• Bei solchen Meldungen blutet mir das Herz. Auf der anderen Seite macht es mal wieder deutlich, dass ohne die durchaus teilweise kritikwürdige Denkmalschutzbehörde wahrscheinlich noch mehr alte Mauern fallen würden.

  • Natürlich ist der Denkmalschutz notwenidig und richtig, aber wenn man man wieder liest, dass die Ästhetik eines Gebäudes keine Rolle spielt...


    Das Ergebnis ist dann, dass solche Gebäude abgerissen werden und irgendwelche Kisten aus den 50ern bis 70ern abgerissen werden...


    Natürlich ist das Aussehen eines Gebäudes ein rein subjektives Empfinden, aber wenn der Denkmalschutz merkt, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus diesen Gründen für einen Erhalt ist, könnte er doch mal ein wenig seine dogamtischen Ansichten vergesssen!

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    Natürlich ist das Aussehen eines Gebäudes ein rein subjektives Empfinden, aber wenn der Denkmalschutz merkt, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus diesen Gründen für einen Erhalt ist, könnte er doch mal ein wenig seine dogamtischen Ansichten vergesssen!


    Es ist schon richtig, daß für Denkmalschutz nicht ausschlaggebend sein darf, ob jemand ein Gebäude als schön empfindet. Man braucht sich nur mal den Geschmack der meisten Menschen anschauen, um das ganz schnell nachvollziehen zu können. Ein hypothetisches Bauschönheiten-Erhaltungsgesetz, gemäß dessen Bestimmungen ein Kuratorium aus Personen mit "gutem" Geschmack (je nach dem Geschmack der jeweiligen politischen Machthaber ausgesucht) entscheidet, was sein darf und was nicht - eine apokalyptische Vorstellung. Oder sollen "unabhängige" Architektur- und Kunstprofessoren kraft ihres Sachverstandes entscheiden, wie unsere Städte aussehen? Der Nürnberger Baukunstbeirat ist jedenfalls nicht frei von Kritik.


    Angesichts des Solinger Beispiels könnte man fordern, daß die Hürde für die Unterschutzstellung eines Gebäudes gesenkt werden soll. Teils wird hiergegen angeführt, daß eine Inflation von Baudenkmälern die bauliche Entwicklung der Städte hindern würde. Außerdem sei generell umstritten, daß der praktizierte Denkmalschutz wirklich zu dem erwünschten Ziel führt, nämlich der Erhaltung von Baudenkmälern für die Nachwelt. Meiner Meinung nach würde eine leichtere Unterschutzstellung keinen dementsprechenden Nachteil bedeuten. Denn es wird immer noch so viel sinnlos abgerissen, was unter Denkmalschutz steht, daß ganz offensichtlich der Denkmalschutz gerade kein absolutes Hindernis für Neubauwillige darstellt.



    Im konkreten Fall ist für mich der mangelnde historische Wert des Gebäudes schon auf den ersten Blick etwas unglaubwürdig: wenn ein Haus so traditionsreich ist und einen eigenen Namen trägt, zudem ganz offensichtlich aufwendig und damit stadtbildprägend ist, müßte es doch locker für den Denkmalstatus ausreichen.

  • baukunst-nbg


    denke auch, daß es durchaus gefährlich wäre,
    den denkmalschutz zur reinen geschmacks-
    angelegenheit zu degradieren. zusammen
    mit einer nachrangig eingestuften gesetzgebung,
    wäre das der totschlag schlechthin, wobei es
    sicherlich punkte gibt, die mit blick auf dehio
    in der tat überarbeitet werden müßten, um
    den fortbestand des denkmalschutz als gesellschaft-
    liche aufgabe nicht zu gefährden.


    die frage des subjektiven geschmacks ist im übrigen
    eine sehr junge, moderne erscheinung.
    kaum jemand macht sich darüber gedanken,
    leichtfertig sagt man "geschmäcker sind verschieden".
    diese individualisierungsentwicklung ist wesentlicher
    grund dafür, warum heutige architekturgestaltung nicht
    mehr den gesetzen von elementaren proportions-
    und gestaltungsregeln folgt, die auf über jahrhunderte
    alte wissen beruht.


    zur thematik, die du des weiteren ansprichst,
    ein artikel, der diese unterstreicht:



    --> info: http://www.bauen-fuer-rottweil.de/index.html

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    wobei es
    sicherlich punkte gibt, die mit blick auf dehio
    in der tat überarbeitet werden müßten, um
    den fortbestand des denkmalschutz als gesellschaft-
    lichen aufgabe nicht zu gefährden.


