Dresden - die Leipziger Vorstadt

  • Es ist zwar leicht "off topic", aber hier gibt es einen recht interessanten Artikel zum Hochwasserschutz in Dresden:


    http://quo-vadis-dresden.de/20…ss-auen-statt-mauern.html


    edit.


    Ja, die Architektur!
    Immerhin scheint sie etwas besser zu sein, als man es in den letzten Jahren schon von der USD/Fira gewöhnt war. Dennoch stehen für mich die Nutzbarmachung von Brachland im Stadtzentrum sowie der allgemeine städtebauliche Mehrwert (bessere Durchwegung usw.) im Vordergrund.

  • nun ja...für die stadteinwärtigen Flächen jenseits der Leipziger Straße von mir Zustimmung, auch für eine Sanierung der Bauten enlang der Leipziger Str, die jetzt noch vor sich hindämmern und einer überzeugenden Nachverdichtung (!) durch Neubauten...Von allem, was sich aber weiter in Richtung Elbe drängen soll, ist abzuraten.

  • Und schon gibt es eine Bürgerinitiative gegen den Bau der sogenannten Hafencity, die das Vorhaben insgesamt, aber auch die mangelnde Transparenz der Akteure in Frage stellt.


    http://www.dnn-online.de/dresd…nz-bei-Planung-1130904815


    Man kann von solchen gern als Wutbürger deklarierten Personen halten was man will. Aber gerade in puncto Transparenz und Bürgerbeteiligung besteht viel Unmut, dem man durch eine entsprechende Politik begegnen müsste. In dieser Hinsicht hat sich die Stadt jedoch noch keinen Zentimeter in die richtige Richtung bewegt.

  • Die öffentliche Selbstweihräucherung zur Eröffnung der Waldschlößchenbrücke lässt diesbezüglich auch in Zukunft keine Hoffnung keimen. Eher unwahrscheinlich, dass bei den selben Leuten plötzlich ein Sinneswandel einsetzt.

  • Und schon gibt es eine Bürgerinitiative gegen den Bau der sogenannten Hafencity, die das Vorhaben insgesamt, aber auch die mangelnde Transparenz der Akteure in Frage stellt.


    Angesichts des visuellen und stadtplanerischen Desasters des Hafencity-Projekts in Hamburg kann ich nicht begreifen, wie eine Firma meinen kann, irgendwo in D ein neues Unterfangen unter diesem Namen zu konzipieren und zu vermarkten. Offenbar faellt nicht nur den Architekten sondern auch den Baufirmen nichts Neues mehr ein. Waere ich in Dresden und haette die Gelegenheit, wuerde ich diese BI auf der Stelle unterschreiben.

  • Die Querelen um die sogenannte Hafencity der USD beschränken sich zur Zeit nicht nur auf den Hochwasserschutz, sondern ebenso auf ein in Deutschland und speziell in Dresden hochbrisantes Thema. So sind direkt am Hafenbecken drei "Hochhäuser" geplant, die mit acht- bzw. zehn Etagen das Stadtbild bedrohen könnten. In Reaktion auf befürchtete Proteste, wurde heute die Fernwirkung der von den Stadtplanern befürworteten Hochhauskörper mittels eines Kranes simuliert.


    http://www.dnn-online.de/dresd…haeuser-werden-3933592907


    Wer fühlt sich in Anbetracht der Vorgehensweise nicht auch an den Wettbewerb für die Postplatz-Westseite von 1964 erinnert? :opa:
    Damals hatten die Stadtplaner ebenfalls einen etwa 50m hohen Baukörper hinter dem Schauspielhaus gefordert, der die damalige Thälmann-Straße optisch abschließen und gleichzeitig die Schornsteine des Kraftwerks Mitte verdecken sollte.
    Schon während der Prämierung kamen den Verantwortlichen jedoch Zweifel, ob ein solcher Hochbaukörper nicht vom Zwinger aus gesehen werden könnte und forderten - damals hatte man wohl noch nicht so schöne Kräne! - Ballonversuche zur Erfassung der maximalen Höhe. Am Ende gab es weder eine Ballonfahrt, noch den ersten Spatenstich...

