Stuttgart

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    • Im Stuttgarter Stadtbezirk Weilimdorf wird das marode, historische Ensemble aus altem Rathaus und altem Schulhaus bei der Kirche St. Oswald für rund 4 Mio. € saniert.

      Wie die Mehrkosten seit dem Sanierungsbeschluss vom 19. Oktober 2016 entstanden sind, wird in einer Vorlage an den Gemeinderat beschrieben, die am morgigen Dienstag, 19. Februar, den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt und Technik vorgestellt wird. 356 000 Euro ist das Projekt teurer geworden, weil die Auflagen – vor allem durch die Denkmalschutzbehörde – höher sind, als zunächst vermutet. Mehr als 100 000 Euro sind zusätzlich notwendig, um die Schadstoffbelastungen zu entfernen, die bei Messungen und Untersuchungen gefunden wurden.

      Historisches Ensemble soll endlich saniert werden



      Pfarrkirche Oswald
      User:Harke [CC BY-SA 3.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
      In der Altstadt die Macht, im Kneiphof die Pracht, im Löbenicht der Acker, auf dem Sackheim der Racker.

      Hätt' ich Venedigs Macht und Augsburgs Pracht, Nürnberger Witz und Straßburger G'schütz und Ulmer Geld, so wär ich der Reichste in der Welt.
    • Noch was - ganz und gar unerwartet - erfreuliches aus Stuttart. Tatsächlich wird erwogen einige Räume, des im 2. WK fast komplett zerstörten Neuen Schloss zu REKONSTRUIEREN ... (Entschuldigung wg. der Großschreibung, aber allein, dass dieses Wort im öffentlichen Disput in dieser Stadt von maßgeblichen Personen offen verwendet wird, ist eine Sensation. Die letzten 70 Jahre nach dem Krieg galt hier die Philosophie des: "Was wellat ihr denn mit dem alta Dreck ... Reißet's weg bevor's von alloi zammafallt". Wie bestimmt allseits bekannt: Die Reste des Neuen Schlosses wurden 1957 fast abgerissen ... für ein Hotel und u.a. auf Betreiben des damaligen OB).

      Kann sein, dass über erste Ansätze dazu schon andernorts oder weiter oben berichtet wurde. Aber die Hinweise, dass das Vorhaben tatsächlich ernsthaft umgesetzt werden könnte, verdichten, sich jetzt. In der gestrigen Stuttgarter Zeitung war ein großer Bericht enthalten, der ausführt, dass 2000 hochwertige Möbel, Gemälde und weitere Einrichtungsgegenstände "wieder entdeckt" wurden, die seit dem Krieg im Ludwigsburger Schloss quasi "abgestellt" waren. Der Verdienst gebührt einer jungen Konservatorin, die diesen Umstand in mühevoller Kleinarbeit nach und nach aufgedeckt hat und bemüht ist, nachzuweisen, WO genau im Neuen Schloss die Sachen standen.
      Das besondere an diesen Gegenständen ist, dass diese damals z. T. mit der russischen Prinzessin und nachmaligen Königin Katharina nach Stuttgart kamen, die einen recht erlesenen Geschmack hatte und mit der Geldbörse des Zaren-Papas Sachen erwerben konnte, die zum damaligen absoluten kunsthandwerklichen Top-Niveau zählte. Mit anderen Worten: Es ist absolut naheliegend, diese Dinge an den eigentlichen Ort ihrer Bestimmung zurückzuführen und quasi als Hülle für diese Kostbarkeiten auch die entsprechenden Räumlichkeiten drumrum zu rekonstruieren. Was da entstünde wäre ein Schlossmuseum von europäischem Rang!

      Ich würde gerne den großen Bericht hier verlinken ... finde ihn aber leider im Netz nicht. Deswegen hier nur der Link zu dem dazu gehörigen Kommentar:

      Klick
    • Die Kriegsbergstraße war einst eine der vornehmsten Wohnadressen Stuttgarts. Der Krieg hat davon nichts übrig gelassen. In einer Seitenstraße, der Ossietzkystraße, hat allerdings ein Wohnhaus im Stil der Neorenaissance die Zeiten überdauert. Jedoch scheinen auch seine Tage gezählt, denn im Zuge der Neubebauung des Areals soll es bald abgerissen werden. Dass das Gebäude keinen Denkmalschutz besitzt macht dieses Vorgehen natürlich umso einfacher. Wenn es so kommt, wird tatsächlich nichts mehr an die einstmals großbürgerliche Gegend erinnern.

