Köln - Innenstadt

  • Quadratisch, praktisch, billig. Mit ein paar Tausend Euro mehr hätte es ein Schmuckstück werden können.

  • Gebäude Ubierring 45


    Das oben genannte Denkmal, zuletzt war das Rautenstrauch-Joest-Museum dort untergebracht, wurde restauriert. Typisch für den Zustand zuvor waren u.a. die teilweise zugemauerten Fenster, welche nun wiederhergestellt worden sind. Andere wurden nach historischem Vorbild mit Sprossen ersetzt. Zuletzt war eine Zwischennutzung als Schule im Gespräch. Ob man aus den Räumen dann Wohnungen machen möchte/kann, ist mir nicht bekannt. Suchstring für Bilder vom Altzustand: „Köln Ubierring 45“. Nun sieht es so aus:



    Frohe Feiertage allerseits.

    Bilder von mir, Angaben ohne Gewähr.

  • Gegenüber studiere ich. :thumbsup:

  • Es geht voran mit den Plänen, das Areal am Quatermarkt gegenüber von der als Mahnmal erhaltenen Ruine St. Alban zu bebauen. Die Pläne existieren schon länger, aber jetzt hat die Stadt das geltende Bauverbot auf dem Areal aufgehoben:


    https://www.ksta.de/koeln/inne…Tlj7ZQ33nsemsj55Z4OtcqjuY


    Das Gebäude sieht recht gefällig aus, wenn es in der gezeigten Form käme, wäre das fast schon ein Wunder für die Kölner Innenstadt. Allerdings könnte es eine ziemlich lange, eintönige Fassade werden, denn der Platz ist relativ breit und anhand der Anzahl der Fensterachsen erkennt man, wie lang das Gebäude würde.


    Hier eine Ansicht des Platzes bei Google Maps:

    Bildquelle: https://www.google.com/maps/@5…fW9j7A!2e0!7i13312!8i6656


    Man sieht, was für ein hässlicher, zerfaserter Platz das heute ist.


    Hier die 3D-Ansicht Richtung St. Alban:

    Bildquelle: https://www.google.com/maps/@5….18h,40.81t/data=!3m1!1e3


    Vor dem Krieg war diese Straßenseite bereits gründerzeitlich neu bebaut worden, es gibt dementsprechend auch nur die Aufnahme von einem Gebäude an der Stelle. Die historisch enge Straße will man wegen St. Alban zudem nicht wiederherstellen (auch wenn das ja der ursprüngliche Raum war, in den die Kirche gebaut wurde. Die Straße dürfte seit der Römerzeit durchgängig bebaut gewesen sein, der Name Quatermarkt stammt nicht etwa von einem Marktplatz, sondern kommt vom einem Haus, das ein Godefriedus Quattermart einst dort errichten ließ.)


    Es gibt dieses Gemälde, was zumindest den Straßenraum an der Stelle erahnen lässt:


    Bildquelle: Rheinisches Bildarchiv, rba_d038950, https://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/05141241


    Ich muss sagen, dass ich das ganze etwas frustrierend empfinde - wir sind hier mitten in der Innenstadt, der Gürzenich ist direkt um die Ecke, aber es sind praktisch keine brauchbaren historischen Fotos von dieser Stelle zu finden, Kreuter hat diese Straße auf seinen Plänen auch nicht berücksichtigt. So wird es mit Alternativvorschlägen für den Standort schwer... Zum Glück sehen die Planungen ja halbwegs erträglich aus, hoffentlich bleibt das auch so.

  • Die Ruine von St. Alban, der Gürzenich und das Haus Neuerburg bilden ein durchaus nettes Ensemble, allerdings würde der Blick auf das Farina-Haus von der Pipinstraße versperrt, oder?

  • Die Ruine von St. Alban, der Gürzenich und das Haus Neuerburg bilden ein durchaus nettes Ensemble, allerdings würde der Blick auf das Farina-Haus von der Pipinstraße versperrt, oder?

    Wie auf dem Artikelbild zu sehen und wie ich auch noch einmal erläutert habe, soll der Bau wegen St. Alban ja etwas zurückversetzt gebaut werden. Da wird vom Farinahaus nichts verdeckt.

    Die Klotzen links im (Luft) Bild 615 stören wirklich gewaltig.......

    Das gehört zum Wallraf-Richartz-Museum, erbaut 1998-2001:

    Wallraf-Richartz-Museum_%26_Foundation_Corboud%2C_Frontansicht%2C_Oktober_2014.jpg


    Wallraf-Richartz-Museum_001.jpg


    Den ursprünglichen Bau an der Minoritenkirche von Julius Raschdorff sah da noch etwas gefälliger aus:


    Bildquelle: Rheinisches Bildarchiv, rba_097778, https://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/40024695


    Angesichts des Zerstörungsgrades muss man sich schon fragen, ob der Abriss nach dem Krieg wirklich sein musste:

    Bildquelle: Rheinisches Bildarchiv, rba_064464, Fotograf: Margarita Neiteler, 20.08.1945 oder 06.1947, https://www.kulturelles-erbe-koeln.de/documents/obj/40049787

  • In D. macht man immer wieder denselbe Fehler: filigrane und detailreiche oder charakterreiche Altbauten (intakt oder beschädigt) wurden abgebrochen zur günste Kuben, Klotzen und langweilige Neubauten.


