Meiningen (Galerie)

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    • Ganz klar, die Sanierung der bestehenden Substanz steht da im Vordergrund. Vor allem das Haus mit dem schönen Bildhauer-Fries sollte unbedingt gerettet werden. Allerdings ist der Zustand der Marktplatz-Westseite ja wirklich kein befriedigender. Gibt es denn keine Initiative, das alte Rathaus dort zumindest teilweise wieder herzustellen? (siehe hier) Es könnte ja eine Lösung wie in Halberstadt überlegt werden, eine Vorblendung der alten Fassade vor einen gleich proportionierten Neubau.
    • Zeno schrieb:

      Die Marktwestseite ("Marktwest") ist eine umstrittene Fläche.[...] Klar ist jedoch, dass diese Pläne für die Bebauung bestehen: Wohn- und Geschäftshäuser, von denen man nicht begeistert sein kann.

      Na ja - so schlecht finde ich das gar nicht. Zwar recht postmodern anmutend, aber immerhin...

      Ergänzend zur Galerie jene interessante Diaschau:
      Bürgerbauten in der Altstadt Meiningens

      Und hier noch damalige (sämtlich etwa 1890-1905) Ansichten fast der gesamten Stadt :

      Bildquelle: Bibliothek - Zeno.org




      Bildquelle jeweils: Library of Congress
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Palantir schrieb:

      Na ja - so schlecht finde ich das gar nicht. Zwar recht postmodern anmutend, aber immerhin...
      Da stimme ich zu, ich könnte mir angesichts der herausragenden Lage auch etwas deutlich Exaltierteres vorstellen als diese doch eher angepassten Neubauten. Nun geben diese Skizzen allerdings auch keinen wirklichen Eindruck davon wieder, wie das Ganze nun in natura aussehen wird. Dass Schwabenberg 10 verkauft wurde, scheint ja erst mal eine gute Nachricht zu sein, es sei denn, dass da wieder nur jemand auf das Grundstück scharf ist und das Denkmal als Hindernis für seine Pläne betrachtet. Hoffen wir das Beste. Herrlich übrigens die Kompaktheit der Stadt auf dem ersten Luftbild, das sieht doch heute deutlich ausgedünnter aus. :gutenacht:
      Die Welt muss romantisiert werden! - Novalis
    • Schloss Landsberg

      Schloss Landberg liegt 3 km nördlich von Meiningen. Es wurde von 1836-44 als Lustschloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen auf den Ruinen der im Bauernkrieg zerstörten Burg Landeswehre erbaut. Architekt war unter anderem Carl Alexander von Heideloff, der bei Reutlingen ein ähnliches Schloss baute. Heute beherbergt das Schloss ein Hotel.





      Rittersaal





      Und noch einige ältere Aufnahmen.









      Zur Marktwestseite: Das Grundstück wurde neu ausgeschrieben.

      meiningen.de/media/custom/1893_841_1.PDF?1354197194 (siehe Seite 2)
    • @"Michael"
      Was hast Du denn da für Bienen auf Bild 6 abgelichtet? War da ein Petticoat-Treffen oder ist in Meiningen generell Retro gerade angesagt? :lachen:

      P.S.: Oh, jetzt habe ich erst gesehen, dass Du da von "älteren Aufnahmen" geschrieben hast. Meint dann vermutlich 60er Jahre, also nicht bloß 2008?

      Und ganz abgesehen von den Damen gefällt mir das mir bislang unbekannte Schloss auch gut. Also ein Dank! :daumenoben:
    • Heimdall, du weißt doch: Bienen darf man nicht mehr sagen (Siehe Brüderle und so...).
      Ansonsten ist natürlich das Schloß ganz außerordentlich reizvoll und gäbe wohl auch eine perfekte, etwas moribunde Filmkulisse ab.
      1816 - Rheinhessen - 2016
      rheinhessen-2016.de
      rheinhessen.de
      Sofern nicht anders vermerkt, liegen die Bildrechte meiner Beiträge bei mir.
    • Noch ein paar Ergänzungen zur Galerie von Meiningen, nachdem ein großer Teil der ursprünglichen Bilder verloren ging.
      Die Bernhardstraße ist so etwas wie die Prachtstraße von Meiningen, die meisten Gebäude entstanden während des Klassizismus.