  • Die Leipziger CG Gruppe plant derzeit gemeinsam mit einem lokal erfahrenen Projektentwickler eine Premium-Wohnanlage mit insgesamt 244 Einheiten am Elb-Ufer. Das Neubau-Ensemble besteht aus einem entlang der Achse Leipziger Straße und Erfurter Straße verlaufenden Gebäude-Flügel (L-Form), 5 weiteren Gebäudeteilen sowie einer Tiefgarage mit 231 Plätzen. Die gesamten Investitionsvolumen betragen 68 Millionen EUR.


    Mehr dazu siehe unter diesem Link:

  • An die Planeridoten der Hafencity:


    So (ähnlich) muss das aussehen:
    http://www.hicker.de/data/medi…nacht-trani-hafen_842.jpg
    http://www.geo.de/reisen/commu…romenade-von-Honfleur.jpg
    http://www.lemonpage.info/Foto…de-ristorante-500x333.jpg
    http://www.kroatien-netz.de/da…a/264/Hafenpromenade1.jpg


    Mit folgender geplanter Grütze lockt man niemanden an:
    http://bilder.bild.de/fotos/en…30523672/Bild/4.bild.jpeg
    http://media07.kanal8.de/MediaFrontend/7/marina.JPG
    http://bilder.bild.de/fotos/dr…31178464/Bild/2.bild.jpeg


    Das sieht ein Blinder, dass das eine einzige Ödnis sein würde, totale Kasten-Langeweile, hässliche DDR-Gedächtniswürfelhochhäuser (sind wir da nicht längst drüber weg? In meiner Kleinstadt wird sowas weggerissen). Stattdessen könnte es da so abgehen wie in Bergen:
    http://www.geo.de/reisen/commu…9/Altstadt-von-Bergen.jpg


    Wie bietet es sich doch für diesen Jachthafen an, dort eine Promenade mit typischer Dresdner Architektur, die zum verweilen einlädt, zum Geld-Ausgeben, zum genießen des Sonnenuntergangs über der Pieschener Allee, alles in Fussreichweite zu den Elbwiesen vor dem Japanischen Palais direkt gegenüber der Altstadt mit der Semperoper, ein Rastplatz für die Sportler auf dem Elbwiesenweg. Und an dem Hafengebiet würde sich auf dem alten Bahnhofsgelände ein Wohngebiet im Stile der äußeren Neustadt anbieten, welches gleich Ausgehmöglichkeiten zum Hafen hätte. Aus den bestehenden Bauten ließe sich tolle Gastronomie machen:
    http://farm4.static.flickr.com…2490825998_b8d29782c0.jpg
    http://bilder.bild.de/fotos/ha…30523716/Bild/1.bild.jpeg
    Unmittelbar dahinter eben dresdentypische Bürgerhäuser, die zum einen urbane Dichte mit den Hallen bringen und dennoch deren hervor schauenden obere Stockwerke und Dächer einen Blick über die Elbe gewähren und auf die Boote im Hafen.


    Nein, nein, man baut DDR-Block-Ödnis und ein paar Saufkästen davor, die an 3 Jahre alte Skistationen erinnern … Das lockt niemand hinter dem Ofen hervor. Die Leute werden weiterhin in die Neustadt gehen. Man sieht doch schon jetzt, wie belebt das alte Terrassenufer ist und wie öde das neue Terrassenufer ist oder wie belebt der Neumarkt/die äußere Neustadt ist und wie öde jedes DDR-Wohngebiet daher kommt. Ich kenne das hier aus Düsseldorf. Der Medienhafen sieht eher so aus:
    http://schlumpffred.de/bilder/duesseldorf/hafenbruecke.jpg
    http://www.visit-world.com/panorama/1/preview/689/slqziu.jpg
    Das Rathausufer eher so:
    http://www.spectair.de/fileadm…blog/2013/04/DSC_8067.jpg
    http://www.thurgautravel.ch/up…Rheinuferpromenade_02.jpg
    http://www.bilderbuch-duesseld…ed185206_978x1304xin.jpeg