    Immer wieder ( x Truby X Oswalt x 1000) ......bis alles "Entstellt" oder "Unharmonisch" aus sieht.

    Wohin man auch blickt: es könnte tausendfach viel besser aussehen und nicht nur am Postplatz in Dresden.


    Und wir jeden Tag dieser "Mist" ansehen mussen...........FFM rund das Schauspielhaus heute und dann die Bilder der 50-Jahren mit herrlichen Randbebauung . Heute nur langweilige Geschäftsbauten.....wohin man blickt. Alles versaut


    Oder Köln der Oper und dann heute.......Es muss doch überall eine starke Lobby geben gegen Altbauten.......


    Oder Berlin Leipziger Strasse oder Neue Markt.....und dann heute......Brrrrrrrrrrrrrrrr Schlimm!!!!!!!


    Auf 2022 Leute, ich liebe ihnen!!!!!!<3

  • Die Münchner Brauerei "Augustiner-Bräu" zieht laut diesem Presseartikel in die ehemalige Maredo-Filiale an den Heumarkt in Köln. Die Innengestaltung soll wie in allen anderen Gaststätten der Brauerei werden, d.h. mit Holzvertäfelung und im bayerischen Stil. Die Gestaltung machen sie meines Erachtens meist sehr geschmackvoll historisch angehaucht. Schade nur, dass das Gebäude dann außen nach wie vor einen gewissen modernen "Kontast" bietet.

    „Sollt ich einmal fallen nieder, so erbauet mich doch wieder!“ (Inschrift am Schwarzhäupterhaus in Riga)


    Nach Baden-Baden habe ich ohnedies immer eine Art Sehnsucht.
    Johannes Brahms (1833-1897)

  • Die charmante, 1979 erbaute Zentralbibliothek am Neumarkt wird für rund 80 Mio. € saniert.



    Neue Zukunft für Kölner Zentralbibliothek



    Stadtbibliothek Köln Rückseite (0031-33)

    © Raimond Spekking

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Ich übernehme den Text einfach mal aus dem Facebookpost des Ortsverbandes Köln:


    Die Bauarbeiten für die Freitreppe neben St. Maria im Kapitol sind im vollen Gange. Durch den Bau der Ost-West-Achse und die dabei erfolgte Absenkung der Pipinstraße Richtung Heumarkt in den dreißiger Jahren entstand damals eine Stützmauer. Diese soll nun im Zuge der Aufwertung des Areals der geplanten "Via Culturalis", die St. Maria im Kapitol als Endpunkt haben soll, durch eine 90 Meter breite Freitreppe ersetzt werden.


    Weitere Informationen finden sich hier: https://www.ksta.de/.../via-culturalis-grosszuegige...


    IMG_4730


    IMG_4626


    Architektonische Aufwertungen des Stadtraums sind in Köln sicherlich keine schlechte Idee - man muss sich nur die Frage stellen, was genau man mit dieser Freitreppe bezweckt. Sie führt auf ihrer gesamten Breite nämlich auf eine vierspurige und vielbefahrene Straße mit KVB-Linie in ihrer Mitte. Zum Aufhalten oder Flanieren lädt dies nicht ein. Zugang hat man sowieso nur an der Stelle, wo der Fußgängerüberweg über die Straße führt.


    IMG_4727


    Zudem widerspricht die Öffnung Richtung Pipinstraße der Abgeschiedenheit des Lichhofs, welche diesen Stadtraum eigentlich ausmacht.

    Am Ende wird man abwarten müssen, wie die Freitreppe angenommen werden wird - nach einer wirklich durchdachten Maßnahme sieht es Stand jetzt allerdings leider nicht aus.

  • Bei den Bildern schüttelts mich gleich. Ich weiß echt nicht ob ich Köln jemals einen Besuch abstatten kann, so viele Kirchen sie auch haben mögen. Die Wiederaufbauleistung ist teilweise einfach unterirdisch und gammeln dazu noch seit Jahren vor sich sich, zumindest wirkt das so.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland

  • Historische Kölner Stadtmauer


    Ein kurzer, aber wie ich finde, interessanter Bericht über den Zustand der etwas weniger bekannten Teile der historischen Stadtmauer, der Fokus liegt auf dem Teilstück am Mühlenbach. Interessant finde ich den Hinweis, dass evtl. angedacht ist das Mauerstück um einen kleinen Turm zu ergänzen.

    Quelle: WDR, Lokalzeit,12.05.2022, zeitlich begrenzt aufrufbar.