      Zuerst die Westseite, das Kleine Palais erbaut 1821-23 von Johann Andreas Schaubach.



      Daneben Bernhardstraße 4 das herrschaftliche Wohn- und Geschäftshaus des Bankiers Gustav Strupp von 1909, zur Zeit leider leerstehend.




      Bernhardstraße 6-8



      Bernhardstraße 10



      An der Ecke Bernhardstraße Landsberger Straße steht das ebenfalls leerstehende Ensemble aus Schützenhaus von 1831/65 und zugehörigem Schützenhaussaal später Volkshaus von 1911-13.


    • Die Ostseite, das Große Palais wurde wie das schräg gegenüberliegende Kleine Palais ebenfalls 1821-23 erbaut, 1863 wurde es erweitert und erhielt seine heutige Fassade.





      Das ehemalige jüdische Kaufhaus von 1831.



      Das Theater wurde nach dem Brand des Vorgängerbaus in den Jahren 1908/09 wie viele Gebäude der Stadt vom Hofbaurat Karl Behlert erbaut.


    • Die nördliche Fortsetzung der Bernhardstraße ist die Leipziger Straße, hier stehen einige großstädtisch anmutende Gebäude aus der Zeit um 1900.



      Leipziger Straße 2, errichtet 1909 von Karl Behlert als Hauptsitz der Bank für Thüringen, ab 1946 als Landgericht genutzt und seit 2000 leerstehend.




      Leipziger Straße 4, 1899 von Eduard Fritze für die Deutsche Hypothekenbank erbaut, jetzt Hauptsitz der Rhön-Rennsteig-Sparkasse





      Blick über die Werra

    • Was ist eigentlich ein "jüdisches Kaufhaus"?
      Wo es koschere Nahrung zu kaufen gibt?
      ... dass jeder troglodytischen Lebensart, beruht sie nur fest in sich selbst, etwas schlechthin faszinierendes eignet, überhaupt für solche, die einen Ansatz dazu schon besitzen und mitbringen, der dann nur noch einer gewissen Entwicklung bedarf. (HvD)
    • Das Jüdische Kaufhaus oder eher (von Inhabern mit) jüdische(r Religionszugehörigkeit ehemals betriebenes) Kaufhaus ?

      Ein Jüdische Kaufhaus wäre aus meiner Sicht tatsächlich nur das von UC genannte.

      Auf der Homepage des Theaters Meinigen, das in dem betreffenden Gebäude eine Spielstätte betreibt ist von "einem jüdischen Kaufhaus" die Rede.

      Wenn sich der Name tatsächlich von der Religionszugehörigkeit ehemaligen Betreiber ableitet, dann hat sich aber längst vergessen Gehofftes lange gehalten.
    • Es wäre sehr schön, wenn hier noch mal fotografisch nachgelegt würde - Meiningen hat doch eine Menge zu bieten.

      Es folgen zwei Beispiele großartiger Bauten.

      Zunächst Schlundgasse N°4, das sog. Schlundhaus mit einem außergewöhnlichen dreigeschossigen Erker, der nach oben hin ausladender wird.

      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Twizymicha', CC BY-SA 3.0 unportiert

      Hierzu aus einer Mitteilung des 'Kulturbund e. V. Meiningen':
      "1906 an der Stelle des Hauses Zum Stern erbaut. Dessen Hauszeichen über dem jetzigen Torbogen. Erker: freie Nachbildung desjenigen vom 1874 abgebrannten Hauses Zum Gulden Einhorn in der damaligen Unteren Marktgasse, welches 1587 von dem Barchentweber Christoph Nöth errichtet und später als Merkelsches Haus bezeichnet wurde. Auf dem Schild der mittleren Kayatide Inschrift: 1587 Zum Gulden Einhorn. 1906: Umbenennung in Schlundhaus (= gebietstypische Bezeichnung für Gaststätte). Fassade und Erker 1982 farblich neu gefasst."