    Man könnte einen weiteren Dresdner Anziehungspunkt aufbauen, der wirklich Leute lockt, der Gewerbe bietet und nicht nur Wohnen. Aber man will ja auch einen fetten Globus-Markt dahinter bauen, damit es ja noch öder wird in der Stadt (mal von der Autoäktschn, die man unmittelbar damit anzieht ganz zu schweigen) … Wie krank sind diese Planer eigentlich? Ich fasse es einfach nicht …

  • @ miumiuwonwon


    Herzlichen Dank für die Präsentation dieses mir bisher vollkommen unbekannten Projektes! Es ist schon interessant, dass die gut vermarktbare "Neue Berliner Klassik" langsam auch in die Provinz hinüberschwappt.


    Am Donnerstag fand übrigens wieder einer Bürgerversammlung zur sogenannten Hafencity der USD statt, die in folgendem Artikel der DNN recht gut zusammengefasst wurde:


    http://www.dnn-online.de/dresd…ht-ueberzeugen-3228831078


    Hier die gezeigte Baumassenstudie:


    http://www.dnn-online.de/web/d…p3NuSW620130719092745.jpg


    Ich empfinde es übrigens als einigermaßen amüsant, dass die USD als der bisher einzig richtig an die Öffentlichkeit gehende Entwickler der sogenannten Hafencity (neben ihr gibt es ja noch die DresdenBau sowie nun auch die CG Gruppe), als einziger dem nach mehr Transparenz schreienden Volkszorn ausgesetzt zu sein scheint. Letztendlich kann man also jedem Investor nur empfehlen, etwaige Projekte so lange wie möglich unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit zu halten. Offenheit wird ja scheinbar nicht goutiert!
    Dennoch kann man nicht abstreiten, dass die Verdrängung vorhandener Nutzungen eine nicht sehr angenehme Nebenerscheinung darstellt. Daneben kann man über die bisher geplante Architektur durchaus streiten. Vom Hochwasserschutz möchte ich erst gar nicht sprechen.

  • Nun berichten auch die hiesigen Gazetten über die sogenannten Marina Gardens der CG-Gruppe, die zusammen mit der "DresdenBau" entwickelt werden. Auf einer Fläche von 23.000 qm sollen für 68 Millionen Euro 325 Wohneinheiten entstehen. Der Bau startet bereits im März 2014 und wird voraussichtlich bis zum Dezember des folgenden Jahres abgeschlossen sein.


    http://www.dnn-online.de/dresd…lage-entstehen-4094327271


    Naturgemäß hagelt es Kritik, die sich u.a. an der mangelnden sozialen Durchmischung des Bauvorhabens entzündet, das mit Kaltmieten zwischen 12 und 14 Euro pro Quadratmeter nicht ganz billig zu werden verspricht. Daneben spielt aber auch die Gebäudehöhe sowie der Hochwasserschutz eine Rolle, liegt doch das zu bebauende Grundstück bis zu zwei Meter tiefer als die sogenannte Hafencity der USD.


    http://www.dnn-online.de/dresd…ty-in-Pieschen-2237998903

  • Die Pieschner Alteingesessenen haben nicht unberechtigte Ängste, dass durch solche Projekte die Mietpreise steigen und nur noch reiche Menschen sich diese leisten können. Ärmere Leute werden dann in andere Stadtteile abwandern müssen. Es fehlt in Dresden definitiv noch ein beinahe vollständig erhaltenes Gründerzeitviertel, um den Bedarf an solchen Wohungen zu decken. Die komplette Johannstadt oder die Seevorstadt oder auch das Amerikanische Viertel. Sehr Schade. Vielleicht kan man ja die Friedrichstadt wiederherstellen und bezahlbaren Wohnraum in einer urbanen Umgebung schaffen. Änfange sind ja dort gemacht.

