• Mit einem Kranzgesims und etwas gutem Willen hätte es sogar eine ganz und gar harmonische Fassade werden können. Jetzt sieht es ein bisschen so aus, wie ein im frühen Mittelalter weitergebautes schon halb zerstörtes antikes Gebäude.

  • Es wird ja eine Umnutzung, vielleicht sogar einen neuen Eigentümer geben. Es wäre doch eine Aufgabe für "Stadtbild Stuttgart" bei möglichen Umbau-/Sanierungs-/Abrissarbeiten dem Eigentümer nahe zu legen, ein harmonischeres Fassadenbild zu erschaffen. Allerdings, wir sind in Stuttgart, und da sind eher irgendwelche modernistischen Anwandlungen zu befürchten.

  • Das Gebäude (einschließlich Portikus des alten Zentralbahnhofs) ist komplett denkmalgeschützt. Es stammt aus den Zwanziger Jahren, damals Ufa-Palast, mit leichten Veränderungen in der Nachkriegszeit. Ich hoffe, dass es äußerlich so erhalten bleibt, da es ein wertvolles Beispiel historischer Lichtspielhäuser in Deutschland ist.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Es sieht in Natura tatsächlich auch gut aus, so wie es ist. Und mehr noch bei Nacht, wenn das Rot der Fassade mit angeleuchtet ist. Als Traditionshaus wäre es schade, falls es nicht weiter als Kino genutzt werden sollte . . .

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Hoffentlich findet sich jemand, der es als Kino weiterbetreibt. Um die modernen Kinopaläste in den Gewerbegebieten ist es ja nicht schade, aber sowas ist doch absolute Kinokultur. Schlimm genug, dass man in den letzten 20 Jahren schon so viele alte Kinos geschlossen hat.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Oberbürgermeisterwahl Stuttgart

    Welcher der verbliebenen Kandidaten und Kandidatinnen haben sich hinsichtlich des Themas Stadtbild, abgesehen von Sicherheit und Sauberkeit, in unserem Sinne (überhaupt) geäußert?

    Königsbau stickpoke:)

  • In unserem Sinne keiner, soweit ich das bisher verfolgt habe. Es gab nur etwas blabla von wegen "klimaneutraler Stadtplanung". Ansonsten ist das Thema Rückbau der B14 aktuell, S21 wird uns weiter beschäftigen, oder auch die Opernsanierung. An irgendwelche Luftschlösser à la Rekonstruktionen am Marktplatz sollte man zur Zeit keinen Gedanken verschwenden. In Stuttgart gibt es hierfür keine Lobby in Form eines Vereins bzw. Interessengruppe.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Ich kenne Herrn Nopper als aktuellen OB von Backnang. Hier ist er zumindest nicht als "Modernisierer" in Fragen der Stadtgestaltung aufgefallen. Der kleine, aber schöne, Altstadtkern wird in BK zumindest gehegt und gepflegt. Allerdings wüsste ich nicht, dass Herr Nopper sich bisher zu dem Thema irgendwie besonders positioniert hätte.

    "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"

  • Am "klimaneutralsten" wäre es, nicht alles mit Baublöcken zuzuklotzen. Doch daran ist ja gerade angesichts der durch Stuttgart21 gewonnenen Bahngrundstücke nicht gedacht. Hier soll vor allem Rendite gemacht werden. Zumindest ist dann etwas für das Klima gemacht, wenn der Schlossgarten mal wieder gärtnerisch wiederhergestellt wird. Aber das wird ja noch ein paar Jährchen dauern.

    Ansonsten geht auch in Stuttgart vieles (gefährlich) schleppend. Das (vor-)letzte große Baufeld 4 im Europa-Viertel soll seit Jahren von der Bahn an einen Investor veräußert werden, doch nichts passiert. (siehe hier) Die Sanierung und Nutzung der Villa Berg wird auf die lange Bank geschoben. Der Bebauungsplan für die etwas angepassten Giebelbauten in der Eberhardstraße soll nach Jahren endlich Mitte 2021 fertig sein (siehe hier). Und der seit vielen Jahren anvisierte Neubau in der Eberhardstraße 63 neben dem Tagblattturm soll nun voraussichtlich Ende 2021 angegangen werden (siehe hier). Alles soll, nichts ist...

    sleep:)

  • Diese "Giebelhäuser" scheinen jetzt hier der letzte Schrei zu sein, auch in Möhringen wurde an der Sigmaringer Straße gleich südlich der Kirche eine ganze Häuserzeile mit einheitlich gestalteten Giebelhäusern bebaut. Nur wirklich überzeugend wirkt das nicht, das sieht aus wie die üblichen Blöcke, nur mit lauter künstlich wirkenden aufgesetzten Mini-Dächern. Ob das wirklich schon als Fortschritt zu bewerten ist, weiß ich nicht.

