit Köln vergleichbar. Was in Dresden tragischerweise endgültig verloren ging, und mit Köln doch vergleichbar ist, war die totalzerstörte innenstädtische gründerzeitliche Bebauung rings um die barocke Altstadt. Hier kann man tatsächlich zwei unterschiedliche Wiederaufbauphilosophien vergleichen: (1) In Dresden, totaler Abriss und darauffolgende Reißbrettplanung; (2) in Köln, Ersetzung der alten Gebäuden mit nüchternen und gesichtslosen Neubauten. Alle beide Versuche sind m. E. mißlungen, aber der Kölner Weg scheint mir der urbanere, großstadtgerechtere zu sein.


    Dresdens Zentrum hatte halt das einmalige Glück, unbebaut zu bleiben, bis die Zeit reif war für eine echte Rekonstruierung. Ich weiss noch, als ich Dresden 1990 zum ersten Mal sah, war das ganze Zentrum ein riesiger Parkplatz....Und nun! So eine Chance kommt nie wieder!

  • Bostonian


    Dass Köln überhaupt wieder aufgebaut worden ist, kann ja als Wunder bezeichnet werden. Es gab wirklich die Überlegung Köln neben seinem ursprünglichen Ort neu aufzubauen, weil so viel Schutt als nicht zu bewältigen galt. Das hat man glücklicherweise nicht gemacht.


    Ich höre oft als Begründung, dass man nach dem Krieg die Stadt wieder schnell aufbauen musste und die Stadt daher nicht so schön ist. Das stimmt zwar, allerdings gibt es von den Bauten, die schnell hochgezogen worden sind praktisch keine mehr. Die wurden alle ersetzt und dann hätte man besser aufbauen können.

    Zudem war die Stadtverwaltung unmittelbar nach Kriegsende überfordert (ob wegen des Klischee des kölschen Chaos oder der schier nicht zu bewältigen Aufgaben, oder beides), versprochene Richtlinien und Bauaufträge wurden nicht erteilt, sodass Kaufleute die Sache selbst in die Hand nahmen, um überleben zu können. Allerdings sind diese Bauten oft ja nicht mehr existent, wie ich es anmerkte.

  • Abgesehen davon hat Dresden sich den Ruf der am stärksten zerstörten Stadt Deutschlands (wahlweise gern auch: Europas, oder gleich: der Welt) unredlich erarbeitet.

    So einen Satz muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen.

  • Das ist eine Wanderlegende. ... Ich würde auf diese Trope in Fachdiskussionen verzichten. Mir ist noch nie ein Beweis geliefert worden, dass diese Überlegungen ernsthaft angestellt wurden. Ich wüsste auch gern, wo man denn München neu errichten wollte - Oberbayern zählt ja nicht gerade zu den dünnbesiedelten Regionen Deutschlands.


    Wenn Sie meinen Herr Potsdamer ...


    Ich schrieb ja davon, dass im Münchner Stadtrat darüber diskutiert werden sein soll. Zum ersten mal hörte ich davon in einer Berichterstattung des BR, die ich vor einigen Jahren sah aber handfeste (alle Zweifel vom Tische wischende) Beweise, habe ich dafür keine ...


    Aber vielleicht ist ja der Internetauftritt der Stadt München als seriöse Quelle aussagekräftig genug?

    Die Vorstellungen reichten von der Idee, abseits von den Ruinen Münchens am Starnberger See eine völlig neue Stadt zu errichten, bis zu Forderungen nach einer möglichst weitgehenden Rekonstruktion


    Eine weitere Quelle:


    Nebenbemerkung: Oberbayern war ausserhalb Münchens 1946 keineswegs, so dicht besiedelt wie heute (z.B. hat Ingolstadt heute mit 138.000 Einwohnern ca. 100.000 Einwohner mehr als 1946) ... aber das sind ja alles Strohmann-Diskussionen, genauso wie:

    Abgesehen davon hat Dresden sich den Ruf der am stärksten zerstörten Stadt Deutschlands (wahlweise gern auch: Europas, oder gleich: der Welt) unredlich erarbeitet.


    Weder ich, noch andere haben hier in diesem Strang geäussert, dass Dresden die am stärksten zerstörte Stadt Deutschlands war. Weshalb also führt du dies hier an und zudem mit dem moralisierendem Adjektiv "unredlich" verknüpft?


    Ich muß gestehen, daß ich ob mancher Einlassungen hier einigermaßen "baff" bin ...

    "Wenn wir die ehemalige Schönheit der Stadt mit der heutigen Gemeinheit verrechnen, kommen wir, so die Bilanz, aufs direkteste in den Schwachsinn." (E.H.)

  • München neu aufbauen? Habe ich noch nie gehört und wunderte mich auch, da der Zerstörungsgrad keinesfalls extrem hoch war. Einzig bzgl. Würzburgs habe ich davon mal gelesen, aber auch dort hat man sich aus nahe liegenden Gründen anders entschieden.


    Ich sehe es auch so, daß das historische Erbe in Köln einen anderen Wiederaufbau verlangt hätte. Allerdings war diese Stadt nun einmal sehr weitgehend zerstört. Und welche Großstadt hat man (in der BRD) größtenteils original wiederaufgebaut? Eine leidige Diskussion, Dresden ist ein Sondefall, der architektonisch im Zengrum sicherlich zu begrüßen ist. Dennoch: Urbaner ist Köln.

  • Köln hat eine sehr menschennahe Stadtstruktur, allerdings steht diese der Architektur nahezu diametral gegenüber. Warum gab und gibt es diesen Hass auf Gebäude der Gründerzeit, während man mittelalterliche Bauten wie Groß St. Martin und den Bayenturm quasi aus der Asche rekonstruiert hat?

  • Zumal München vom Zerstörungsgrad her überhaupt nicht mit dem Kölns zu vergleichen ist, auch der von Dresden nicht, da sollte man sich in einem Forum wie diesem doch nicht an der Legendenbildung noch beteiligen. Es gab in Köln im Prinzip fast kein verschontes Viertel, auch nicht in den gründerzeitlichen Stadterweiterungen, erst einige Villenviertel und wirkliche Außenbezirke sind verschont geblieben. In München und Dresden haben ganze Stadtviertel den Krieg fast unbeschadet überstanden.


    Köln ist definitiv eine attraktive Großstadt geblieben, trotz der tlw. gruseligen Architektur, sehr lebendig und vital. Ich war jedenfalls positiv überrascht vom Flair, das definitiv etwas ganz Besonderes ist.