Veranstaltungshinweise

Die Wahl des Gebäudes des Jahres 2020 findet statt. Bis 28.02. habt ihr Gelegenheit abzustimmen. Vereinsmitglieder schauen mal in ihrem Email-Postfach nach, Forenmitglieder können hier im Forum auf Abstimmung des Gebäudes 2020 abstimmen.
  • Danke zeitlos für deine Eindrücke und die inhaltliche Wiedergabe. Also alles beim Alten, kein Überdenken, kein Reflektierten.... Und das Wiederkäuen von Dehio, der die Devastierungen des 2. Weltkrieges nie erlebt hat... Traurig, aber nicht verwunderlich. Es bestärkt mich allerdings in meinem Entschluss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz nur noch projektbezogen Geld zu spenden und nicht mehr allgemein.

    "We live in the dreamtime-Nothing seems to last. Can you really plan a future, when you no longer have a past." Dead Can Dance - Amnesia

  • Ein Aspekt, der bei solchen Diskussionen immer wieder implizit mitklingt, aber meiner Meinung nach nicht ausgesprochen wird, ist, dass "modernes Bauen", bzw. Bauen an sich ja überhaupt nicht an irgendwelche Stile oder Strömungen gebunden ist. Nirgends ist vorgeschrieben, in welchem Stil "heutzutage" zu bauen ist. Es hindert niemand daran, einen Neubau in einem bereits dagewesenen Stil zu entwerfen. Insofern können Rekonstruktionen auch einfach als Neubauten betrachtet werden, wodurch sie sich dieser ganzen Metadiskussion, ob sie zulässig oder "korrekt" oder kulturhistorisch relevant seien, entziehen würden. Ob sie kulturhistorisch relevant sind, ist eine völlig andere Geschichte. Was als erhaltenswert eingestuft wird, ist dabei ja anscheinend ganz vom Gutdünken der Denkmalschützer abhängig.


    In diesem Sinn sind vom Denkmalschutz als erhaltenswert eingestufte "Originale" ebenfalls nichts anderes als einfache Neubauten an Stelle von etwas zuvor Dagewesenem. Wie ist denn z.B. Blobels Neuschöpfung in Anlehnung an das "Original" des "Au petit bazar" am Neumarkt zu beurteilen? Schlechte Kopie? Teilrekonstruktion mit gewolltem Bruch? Eklektizistischer Kitsch? Oder einfach ein Neubau in historischem Stil? Abhängig davon ist wohl zu entscheiden, ob der Bau (irgendwann) denkmalwürdig ist. Rekonstruktionen brauchen keine "Grundlage", die sie erlauben. Rekonstruktionen sind baurechtlich möglich und damit erlaubt.


    Rekonstruktionen, je originalgetreuer, desto mehr, sind natürlich Kulturspeicher des Vergangenen, denn sie erinnern an etwas Gewesenes, indem sie es abbilden und erhalten. Die Materialität (Original oder nicht) ist dabei zweitrangig. Niemand würde der Dresdner Frauenkirche eine Denkmalwürdigkeit absprechen, nur weil ihre Rekonstruktion erst 15 Jahre alt ist. Sie wurde ursprünglich nicht errichtet, um genau den verbauten Sandstein auf dem Neumarkt zu platzieren, sondern um mit der Form, der Kunst, der Architektur etwas auszudrücken.


    Wenn man Rekonstruktionen befürwortet, kann man nur hoffen, dass es noch viel mehr Bauherren und Investoren gibt, die von sich aus verloren gegangene Gebäude rekonstruieren wollen, so wie Signa mit dem Karstadt am Hermannplatz oder Frank Wießner mit Narrenhäusel und Venezianischem Haus in Dresden, bzw. dass solche Projekte öfter politisch beschlossen werden. Wenn damit den Architekten und Stadtplanern die Hoheit über die Gestaltung unserer Städte entzogen wird, kann das unter dem Eindruck der letzten 70 Jahre Architektur nur ein Segen sein.

  • Danke für die ausführlichen Eindrücke, zeitlos. Ich habe von der DSD inzwischen auch die Folien zugesandt bekommen, Interessierte sollten also ebenfalls dort anfragen, um Zugriff darauf zu erhalten.