• Aus ästhetischer Sicht ist das neue Gebäude genau so hässlich wie die bisherige Nachkriegsbebauung


    Im Wuppertal-Strang sieht man wie man es besser machen kann ohne die Pfade der Moderne verlassen zu müssen :lachen: .

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Wobei man schon anmerken muss, dass es sich beim Gerling-Quartier um große Architektur der Nachkriegsepoche handelt. Sie kann also qualitativ gar nicht mit dem hier zu sehenden Billig-Schrott an Bestandsbauten verglichen werden.

  • Da muss ich doch noch mal kurz von vor Ort berichten. :cool:

    Die berechtigte Kritik am Gürzenich-Projekt wird wahrscheinlich bestärkt,
    wenn man sich vor Augen führt, dass auch zwei entstuckte Altbauten geopfert werden,
    einer (mit Erker) ist hier zu sehen (Gürzenichstrasse 24, der andere ist auf der Westseite): Quelle: Streetview, Google
    Da wäre eine schöne Lösung möglich gewesen. :angry:

    Es bestehen aber weitere Chancen:
    In unmittelbarer Domnähe werden "kurz über lang" 5 (!) Neubauten entstehen, zudem wird die Domplatte umgebaut, u.a. die "Betonpilze" abgebrochen.
    Zur Nordseite das direkt gegenüberliegende Gebäude, der Nachfolger des "blauen Zeltes" und die Freifläche "Trankgasse".
    Zur Südseite hin wird wohl das Kurienhaus abgerissen, ebenso das alte Parkhaus ("Hallelujah". Darauf haben wir gewartet, oder?).

    Zum Kurienhaus soll es ein "Montagsgespräch" im Domforum geben. Wer interessiert ist und in der Nähe, bitte auf entsprechender Internetseite (koelnarchitektur) Details entnehmen: Quelle: Koelnarchitektur
    Zum Parkhaus hier ein Link des Kölner Stadtanzeigers, erstellt 22.05.13: KStA

    Da sind die Neubebauungen rund ums Rathaus ("rotes Haus", Anbau WR-Museum) noch nicht enthalten. Die Anzahl der spektakulären Standorte würde ich fast als "historische Chance" bezeichnen. Wer eine Idee hat, wie/wo man für eine attraktive Bebauung intervenieren kann: Her damit! question:) Gruß aus K, Koelle :smile:

    Edited once, last by koelle (June 14, 2013 at 10:41 AM).

  • Es sieht so aus, dass Teile der Christuskirche kurzfristig abgerissen werden sollen. Das würde den Platz, der zum Teil ansprechende historische Bauten besitzt (meiner Meinung nach) negativ verändern. Dazu gibt es auch eine OnlinePetition, alle Einzelheiten bei Interesse bitte dem Link zu den Anbietern entnehmen. Wer nach "Köln" und "Christuskirche" sucht erhält verschiedene Ansichten vom Istzustand und vom Neubau.

    http://www.rettetdiechristuskirche.de/

  • Heute stand im Kölner Stadt Azeiger, dass das Hotel wie die neuen Bauten bewusst ein Flachdach hat, damit die Kriegszerstörungen wiedergespiegelt werden.


    In einer derart unzerstörten und intakten Stadt wie Köln muss man auch jede Gelegenheit nutzen um daran zu erinnern, dass in Deutschland mal ein Luftkrieg stattgefunden hat, nicht dass das jemand vergisst... Jetzt Ironie aus. :gehtsnoch:

    Der deutsche Pfad der Tugend ist immer noch der Dienstweg.

  • Sehr schade, so eine bescheuerte Einstellung...

    Quote

    Zudem will das Hotel aufgrund der aktuellen Sanierungsarbeiten Rohre, Entlüftungen etc. auf dem Dach anbringen!

    Aufgrund der Sanierung, also temporär, was verschmerzbar wäre...oder dauerhaft, was sicherlich vom Dom einen "schönen" Anblick ergibt?

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Schon öfters ging es hier um die Domumgebung und damit auch um das fehlende Dach des Domhotels. Heute stand im Kölner Stadt Anzeiger, dass das Hotel wie die neuen Bauten bewusst ein Flachdach hat, damit die Kriegszerstörungen wiedergespiegelt werden. Ganz große Klasse. :angry:

    Auf diese offensichtlich dumm dreisten Aussagen sollte man nicht wirklich etwas geben. Hier wird nach Gründen gesucht, die einem öffentliche Legitimation dafür verschaffen den Zustand so zu belassen wie er ist. Da klingt es natürlich wunderherrlich wenn man sagt, man habe sich Gedanken über die Geschichte gemacht und so weiter und sofort. Das bringt Tiefgang.
    Die eigentlichen Gründe sind selbstverständlich viel banaler: es rechnet sich nicht.

  • Und das glaube ich nicht mal. Sonst würde ja bei allen sanierten Altbauten einfach auf das Dach verzichtet werden. Durch den Dachausbau würde man zusätzlich Räumlichkeiten gewinnen können, außerdem würde das Haus dadurch massiv aufgewertet werden, also wirklich die Optik eines bundesweit beachteten Grand-Hotels erhalten. Allein schon durch diese Image-Aufwertung und die mit einem Dachausbau verbundene Aufmerksamkeit würde man viel Werbung für sich machen.

    In Frankfurt hat man z.B. vor einigen Jahren die Villa Kennedy zum Luxushotel ausgebaut. Inclusive Dachausbau. Das hätte man nicht gemacht, wenn sich das nicht irgendwie lohnen würde.
    Vorher: Moderationshinweis: Ungültigen Link gelöscht.
    Heute: Moderationshinweis: Ungültigen Link gelöscht.