  • Die Pieschner Alteingesessenen haben nicht unberechtigte Ängste, dass durch solche Projekte die Mietpreise steigen und nur noch reiche Menschen sich diese leisten können.


    Konsequenterweise müsste man dann aber auch jegliche Sanierungsmaßnahmen im Viertel ablehnen, könnten doch dadurch neue kapitalstarke Bewohnerschichten angezogen werden.
    Durch die sogenannte Hafencity werden die Leipziger Vorstadt und Pieschen doch nicht gleich zu einem neuen "Reichenviertel". Vielmehr wird der steigenden Wohnraumnachfrage mit neuen Projekten begegnet, die zumindest theoretisch die sich zunehmend anspannende Lage auf dem Wohnungsmarkt beruhigen könnten. Leider aber betreibt die Landeshauptstadt keine aktive Wohnraumpolitik, sodass Verdrängung und deren Folgen zwangsläufig stattfinden müssen. Durch einen Boykott sämtlicher Neubauvorhaben wird man diesen zumindest nicht begegnen können.

  • Ja, es wird derzeit Wohnraum geschaffen - aber in der Regel im oberen Preissegment (wie war das mit den 12-14 Euro Miete?). Bezahlbarer Wohnraum auch für geringe Einkommen wird langsam knapp. Und da die Stadt ja ihren Wohnungsbestand verkauft hat, kann sie auch nichts anbieten. Der Markt ist offenbar nicht in der Lage, ausreichend preiswerten Wohnraum bereitzustellen.

  • Naturgemäß hagelt es Kritik, die sich u.a. an der mangelnden sozialen Durchmischung des Bauvorhabens entzündet, das mit Kaltmieten zwischen 12 und 14 Euro pro Quadratmeter nicht ganz billig zu werden verspricht.


    Großfamilien mit Nichtdresdner Hintergrund bringen diese Mieten locker auf, finanziert durch Gutverdienende. Mangelnde soziale Durchmischung des Viertels wird sich daher, mittelfristig, als ein fadenscheiniges Argument erweisen.

  • In der SZ vom Mittwoch (28.08.) ist erstmal ein Jahr länger darüber zu diskutieren verlautbart worden. Die Stadt möchte die Pläne nochmal überarbeiten und möchte Zeit schinden... die unendliche Geschichte wird sich irgendwann verlaufen... wie so vieles in der Dresdner Baugeschichte

  • Nachdem sich mehrere Landesbehörden (u.a. Landesamt für Denkmalpflege, Landestalsperrenveraltung) gegen den Bau der sogenannten Hafencity ausgesprochen haben, rücken nun auch die Grünen im Dresdner Stadtrat von dem Projekt ab. Sie betonen, dass sie ihre Zustimmmung zum Bau der "Hafencity" stets von der hochwasserrechtlichen Unbedenklichkeit abhängig gemacht hätten, die offensichtlich nicht gegeben sei.


    http://www.dnn-online.de/dresd…andesbehoerden-1119250067

  • Wenn es sich endlich herumsprechen wuerde dass Hamburgs Hafencity-Projekt ein teures aber totes riesiges Areal mit langweiliger Architektur hervorbrachte wuerden sich auf die Dauer weniger Staedte mit gleichnamigen Bauvorschlaegen beschaeftigen muessen.

  • Das spricht sich vermutlich deshalb nicht herum weil es völlig falsch ist. Die Hamburger Hafencity ist ausgesprochen erfolgreich. Flächen in den überwiegend sehr attraktiven Neubauten sind stark nachgefragt und das Viertel ist stark belebt durch seine Bewohner und Touristen. :gutenacht: