Stuttgart

  • Lächerlich! Und wieder mal typisch "Stussgart":


    http://www.stuttgarter-nachric…99-8ff8-9e11e5c12d1c.html



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    Stuttgart - Was lange währt, kommt endlich doch: Im Schatten des denkmalgeschützten Tagblattturms werden Mitte Juli die Neubaumaßnahmen beginnen. Danach wird von der ehemaligen Teppichgalerie in der Eberhardstraße 65 nur noch die Fassade zur Straße hin zu sehen sein – in rekonstruierter Form. Dahinter sowie in der Lücke zwischen ehemaliger Teppichgalerie und Tagblatturm entstehen Neubauten.

  • Finde ich erträglich, sogar recht gefällig. Kein brutaler modernistischer Bruch mit der Bestandsumgebung. Und es musste dafür ja auch kein wertvoller Altbau dran glauben.

    In dubio pro reko

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    Dabei musste ausdrücklich das überwiegend historische Umfeld mit seinen zahlreichen Kulturdenkmalen besonders beachtet werden. Das sanierungsbedürftige Bestandsgebäude selbst verfügt über keine nennenswerten architektonischen oder stadtbildnerischen Eigenschaften und soll in geschlossener Bauweise - das heißt ohne Seitenabstand - ersetzt werden.


    Der Siegerentwurf ist aus meiner Sicht belanglos. Aus 'stadtbildnerischen' Gründen hätte hier als Mindestmaß eine erkennbare Lochfassade und kein Raster in Betracht gezogen werden dürfen, das weder Fisch noch Fleisch ist.


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    Entwürfe besichtigen
    Interessierte Bürgerinnen und Bürger können alle Entwürfe ab dem 17. bis zum 30. Juni im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Eberhardstraße 10, erstes Obergeschoss, werktags von 9 bis 18 Uhr besichtigen.


    Bevor ich mir jedoch ein abschließendes Urteil erlaube, möchte ich die alternativen Entwürfe sehen.


    Quelle: http://www.stuttgart.de/item/show/273273/1/9/568388?


    Jeder, der sich die Fähigkeit erhält Schönes zu erkennen, wird nie alt werden.
    www.archicultura.ch

  • Sage noch einer, der Stuttgarter Denkmalschutz sei untätig - gut, beim Abriß schöner historischer Gebäude ist er es natürlich meist schon. Aber für die Perlen der Nachkriegsmoderne setzt er sich dafür um so entschiedener ein:


    Denkmalschutz kämpft um Bürgerhospital


    Ein Gruselgebäude mit Außenkacheln, seiner ganzen "Schönheit" hier zu bewundern: http://binged.it/1IlOZMC (der Betonblock mit dem seltsamen blauen Quadrat auf dem Dach (siehe auch Wikipedia).

  • Ein paar Impressionen aus dem gestrigen Stuttgart. Bilder von mir:


    Im Innenstadtbereich gibt es noch Vorkriegsreste. Straßennamen erspare ich hier weitgehend. Ein einheimischer Stuttgarter kann vermutlich erläutern:






    (Calwer Straße)


    Eigentlich und direkt gegenüber liegend aber sieht die Stuttgarter Innenstadt in weiten Strecken so aus:





    Gelangt man aus dem Innenstadtring heraus, wird es gründerzeitlicher:





    (Löschwasserteich)


    Immer wieder versteckt alte Kunst am Bau:




    Und als Abschluss noch die "Stuttgartia" am Rathaus... :koenig:


  • Vor allem ist dieser württembergische Baustil so unfassbar heimelig und gemütlich, weswegen mir es bis heute ein Rätsel ist, warum in Stuttgart so häßlich gebaut wird.

    Wo die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten
    Karl Kraus (1874-1936)

  • Löschwasserteich


    Meine erste Reaktion war: aber das ist doch kein Löschwassterteich, das ist doch der Feuersee! Bis ich dann dahintergekommen bin, dass beide Wörter wohl denselben Sachverhalt, denselben Gebrauch dieses Weihers beschreiben. Bis dato war für mich "Feuersee" einfach nur ein Name, bei dem man nicht auf die Idee kommt, seine Herkunft oder gar seine Bedeutung erklären zu wollen. Aber manchmal ist die Welt einfacher als man denkt.

  • Die nationale und internationale Architektenschaft kriegt sich vor lauter Lobhudeleien auf das Sichtbetongebäude im Stuttgarter Herdweg nicht mehr ein und überschüttet es mit zahlreichen Preisen.


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    Ob Red Dot, German Design oder Iconic Award - das Stuttgarter Bürogebäude im Herdweg 19 hat sie. Aktuell wurde die Zentrale des Architektur- und Designbüros Blocher Blocher Partners noch mit zwei weiteren Preisen dekoriert. Im Rahmen der internationalen WAN Sustainability Awards wurde das Bürogebäude unter die sechs besten nachhaltigen Gebäude der Welt gewählt. Für Jury-Mitglied Jim Huffman setzt das Headquarter "einen neuen Maßstab für Büroarchitektur".


    http://www.immobilien-zeitung.…ekroente-betonarchitektur


    http://partners.blocherblocher…rogebaeude-stuttgart.html

    In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.


    Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.

  • Preisgekrönt wurde seinerzeit auch das Betonmonstrum Kleiner Schlossplatz. Er ist längst wieder Geschichte. Darum darf man solche Selbstbeweihräucherung der Architektenschaft auch nicht allzu ernst nehmen. Sollen sie sich doch von mir aus gegenseitig die Preise zuschieben, wenn der Bürger ihre Werke schon nicht honoriert. Früher war der Beruf Architekt ein Ehrentitel, heute hat sich der Begriff zum Schimpfwort gewandelt. Auf die Einsicht, wie es dazu kommen konnte, warten wir wohl vergeblich.

    In dubio pro reko

  • Nichtssagender Betonklotz. :daumenunten:


    Die großen Sichtbetonflächen bergen aber immerhin die Chance, dass man später eine Ziegelwand vormauert und beispielsweise großflächige Jugendstilornamentik in diese einarbeitet.

  • Klar! Wobei ich sagen muss, daß mir der 50er Jahre Bau eigentlich ganz gut gefällt: schöne Fensterrahmen aus Stein, das elegante Dach..

    Unsere große Aufmerksamkeit für die Belange des Denkmalschutzes ist bekannt, aber weder ökonomisch noch kulturhistorisch lässt es sich vertreten, aus jedem alten Gebäude ein Museum zu machen. E. Honecker

  • Schade, dass es immer die wenigen gefälligen 50er Jahre Bauten sind, die geopfert werden. Ansonsten ein gutes Neubauprojekt.

  • 2015 war schon ein komisches Jahr. Das Jahr in dem bei Stadtbild Deutschland schon belanglosen Kisten der Nachkriegszeit nachgetrauert wurde. Ich hoffe dass wir 2016 wieder klar sehen.

    In dubio pro reko

    Edited once, last by typo2708 ().

  • Nachgetrauert wird solchen Gebäuden, weil sie in gewissem Maße einen ästhetischen Anpruch besitzen, der heute bei den meisten Projekten oftmals einfach fehlt. Doch bei diesem Projekt bin ich positiv überrascht, dass es solche Pläne gibt - bitte umsetzen!