Mettmann

  • Danke für den Beitrag. Der Unterschied zwischen den Luftbildern 1979 und 1950-1960 ist krass. Heute unglaublich, wie in den 70ern einige der wenigen Stadtbilder, die den Krieg überstanden hatten, irreparabel ruiniert wurden. Als Beispiel für einen ähnlichen Vorgang fällt mir hier im Umkreis Delmenhorst ein, hier wurde das ebenfalls nicht kriegsbeschädigte Stadtbild durch einen Kaufhaus-Klotz in der Langen Straße ruiniert, heute der Bau leer steht.

  • Das unverständliche Verhalten der damaligen verantwortlichen Generation lässt sich wohl nur mit einem sehr schweren Kriegstrauma und Psychoknacks erklären. Wer weiss welch seltsame Ideen den Leuten damals im Kopf umherirrten?! Normal ist das jedenfalls nicht. Eine Generation versagt auf ganzer Linie. Erst ruiniert man durch Krieg das gesamte Land. Danach vernichtet man den Rest durch einen hirnrissigen Wiederaufbau. Nun ist es an uns, diese Fehler wieder auszubügeln.


    Vergleicht man das 1979er Bild mit der heutigen Bing Vogelperspektive, sieht man, daß da noch einiges mehr abgerissen wurde :daumenunten:

  • Eine Generation versagt auf ganzer Linie. (...) Nun ist es an uns, diese Fehler wieder auszubügeln.


    Bloß leider ist oft das Gegenteil der Fall. Denn heute ist die nächste konfuse Generation am Ruder, die einerseits rein profitorientierte Investoren-Shoppingmals in die Gegend stellt, andererseits als junger Architektur-Nachwuchs die eigene kreative Seite in modernen Würfeln (wahlweise etwa mit Strichcode-Fenstern oder "witzigen" dekonstruktiven Achsenverschiebungen) auszuleben versucht.

  • Denn heute ist die nächste konfuse Generation am Ruder


    Eben. Und auch die alte Generation ist noch gut involviert. Zum einen besetzt sie immer noch einen nicht zu knappen Prozentsatz der verantwortlichen Posten und zum anderen sorgt sie eifrig für gehirngewaschenen Nachschub. Reflektierte Leute, die in unserem Sinne denken, findet man im selbstgefälligen Modernistensystem eigentlich so gut wie gar nicht.

    Ich entschuldige mich von Herzen für meine früheren arroganten, provokanten, aggressiven und unfreundlichen Beiträge!
    Jesus ist mein Herr und Retter!

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    Für viele – vor allem ältere Mettmanner – ist ihre Heimatstadt ein Stück Geborgenheit. Da werden Kindheitserinnerungen wach, Erinnerungen an die Schulzeit, Schützenfeste und Kirmesbesuche. Das erste Rendezvous in den kleinen Gassen der Wallstraße, der Mühlenstraße oder am Pfingstgarten. Mettmann, in seinem Kern, besaß bis in die 50er Jahre eine intakte Altstadt. Kriegszerstörungen gab es kaum. Zugegeben: Einige Häuser hatten viele Jahre, ja Jahrhunderte auf dem Buckel, stammten in ihrer Grundstruktur aus dem späten Mittelalter und mussten dringend saniert werden. Doch der Geist der Zeit hatte (besonders in Mettmann) noch wenig mit Denkmalschutz im Sinn, sondern setzte auf die Moderne, auf Wohnraum mit Zentralheizung, auf ein Bad mit fließend heißem Wasser. Zuschüsse für den Erhalt alter Bausubstanz gab es bereits Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre.

    Mettmann: Das Ende der Wallstraße | RP ONLINE

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

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    ...Zuschüsse für den Erhalt alter Bausubstanz gab es bereits Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre.

    WOW! Schon 25 Jahre nach dem Krieg gab es Maßnahmen zum Erhalt historischer Bausubstanz. Als erst ein Großteil der Bauten beseitigt war. Da hat man ja blitzartig schnell reagiert :daumenoben:


    Zugegeben: Zentralheizung und ein Bad mit fließend heißem Wasser konnte und kann man in einem Fachwerkhaus unmöglich unterbringen. Das ist technisch schlicht nicht machbar.

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    Die Evangelische Kirchengemeinde Mettmann schließt nach dem Gottesdienst am Neujahrstag die Kirche Freiheitstraße. Nachdem die Kirche schon 1880 und 1965 renoviert wurde, steht nun eine weitere grundlegende Sanierung bevor.

    Mettmann: Kirche Freiheitstraße wird saniert | RP ONLINE

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

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    Die Stadtplanung der 60er Jahre war nicht abgestimmt auf die vorhandene alte Bausubstanz. Die Neubauten wirkten wie Fremdkörper. Horst G. Hütten war einer der wenigen, die diese Entwicklung öffentlich kritisierten.

    Mettmann: Bausünden der Vergangenheit | RP ONLINE

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Erhellender Bericht aus einer unseligen Zeit:


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    [...]Horst G. Hütten hatte an diesem Tag den letzten Versuch unternommen, das Gasthaus vor der Abrissbirne zu retten. Doch vergebens. Der Rat war dem Verwaltungsvorschlag von Baudezernent Kurt Schielicke gefolgt und hatte den Abriss mit der an dieser Stelle besonders "dringenden Verkehrsnotwendigkeit" beschlossen.[...]


    Mettmann: Das Ende des Hotel Vogel | RP ONLINE

    Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
    (Immanuel Kant)

  • Auf Wikipedia wird besonders der Abriss des Steinenhaus und des Königshofes erwähnt. Hat jemand Bilder dieser Gebäude? Auf die schnelle konnte ich im Internet nichts finden.

    Hat die Schönheit eine Chance-Dieter Wieland