  • Diese "Giebelhäuser" scheinen jetzt hier der letzte Schrei zu sein, auch in Möhringen wurde an der Sigmaringer Straße gleich südlich der Kirche eine ganze Häuserzeile mit einheitlich gestalteten Giebelhäusern bebaut. Nur wirklich überzeugend wirkt das nicht, das sieht aus wie die üblichen Blöcke, nur mit lauter künstlich wirkenden aufgesetzten Mini-Dächern. Ob das wirklich schon als Fortschritt zu bewerten ist, weiß ich nicht.

    Fotomaterial oder Visualisierungen der Möhringer Giebelhäuser eventuell vorhanden?

  • In unserem Sinne keiner, soweit ich das bisher verfolgt habe. Es gab nur etwas blabla von wegen "klimaneutraler Stadtplanung". Ansonsten ist das Thema Rückbau der B14 aktuell, S21 wird uns weiter beschäftigen, oder auch die Opernsanierung. An irgendwelche Luftschlösser à la Rekonstruktionen am Marktplatz sollte man zur Zeit keinen Gedanken verschwenden. In Stuttgart gibt es hierfür keine Lobby in Form eines Vereins bzw. Interessengruppe.

    Ein Rückbau der B14, am besten Tunnellösung für die Straße, wäre allerdings ein sehr, sehr großer Gewinn für die Stadt. Mehr Urbanität entstünde und der öffentliche Raum öffnete sich abseits der funktionalen Nutzung wieder mehr dem Menschen.

    Das läßt sich für viele bundesdeutsche Innenstädte sagen: Dieser zusammengeflickte Asphalt ist für das Auto, nicht aber für den Menschen geeignet. Dies rückzubauen, mit Bäumen und Außengastronomie statt Parkplätzen, ist eine wichtige Aufgabe für die 2020er Jahre.

    Wir müssen uns nichts vormachen: Im großen Stile wird - horribile dictu - in den allerwenigsten Städten rekonstruiert werden.

  • Die historischen Giebelhäuser hat man in Möhringen ja zum Großteil abgerissen. S-Vaihingen genauso. Eigentlich in allen Vororten von Stuttgart.

    In dubio pro reko

    Der größte Feind der Ideologie ist die Realität

  • Ich habe die neuen Giebelhäuser in Möhringen noch nicht gesehen, mag in der formalen Anknüpfung jedoch auch nicht automatisch einen historische Korrektur erahnen, sondern vielmehr einen Trend, den wir von vergleichbaren modernistischen, nicht überzeugenden Interpretationen an Giebelhäusern mittlerweile kennen.

  • Von den drei aussichtsreichsten Bewerbern um das Amt des Oberbürgermeisters hätte man doch von Architekt Rockenbauch eine deutlichere Aussage oder gar Stellungnahme zu den Themen Stuttgarter Städtebau und Architektur erwarten können. Sein Slogan „Das gute Leben für alle“ klingt für mich nebenbei ein bisschen wie das „... in dem wir gut und gerne leben.“

  • Ich hoffe das doppelt sich nicht hier schon irgendwo im Forum, aber ich würde mir die Rekonstruktion dieser Fassade wünschen. Mit den Säulen und Überhängen war die Fassade schlüssig, heute ist sie einfach nur öde und unvorteilhaft:

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  • Von welcher Fassade sprichst du genau? Marquardtbau? Dazu gibt es eine Historie: 1948 wurde das beschädigte Gebäude wiederhergestellt , einschließlich des Bauschmucks. Dieser wurde dann erst beim zweiten Umbau 1956 entfernt. Also kein Kriegsverlust sondern Absicht.

    In dubio pro reko

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