    Vermutlich braucht es in Köln einfach noch weitere Zeit, um neue Denkerkenntnisse hervorzubringen und den geistigen Mief der 50er Jahre abzuschütteln. Dann sollte die (Teil-)Rekonstruktion des Daches des Dom-Hotels Priorität haben.

    Ach ja, hier der korrekte, funktionierende Link zu den blauen Altstadtlaternen: http://www.ksta.de/innenstadt/alt…6,24024270.html

  • Ich habe eben mitbekommen, dass der 1931 eröffnete UFA-Palast in Köln schon seit 3 Jahren geschlossen ist. Da ich vermute, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, befürchte ich einen Abriss in kommender Zeit. Weiß jemand der Kölner, ob es dort schon neues gibt?

    Hier eine Abbildung des Gebäudes
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ufa_…88958-60%29.jpg
    Zugegeben, es ist keine Schönheit, aber immerhin eins der wenigen verbliebenden Gebäude an den Kölner Ringen und zudem ein historischer großer Kinobau... wäre schön, wenn er in klassischer Nutzung erhalten bleibt.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Ich erinnere mich daran, dort vor einigen Jahren mal mit einer Freundin völlig allein in einer Vorstellung gesessen zu haben. Ein Kino nur für uns, sozusagen. Trotzdem weine ich diesem Bau keine Träne nach. Er ist nichts besonderes, es kann mit einem Neubau eigentlich fast nur eine Verbesserung kommen.

  • Köln hat doch - trotz der oft genannten städtebaulichen Schwächen - das gewisse Etwas! War diese Woche, nach längerer Pause, einen Abend dort und bin eine Weile in der Domumgebung spazieren gegangen. Der mächtige Dom und die Lage am Rhein sind natürlich die entscheidenden Pluspunkte dieser Stadt. Allerdings kann man auch ein besonderes Flair wahrnehmen, das m.M. nach ganz unabhängig von der architektonischen Qualität permanent da ist.

    Man spürt geradezu, dass man hier an einem Uralten, bedeutenden Ort ist. Hätte man städtebaulich in der Vergangenheit etwas mehr auf Attraktivität geachtet, könnte Köln auch europaweit in der ersten Riege der Städtereiseziele mitspielen . . . schade! Nichtsdestotrotz Köln hat was und das kann nicht jede Stadt von sich behaupten  :smile:

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Ja, Koeln war und ist noch, trotz alles, ein wirklich stimmungsvoller Ort. Wie Wuerzburg, einige Verbesserungen in einigen "strategic locations" koennten sehr bedeutsam sein.

  • Hallo zusammen,

    das Programm zum Tag des offenen Denkmals 2014 ist erschienen und abrufbar.
    Wer andere Städte an diesem Tag bevorzugt kann den Tag trotzdem in Erwägung ziehen,
    denn in Köln ist er eine Woche verlegt worden! :wink:
    Es sind einige interessante Aspekte dabei:
    Das Amt für Denkmalschutz präsentiert sich, das Oberlandesgericht ist besichtbar, ebenso wie das historische Stadtarchiv.
    Einzelheiten und Teilnahmebedingungen bitte beim Anbieter entnehmen:

    Das PDF (auch gut zum nur schmökern) findet sich hier: Quelle: Stadt-Koeln

    Und (wo ich gerade hier bin) zwei kleinere Meldungen:

    An der Mannsfelder Strasse im Kölner Süden soll ein ganzer Strassenzug (ca. 20 Hausnummern betroffen) aus den 20ern niedergelegt werden,
    die Anwohner protestieren durch Plakate am Fenster und befürchten einen neuen Wohnriegel.

    Moderationshinweis: Ungültigen Bildverweis gelöscht.

    An der Bonner Strasse ist ein Kran in ein Haus gefallen. Es hat, wie könnte es anders sein, eines der wenigen historischen Gebäude an dieser Ecke getroffen, das nun niedergelegt werden soll. Klein, aber ganz hübsch. Sehr schade.

    bonner76sm5.jpg

    Bilder von mir.

  • Die historische Fassade der alten "Reichsbahndirektion" wird mittlerweile auch wieder mit Innenleben befüllt. Ich konnte leider keine Ansicht finden wie die Fassade auf der Hinterseite später aussehen soll, denn der hintere Teil besitzt keine Originalfassade mehr. Auch die Bilder vom fertigen Gebäude scheinen mit den tatsächlichen Maßen nicht ganz übereinzustimmen, oder ich habe einen Knick in der Optik... Wie wird die Fassade auf der Gebäuderückseite aussehen ? Hat jemand eine Info dazu ?

    Hier ein Zwischenstand der Bauarbeiten:

    Moderationshinweis: Ungültige Bildverweise gelöscht.

    So soll es aussehen wenn es fertig ist. Mit dem Dach kann ich mich leider nicht anfreunden. Es ist nicht der geringste Bezug zum Rest zu erkennen.... huh:)


    Moderationshinweis: Ungültige Bildverweise gelöscht.

    Architektur ist nichts anderes als die Formensprache einer Kultur. Entweder sie lebt, oder sie ist tot.

  • Mit dem Dach kann ich mich leider nicht anfreunden.

    Natürlich nicht. Banal und, Pardon, kackdreist ignorant draufgerotzt. Basta. Gestalterische Nullqualität. Keine Erklärungsversuche, keine Rechtfertigung, kein Alibi möglich. Hier gehört ein Walmdach drauf, und sei es nur als Zitat. Wer das als Architekt nicht kapiert, hat den gestalterischen Anspruch seines Berufes in meinen Augen mehr als nur verfehlt.

    Form is Function.

    "Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Zusammenhang als die Lüge, die neben uns schreitet."

    Adolf Loos (Ja, genau der.)