    Richtig, ich finde, daß mal ausgiebig nach dem heutigen Denkmalsbegriff geforscht werden sollte.

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    Post vor dem Abriss
    [...]Ansonsten herrscht Tristesse in diesem Bereich von Kölner Straße/Birkerstraße/Graf-Engelbert-Straße, die, geht es nach dem Makler Hans Dieter Wundes, schon bald aber der Vergangenheit angehören könnte: "Wir sind mit Bauträgern im Gespräch, auf dem Gelände sind 50 bis 70 seniorengerechte Wohnungen geplant", so Wundes im Gespräch mit unserer Zeitung. In zwei bis drei Monaten, so die Einschätzung des Maklers, könnte das Projekt unter Dach und Fach sein, Bodenuntersuchungen seien vorgenommen worden. "Die Stadt hat uns signalisiert, dass sie einer Wohnbebauung am dortigen Standort positiv gegenübersteht", erklärt Wundes.

    Solingen: Post vor dem Abriss


    Das beinhaltet doch hoffentlich nicht Abrisspläne für alle Gebäude rechts des Torbogens des Kopfbaus (Bild im Artikel)? Gemeint sein können doch wohl nur die 60er/70er-Jahre-Kisten an der Birkenstraße?
    http://binged.it/LwUkni

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Davon geh ich mal aus, unter dem Bild steht schließlich: "Der linke Teil des ehemaligen Hauptpost-Gebäudes an der Kölner Straße bis einschließlich zur Toreinfahrt steht unter Denkmalschutz und darf nicht abgerissen werden."

  • Eine seltsame Geschichte. Deutsches Rechtssystem. Ehemalige Fabrikgebäude im Hansa-Quartier sollen zugunsten von Neubauten abgerissen werden. Sie werden es aber nicht, sondern erst, wenn der Investor seine Pläne entwickelt hat bzw. mit dem Bau angefangen hat, da sich die Neubauten in die Bestandsbebauung einpassen sollen (die allerdings danach gleich wieder abgerissen wird)... eye:)


    Zitat:

    Quote

    Die leerstehenden Gebäude im Hansa-Quartier sollen später zwar abgerissen werden, dies könne nach Angaben des Wirtschaftsförderers aber nicht vorgezogen werden. Die Häuser müssten stehenbleiben, da das Gelände auf der Basis des Paragrafen 34 des Baugesetzbuches bebaut werden soll. Der regelt die `Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile´.


    Nach Absatz zwei dieses Paragrafen muss die geplante Bebauung der Eigenart der näheren Umgebung entsprechen. Dort stehen aber keine weiteren Gebäude, die den Planern eines Investors als Vorlage dienen könnten. „Wenn alles weg ist, gibt es nichts mehr, an dem man sich orientieren kann“, beschreibt Balkenhol den Grund (...) Sobald ein Investor gefunden ist, der das Hansa-Quartier mit den dort gewünschten Gebäuden zur gewerblichen Nutzung – insbesondere Büros – bebauen möchte und seine Pläne vorgelegt hat, könnte der Bestand abgerissen werden.

    https://www.solinger-tageblatt…-verhindern-12637328.html

  • Welche Häuser? Fotos? Links?


    P.S.: Ich habe es im anderen Thread dann finden können: https://solingenmagazin.de/sta…t-plaene-fuer-neubau-vor/

    (nach unten scrollen)

    Unfassbar, dass sich eine im WKII schwer beschädigte Stadt so etwas antut. Die Altbauten sind sicher keine architektonischen Juwelen, aber das muss man doch relativ betrachten: Was hat man sonst noch an Vorkriegsbauten im Umfeld, und welche Qualität bietet der Neubau?


    Der Neubau ist leider einfach nur gesichtsloser Müll, und im Umfeld gibt's kaum noch Altbauten - also eine fatale Fehlentscheidung.