      Um dieses Haus handelt es sich:




      Und so sah die Ossietzkystraße (damals Blücherstraße) einst aus, das Objekt befindet sich auf der rechten Straßenseite:




      Den heutigen Anblick erspare ich Euch.
      In dubio pro reko
    • Ach, das soll jetzt auch fallen, herje. ;( :( ... die Straße hoch geht es doch über die Stäffele zur Panoramastraße , oder? Als ich vor Jahren noch regelmäßig Stuttgart besuchte, empfand ich dieses Haus immer als einen Ankerpunkt für das historische Stuttgart, weil auf meinem Weg zur Königstraße es immer unsäglicher, unmenschlicher und abweisender wurde. An den Hang wurden ja in den letzten Jahrzehnten eh schon Riesenblöcke gedrückt. Und weiter gen Osten (Nordosten?) ist ja seit ihrer Entkernung die alte Reichsbahndirektion eh nur noch ein Schatten ihrer selbst. Unproportional überdimensionierte Blöcke in den Talkessel und an seine Ränder zu klatschen wird dem Landschafts-Stadtbild Stuttgarts noch den Rest geben, wenn es so weiter geht. Das verträgt die kleindimensionierte Keuper-Gebirgslandschaft einfach nicht. Das man das nicht kapiert ... disgust:) !!!
      Aber oben am Ende der Panoramastraße gibt es den chinesischen Garten, mit einem schönen Blick in den Talkessel. Ein Hort der Ruhe und Besinnung. Sollte man den Stadtplanern empfehlen!

      The post was edited 1 time, last by SchortschiBähr ().

    • Stuttgart gibt mächtig Gas auf dem Weg zur hässlichsten und am wenigsten besuchenswertesten Stadt Deutschlands. Ich bin 1 x jährlich dort, und freue mich jedesmal wieder nach Nürnbegr zurück zu kommen. Stuttgart geht garnicht, eine Ansammlung ambitionsloser Investorenarchitektur. Schade, dass trotzdem weiter abgerissen wird.
    • SchortschiBähr wrote:

      Das verträgt die kleindimensionierte Keuper-Gebirgslandschaft einfach nicht.
      Hoffentlich.

      SchortschiBähr wrote:

      Ein Hort der Ruhe und Besinnung. Sollte man den Stadtplanern empfehlen!
      Warum? Damit sie dort oben nicht mit den Folgen ihrer Stadtplanung konfrontiert werden und es sich gut gehen lassen können? Nein, die sollen schön selbst zwischen den Investorenblöcken, die sie zu verantworten haben, den ganzen Tag arbeiten und möglichst auch leben müssen. Kein Grün, kein Zierrat, möglichst auch kein Urlaub. Den ganzen Tag auf Sichtbeton, Strichcodefenster und Fassadenplatten starren, wie im Knast.
    • nothor wrote:

      Stuttgart gibt mächtig Gas auf dem Weg zur hässlichsten und am wenigsten besuchenswertesten Stadt Deutschlands. Stuttgart geht garnicht, eine Ansammlung ambitionsloser Investorenarchitektur.
      Auf solche Reaktionen kann ich allerdings verzichten, denn es entspricht nicht der Wahrheit. Stuttgart hat viele schöne Ecken, da gibt es weitaus hässlichere Städte in Deutschland. Schade, dass jeder Beitrag immer gleich zum generellen Stuttgart-Bashing führen muss. Meistens von Leuten, die nicht viel mehr von der Stadt kennen als Königstraße und Umgebung.
      In dubio pro reko
    • @ Heimdall, nein so "rachesüchtig" bin ich nicht. Ich wollte mit dem "besinnlichen Ort"" mehr meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, daß es unter den verantwortlichen Stadtplanern und Politikern noch vernünftige Leute gibt, die einst vielleicht zur Besinnung kommen und es ihnen wie Schuppen von den Augen fällt welche Schönheit und welches Potential sie in Stuttgart am Verderben sind. Es gibt viele solcher heimeligen und schönen Orte in Stuttgart, wie Stuegert uns immer wieder richtig aufzeigt. Im Stadtkreis Stuttgart bin ich aufgewachsen und ich kenne die Schönheiten der MItte im Talkessel leidlich!
    • Stuegert wrote:

      Stuttgart hat viele schöne Ecken, da gibt es weitaus hässlichere Städte in Deutschland.
      Das muss ich, wie schon häufiger in diesem Forum, unterstreichen! Die Aussage von Nothor ist unzutreffend bzw. trifft allenfalls auf Teilbereiche zu. Ich verweise auf den Strang stadtbild-deutschland.org/foru…sche-architektur-galerie/
      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • Da mögt ihr Recht haben. Aber es ist doch wirklich bedauerlich, wenn die wichtigste Seite des Stadtbildes, mit der sich die Stadt ihren Besuchern präsentiert, nicht attraktiv ist oder gar repräsentativ für das Lebensgefühl ihrer Bewohner. Es ist zwar schön, wenn derjenige der sucht oder weiß wo, noch schöne Ecken in Stuttgart findet, aber ist das wirklich beruhigend? Ist es nicht vielmehr Ausdruck dafür dass die Kräfte, die die Innenstadt so geformt haben, noch nicht überall gewirkt haben? Immerhin ist der auslösende Beitrag ein Indiz dafür.

      Ich bin ja immerhin froh dass der Kopfbau des alten Bahnhofes, der wirklich sensationell ist, erhalten bleibt.
    • Das ist ja das Drama der meisten westdeutschen Städte, dass viele erhaltenen und schönen Areale versteckt liegen in Wohngebieten, in die auswärtige Besucher nun einmal nicht oder nur selten kommen. So haben Stuttgart und Hannover etwa kräftig an ihrem Ruf gearbeitet, hässlich zu sein, da man als Durchfahrender oder Besucher des Zentrums viel Hässliches sieht.

      Und wenn man ehrlich ist, hilft es natürlich auch nicht viel, wenn man nur mit Insidertipps in die schönen Gebiete kommt. Es sind die Zentren, die wir betrachten sollten, als zweites die Ringe gründerzeitlicher Stadterweiterungen. In Bremen ist dieser Effekt vielleicht noch ausgeprägter, da man auf den gängigen Einfallsstraßen im Prinzip nur mit Nachkriegsarchitektur in Kontakt kommt, es ist keine einzige halbwegs repräsentative Stadtzufahrt geblieben, alles versteckt sich in den durchaus sehenswerten Nebenstraßen.
    • Ich stimme dem (fast) zu. In Stuttgart kann der Besucher allerdings einen unvergesslichen ersten Eindruck der Stadt erhalten, jedenfalls wenn er über die Neue Weinsteige talwärts fährt. Die Stadt mit ihrem Häusermeer liegt ihm zu Füßen, ein vergleichbar schönes Erlebnis hatte ich bisher in keiner anderen deutschen Großstadt. Stuttgart hat das Problem, dass es dieses Versprechen dann mit seinem Zentrum in weiten Teilen nicht einlösen kann, zumindest nicht für jene die sich ein historisches Stadtbild erhoffen. Dieses Schicksal wiederum teilt die Stadt mit zahlreichen anderen.
      In dubio pro reko
    • Stuegert wrote:

      Stuttgart hat das Problem, dass es dieses Versprechen dann mit seinem Zentrum in weiten Teilen nicht einlösen kann, zumindest nicht für jene die sich ein historisches Stadtbild erhoffen. Dieses Schicksal wiederum teilt die Stadt mit zahlreichen anderen.
      Das ist in Nürnberg nicht anders. Wer mit dem Auto kommt wartet vergeblich darauf, dass es schön wird, und erblickt dann unvermittelt die Burg. Aber immerhin hat man es verstanden, den Weg vom Hauptbahnhof zu den Hauptsehenswürdigkeiten in der Altstadt zu erhalten oder gefällig zu ergänzen / rekonstruieren. Vielmehr ist der neugierige, der es wagt in eine Nebenstraße reinzuspazieren, dazu verdammt schockiert und enttäuscht zu werden, zu oft jedenfalls.
    • nothor wrote:

      Das ist in Nürnberg nicht anders. Wer mit dem Auto kommt wartet vergeblich darauf, dass es schön wird, und erblickt dann unvermittelt die Burg. Aber immerhin hat man es verstanden, den Weg vom Hauptbahnhof zu den Hauptsehenswürdigkeiten in der Altstadt zu erhalten oder gefällig zu ergänzen / rekonstruieren.
      Das ist richtig. Ich kenne Nürnberg ebenfalls sehr gut und habe etwas übrig für die Stadt. Obwohl vieles im Argen liegt, konnten Bomben und Abrisswut nicht den Geist, das Flair der Stadt (da sehe ich Ähnlichkeiten zu Köln) auslöschen. Tatsächlich kann man auch, wenn man darauf achtet, auf Wegen durch die Innenstadt gehen, die einem ein sehr schönes, historisch einigermaßen geschlossenes Bild der Stadt vermitteln. Will demnächst mal wieder hin und habe mir folgenden Rundgang vorgenommen . . . starten würde ich ganz klassisch, brutal-touristisch am Handwerkerhof (roter Pfeil) :D

      "Mens agitat molem!" "Der Geist bewegt die Materie!"
    • In Stuttgart Mitte (Stitzenburg) hat ein gründerzeitliches Eckhaus gebrannt. Der Schaden ist hoch. Die Gesamtsubstanz des Gebäudes ist aber offenbar nicht gefährdet. Hoffentlich kann der historische Dachaufbau erhalten werden.

      stuttgarter-zeitung.de/inhalt.…ff-96f3-e266e77ba9e0.html
      In dubio pro reko

      The post was edited 1 time, last by Königsbau ().

    • Die Calwer Passage wird bis auf den gläsernen Durchgang abgerissen und macht einem neuen Glaskasten mit etwas Pseudo-Grün Platz.

      Baustelle am Rotebühlplatz
      Abriss an der Calwer Passage beginnt
      stuttgarter-nachrichten.de/inh…79-b1f0-4e85896d3685.html

      Calwer Passage in Stuttgart
      Die Abrissbagger verschonen nur die Glaspassage
      stuttgarter-zeitung.de/inhalt.…6a-ae96-7950dff7198d.html

      Calwer Passage in Stuttgart
      Ferdinand Piëch will grüne Fassaden sprießen lassen
      stuttgarter-nachrichten.de/inh…af-8d79-666371cc196a.html
    • Grimminger wrote:

      Naja, Stuttgart halt.

      Kann ich so nicht stehenlassen. Genauso spielt es sich in unzähligen anderen deutschen Städten ab. Was entsteht denn z.B. in Dresden an allen Ecken, außerhalb des Neumarkts?
      Eigentlich ist Berlin die einzige Stadt, in der Neubauprojekte häufiger in traditionellem Stil ausgeführt werden.

      Ein paar Beispiele gibt es sogar aus Stuttgart, dabei fallen mir der Phoenixbau oder das Palais am Reitweg ein.

      upload.wikimedia.org/wikipedia…-Stuttgart_Phoenixbau.jpg

      mapio.net/images-immo-expose/9…tte-uber-s-west-img-0.jpg
      In dubio pro reko
    • Ja, da hast du recht, allerdings kommt in Stuttgart nach jedem Abriss in der Innenstadt immer derselbe Mist nach. Ausgenommen vll das Projekt in der Eberhardstraße.

      Da fällt mir direkt wieder der Abriss des alten Wengerterhauses in der Finnhaberstraße ein. Damit ist eigentlich alles gesagt. Und ja, Stuttgart halt. Kann man gerne durch Mannheim oder Köln ersetzen. Oder einfach durch moderne Architektur.