    Der Förderverein: Förderverein Römermauer Köln

  • Hier Visualisierungen der geplanten Baumaßnahmen:

    11160-17.jpg


    Nicht durch den grünen Rasen im Vordergrund irritieren lassen, da verläuft eigentlich eine recht große Straße:


    11160-14.jpg


    11160-15.jpg


    Schwierig... bis zum Krieg war die Mauer im Stadtbild unsichtbar, da sie die Rückseite von dort stehenden Häusern gebildet hat. In dem Areal standen einmal unter anderem schöne alte Fachwerkhäuser:


    Man sieht es auch an der historischen Katasterkarte: Auf einer gewissen Länge schneiden die Häuser nach hinten alle gerade ab. Vergleicht man das mit den Grundrissen drumherum, merkt man, dass dies eigentlich ungewöhnlich ist. Ich habe den Bereich mal mit Pfeilen markiert:


    So hat man stattdessen diese kläglichen Mauerreste im Stadtraum, die nichts halbes und nichts ganzes mehr darstellen. Oben befindet sich ein Nachkriegsinnenhof mit Spielplatz, unten eine vierspurige Straße mit hässlichen Nachkriegsgebäuden gegenüber. Der Park, der hier simuliert wird, wird so nie existieren. Dazu diese Eisenkonstruktion auf der Brüstung...

    Meiner Meinung nach würde man das Areal am Besten wieder zubauen und die Mauer wie früher wieder als Rückwand der Häuser konservieren.

  • Und was würdest Du da rekonstruieren?

    Von mir aus alles. Warum? Weil es immer noch besser ist, als so ziemlich jedes Neubauprojekt, das in der Kölner Innenstadt zu erwarten ist.


    Das war ja auch nur eine Antwort auf "Centralbahnhof", der meinte, dass man das Grünareal vor der Mauer am besten bebauen solle. Wenn die Stadt und Investoren in Köln auf diese Idee kommen, erwarte ich mir nämlich unter derzeitigen Bedingungen nichts gutes. Ein Beispiel des Erwartbaren ist auf "Centralbahnhofs" zweitem Bild links zu sehen.


    Deshalb kann von meiner Warte aus der Grünstreifen bleiben. Aber auf die lächerlichen und überflüssigen Metallstangen-Zinnen sollten sie lieber verzichten.

  • Nach dem, was heute so gebaut wird, verstehe ich es, wenn man sich für jede freibleibende Frei- und Brachfläche einsetzt. Nur wissen wir auch, wie lange gestaltete Freiflächen schön bleiben... nur so lange man sie auch pflegt und nutzt. Man kann da jetzt alles schön aufräumen und gestalten, aber Unrat und Schmierereien werden sich den Freiraum zurückerobern - in Köln noch mehr als in andern Grossstädten. Zudem läge dieser Park an einer unattraktiven Verkehrsstrasse und auch in einem noch unattraktiveren Quartier. Touristen und Romantiker werden sich hierher sicher nicht verirren.


    Hinter der Stadtmauer wird das Gelände von den anliegenden Wohnblocks als Grünraum benutzt, aber vor der Stadtmauer... das wird immer ein Niemandsland bleiben. Vielleicht fährt man mal eine Touristengruppe mit dem Car vorbei, um ihnen die römische Stadtmauer zu zeigen, aber aussteigen... sicher nicht.


    Zwei lesenswerte Passagen aus dem Link in Koelles Beitrag weiter oben:

    [...] Eine bauliche Nutzung trug in der Regel zur Bewahrung des antiken Bestandes bei. So blieb die Stadtmauer an der Zeughausstraße/Burgmauer bis heute oberirdisch erhalten, da sie von 1441 bis 1837 konstruktiver Bestandteil des reichsstädtischen Kornhauses gewesen ist. [...]


    AKTUELLER STAND

    Die Stadtmauer des antiken Köln ist abschnittweise in einem beklagenswerten Zustand, der umfangreiche Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen erfordert. Witterung, Immission, Pflanzenbewuchs und Unrat setzen dem prominenten Bauwerk allerorten zu. Eine kontinuierliche Pflege ist auch nach Abschluss der Instandsetzung notwendig.

    Die römische Stadtmauer konnte sich hier erhalten, gerade weil sie ja jahrhundertelang in die Bebauung integriert war. Jetzt liegt sie aber frei und verfällt. Sie wird auch nach einer Restaurierung weiter verfallen, wenn man sie nicht dauernd pflegt. Genau wie bei archäologischen Grabungen - solange Grundmauern im Erdreich lagen, waren sie geschützt. Auch Archäologen tendieren meistens dazu, ihre ergrabenen Reste wieder zuzuschütten, um sie so der Nachwelt besser erhalten zu können.


    Städtebaulich ist der Ort eindeutig eine Baulücke, was man auf Flugaufnahmen sofort erkennen kann. Ein Freiraum täte der Innenstadt und ihrer Bevölkerung sicher auch gut, dann aber ein richtiger Park und nicht ein eine Verkehrsschneise begleitender Grünstreifen.


    Übrigens: Der sechsgeschossige Gründerzeitbau ganz links in der historischen Aufnahme des 'Mühlenbachs' konnte sich bis heute halten: https://goo.gl/maps/W4vmGTFDCkt5LPah9