      Das ehemalige Merkelsche Haus am Markplatz auf einer Ansichtskartendarstellung

      Nochmals der phantastische Erker, der nun an der angeblichen Geburtsstätte der Thüringer Klöße prangt:

      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Kramer96', CC BY-SA 3.0 unportiert

      Das Haus im Jahre 1915:


      Dann zur Georgstraße N°20, dem Büchnerschen Hinterhaus, welches das älteste genau datierte (1596) Bürgerhaus Meiningens ist - und vermutlich auch das schönste.

      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Dontworry' (überarbeitet von 'Eva K.'), CC BY-SA 3.0 unportiert

      Das den großen Stadtbrand von 1874 glücklicherweise überstehende Haus liegt in der Altstadt im Hinterhof der Georgstraße Nr. 20, in welchen man durch einen engen Gang und eine überdachte Pforte gelangt, und ist mit dem jüngeren Vorderhaus verbunden.


      Bildquelle: Wikimedia, Urheber 'Kramer96', CC BY-SA 3.0 unportiert
      Schön ist das, was ohne Begriff allgemein gefällt.
      (Immanuel Kant)
    • Das Merkelsche Haus war ein herber Verlust, wer weiß was sonst noch am Markt und in den anderen Hauptstraßen unter Putz verborgen war und 1874 verbrannt ist. Meiningen erlebte nachdem es 1542 von Würzburg an Henneberg kam durch die Barchent- und Leinweberei eine kurze Blütezeit, aus der die prächtigsten Häuser stammten, diese wurde durch den dreißigjährigen Krieg schnell wieder beendet. Einige Häuser haben aber überlebt, auch wenn es zu DDR-Zeiten noch weitere Verluste gab.

      Das Hinterhaus von Georgstraße 18 in der Postgasse, erbaut 1608, dahinter steht das oben von Vulgow gezeigte Büchnersche Hinterhaus. Die Vorderhäuser sind 1874 abgebrannt.




      Ernestinerstraße, rechts der Ernestinerhof von 1767 mit einem sehr schönen Innenhof



      Kavaliershaus im Innenhof


      Ernestiner Hof3 Meiningen [GFDL (gnu.org/copyleft/fdl.html), CC BY-SA 3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 de (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], by kramer96 (Own work), from Wikimedia Commons

      Ernestinerstraße 13, ehemals Sitz der Färberzunft der Wollenweber



      Ernestinerstraße 14, die Alte Posthalterei, um 1600



      Weiterer Verlauf der Ernestinerstraße



      Ernestinerstraße 49, spätes 16. Jh., für mich das schönste Haus in Meiningen

    • Die Fachwerkbauten sind insofern speziell, da sie Einflüsse von drei "Fachwerkregionen" aufweisen.
      - die Grundgerüste sind eindeutig dem fränkischen Fachwerk zuzuweisen,
      - die Verzierungen der Auskragungen samt Füllhölzer, der Erker des "Schlundhauses" resp. seines Vorbildes "Goldenes Einhorn" sowie die Fächerrosetten beim zuletzt abgebildeten Haus dem niedersächsischen Fachwerk,
      - die bei wenigen Bauten lückenlos aneinander gereihten Schmuckhölzer in den Fensterbrüstungen (siehe erstes Beispiel im letzten Beitrag) erinnern an thüringisches Leiterfachwerk.

      Die teils vorhandenen, scheinbaren "Fenstererker" erinnern an fränkische Fenstererker; es sind aber keine eigentlichen Fenstererker, sondern eine Auskragung auf Fenstersimshöhe auf der gesamten Fassadenbreite. Die tragenden Eck- und Bundpfosten machen nämlich die Auskragung mit, was bei den fränkischen (und auch alemannischen!) Fenstererkern nicht der Fall ist. Ich vermute, dass dies auch eine thüringische Eigenheit ist (hier kenne ich mich aber noch zuwenig aus, und es ist mir auch noch keine Literatur darüber bekannt - ausser in unserem APH!!!). Geographisch liegt Meiningen tatsächlich im Überschneidungsgebiet der drei Fachwerkregionen.